Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Kreativwirtschaft. Was müssen Städte bieten, um für die kreative Klasse attraktiv zu sein?

Titel: Kreativwirtschaft. Was müssen Städte bieten, um für die kreative Klasse attraktiv zu sein?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Stadt war noch nie so gefragt wie heute. Während zur Mitte des 20. Jahrhunderts 30 Prozent der Menschen in urbanen Zentren der Welt lebten, sind es seit 2008 mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung, die in Städten leben, und die Tendenz ist steigend. Nach Expertenschätzungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung werden im Jahr 2030 mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung in den Städten leben. Ein Faktor für die Bedeutungszunahme der Städte ist der in den 1970er-Jahren einsetzende Strukturwandel, welcher immer stärker von den Merkmalen der „Wissensökonomie“ beeinflusst wurde und weg von einer fordistisch geprägten Industriegesellschaft hin zu einer postfordistischen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft führte. Die im 19. Jahrhundert bestehende Industriegesellschaft hatte industrielle Produktionsweisen forciert, bei welchen die Arbeitsprozesse schematisch verliefen. Die effiziente Arbeitsgestaltung wurde als Übertragung technologischen Wissens auf die Güterproduktion verstanden, und Arbeit, Wohnen und Freizeit wurden stark voneinander getrennt. Dies beeinflusste die Stadtstrukturen, und die sozialräumliche Gestaltung richtete sich nach der fordistischen Arbeitsorganisation. Dies führte zu überwiegend homogenen und hierarchischen Räumen. Nun lag der Fokus auf der Bereitstellung immaterieller Leistungen, welche die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung durch „Kreativität“ und „Wissen“ vorantrieben. Mit dem Wandel in Richtung einer wissens- und kreativitätsbasierten Ökonomie ging auch eine Veränderung der Wahrnehmung und des Verständnisses der Attraktivität von Städten einher. So hebt unter anderem der amerikanische Theoretiker Richard Florida hervor, dass es die von ihm beschriebene Kreativwirtschaft war, welche die Städte attraktiv und lebenswert und somit wettbewerbsfähig macht. Aus diesem Grund betreiben viele Städte und Regionen kreative Stadtentwicklungspolitik. Lange Zeit über wurde dem Aspekt der Kreativwirtschaft wenig Beachtung geschenkt, was wohl überwiegend daran liegt, dass, wie es auch in den gängigen Lehrbüchern zu dieser Thematik zu bemerken ist, Wirtschaftsförderern kaum Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 Einführung in die Thematik: Gesellschaft und Stadt im Wandel

1.2 Aufbau der Arbeit

2 THEORETISCHE GRUNDLAGE DER KREATIVWIRTSCHAFT

2.1 Definitionen

2.1.1 Kreativwirtschaft

2.1.2 Wissen

2.1.3 Kreativität

2.2 Richard Florida und die Theorie des „creative capital“

2.2.1 Die kreative Klasse

2.2.2 Talente, Technologie und Toleranz

2.2.3 Kritiken an der Theorie Floridas

3 DIE „KREATIVE KLASSE“ ALS RESSOURCE DER STADT

3.1 Wertschöpfung

3.2 Erwerbstätigenzahl

4 DIE STADT ALS STANDORT DER „KREATIVEN KLASSE“

4.1 Was müssen Städte bieten, um für die „kreative Klasse“ attraktiv zu sein?

5 SCHLUSSFOLGERUNG UND HANDLUNGSEMPFEHLUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anforderungen der sogenannten „kreativen Klasse“ an urbane Standorte, um auf Basis der Theorie von Richard Florida aufzuzeigen, wie Städte ihre Attraktivität für diese Zielgruppe steigern und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können.

  • Struktureller Wandel von der Industrie- zur Wissensökonomie
  • Das Konzept der „kreativen Klasse“ und die Standortfaktoren „Talent, Technologie und Toleranz“
  • Wirtschaftliche Bedeutung und Wertschöpfung der Kreativwirtschaft
  • Anforderungen an städtische Rahmenbedingungen und Infrastrukturen
  • Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche kreative Stadtentwicklungspolitik

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Die „kreative Klasse”

Die „kreative Klasse” ist nach Florida von hoher Bedeutung für die Entwicklung und das Wachstum von Städten, welche durch eine entsprechende Umgebung für diese reizvoll gestaltet werden sollen.

Das „Modell der kreativen Klasse“ vereint die verschiedenen kreativen Berufsgruppen. Nach Richard Florida bilden die Hochkreativen, die kreativen Fachleute und die Bohemiens zusammen die „kreative Klasse” 20. Erst durch das Zusammenwirken der kreativen Eigenschaften und Tätigkeiten ihrer Mitglieder kann der ökomische Mehrwert eines Standortes erzielt werden. Dies geschieht, indem sie in ihren Berufen Neues entwickeln oder neue Zusammenhänge mit bereits vorhandenem Wissen erschließen. Der entscheidende Unterschied zwischen der kreativen Klasse und den Angehörigen anderer Tätigkeitsbereiche liegt in der Entlohnung. Während die Arbeiterklasse (working class) und die Dienstleistungsklasse (service class) durch ihren Auftragscharakter gezeichnet sind, weist sich die „kreative Klasse” durch ihre Freiheiten und ihr hohe Ungebundenheit aus21. Die wesentlichen Merkmale ihres beruflichen Alltags sind eine ausgeprägte Selbstverantwortung, Flexibilität und die Souveränität in der Gestaltung neuartiger, kombinierter Ideen und Lösungsansätze.

