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Das Militär und der Nationalstaat

Symbiose oder Auslaufmodell?

Title: Das Militär und der Nationalstaat

Essay , 2009 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Hallmann (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Aufgrund der steigenden Anforderungen an das Militär steht die staatliche Bindung der Streitkräfte gegenwärtig auf dem Prüfstand. Während nicht staatliche Akteure immer mehr an Bedeutung und Einfluss gewinnen, wird die Handlungsfähigkeit traditioneller Nationalstaaten hinsichtlich ihrer Möglichkeiten schnell und wirkungsvoll in Konflikte einzugreifen in Frage gestellt. In der Europäischen Union wird bereits seit mehreren Jahren die Bildung einer Staaten-übergreifenden Armee in Erwägung gezogen. Deren Vertreter glauben nur in der Aufweichung der traditionellen Verbindung zwischen Militär und Nationalstaat und der Schaffung überstaatlicher militärischer Strukturen der aktuellen und zukünftigen sicherheitspolitischen Lage gerecht zu werden. Insbesondere die erheblichen finanziellen und personellen Ressourcen führen den modernen Nationalstaat an dessen Grenzen. Neben den steigenden Ausgaben für die militärische Ausrüstung ist es insbesondere der immer schwerer zu rekrutierende Nachwuchs, das „Humankapital“, was vor allem die europäischen Streitkräfte und insbesondere jene Staaten mit der allgemeinen Wehrpflicht auf kurz oder lang vor unlösbare Probleme stellt. Eine überstaatliche Organisation könnte hierbei Abhilfe schaffen. Doch stellt sich die Frage, ob die Symbiose von Nationalstaat und Militär wirklich vor ihrem aus steht oder auf lange Sicht weiterhin als erfolgreiches Prinzip beibehalten werden kann. In der folgenden Betrachtung wird anhand der Untersuchung der gewachsenen Beziehung zwischen Nationalstaat und Militär dieser Frage auf dem Grund gegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Militär, Nation und Staat: Eine historisch gewachsene Symbiose

3. Neue Anforderung an Staat und Militär und dessen Anpassung

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und gegenwärtige Beziehung zwischen dem Nationalstaat und seinem Militär unter dem Einfluss von Globalisierungsprozessen, um zu klären, ob das traditionelle Modell der nationalstaatlich organisierten Streitkräfte durch transnationale Anforderungen überholt ist oder weiterhin Bestand haben kann.

  • Historische Entwicklung der Verbindung zwischen Militär und Nationalstaat.
  • Die Funktion des Militärs als nationale Institution und „Schule der Nation“.
  • Herausforderungen durch Globalisierung, internationale Konflikte und Ressourcenknappheit.
  • Die Entwicklung von Berufsarmeen und der Wandel des Soldatenbildes.
  • Perspektiven auf eine „postnationale Konstellation“ versus nationale Souveränität.

Auszug aus dem Buch

Militär, Nation und Staat: Eine historisch gewachsene Symbiose

Zwischen Staat und Militär besteht seit jeher eine feste Verbindung, die sich aus den wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Kriegsgewerbe an sich und dem Territorialstaat sowohl als Truppensteller als auch als Auftragsgeber ergibt. Seit dem Zeitalter der Nationalstaaten hatte sich dieses Verhältnis intensiviert. Das Militär wurde fortan als staatliche Institution betrachtet, was sich auch in den nationalstaatlichen Grundprinzipien wiederspiegelt. Entsprechend der allgemeinen Staatsdefinition bzw. der Drei-Elemente-Lehre von Georg Jellinek beschreibt ein Staat ein soziales Gebilde, das über ein festgeschriebenes und klar abgegrenztes Territorium, das Staatsgebiet, eine darin lebende Bevölkerung, das Staatsvolk, und eine über das Gebiet und das Volk herrschende Autorität, der Staatsgewalt, verfügt. Jener Staatsmacht unterliegt das staatliche Gewaltmonopol, das in institutionalisierter Form sowohl im Inneren wie auch im Äußeren als Teil des Staatsapparates in die Gesellschaft integriert ist. Die Institutionen zur Durchsetzung der Staatsgewalt sind nach innen die Polizei und nach außen das Militär. Insbesondere letzteres symbolisiert das Recht des Staates auf die Ausübung von Gewalt und steht für das Staatsvolk bzw. für die Nation als letztes Mittel um die Interessen der Gemeinschaft bzw. des eigenen Staates zu schützen.

Diese Regelungen sind ein Produkt des Nationalstaatsgedankens, der sich endgültig im 19. Jahrhundert durchgesetzt hatte. Die Idee des Nationalstaates entstand bereits im 18. Jahrhundert und war das Ergebnis politischer Unzulänglichkeiten, langjähriger Kriege und sozialer Missstände, für die zumeist ethnische und kulturelle Minderheiten verantwortlich gemacht wurden. Die Vorstellungen vom Erstarken einer Gemeinschaft mit gleicher Abstammung, Kultur und Sprache, kurz der Nation, mündeten letztlich im Zeitalter der Industrialisierung in den Prinzipien des Nationalismus. Dessen Ziel ist die Verschmelzung von der Nation und dem von der Volksgemeinschaft besiedelten Territorium, dem Staatsgebiet. Der hierbei entstehende Nationalstaat, der von den nationalen Vorstellungen einer ethnisch-kulturellen Gemeinschaft konstruiert wird, steht für das Nationalbewusstsein eines Volkes, das als politische Gemeinschaft sein Recht auf Selbstbestimmung beansprucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmenden globalen Herausforderungen und die damit einhergehende Krise der traditionellen staatlichen Bindung des Militärs.

2. Militär, Nation und Staat: Eine historisch gewachsene Symbiose: Dieses Kapitel analysiert die Entstehung der engen Verbindung zwischen Staat und Militär im Kontext der historischen Nationsbildung und der Etablierung des staatlichen Gewaltmonopols.

3. Neue Anforderung an Staat und Militär und dessen Anpassung: Hier werden die durch Globalisierung und internationale Kooperation bedingten Veränderungen des Militärs, wie etwa der Trend zur Berufsarmee und transnationalen Sicherheitsstrukturen, diskutiert.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit bewertet die Zukunft der nationalstaatlichen Militärorganisation und kommt zu dem Schluss, dass trotz transnationaler Tendenzen die staatliche Souveränität in militärischen Fragen voraussichtlich weiterhin bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

Nationalstaat, Militär, Globalisierung, Gewaltmonopol, Wehrpflicht, Berufsarmee, Nation, Nationalismus, Sicherheitspolitik, Souveränität, postnationale Konstellation, Volksheer, Konfliktbewältigung, Identität, Streitkräfte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das sich wandelnde Verhältnis zwischen dem Nationalstaat und seinem Militär unter dem Druck globaler Veränderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören die historische Genese der Verbindung von Nation und Militär, die Funktion des Militärs als „Schule der Nation“ sowie die Auswirkungen der Globalisierung auf die nationale Sicherheitsarchitektur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Klärung der Frage, ob das Militär als klassisches Instrument des Nationalstaates ausgedient hat oder ob es sich erfolgreich an die neuen Anforderungen anpassen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer historischen und politikwissenschaftlichen Analyse der gewachsenen Beziehung zwischen Staat und Militär unter Einbeziehung aktueller sicherheitspolitischer Entwicklungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die historische Symbiose von Nation und Militär dargestellt und anschließend die Transformation durch internationale Kooperationen, den Wegfall der Wehrpflicht und neue Bedrohungslagen erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Nationalstaat, Militär, Souveränität, Globalisierung, postnationale Konstellation und Sicherheitspolitik.

Warum wird die allgemeine Wehrpflicht im Text als „Schule der Nation“ bezeichnet?

Sie diente historisch dazu, Männer unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten zusammenzuführen, einheitliche Werte zu vermitteln und so die soziale Konsolidierung des Nationalstaates zu fördern.

Was versteht der Autor unter dem „postheroischen Gesellschaftsbild“?

Es beschreibt einen Trend, bei dem die militärische Erfahrung durch die Professionalisierung der Streitkräfte und den Wegfall der Wehrpflicht für die breite Bevölkerung an gesellschaftlicher Prägung verliert.

Inwiefern beeinflusst die EU die Souveränität nationaler Streitkräfte?

Durch die Etablierung überstaatlicher Institutionen wie dem EU-Militärausschuss und gemeinsame Sicherheitsstrategien wird die freie Verfügungsgewalt der Nationalstaaten über ihr Militär zunehmend in internationale Regularien eingebunden.

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Details

Title
Das Militär und der Nationalstaat
Subtitle
Symbiose oder Auslaufmodell?
College
University of Potsdam
Grade
2,0
Author
Thomas Hallmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
10
Catalog Number
V279030
ISBN (eBook)
9783656727934
ISBN (Book)
9783656727965
Language
German
Tags
militär nationalstaat symbiose auslaufmodell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Hallmann (Author), 2009, Das Militär und der Nationalstaat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279030
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