Wohl keine andere Generation konnte bisher auf solch eine breite Palette von Medien zurückgreifen und ist somit gleichsam mit einer Medienvielfalt aufgewachsen, wie die heutige. Handys, Computer, Spielkonsolen, Fernseher und viele andere technische Errungenschaften beginnen die Kinder- und Jugendzimmer zu dominieren. Es ist von daher anzunehmen, dass gerade diese Vielfalt und die damit verbundene alltägliche Präsenz auch Auswirkungen auf das soziale Umfeld Jugendlicher haben dürfte. Können neue Medien Freundschaften und Beziehungen ersetzen oder zumindest in negativer Art und Weise beeinflussen und sind speziell medial kompetente Menschen davon besonders betroffen? Diese Fragestellung drängt sich geradezu auf, denn Medien erlauben Passivität, sie erlauben, faul zu sein. Wirkt sich diese Faulheit nun auch auf soziale Kontakte aus?
Die Frage nach der Vereinbarkeit von sozialer Kompetenz und Kompetenz im Umgang mit neuen Medien ist, für sich genommen, auf den ersten Blick recht paradox. Viele neue Medien, wie beispielsweise das Mobiltelefon oder auch das Internet sind von ihrer originären Funktionalität her auf Kommunikation mit anderen Menschen ausgerichtet. Können sie dann zu einer Verringerung von sozialen Beziehungen beitragen? Tragen sie überhaupt zu einer Verringerung derselben bei oder ist nicht vielleicht sogar das Gegenteil der Fall und medial kompetente Jugendliche haben mehr und tiefergehende soziale Beziehungen als ihre weniger kompetenten Peers? Mit dieser Frage beschäftigt sich, neben der breiten Öffentlichkeit, auch die wissenschaftliche Fachliteratur seit geraumer Zeit; nebenbei bemerkt, mit den unterschiedlichsten Ergebnissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische und empirische Einordnung
2.1 Medien im gesellschaftlichen Kontext
2.1.1 Was sind Medien?
2.1.1.1 Entstehungsgeschichte der Medien
2.1.1.2 Alte Medien – Neue Medien
2.1.1.3 Jugendtypische Medien
2.1.2 Mediales und non-mediales Freizeitverhalten Jugendlicher
2.1.2.1 Das Freizeitverhalten Jugendlicher aus Sicht der SHELL JUGENDSTUDIE 2000
2.1.2.2 Das Freizeitverhalten Jugendlicher aus Sicht der JIM-STUDIE 2002
2.1.2.3 Das Freizeitverhalten Jugendlicher aus Sicht der Studie GENERATION N
2.1.2.4 Erkennbarer Einfluss von Medien auf das Freizeitverhalten Jugendlicher
2.1.3 Funktionen von Medien im Alltag Jugendlicher
2.1.3.1 Unterhaltungs- und Entspannungs-Funktion
2.1.3.2 Informations- und Meinungsbildungs-Funktion
2.1.3.3 Funktion, interpersonale Kommunikation zu ersetzen
2.1.3.4 Soziale-Funktion
2.1.3.5 Große Vielfalt in den Funktionen von Medien im Alltag Jugendlicher
2.1.4 Medienkompetenz oder Kompetenz im Umgang mit Neuen Medien? Der Versuch einer Begriffsbestimmung
2.1.5 Was kann unter sozialer Kompetenz verstanden werden?
2.2 Der Einfluss von Medien auf die soziale Kompetenz Jugendlicher
2.2.1 Betrachtung von ausgewählten Einzelmedien unter besonderer Berücksichtigung des medialen und sozialen Kompetenzbegriffs
