Die Zukunft des Mobile-Commerce


Bachelorarbeit, 2011
82 Seiten, Note: 1,85

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Definition und Begriffsabgrenzung verschiedener elektronischer Handelsmodelle
2.1 Abgrenzung von Electronic Business und Electronic Commerce
2.2 Definition von Mobile Commerce
2.2.1 Abgrenzung von Mobile Business und Mobile Commerce
2.2.2 Einordnung Transaktionspartner

3.Mobile Endgeräte
3.1 Mobiltelefone
3.1.1 Feature Phone
3.1.2 Smartphone
3.1.2.1 iPhone
3.1.2.2 Google Android
3.1.2.3 Blackberry
3.1.2.4 Technische Daten der Smartphones
3.1.2.5 Marktanteile von Mobiltelefonen
3.2 Notebook
3.2.1 Netbook
3.2.2 Tablet-PC
3.3 Nutzergruppen
3.3.1 Eigenschaften der Nutzer
3.3.2 Ort der Nutzung
3.3.3 Interessen der Nutzer im mobilen Internet
3.3.4 Hemmnisse der Nutzung

4. Technologien
4.1 Klassifikation
4.1.1 WLAN (Wireless Local Area Network)
4.1.2 Einsatzgebiete
4.2 Mobilfunkstandards
4.3 Sicherheitsaspekte
4.3.1 Ebenen des Mobile Commerce
4.3.2 Problemfelder
4.3.2.1 Problemfelder Viren, Diebstahl und Manipulation
4.3.2.2. Problemfeld Abhören
4.2 Verschlüsselungsverfahren
4.2.1 PKI (Public Key Infrastructure)
4.2.2 Beispiele für Verschlüsselungen

5. Rechtliche Rahmenbedingungen und Vertragsbeziehungen
5.1 Vertragsbeziehungen im Mobile Commerce
5.2 Wichtige Regelungen im Mobile Commerce

6. Mobile Dienste
6.1 Klassifizierung der mobilen Dienste
6.2 Arten der mobilen Dienste
6.2.1 Mobile Entertainment
6.2.2. Mobile Ticketing
6.2.3 Location-Based Services
6.2.3.1 Klassifizierung von LBS:
6.2.3.2 Lokalisierungsverfahren
6.2.4 Mobile Marketing
6.2.5 Mobile Shopping
6.2.5.1 Gründe für Mobile Shopping
6.2.5.2 Amazon-Mobil
6.2.5.3 eBay Mobile
6.2.6 Applikations-Store
6.3 Bezahlformen im M-Commerce
6.3.1 Akzeptanz der Bezahlformen
6.3.2 Zahlungsbereitschaft für Applikationen

7. Überprüfung der Indikatoren der Fragestellung
7.1 Akzeptanzverlauf und aktuelle Akzeptanz der Nutzer
7.2 Potenzialeinschätzung des Mobile Commerce
7.3 Entwicklung der Technologien und Geräte
7.4 Betrachtung der zeitlichen Entwicklung
7.5 Verdrängungspotenzial gegenüber anderen Vertriebskanälen
7.6 Vergleich Mobile Commerce / Electronic Commerce

8. Problemfelder, Erfolgsfaktoren, Empfehlungen für Unternehmen

9 Fazit

10 Literaturverzeichnis
10.1 Printmedien
10.2 Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Darstellung eines web´n´walk Sticks von T-Mobile

Abbildung 2 Abbildung eines Apple I-Phones 4G

Abbildung 3 Marktanteile Betriebssysteme/Hersteller

Abbildung 4 Vergleich eines Laptops, Notebooks und eines Netbooks

Abbildung 5 Abbildung eines Convertibles

Abbildung 6 Abbildung eines Apple iPads

Abbildung 7 Besitz Mobiltelefone

Abbildung 8 Nutzung des mobilen Internets auf Mobiltelefonen

Abbildung 9 Nutzung des mobilen Internets auf TabletPCs/Netbooks

Abbildung 10 Übersicht der genutzten Applikationen 2010

Abbildung 11.: Gründe gegen die mobile Internetnutzung

Abbildung 12: Aufbau eines WLANs:

Abbildung 13 Darstellung der Generationen des Mobilfunks

Abbildung 14 Reichweiten und Datenraten der Technologien

Abbildung 15 Sicherheitsbedenken der Nutzer des mobilen Webs

Abbildung 16 Darstellung des App-Stores auf einem I-Phone

Abbildung 17 Darstellung einer mobilen Boardkarte von Lufthansa

Abbildung 18 Einsatz eines elektronischen Tickets der Deutschen Bahn

Abbildung 19 Beispiel für einen Gutschein auf dem mobilen Endgerät

Abbildung 20 Kaufgewohnheiten der Mobile Shopper

Abbildung 21 Gründe für mobiles Shopping

Abbildung 22 Darstellung der eBay Mobile Applikation auf einen iPhone

Abbildung 23 Appetit auf Apps

Abbildung 24 Darstellung der Funktionsweise des Mobile Payment

Abbildung 25 Nutzung versch. Zahlungsmöglichkeiten

Abbildung 26 Zahlungsbereitschaft für Applikationen: Eigene Darstellung in Anlehnung an

Abbildung 27 Anzahl der Einkäufer über mobile Endgeräte

Abbildung 28 M-Commerce-Affinität

Abbildung 29 je 100 Einwohner in der EU

Abbildung 30 Weltweite Content-Absätze 2000-2005

Abbildung 31 Interneteinkäufe von Privatpersonen

Abbildung 32 Parallelitäten E- und M-Commerce

Abbildung 33 Kosten einer Applikation bei einem Verkaufspreis von 1.49$

Abbildung 34 Befragung kleiner und mittelständischer Unternehmen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1.: Übersicht technischer Eigenschaften einiger Smartphones

Tabelle 3 Daten zu verschiedenen WLAN Standards

Tabelle 4 Problemfelder mobiler Geräte

Tabelle 5 Begriffsübersicht

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Immer mehr Menschen in Deutschland besitzen ein internetfähiges Smartphone. Diese werden immer günstiger und besitzen weitaus mehr Funktionen als ein „normales“ Mobiltelefon. Daraus ergeben sich für die Wirtschaft völlig neue Möglichkeiten, denn die Kunden sind nahezu jederzeit und an jedem Ort nun auch über das Internet erreichbar. Sogar Produkte und Dienstleistungen können nun auch unterwegs über das Internet eingekauft werden. Doch werden alle Angebote auch von den Kunden angenommen und genutzt, oder überwiegen noch Bedenken und Skepsis gegenüber den neuen Möglichkeiten?

Bereits vor einigen Jahren prognostizierten Experten und Unternehmen einen Boom des Mobile Commerce, also des Handels über elektronische Endgeräte; z.B. wurde für das Jahr 2003 prognostiziert, dass mehr Menschen das mobile Internet nutzen würden als einen stationären Internetzugang[1]. Dieser Durchbruch scheiterte zunächst aber an technisch nicht ausgereiften Endgeräten. Deshalb mussten die hohen Umsatzerwartungen von bis zu 80Mrd Euro nur für Europa[2] deutlich zurückgeschraubt werden. Begünstigt durch die Einführung von Smartphones und Tablet-PCs wird auch der Mobile Commerce in größerem Umfang genutzt. Doch handelt es sich hierbei um eine reine Trenderscheinung oder um eine Revolution des Marktes?

Um diese Frage beantworten zu können, bedarf es zunächst einer Definition der Begriffe Revolution und Trend. Eine Revolution bedeutet eine tief greifende Wandlung, Bestehendes wird verdrängt, eine grundlegende Neuerung tritt ein.[3] Ein Trend soll an dieser Stelle im Sinne eines Modetrends definiert werden. Demnach ist ein Trend etwas, „was dem gerade herrschenden, bevorzugten Geschmack, dem Zeitgeschmack, entspricht“[4]. Dies geschieht über einen bestimmten Zeitraum[5], also besitzt der Trend ein Ende.

Es ist an dieser Stelle vonnöten, geeignete Indikatoren für die Fragestellung der Arbeit zu definieren. Diese bilden die Basis, um abschließend eine fundierte Antwort auf die Frage geben zu können, ob es sich beim Mobile Commerce um eine Revolution oder einen kurzfristigen Trend handelt.

Hierbei werden die folgenden Indikatoren in Bezug auf den Mobile Commerce betrachtet:

- Akzeptanzverlauf und aktuelle Akzeptanz der Benutzer
- Einschätzung des Potenzials des Mobile Commerce
- Vergleich des Mobile Commerce mit dem Electronic Commerce, im Sinne einer bereits gelungenen Revolution
- Entwicklung der Technologien und Geräte des Mobile Commerce
- Betrachtung der zeitlichen Entwicklung des Mobile Commerce
- Verdrängungspotenzial des Mobile Commerce gegenüber anderen Vertriebskanälen

Außerdem wird überprüft, für welche Unternehmen sich der Schritt in den Mobile Commerce lohnt und welche Faktoren hierbei berücksichtigt werden müssen, um einen wirtschaftlichen Erfolg zu generieren.

Bei der Untersuchung der Indikatoren werden überwiegend Aspekte des deutschen Marktes herangezogen. Diese Aspekte lassen sich nicht ohne weiteres auf andere Märkte übertragen, da sich unter anderem durch kulturelle oder gesellschaftliche Unterschiede Änderungen ergeben könnten. So liegt zum Beispiel die Penetrationsrate von Smartphones in China und Deutschland bei 29%, jedoch sind 84% der jungen Mobilfunkbenutzer in China „fortgeschrittene Datennutzer“, die jungen Deutschen aber nur zu 47%.[6] Wie dieses Beispiel demonstriert, muss die Übertragbarkeit solcher Aspekte auf andere Märkte hinsichtlich der Gültigkeit geprüft werden.

Zunächst werden die Grundlagen des Mobile Commerce dargestellt. Es wird geklärt, was unter dem Begriff „Mobile Commerce“ zu verstehen ist, und wie sich der Untersuchungsraum definiert. Anschließend werden die mobilen Endgeräte, die zur Nutzung des Mobile Commerce benötigt werden, vorgestellt. Auch die Nutzer der mobilen Endgeräte, die für den Mobile Commerce von Interesse sind, werden analysiert. Darauffolgend werden die Technologien, welche von den Endgeräten genutzt werden, erläutert. Darüber hinaus werden rechtliche Rahmenbedingungen des Mobile Commerce dargelegt. Im Anschluss werden die Dienste beschrieben, die im Rahmen des Mobile Commerce angeboten werden, und mit einigen Geschäftsmodellen und Bezahlmodellen hinterlegt.

Nach dieser allgemeinen Einführung in die Thematik werden die eingangs definierten Indikatoren mittels der gewonnen Erkenntnisse aus der Einführung auf ihre Aussagekraft in Hinblick auf die Fragestellung untersucht. Außerdem werden die Problemfelder, die Erfolgsfaktoren und die Chancen für Unternehmen erläutert.

Abschließend erfolgt ein Fazit auf Basis der gewählten Indikatoren zur Beantwortung der Frage, inwieweit der Mobile Commerce Zukunftschancen besitzt, oder ob er nur als eine Trenderscheinung anzusehen ist.

2. Definition und Begriffsabgrenzung verschiedener elektronischer Handelsmodelle

Im folgenden Kapitel werden die Begriffe, welche die Basis der Arbeit bilden, definiert und eingeordnet. Zunächst werden die Begriffe „Electronic Commerce“ (kurz E-Commerce) und „Electronic Business“ (kurz E-Business) erklärt, um in diesem Kontext eine treffende Definition für den „Mobile Commerce“ (kurz M-Commerce) zu geben. Besonders für den Begriff M-Commerce existieren vielfältige Definitionen, weshalb an dieser Stelle eine exakte Definition für diese Arbeit vonnöten ist.

2.1 Abgrenzung von Electronic Business und Electronic Commerce

Es existieren vielfältige Erklärungen zu der Begriffsherkunft des Electronic Business (kurz E-Business). Unter anderem wird E-Business als die „ wirtschaftlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit den globalen digitalen Netzen[7] definiert. Die Informations-, Kommunikations- und Transaktionsprozesse eines Geschäftsvorgangs werden im E-Business über digitale Wege abgewickelt.[8]

Der E-Commerce ist ein Teil des E-Business. Hierbei wird der „ Kauf und Verkauf von Waren und Leistungen an Endkunden (Konsumenten) über elektronische Verbindungen[9] abgewickelt. Dies umfasst die Prozesse „ Leistungsanbahnung, Leistungsvereinbarung oder Leistungserbringung[10].