Wie bereits angedeutet, schlüsselt der Regionalökonom die „kreative Klasse” in mehrere Untergruppen auf: die Hochkreativen (creative core), die kreativen Fachleute (creatives professionals) und supplementär als dritte Gruppe die Gemeinschaft der Bohemiens.

Der „Creative Core“ umfasst Berufsgruppen von Wissenschaftlern, Professoren und Ingenieuren bis hin zu Architekten, welche innovative Ideen herausarbeiten und somit den technologischen Fortschritt antreiben22.

Die zweite Untergruppe, die der kreativen Fachleute, beinhaltet die Führungskräfte aus den Bereichen des Gesundheitswesens, der Finanz-und Wirtschaftswelt sowie der Justiz. Ihr Aufgabengebiet impliziert die kreative Handhabung hochkomplexer Probleme; dieser Umgang erfordert neben einem gehobenen Bildungsgrad auch ein erhöhtes Verantwortungsbewusstsein.

Die Bohemiens, welche den künstlerisch aktiven Teil der kreativen Klasse skizzieren, sind Berufe wie beispielsweise Designer, Künstler, Publizisten oder auch Musiker. Ihre Präsenz in der Gesellschaft regt zur Offenheit, Vielfalt und Neugier einer Region an23.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in den gesellschaftlichen Strukturwandel hin zur Wissensökonomie ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die Standortanforderungen der „kreativen Klasse“ zu untersuchen.

2 THEORETISCHE GRUNDLAGE DER KREATIVWIRTSCHAFT: Hier werden zentrale Begriffe wie Wissen und Kreativität definiert sowie das Modell der „drei T“ (Talent, Technologie, Toleranz) von Richard Florida und die Kritik daran detailliert vorgestellt.

3 DIE „KREATIVE KLASSE“ ALS RESSOURCE DER STADT: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung kreativer Akteure für die städtische Wertschöpfung und ihre Rolle bei der Entstehung von Netzwerken und Innovationen.

4 DIE STADT ALS STANDORT DER „KREATIVEN KLASSE“: Anhand von Fallbeispielen wird analysiert, welche weichen Standortfaktoren – wie ein tolerantes Umfeld und kulturelle Angebote – für die Ansiedlung der kreativen Klasse entscheidend sind.

5 SCHLUSSFOLGERUNG UND HANDLUNGSEMPFEHLUNG: Die Arbeit schließt mit Empfehlungen für eine kreative Stadtentwicklungspolitik, um durch gezielte Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote Talente zu gewinnen und zu binden.

Schlüsselwörter

Kreativwirtschaft, Kreative Klasse, Wissensgesellschaft, Stadtentwicklung, Standortwettbewerb, Talent, Technologie, Toleranz, Wertschöpfung, Urbane Zentren, Innovationskraft, Weiche Standortfaktoren, Richard Florida, Kreative Milieus, Wirtschaftswachstum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert, welche Bedeutung die „kreative Klasse“ für das Wachstum und die Attraktivität von Städten im Kontext des globalen Strukturwandels besitzt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Definition der Kreativwirtschaft, die Theorie des „creative capital“ von Richard Florida, die wirtschaftliche Bedeutung der kreativen Klasse sowie Strategien der städtischen Standortpolitik ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, welche spezifischen Bedingungen und Faktoren eine Stadt bieten muss, um für Angehörige der „kreativen Klasse“ als attraktiver Wohn- und Arbeitsort wahrgenommen zu werden.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die bestehende Modelle, Statistiken zur Bruttowertschöpfung und zum Städtevergleich sowie Fachliteratur zur Stadtentwicklung heranzieht.

Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Begriffe Kreativität und Wissen, die detaillierte Darstellung von Floridas Theorie inklusive kritischer Auseinandersetzung sowie die Untersuchung der wirtschaftlichen Rolle kreativer Akteure für Städte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kreativwirtschaft, Standortfaktoren, urbane Transformation, Wissensökonomie und das „drei T“-Modell von Florida maßgeblich geprägt.

Warum spielt die „Toleranz“ laut Richard Florida eine so entscheidende Rolle?

Toleranz gilt als Fundament für ein offenes Milieu, in dem Individualität gefördert wird. Dies zieht kreative Talente an, die eine offene und diskriminierungsfreie Umgebung für ihre Arbeit und ihr Privatleben suchen.

Welche Rolle spielt die „kreative Klasse“ bei der Stadtentwicklung?

Sie fungiert als Impulsgeber für soziale und technologische Innovationen. Städte, die diese Klasse anziehen können, profitieren von einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit und neuen urbanen Identitäten.

Welche Handlungsempfehlungen gibt der Autor für Städte?

Städte sollten Raum für Experimente schaffen, eine zentrale Anlaufstelle für kreative Belange bieten, Netzwerke zwischen Akteuren fördern und die Infrastruktur an die Bedürfnisse einer flexiblen Arbeitsweise anpassen.

Wie unterscheidet sich die „kreative Klasse“ von anderen Arbeitnehmergruppen?

Laut Florida zeichnet sich diese Klasse durch eine hohe Ungebundenheit, Flexibilität und das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung aus, wobei die reine finanzielle Entlohnung für ihre Standortwahl oft in den Hintergrund gegenüber der allgemeinen Lebensqualität tritt.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kreativwirtschaft. Was müssen Städte bieten, um für die kreative Klasse attraktiv zu sein?
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
29
Katalognummer
V279118
ISBN (eBook)
9783656720096
ISBN (Buch)
9783656720102
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreativwirtschaft städte klasse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Kreativwirtschaft. Was müssen Städte bieten, um für die kreative Klasse attraktiv zu sein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279118
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  29  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum