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Versuchstierethik zu medizinischen Zwecken. Eine Abwägung

Titel: Versuchstierethik zu medizinischen Zwecken. Eine Abwägung

Essay , 2012 , 6 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anika Kehl (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Paragraf Sieben des deutschen Tierschutzgesetzes ist zu lesen, dass Tierversuche die mit Schmerzen, Leiden und Schäden des entsprechenden Tieres verbunden sein können, dann durchgeführt werden dürfen, wenn sie unerlässlich für die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten, Leiden und körperlichen Schäden oder Beschwerden von sowohl Menschen als auch Tieren sind. Dabei muss sichergestellt werden, dass der erhoffte Wissenszuwachs nicht durch andere Methoden gewährleistet werden kann. Außerdem ist zu prüfen ob diesbezügliche Schmerzen oder Schäden des Versuchtieres ethisch vertretbar sind.

Auf der Grundlage dieses Gesetzes beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Legalisierung oder Abschaffung von Tierversuchen zu medizinischen Zwecken, welche im Zusammenhang mit Diagnostik und Therapeutik stehen. Die Entscheidung wird vor dem Hintergrund der regelutilitaristisch geprägten Güterabwägung getroffen. Dabei gilt die Prämisse, dass von beiden Handlungsmöglichkeiten, Durchführung oder Unterlassung des Tierversuches, diejenige zu favorisieren ist, welche den Betroffenen sowohl den größten Nutzen als auch den geringsten Schaden bringt.

Die Güterabwägung, als ein Verfahren des Utilitarismus, dient dabei als Untersuchungsmaßstab. Es werden, in Bezug auf die vorhandenen Handlungsoptionen, die Vor- und Nachteile auf ihre Gewichtung hin untersucht, welche dann in einer Gesamtbilanz zueinander in Bezug gesetzt werden. Das angestrebte Ziel dieser Überlegungen ist das Erreichen der größten Netto-Nutzen-Bilanz. Dabei werden auch die Wahrscheinlichkeiten, mit der die möglichen Schäden sowie die möglichen Nutzen eintreten werden, berücksichtigt. Grundsätzlich stehen sich zwei Regeln gegenüber, auf der einen Seite heißt es: „Tierversuche zu medizinischen Zwecken sind zum Wohle der Gesellschaft immer durchzuführen“ und auf der anderen Seite „Tierversuche zu medizinischen Zwecken sind zum Wohle der Gesellschaft nie durchzuführen.“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auseinandersetzung

3. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Tierversuchen zu medizinischen Zwecken unter Rückgriff auf eine regelutilitaristische Güterabwägung, um eine Antwort auf die Frage nach der Legalisierung oder Abschaffung dieser Praxis zu finden.

  • Grundlagen des Tierschutzgesetzes in Deutschland
  • Regelutilitarismus als methodischer Bewertungsmaßstab
  • Güterabwägung zwischen Tierwohl und medizinischem Nutzen
  • Bedeutung von Tierversuchen für die medizinische Grundlagenforschung
  • Verantwortung der Forschung und Ethische Aspekte des Tierschutzes

Auszug aus dem Buch

Auseinandersetzung

Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile eines Tierversuchs anhand seiner Folgen erläutert. Diese werden einzeln auf ihren Nutzen überprüft. Abschließend werden sie zueinander in Beziehung gesetzt. Dabei ist stets zu prüfen welche oben genannte Regel der Gesellschaft den größeren Nutzen bringen würde. Zur Evaluierung der größten Netto-Nutzen-Bilanz wird das Leben der Versuchstiere gegen das Leben anderer Menschen und Tiere gestellt. Es wird zu prüfen sein, ob der Schaden der Tiere den geringeren Schaden für die Gesellschaft darstellt und ihr Leben gegeben werden kann, um den größeren gesellschaftlichen Nutzen zu gewährleisten.

Der Kreis der Betroffenen bei einem ‚Tierversuch zu medizinischem Zweck‘ kann ansatzweise erfasst werden, ohne dabei auf konkrete Zahlen zurückzugreifen. Die Versuchstiere werden nur aus Laborbeständen ausgewählt und es wird nicht in bestehende, frei lebende Populationen eingegriffen. Es wird nur eine streng begrenzte Zahl von Tieren für einen Versuch verwendet. Dieser Versuch kann positive Auswirkungen auf gegenwärtige und zukünftige Generationen der Tiere als auch der Menschen haben, was Millionen Individuen in den Kreis der Betroffenen ziehen kann. Dies stellt eine begrenzte Versuchstierzahl gegen eine unbegrenzte Zahl an Profitierenden.