Demnach ist E-Business also der Überbegriff für wirtschaftlich relevante Prozesse innerhalb der digitalen Netze, E-Commerce als ein Teilbereich des E-Business beschränkt sich auf den wirtschaftlichen Prozess an sich, nämlich den Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen.

2.2 Definition von Mobile Commerce

Der Mobile Commerce (M-Commerce) stellt einen Teilbereich des E-Commerce dar. Die besondere Charakteristik des M-Commerce ergibt sich daraus, dass zu seiner Ausübung mobile Endgeräte zum Einsatz kommen. Genau wie im E-Commerce werden auch im M-Commerce die Prozesse der Leistungsanbahnung, Leistungsvereinbarung und Leistungserbringung über elektronische Wege organisiert, mit dem Unterschied, dass mobile Endgeräte benötigt werden. Somit bildet der M- Commerce auch eine Anwendung des Mobile Computing[11], denn Mobile Computing „ bezeichnet die Gesamtheit von Geräten, Systemen und Anwendungen, die einen mobilen Benutzer mit den auf seinen Standort und seine Situation bezogenen sinnvollen Informationen und Diensten versorgt[12].

Im Folgenden werden eine Abgrenzung vom M-Business zum M-Commerce und eine Eingrenzung des Untersuchungsgebietes vorgenommen, um eine genaue Definition für diese Arbeit zu erhalten.

2.2.1 Abgrenzung von Mobile Business und Mobile Commerce

In der Literatur existieren, genau wie schon für den E-Business bzw. den E-Commerce aufgezeigt, die verschiedensten Definitionen von M-Business. Manche Autoren grenzen M-Business und M-Commerce nicht scharf voneinander ab und setzen beide Begriffe mehr oder weniger gleich.[13] Andere hingegen nehmen eine scharfe Abgrenzung vor, in der M-Commerce ausschließlich die Dienste betreibt, in denen auch ein Vertragsabschluss sowie ein monetärer Gewinn für die Unternehmen entstehen. M-Business bietet demnach auch Dienste an, für die das Unternehmen keinen geldwerten Vorteil erhält, wie beispielsweise Mobile Banking. Denn in diesem Fall bietet das Bankunternehmen lediglich einen Service an, generiert aber keinen Umsatz.[14]

Für diese Arbeit gilt die folgende Definition von M-Commerce: M-Commerce bietet Dienste an, die entweder sofort über den mobilen Weg einen Vertragsabschluss herbeiführen, oder auf einen konkreten Vertragsabschluss abzielen. Ein Beispiel hierfür ist der Fall des Mobile Couponing, bei dem der Kunde einen Coupon auf sein mobiles Endgerät erhält, welchen er unmittelbar in einem Geschäft seiner Nähe einlösen kann.[15] Nach dieser Definition stehen demnach das Mobile Banking und das herkömmliche Mobile Marketing[16] nicht im Fokus der Bearbeitung, da diese Konzepte nicht zu einem direkten Vertragsabschluss zwischen dem Unternehmen und dem Kunden führen. Denn in dieser Arbeit soll das Augenmerk auf den wirtschaftlichen Erfolg des M-Commerce gelegt werden.

2.2.2 Einordnung Transaktionspartner

Im M-Commerce gibt es die Kunden „Business“ (Unternehmen) und „Consumer“(Endkunden). Dementsprechend ergeben sich hier die Geschäftsformen „B2B“ (Business to Business) und „B2C“ (Business to Consumer).[17] Darüber hinaus ergibt sich auch ein C2C - Geschäft (Consumer to Consumer) auf das jedoch nur am Rande eingegangen wird.

An dieser Stelle soll der Fokus auf den B2C Markt gelegt werden, um den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen in Hinblick auf den Endkunden „Consumer“ zu untersuchen. Jedoch ist es an manchen Stellen vonnöten auch B2B Konstellationen, z.B. im Fall der „App-Stores“ zu beleuchten, da diese zu einem B2C Geschäft führen oder ein solches zur Herstellung eines B2C Geschäfts vonnöten ist.

Demnach ist Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit der M-Commerce als ein Markt, der auf den Endkunden „Consumer“ ausgerichtet ist und zu einem wirtschaftlich messbaren Erfolg für das anbietende Unternehmen führt. Darüber hinaus steht im Fokus der Bearbeitung der M-Commerce als ein Markt, der auf mobilen, also ortsungebundenen, Endgeräten geschieht.

3.Mobile Endgeräte

Mobile Endgeräte sind alle Geräte, die für den mobilen Einsatz gedacht sind. Dies sind neuartige Mobiltelefone, insbesondere Smartphones, aber auch Tablet-PCs wie das iPad von der Firma Apple oder Laptops und Netbooks. Diese mobilen Endgeräte müssen über eine Technologie mit dem Internet verbunden werden. Die Möglichkeiten werden im Kapitel Technologien noch näher erläutert. Darüber hinaus gibt es auch weitere Alternativen für einen mobilen Internetzugang, wie beispielsweise über ein externes Gerät wie einen „SurfStick“ bzw. „web´n´walk Stick“. Dieser setzt auf die gleichen Technologien wie Smartphones um den Zugang zum mobilen Internet zu realisieren.[18] So kann auch Laptops und ähnlichen mobilen Geräten der Zugang zum Mobilfunk ermöglicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Darstellung eines web´n´walk Sticks von T-Mobile

Quelle: Nerad, Martin [Betreiber] (o.J.)

Im Folgenden werden einige mobile Endgeräte vorgestellt.

3.1 Mobiltelefone

Die Mobiltelefone haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Konnte man früher lediglich telefonieren und später SMS versenden und empfangen, so kann heutzutage mit einem Mobiltelefon Musik gehört, Fotos und Videos aufgenommen und unter anderem auch im Internet gesurft werden. Neuere Mobiltelefone verfügen über viele Zusatzausstattungen, die Funktionen über das Telefonieren hinaus ermöglichen, wie beispielsweise GPS, Lagesensoren und berührungsempfindliche Bildschirme.[19]

Mobiltelefone sind „ortsungebundene, batteriebetriebene Funktelefone“[20]. Zur Daten- und Sprachkommunikation werden Mobilfunknetze genutzt, auf die das Mobiltelefon über eine SIM-Karte (Subscriber Identity Module) zugreift.[21] Mobiltelefone können in „Feature Phones“ und „Smartphones“ unterteilt werden. Hierauf wird im Folgenden näher eingegangen. Der Übergang zwischen den beiden Kategorien ist jedoch fließend und eine genaue Einordnung ist daher schwer möglich.[22]

3.1.1 Feature Phone

Feature Phones sind Mobiltelefone, die über Standardfunktionalitäten wie Telefonieren und SMS-Versenden verfügen, allerdings eine geringere Leistungsfähigkeit als Smartphones besitzen.[23]

Diese Geräte werden mit einem herstellerspezifischen Betriebssystem ausgestattet. Sie verfügen nicht über Programmierschnittstellen, dennoch ist es möglich, Applikationen zu entwickeln, die im Nachhinein hinzugefügt werden können. Ein Standard an dieser Stelle ist Java ME (Java Micro Edition), eine Programmiersprache für mobile Endgeräte. Da es eine Vielzahl von unterschiedlichen Gerätetypen gibt (Display-Größe, Speicher etc.) muss bei diesen Programmen stets versucht werden, eine Lösung zu finden, die auf möglichst vielen Gerätetypen funktioniert.[24] Durch das Protokoll WAP (Wireless Application Protocol) erhalten Feature Phones den Zugang zum Internet, bzw. zu WAP-Seiten. Hierbei fungiert WAP als eine Art Browser.[25]

3.1.2 Smartphone

Ein Smartphone verbindet die Funktionalität eines PDAs (Personal Digital Assistant) mit der eines Mobiltelefons. Ein PDA oder auch ein Organizer sind kleine Geräte, die eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten besitzen. Auch sie können mit Bluetooth und WLAN-Karten ausgestattet werden, jedoch bietet sich der Gebrauch von Smartphones für den Benutzer aufgrund der Integration der Telefon-Funktion an.[26]

Smartphones sind im Vergleich zu den Feature Phones leistungsfähiger und besitzen ein Betriebssystem mit einer Programmierschnittstelle. Dadurch können Smartphones durch nachträglich installierte Programme ergänzt werden.[27]

Im Folgenden werden einige Gerätetypen bzw. ihre Betriebssoftware vorgestellt und miteinander verglichen.

3.1.2.1 iPhone

Seit der Einführung des iPhones der Firma Apple im Jahre 2007 ist der Smartphone-Markt revolutioniert worden. Es setzte vor allem in Hinblick auf die Bedienbarkeit Maßstäbe für folgende Smartphones und etablierte den Vertrieb von Applikationen durch seinen App-Store. Erst durch diese Innovation wurden Applikationen etabliert.[28]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Abbildung eines Apple I-Phones 4G

Quelle: Schmidt, Florian (2010)

Das iPhone verfügt über das Betriebssystem iPhone OS. Erst ab der 4. Version verfügt es über Multitasking. Eine Applikation wird in ihrem aktuellen Status zwischengespeichert, wenn sie geschlossen wird , so dass später darauf wieder zurückgekehrt werden kann. Darüber hinaus verfügt das iPhone über den Webbrowser Safari.[29]

Applikationen für das iPhone können nur über den App-Store von Apple erworben werden. Die dort angebotenen Applikationen werden, bevor sie im Shop angeboten werden, von Apple überprüft und freigegeben. Mit über drei Milliarden Downloads (Stand Ende 2009) ist dies der erfolgreichste App-Store weltweit.[30]

3.1.2.2 Google Android

Bei Google Android handelt es sich um ein Open-Source Betriebssystem, basierend auf Linux. Dieses ist nicht auf einen Anbieter fixiert, sondern wird von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Smartphones offeriert. Es kommt ausschließlich auf Touch-Screen-Geräten zum Einsatz, wobei manche zusätzlich eine Tastatur besitzen. Ein Gerät auf dem Google Android verwendet wurde ist das HTC Hero (in Europa als G2 Touch vermarktet).[31]

Auch für Android-Basierte Smartphones existieren Applikationen, die unter anderem im Android-Market erworben werden können. Ebenfalls kann der Android-User auch Applikationen aus anderen Quellen beziehen, die in der Regel in Java entwickelt werden.[32]

3.1.2.3 Blackberry

Das Unternehmen Blackberry konzentriert sich mit seinen Produkten hauptsächlich auf das Geschäftskundensegment. Deshalb war es auch Blackberry, das den Push-E-Mail-Service auf Mobiltelefonen einführte. Hier wird eine E-Mail direkt auf das Gerät „gepusht“ statt sie in regelmäßigen Abständen abholen zu müssen. Um dies zu ermöglichen, besitzt das Blackberry einen Blackberry-Enterprise-Server, der entweder über eine Firmeninfrastruktur oder einen Netzbetreiber zur Verfügung gestellt werden kann. Das Betriebssystem eines Blackberrys ist Blackberry OS und ein proprietäres Betriebssystem von RIM (Research in Motion)[33]. Da das Blackberry eine JAVA-API (Application Programming Interface)[34] anbietet, ist es eigentlich kein Smartphone im engeren Sinne. Jedoch gibt es einen Online-Shop für Blackberry-Applikationen, die Blackberry-App-World, die jedoch nur wenige Applikationen vertreibt. Diese Applikationen können in JAVA entwickelt werden.[35]

Frühere Blackberrys waren als erste Mobiltelefone mit einer QWERTZ-Tastatur ausgestattet, aber mittlerweile gibt es auch Geräte mit einem Touchscreen (z.B. das Blackberry Storm 9500).[36]

Das Blackberry ist vor allem für firmeninterne Anwendungen interessant, denn eigene Applikationen können über einen eigenen Blackberry-Server verteilt werden und die Funktionalitäten können von Firmenadministratoren gesteuert werden.[37]

3.1.2.4 Technische Daten der Smartphones

In den vorherigen Kapiteln wurde gezeigt, dass sich Smartphones durch die unterschiedlichsten Komponenten und Eigenschaften unterscheiden. Um diesen Facettenreichtum zu verdeutlichen, werden nachfolgend exemplarisch einige technische Eigenschaften des iPhone 4G, des HTC Hero und des Blackberry Storm 9500 in einer Übersicht dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1.: Übersicht technischer Eigenschaften einiger Smartphones

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bollmann S. 30ff

Es ist zu sehen, dass sich die Geräte untereinander zwar recht ähnlich sind, sich jedoch in einigen zentralen Punkten wie den Verbindungsmöglichkeiten und den Applikations-Stores unterscheiden. Der Benutzer muss entsprechend seinen Prioritäten entscheiden, welches Smartphone seine Bedürfnisse am ehesten erfüllen kann.