2.2.1.1 Das Fernsehen
2.2.1.2 Computer
2.2.1.2.1 Der Einfluss des Computers auf soziale Beziehungen
2.2.1.2.2 Haben Computerspiele einen Einfluss auf die Einbindung in soziale Strukturen?
2.2.1.3 Internet/Online-Medien
2.2.2 Lassen sich mediale und soziale Kompetenz miteinander vereinbaren? Die Ergebnisse der 13. SHELL JUGENDSTUDIE
2.3 Hypothesen und Fazit der theoretischen und empirischen Einordnung
3. Empirische Untersuchung über die Vereinbarkeit von sozialer Kompetenz und Kompetenz im Umgang mit neuen Medien im Jugendzentrum Kaiserslautern
3.1 Das Jugend- und Programmzentrum Kaiserslautern
3.1.1 Der Träger
3.1.2 Die Personalsituation
3.1.3 Gesetzliche Grundlagen
3.1.4 Räumlichkeiten und Ausstattung
3.1.5 Arbeitsschwerpunkt Medienpädagogik
3.2 Vorüberlegungen und Ziele der Befragung
3.3 Das Untersuchungsinstrument: schriftliche Befragung
3.3.1 Die Untersuchungsgruppe
3.3.2 Die Entwicklung des Fragebogens
3.3.3 Die Durchführung der Befragung
4. Auswertung und Ergebnisse
4.1 Die soziographischen Daten der jugendlichen Befragten (Fragen 1 bis 4)
4.1.1 Die geschlechtliche Verteilung bei den befragten Jugendlichen (Frage 1)
4.1.2 Der Altersdurchschnitt der befragten Jugendlichen (Frage 2)
4.1.3 Das Bildungsniveau der befragten Jugendlichen (Frage 3)
4.1.4 Die Nationalität der befragten Jugendlichen (Frage 4)
4.2 These 1: Unterschiedlicher Wirkungsgrad von Einzelmedien auf soziale Kontakte (Frage 13)
4.3 These 2: Keine Vereinsamung durch die Nutzung von Computer und Internet
4.3.1 Soziographische Daten der Profilgruppen
4.3.1.1 Die geschlechtliche Verteilung innerhalb der Profilgruppen (Frage 1)
4.3.1.2 Das Durchschnittsalter der Profilgruppen (Frage 2)
4.3.1.3 Die Schulbildung der Profilgruppen (Frage 3)
4.3.1.4 Die Nationalität der Profilgruppen (Frage 4)
4.3.2 Der Fernsehkonsum der Profilgruppen (Frage 9)
4.3.3 Soziabilität der Profilgruppen
4.3.3.1 Partnerschaften und Freundschaften (Fragen 11 und 12)
4.3.3.2 Freizeitverhalten (Frage 13)
4.3.3.3 Häufigkeit der Begegnung mit ausländischen Jugendlichen (Frage 14)
4.3.3.4 Einschätzung der Lernmöglichkeiten von deutschen und ausländischen Jugendlichen von einander (Frage 14)
4.3.3.5 Ansprechpartner bei Problemen (Fragen 16 und 17)
4.3.3.6 Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Organisation (Frage 19)
4.3.3.7 Computernutzung (Frage 10)
4.3.4 Zusammenfassung
4.4 These 3: Im Umgang mit Medien bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede
4.4.1 Mediennutzung und Besitz (Frage 7)
4.4.2 Nutzungspräferenzen (Fragen 8 und 10)
4.4.3 Internetnutzungsdauer (Frage 8)
4.4.4 Zusammenfassung
4.5 These 4: Im Umgang mit Medien bestehen bildungsspezifische Unterschiede
4.5.1 Mediennutzung und Besitz (Frage 7)
4.5.2 Nutzungspräferenzen (Fragen 8 und 10)
4.5.3 Internetnutzungsdauer (Frage 8)
4.5.4 Zusammenfassung
4.6 These 5: Im Umgang mit Medien bestehen kulturspezifische Unterschiede
4.6.1 Mediennutzung und Besitz (Frage 7)
4.6.2 Nutzungspräferenzen (Fragen 8 und 10)
4.6.3 Zusammenfassung
4.7 These 6: Erst die Freunde, dann die Medien (Frage 13)
5. Schlusswort
Zielsetzung und Thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Nutzung neuer Medien und der Ausprägung sozialer Kompetenzen bei Jugendlichen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob eine ausgeprägte Mediennutzung zu einer sozialen Vereinsamung führt oder ob mediale und soziale Kompetenz miteinander vereinbar sind.
- Einfluss verschiedener Einzelmedien (Fernsehen, Computer, Internet) auf soziale Kontakte.
- Analyse geschlechtsspezifischer, bildungsspezifischer und kulturspezifischer Unterschiede in der Mediennutzung.
- Untersuchung des Freizeitverhaltens Jugendlicher und dessen Zusammenhang mit Medienkonsum.
- Empirische Fallstudie im Jugend- und Programmzentrum Kaiserslautern.
- Bedeutung der medienpädagogischen Arbeit in der offenen Jugendarbeit.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Wohl keine andere Generation konnte bisher auf solch eine breite Palette von Medien zurückgreifen und ist somit gleichsam mit einer Medienvielfalt aufgewachsen, wie die heutige. Handys, Computer, Spielkonsolen, Fernseher und viele andere technische Errungenschaften beginnen die Kinder- und Jugendzimmer zu dominieren. Es ist von daher anzunehmen, dass gerade diese Vielfalt und die damit verbundene alltägliche Präsenz auch Auswirkungen auf das soziale Umfeld Jugendlicher haben dürfte. Können neue Medien Freundschaften und Beziehungen ersetzen oder zumindest in negativer Art und Weise beeinflussen und sind speziell medial kompetente Menschen davon besonders betroffen? Diese Fragestellung drängt sich geradezu auf, denn „Medien erlauben Passivität, sie erlauben, faul zu sein“ (MEYEN 2001, S. 100). Wirkt sich diese Faulheit nun auch auf soziale Kontakte aus? Mit der Klärung dieser Frage soll sich die nachfolgende Arbeit befassen.