Ein vollständiger Verzicht auf Tierversuche würde die medizinische Grundlagenforschung unmöglich machen. Dies würde viele Menschen in ihrer Existenz gefährden. Die medizinische Forschung stützt sich mehrheitlich auf den Wissenszuwachs durch Tierversuche und durch eben diese werden Arbeitsplätze gesichert oder überhaupt geschaffen. Dies gilt auch für die Ausbildung und Fortbildung von medizinischem Personal. Ein allgemeines Verbot der Tierversuche zur medizinischen Forschung würde diese schwer zurückwerfen und jeden Wissenszuwachs verhindern. Die Zahl der Menschen und Tiere, denen demzufolge zukünftig nicht geholfen werden kann, weil Methoden und Arzneimittel nicht mehr erprobt oder hergestellt werden können, ist nicht abschätzbar und beträfe nicht nur gegenwärtige Generationen, sondern auch zukünftige. Ein allgemeines Verbot würde somit zu 100 % höchst negative Folgen nach sich ziehen. Demgegenüber stünden die positiven Folgen des Wissenszuwachses und damit der Erweiterung von Handlungsspielräumen zur Errettung von Leben und Linderung von Schmerzen. Das Eintreten dieser positiven Folgen wird mit 75% Wahrscheinlichkeit angenommen. Der unmittelbare Nutzen eines Tierversuchs wird dabei dem zukünftigen Nutzen, der weitaus schwerer abzuschätzen ist, vorgezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt die gesetzlichen Rahmenbedingungen des deutschen Tierschutzgesetzes dar und definiert die utilitaristische Fragestellung der Arbeit.

2. Auseinandersetzung: In diesem Kapitel werden die Vor- und Nachteile von Tierversuchen gegeneinander abgewogen und deren Bedeutung für die medizinische Forschung diskutiert.

3. Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst die utilitaristische Argumentation zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Durchführung von Tierversuchen unter strengen ethischen Auflagen gerechtfertigt ist.

Schlüsselwörter

Tierversuche, Medizinethik, Tierschutzgesetz, Utilitarismus, Güterabwägung, Netto-Nutzen-Bilanz, medizinische Forschung, Versuchstierethik, Leid, Nutzen, Ethik, Forschung, Labortiere, Medikamentensicherheit, Grundsatzentscheidung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Bewertung von Tierversuchen in der medizinischen Forschung auf Basis des Tierschutzgesetzes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen das Tierschutzgesetz, die Abwägung von Nutzen und Leid sowie die Notwendigkeit von Tierversuchen für die medizinische Grundlagenforschung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Tierversuche zu medizinischen Zwecken unter utilitaristischen Gesichtspunkten legalisiert oder abgeschafft werden sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die regelutilitaristisch geprägte Güterabwägung als methodischen Untersuchungsmaßstab.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Vor- und Nachteile von Tierversuchen und bewertet die Auswirkungen eines potenziellen Verbots auf die medizinische Versorgung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Tierversuche, Utilitarismus, Tierschutzgesetz, Güterabwägung und medizinischer Nutzen.

Warum wird im Rahmen der Abwägung der Nutzen über das Leid gestellt?

Auf Basis der regelutilitaristischen Prämisse wird argumentiert, dass das Leid der Tiere gerechtfertigt ist, wenn dadurch die Rettung von Leben und die Linderung von Schmerzen einer Vielzahl von Menschen und Tieren ermöglicht wird.

Welche Rolle spielt das deutsche Tierschutzgesetz für die Argumentation?

Das Gesetz dient als Ausgangspunkt, da es Tierversuche nur dann erlaubt, wenn sie unerlässlich sind und der erhoffte Wissenszuwachs nicht anders erzielt werden kann.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Versuchstierethik zu medizinischen Zwecken. Eine Abwägung
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Proseminar: Grundfragen der Medizinethik
Note
1,7
Autor
Anika Kehl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
6
Katalognummer
V279036
ISBN (eBook)
9783668270787
ISBN (Buch)
9783668270794
Sprache
Deutsch
Schlagworte
versuchstierethik zwecken eine abwägung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anika Kehl (Autor:in), 2012, Versuchstierethik zu medizinischen Zwecken. Eine Abwägung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279036
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Leseprobe aus  6  Seiten
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