3.1.2.5 Marktanteile von Mobiltelefonen

Derzeit stellen Feature Phones den überwiegenden Anteil an mobilen Geräten, jedoch nimmt die Verbreitung der Smartphones immer stärker zu. Die Absatzmenge der Smartphones betrug 2008 noch 3,1 Mio. Stück, 2009 bereits 5,6 Mio. Stück und 2010 8,6 Mio. Stück. Demnach ist ein starker Anstieg der Verkäufe von Smartphones zu beobachten.[38]

Die Betriebssysteme bzw. Hersteller der Smartphones teilten sich 2010 den deutschen Markt wie folgt auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Marktanteile Betriebssysteme/Hersteller

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Block, Berit (2011)

Hierbei ist zu bemerken, dass Apple, mit seinem relativ geringen Marktanteil von 19,5 % bei Smartphones, der Marktführer bei den Applikationen mit einem Marktanteil von 99,4% im Jahr 2009 ist. Laut der Firma Gartner Research sollen im Jahr 2013 21,6 Mrd. Applikationen (bezogen auf alle verfügbaren App-Stores weltweit) heruntergeladen werden. Dabei soll ein Umsatz von 29,6 Mrd. Dollar erwirtschaftet werden.[39]

3.2 Notebook

Notebooks und deren Variationen wie Netbooks und Tablet-PCs können als die mobile Ausführung eines stationären Personal Computers (PC) angesehen werden, also als ein mobiler Arbeitsplatz. Die Mobilität dieser Geräte wird durch eine handlichere Bauweise gewährleistet. Jedoch ergeben sich bei diesen Endgeräten auch Einschränkungen für den Nutzer.[40]

Ein Notebook ist eine kleine Version eines tragbaren PCs. Mittlerweile werden die Begriffe Notebook und Laptop synonym verwendet, unterschieden werden sie durch ihre Größe. Hier soll jedoch auf das Notebook und seine weiteren Ausprägungen wie Netbooks und Tablet-PCs eingegangen werden, da diese eine handlichere Verwendung ermöglichen, und so meist im M-Commerce eingesetzt werden.[41]

Das Notebook verfügt über einen LCD-Bildschirm, Netz- oder Akkubetrieb, eine integrierte Tastatur und ein Touchpad, welches die Maus ersetzen soll. Es hat ungefähr die Maße DIN A 4 und ist zwischen 1,5 – 3kg schwer. Bei Notebooks kommen in der Regel die gleichen Betriebssysteme wie bei stationären PCs zum Einsatz.[42]

Notebooks sind in der Regel stromsparend, haben aber nur eine Akkulaufzeit von wenigen Stunden. Deshalb sind sie weniger gut geeignet für die Dauernutzung unterwegs, denn die Stromversorgung muss gewährleistet werden, wie es zum Beispiel in der Bahn oder dem Flugzeug möglich ist.[43] Ein Nachteil sind vor allem die kleinen Displays, die das Bearbeiten z.B. eines Word-Dokuments erschweren. Für das Surfen im Internet oder Lesen von E-Mails sind sie jedoch aufgrund ihrer ortsunabhängigen Nutzung und ihrer Handlichkeit gut geeignet.[44]

3.2.1 Netbook

Netbooks sind handlicher und kleiner als Notebooks. Da sie hauptsächlich für den mobilen Einsatz konzipiert wurden, haben sie ein kleineres Display (9 oder 10 Zoll) und verkleinerte Tastaturen. Auch kommen bei ihnen keine optischen Laufwerke mehr zum Einsatz, es wird lediglich Wert auf USB-Anschlüsse gesetzt. Eine noch kleinere Ausgabe ist das Smartbook. Es kann in einen Grenzbereich zwischen einem tragbaren PC und einem Mobiltelefon eingeordnet werden, da es sehr klein und handlich ist.[45]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Vergleich eines Laptops, Notebooks und eines Netbooks

Quelle: Max (2009)

3.2.2 Tablet-PC

Tablet-PCs besitzen meist die Möglichkeit mittels eines elektronischen Stifts oder mit dem Finger Eingaben vorzunehmen. Im Falle des iPads von Apple ist z.B. nur die Eingabe mit der Fingerkuppe möglich. Diese Eingaben werden mit Hilfe von Magnetinduktionstechnik im Display oder durch einen Touchscreen realisiert. Dadurch ist eine Tastatur nicht mehr zwingend notwendig was die kompakte Bauweise des Tablet-PCs ermöglicht. Tablet-PCs ohne Tastatur werden Slate genannt. Sie besitzen meist kein Laufwerk und haben dadurch eine handlichere Bauweise. Es existieren auch Tablet-PCs die eine wegklappbare Tastatur besitzen, sogenannte Convertibles.[46]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Abbildung eines Convertibles

Quelle: Zhekov, Ivan (2010)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 Abbildung eines Apple iPads

Quelle: ITespresso (o.J.)

In ihrer Funktionsweise sind Tablet-PCs mit Notebooks vergleichbar, lediglich verfügen einige Tablets ausschließlich über einen Wifi-Zugang.[47] Auch bieten sie sich als E-Book-Träger an, da sie wie ein Buch in der Hand gehalten werden können. Der bekannteste Tablet-PC ist das iPad von der Firma Apple. Auch hier für können Applikationen über den App-Store erworben werden.[48]

3.3 Nutzergruppen

Von besonderem Interesse in dieser Arbeit ist die Nutzung des mobilen Internets, um die Potenziale des M-Commerce abschätzen zu können. Denn nur wenn bekannt ist, welche Merkmale der Nutzer besitzt, können Rückschlüsse auf das Angebot und die benötigten Werbemaßnahmen gezogen werden. Deshalb erfolgt an dieser Stelle eine Untersuchung der Nutzer des mobilen Internets auf Mobiltelefonen nach Altersgruppen und Geschlecht.