Die Frage nach der Vereinbarkeit von sozialer Kompetenz und Kompetenz im Umgang mit neuen Medien ist, für sich genommen, auf den ersten Blick recht paradox. Viele neue Medien, wie beispielsweise das Mobiltelefon oder auch das Internet sind von ihrer originären Funktionalität her auf Kommunikation mit anderen Menschen ausgerichtet. Können sie dann zu einer Verringerung von sozialen Beziehungen beitragen? Tragen sie überhaupt zu einer Verringerung derselben bei oder ist nicht vielleicht sogar das Gegenteil der Fall und medial kompetente Jugendliche haben mehr und tiefergehende soziale Beziehungen als ihre weniger kompetenten Peers? Mit dieser Frage beschäftigt sich, neben der breiten Öffentlichkeit, auch die wissenschaftliche Fachliteratur seit geraumer Zeit; nebenbei bemerkt, mit den unterschiedlichsten Ergebnissen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Medienvielfalt ein und stellt die Kernfrage nach der Vereinbarkeit von Medienkompetenz und sozialer Kompetenz bei Jugendlichen.
2. Theoretische und empirische Einordnung: Dieses Kapitel liefert eine fundierte theoretische Basis zu Medienbegriffen, Funktionen von Medien und definiert die Begriffe Medienkompetenz sowie soziale Kompetenz im Kontext der Lebenswelt Jugendlicher.
3. Empirische Untersuchung über die Vereinbarkeit von sozialer Kompetenz und Kompetenz im Umgang mit neuen Medien im Jugendzentrum Kaiserslautern: Der praktische Teil beschreibt die Institution, das methodische Vorgehen mittels Fragebogen und die Auswahl der Untersuchungsgruppe in einem Jugendzentrum.
4. Auswertung und Ergebnisse: Hier werden die gewonnenen Daten analysiert, um die aufgestellten Thesen zur Mediennutzung und deren Auswirkungen auf die soziale Soziabilität der Jugendlichen zu belegen oder zu falsifizieren.
5. Schlusswort: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die wichtige Rolle der medienpädagogischen Arbeit zur Förderung sowohl medialer als auch sozialer Fähigkeiten.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Soziale Kompetenz, Jugendzentrum, Freizeitverhalten, Mediennutzung, Digitale Medien, Internet, Computerspiele, Fernsehen, Sozialisation, Peer-Group, Medienpädagogik, Empirische Studie, Bildung, Jugendkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich der intensive Umgang mit neuen Medien (Internet, Computer, Fernsehen) auf die soziale Kompetenz und die sozialen Beziehungen von Jugendlichen auswirkt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Medienkompetenz, Funktionen von Medien im Alltag, den Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Freizeitverhalten sowie die soziale Einbindung Jugendlicher.
Was ist das primäre Ziel der Befragung?
Ziel ist es, empirisch zu untersuchen, ob medial sehr kompetente Jugendliche sozial besser oder schlechter in ihre Umwelt eingebunden sind als ihre weniger medial kompetenten Altersgenossen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führte eine schriftliche Befragung mittels eines strukturierten Fragebogens bei einer Untersuchungsgruppe von 46 Jugendlichen in einem Jugendzentrum durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund und eine detaillierte Auswertung empirischer Daten, die nach Profilgruppen wie "Heavy User" und "Low User" geordnet sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Medienkompetenz, Soziale Kompetenz, Jugendzentrum, Mediennutzung und Freizeitverhalten.
Welches Ergebnis liefern die Daten bezüglich der "Heavy User"?
Die Auswertung zeigt, dass sogenannte "Heavy User" (intensive Mediennutzer) keineswegs soziale Außenseiter sind, sondern oft stärker in soziale Strukturen eingebunden sind als technikabstinente Jugendliche.
Inwiefern spielen geschlechtsspezifische Unterschiede eine Rolle?
Die Daten verdeutlichen, dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Schwerpunkte bei der Computernutzung setzen, wobei Jungen Medien häufiger zur Unterhaltung (Spiele) und Mädchen vermehrt für kommunikative Zwecke nutzen.
- Quote paper
- Frank Reinhard Kienzler (Author), 2004, Computer oder Freunde? Über die Vereinbarkeit von sozialer Kompetenz und Kompetenz im Umgang mit Neuen Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27911