3.3.1 Eigenschaften der Nutzer

Die folgende Grafik zeigt, dass der Besitz von Mobiltelefonen mit oder ohne Internetzugang rückläufig ist, jedoch der Besitz von Smartphones als einziges Segment ansteigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 Besitz Mobiltelefone

Quelle: W3B-Studie »Das mobile Internet« (2010)

Nun muss die Frage gestellt werden, wie intensiv die Nutzung des mobilen Internets auf den vorhandenen Endgeräten ist.

Laut der folgenden Statistik des Statistischen Bundesamts (Destatis) steigt die mobile Internetnutzung in Deutschland. 2009 lag der Anteil der Internetnutzer per Mobiltelefon (inkl. Smartphones) bei 9%, 2010 bereits bei 16%. Dies kann unter anderem auf die steigende Verbreitung der Smartphones zurückgeführt werden.[49]

Auch das Alter des Nutzers spielt eine entscheidende Rolle. Am meisten nutzen die 25-34 Jährigen das mobile Netz mit 24%. Mit zunehmendem Alter spielt die Nutzung des mobilen Internets eine immer geringere Rolle. So nutzen nur noch

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8 Nutzung des mobilen Internets auf Mobiltelefonen

Quelle: Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr.060 (2011)

Frauen nutzen das mobile Internet mit 20%, Männer nur zu 16% (Stand 2011).[50]

Von mobilen Internetzugängen profitieren nicht nur Mobiltelefon-Nutzer, denn der Zugriff kann auch über mobile Computer geschehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9 Nutzung des mobilen Internets auf TabletPCs/Netbooks

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an BITKOM: Bitkom.de (2011)

Im Jahre 2009 nutzte nur jeder Fünfte Nutzer von mobilen Computern den Webzugang, 2010 ist es bereits jeder Vierte.[51]

3.3.2 Ort der Nutzung

Nach einer Studie des Mobile Connected Device Report aus dem Jahr 2011 werden die Geräte unterschiedlich im Alltag eingesetzt. So wird ein Tablet-PC zu 70% vor dem Fernseher, zu 57% im Bett und nur zu 24% unterwegs genutzt. Etwas anders sieht es hingegen bei den Smartphones aus: 68% nutzen sie beim Fernsehen, 51% im Bett und 59% unterwegs. Dies zeigt, dass die Mobilität des Smartphones mehr genutzt wird, dass jedoch beide Geräte am stärksten zu Hause eingesetzt werden.[52]

3.3.3 Interessen der Nutzer im mobilen Internet

Laut einer Studie der Tomorrow Fokus Media aus dem Jahr 2011 werden von den Nutzern im mobilen Internet vor allem Webseiten besucht und E-Mails versendet. Angegeben wurde auch die Internettelefonie .Außerdem werden sowohl kostenpflichtige als auch kostenlose Applikationen heruntergeladen.[53]

Applikationen sind populär – Welche dieser Applikationen für die Nutzer interessant sind veranschaulicht die folgende Abbildung:

Abbildung 10 Übersicht der genutzten Applikationen 2010

Quelle: W3B-Studie »Das mobile Internet« (2010)

Zwei Drittel aller Smartphone-Benutzer nutzen die Applikationen, 69% bevorzugen allerdings kostenlose Anwendungen.[54]

In Kapitel 6 werden die angebotenen Dienste im mobilen Internet ausführlich dargestellt, sowohl die Applikationen als auch andere Dienste.

3.3.4 Hemmnisse der Nutzung

Warum nutzen die Besitzer von Geräten, die über einen mobilen Zugang zum Internet verfügen, diese Möglichkeit nicht aus? Hauptsächlich aus Kostengründen, bzw. weil die Gebühren für die Nutzer nicht nachvollziehbar und transparent genug sind. Aber auch mangelnder Komfort wird als schwerwiegendes Hemmnis angegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11.: Gründe gegen die mobile Internetnutzung

Quelle: W3B-Studie »Das mobile Internet« (2010)

Eine Analyse der Nutzer und des wirtschaftlichen Nutzen des M-Commerce erfolgt in Kapitel 5.

4. Technologien

Die Bedeutung der technologischen Entwicklung im M-Business ist größer denn je. Erst mit der Möglichkeit, schnell und komfortabel im Internet zu surfen und Angebote abzurufen, konnte sich der M-Commerce etablieren. Dieses Kapitel beschäftigt sich daher mit den elektronischen Kommunikationstechniken, die für den M-Commerce relevant sind bzw. ihn erst ermöglichen konnten. Detaillierter eingegangen wird auf die relevantesten Mobilfunktechnologien im M-Commerce und die WLANs. Die Mobilfunktechnologien, welche die „traditionellen“ Funktionen wie den SMS-Versand (im Falle von Premium-SMS) ermöglichen, sollen an dieser Stelle jedoch ausgeklammert werden. Die Konzentration liegt auf den Technologien, die M-Commerce über das Internet ermöglichen.

4.1 Klassifikation

„Mobile“ beschreibt „einen orts- und zeitunabhängigen Zugang zu computervermittelten Netzwerken“[55]. Demensprechend wird hier nach einer Technologie verlangt, die über eine relativ große Reichweite verfügt und nicht an ein Kabel gebunden ist, also eine mobile Verwendung ermöglicht.

Je nach der Übertragungsart der Daten wird zwischen leitungsgebundenen und nicht-leitungsgebundenen Netzen unterschieden. Zu den leitungsgebundenen Netzen gehört das Ethernet, auf das an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden muss, da es nicht diese Anforderungen erfüllt, mobil bzw. wireless (kabellos) zu sein. Die nicht-leitungsgebundenen Netze sind Funknetze und erfüllen somit die Anforderungen. Hierbei wird unter anderem zwischen den Mobilfunknetzen, den WLANs, WPANs und Bluetooth unterschieden.[56]

Im Folgenden werden die nicht-leitungsgebundenen Netze kurz vorgestellt, bei der Ausführung liegt der Fokus auf den Mobilfunkstandards. Jedoch wird auch die Technologie WLAN erläutert, weil viele mobile Endgeräte über eine entsprechende Wifi-Schnittstelle verfügen.

4.1.1 WLAN (Wireless Local Area Network)

Ein WLAN ist ein lokales Netzwerk, welches kabellos Daten überträgt. Zur Übertragung der Daten werden ein WLAN-Access-Point (WLAN-AP) und ein WLAN-Adapter (Netzwerkkarte) benötigt. Der WLAN-AP muss mit dem WLAN-Router verbunden werden, dies gibt es auch als Komplettlösung.[57] Das folgende Schaubild verdeutlicht den Aufbau:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Aufbau eines WLANs:

Quelle: Verfasser unbekannt (o.J.)

Die Reichweite dieser Technologie ist immer noch ein Nachteil, denn sie kann den Technologien wie UMTS und GPRS nicht gerecht werden.[58]

Die Reichweite von WLANs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste Faktor sind hierbei die Räumlichkeiten bzw. die Umgebung. Desweiteren spielen Faktoren wie die Antenne und die Sendeleistung des WLANs an sich eine Rolle.[59]

Es muss bedacht werden, dass sich die Funkwellen quasioptisch, also ähnlich wie Licht ausbreiten. Daher ist es ideal, wenn zwischen Sender und Empfänger eine „Line of Sight“, also eine direkte Sichtverbindung, besteht. Demnach können bspw. Wände den Empfang stören, denn die Funkwellen werden teilweise an den Wänden reflektiert.[60]

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Reichweiten und auch die Datenraten verschiedener WLAN Standards:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2 Daten zu verschiedenen WLAN Standards

Quelle: Harlander.com [Betreiber] (2011)

4.1.2 Einsatzgebiete

Neben dem Einsatz in Privathaushalten werden WLANs vermehrt in öffentlichen Gebäuden oder Plätzen angeboten. Besonders das kommerzielle Projekt „HotSpot“ von der Telekom ist stark verbreitet. Der Kunde erhält hierbei die Möglichkeit, sich über einen HotSpot, also einen WLAN-Sender, vor Ort in das Internet einzuwählen. Diese Orte sind u.a. Restaurants, Hotels, Raststätten etc. Mittlerweile gibt es mehr als 8.000 Hot Spot Standorte in Deutschland.[61]

Um den HotSpot nutzen zu können, muss der Kunde entweder bereits T-Mobile Kunde sein oder er muss sich im Vorfeld registrieren. Danach wird der Zugang auf unterschiedliche Weise in unterschiedlichen Tarifen abgerechnet. Auch bei der Abrechnung an sich existieren verschiedene Modelle.[62]

So wird es dem Benutzer erlaubt, auch an öffentlichen Plätzen das mobile Internet über WLAN zu nutzen. Dies ist unter anderem von Vorteil, wenn durch die Nutzung der Mobilfunkstandards hohe Kosten entstehen würden.

4.2 Mobilfunkstandards

Bisher existieren drei Generationen von Mobilfunkstandards. Die folgende Grafik bietet einen Überblick über die Entwicklung der Mobilfunkstandards, welche im Anschluss genauer erläutert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13 Darstellung der Generationen des Mobilfunks

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Buse, S.50

Die erste Generation (1G) zu der A, B sowie C-Netz gezählt werden, überträgt die Sprache, die vom Mobiltelefon analog zu der Empfangsstation gesendet wird.[63]

Zu den Standards der 2. Generation werden die Übertragungstechniken gezählt, die im Gegensatz zu denen der 1. Generation die Daten zwischen Mobilteil und Basisstation nicht analog, sondern digital übertragen.[64]

Die zugrunde liegende Technik ist GSM (Global System for Mobile Communications) auf den Frequenzbändern 890 bis 915 MHz (GSM-900) sowie 1710 bis 1785 MHz (DSC-1800).[65] GSM wird zur Übertragung von Sprache sowie Daten eingesetzt. Die Datenrate, mit der Daten übertragen werden können, reicht von 14,4 kbit/s bis zu 220 kbit/s, je nachdem welcher Technikstand bzw. Weiterentwicklung von GSM verwendet wird.[66]

Zu den Erweiterungen und Weiterentwicklungen von GSM zählt in der 2. Generation CSD bzw. HSCSD (Circuit Switched Data bzw. High Speed Circuit Switched Data).[67]

Die darauf folgende Generation 2,5 (ab 2001), oder auch 2,5G genannt, beinhaltet die Technologien GPRS (Packet Radio Service) und EDGE (Enhanced Data Rates for Global Evolution).[68] Sie zählen zu den Weiterentwicklungen von GSM.[69] GPRS bietet nun einen paketorientierten Datentransferdienst. So können Datenpakete über verschiedene Übertragungskanäle versendet werden, was vorher nicht möglich war. Nach Empfang der Daten werden die Pakete wieder zusammengesetzt. Bei GPRS können so Übertragungsraten von bis zu 115,2 kbit/s erreicht werden. Auch wird es bei GPRS ermöglicht, dass der Nutzer dauerhaft mit dem Internet verbunden sein kann um z.B. E-Mails ständig empfangen zu können. Jedoch existieren in der GPRS Technologie Störungsanfälligkeiten im Falle eines sehr ausgelasteten Netzes. Auf GPRS folgt die Technologie EDGE. Hier werden nun bis zu 384 kbit/s erreicht, so dass EDGE für größere Datenübertragungen wie Videos ausreicht. .[70]

In der 3. Generation (3G) wird der Mobilfunk um Datendienste (z.B. HSPA oder LTE) erweitert, um die Datenmengen, die Videotelefonie oder Internetzugang auf Mobiltelefonen möglich zu machen.[71]

Für die 3. Generation wurde der UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) Standard standardisiert. Die theoretische Datenrate beträgt bis zu 14,4 Mbit/s.[72] Als Weiterentwicklung von UMTS existiert HSPA (Highspeed Paket Access). Bei diesem Verfahren werden die Packungsdichten durch eine bessere Modulation erhöht und somit mehr Daten pro Zeiteinheit übertragen.[73] Mit den neusten Erweiterungen HSPA+ und LTE (Long Term Evolution) sollen theoretische Datenraten von bis zu 1 Gbit/s (LTE Release 10) über das Mobilfunknetz möglich sein.[74]

Im Falle der Mobilfunktechnik spielt die Reichweite und die Bandbreite der Technologie eine wichtige Rolle. Während bei der Telefonie die Anforderungen an die Bandbreite eher gering sind, spielt hier die Reichweite eine große Rolle. Bei der Datenübertragung ist die Bandbreite ein wichtiger Faktor, aber auch die Reichweite. Denn mobil unterwegs zu sein, bedeutet auch, sich in einem großen Radius bewegen zu können.[75]

[...]


[1] Zitat: Ian Germer, zitiert nach Diederich (2001), S.21.

[2] Vgl.: Bundesministerium für Wirtschaft und Soziales: Monitoring Informationswirtschaft (2002).

[3] Vgl.: Bibliographisches Institut GmbH: Duden Verlag (2011A).

[4] Bibliographisches Institut GmbH: Duden Verlag (2011B).

[5] Vgl.: Bibliographisches Institut GmbH: Duden Verlag (2011B).

[6] Vgl.: Nielsen (2010).

[7] Gabler Medienlexikon (2011), S.138.

[8] Vgl.: Gabler Medienlexikon (2011), S. 138.

[9] Gabler Medienlexikon (2011), S.139.

[10] Turowski (2004), S.1.

[11] Vgl.: Roth (2005), S. 8.

[12] Bollmann (2010), S.4.

[13] Vgl.: Turowski (2004), S.1.

[14] Vgl. : Amor (2002), S.74.

[15] Vgl.: Ebenda.

[16] Mobile Marketing: Sammelbegriff für alle Marketing-Aktivitäten, die mobile Endgeräte adressieren. Gabler Medienlexikon (2010), S.413.

[17] Vgl: Turowski (2004), S.3.

[18] Vgl.: Telekom Deutschland GmbH: T-Mobile (o.J. E).

[19] Vgl.: Bollmann (2010),S.26.

[20] Bollmann (2010), S.25.

[21] Vgl.: Bollmann (2010), S.25f.

[22] Vgl.: Bollmann (2010), S.28.

[23] Vgl.: Bollmann (2010), S.28.

[24] Vgl.: Bollmann (2010), S.29.

[25] Vgl.: AreaDigital AG [Betreiber]: AreaMobile.de (o.J. A).

[26] Vgl.: Fuchß (2009), S.19f.

[27] Vgl.: Bollmann (2010), S.30.

[28] Vgl.: Bollmann (2010), S.30f.

[29] Vgl.: Bollmann (2010), S.32.

[30] Vgl.: Bollmann (2010), S.33.

[31] Vgl.: Bollmann (2010), S.37.

[32] Vgl.: Bollmann (2010), S.38.

[33] RIM (Research in Motion): Hersteller der Blackberry-Geräte. Vgl.: Bollmann (2010), S.40.

[34] Vgl.: Netskill AG [Betreiber] (2011): Application Programming Interface: ist eine Schnittstelle für Anwendungsprogramme für den Zugriff auf bereits definierte Routinen, wie bspw. standardisierte Kommunikationsdienste.

[35] Vgl.: Bollmann (2010), S.40f.

[36] Vgl.: Bollmann (2010), S.40.

[37] Vgl.: Bollmann (2010), S.41f.

[38] Vgl.:Bitkom (2010), zitiert von Winter, Elisabeth /Eckstein, Aline (2010).

[39] Vgl.: Asböck, Tobias [Betreiber] (2011).

[40] Vgl.: Bollmann (2010), S.19.

[41] Vgl.: Bollmann (2010), S.19f.

[42] Vgl.: Bollmann (2010), S.20.

[43] Vgl.: Fuchß (2009), S.19.

[44] Vgl.: Bollmann (2010), S.22.

[45] Vgl.: Bollmann (2010), S.20.

[46] Vgl.: Bollmann (2010), S.22f.

[47] Vgl.: Idealo Internet GmbH: Idealo.de (o.J.).

[48] Vgl.: Bollmann (2010), S.22ff.

[49] Vgl.: Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr.060 (2011).

[50] Vgl.: BITKOM: Bitkom.de (2011).

[51] Vgl.: BITKOM: Bitkom.de (2011).

[52] Vgl.: Nielsen (2011), zitiert von handyshop.cc (2011).

[53] Vgl.: Rothstock, Karin: Tomorrow Focus Media (2011).

[54] Vgl.: Fittkau & Maaß, zitiert von Steiner, Oliver [Betreiber] (2010).

[55] Buse (2008), S.25.

[56] Vgl.: HAF Hamburger Akademie für Fernstudien GmbH (2008-2011).

[57] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010E).

[58] Vgl.: Kröner, Tim[Betreiber]: Voip-Informationen.de (o.J.).

[59] Vgl.: Ebenda.

[60] Vgl.: Ebenda.

[61] Vgl.: Telekom Deutschland GmbH: Hotspot.de (o.J. A).

[62] Vgl.: Telekom Deutschland GmbH: Hotspot.de (o.J. B).

[63] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010C).

[64] Vgl.: Ebenda.

[65] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010D).

[66] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010E).

[67] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010C).

[68] Vgl.: Buse (2008), S.54f.

[69] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010C).

[70] Vgl.: Buse (2008), S.54f.

[71] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010C).

[72] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010E).

[73] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010F).

[74] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010E).

[75] Vgl.: Schnabel, Patrick [Betreiber]: Elektronik-Kompendium.de (1997-2010C).

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten

Details

Titel
Die Zukunft des Mobile-Commerce
Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,85
Autor
Jahr
2011
Seiten
82
Katalognummer
V279016
ISBN (eBook)
9783656718697
ISBN (Buch)
9783656718734
Dateigröße
2990 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobile, E-Commerce, E-Business, Mobile Business
Arbeit zitieren
Julia C. Becker (Autor), 2011, Die Zukunft des Mobile-Commerce, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279016

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