Deutschland auf dem Weg in eine Informationsgesellschaft


Seminararbeit, 2003

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der These einer Informationsgesellschaft

3. Wissens- und Arbeitssoziologische Ansätze der Industriearbeit und industrieller Rationalisierung
3.1 Die Risikogesellschaft als Konsequenz der Eigendynamik einer Industrienation (Ulrich Beck)
3.2 Die Versuche einer wissenssoziologischen Interpretation industrieller Rationalisierung (Christoph Deutschmann)
3.3 Die Informatisierung des betrieblichen Erfahrungswissens (Thomas Malsch)

4. Technikbedarf aus der Perspektive erfahrungsgeleiteter Arbeit sowie Methoden zu dessen Anwendung
4.1 Die Konzeption erfahrungsgeleiteter Arbeit als Bezugsgröße rationellen Technikbedarfs
4.2 Moderation, Supervision und Nutzerrückkopplung als Elemente des methodischen Vorgehens zur Ermittlung von Technikbedarf
4.3 Ein Anwendungsbeispiel - Komplementäre Analyse und Gestaltung von Produktionsaufgaben in soziotechnischen Systemen (KOMPASS)

5. Zusammenfassung / Ausblick

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Entstanden in den 60er und 70er Jahren, hat die gesellschaftliche Diskussion um den Weg in eine Informationsgesellschaft – auch durch das gerade in dieser Diskussion thematisierte Massenmedium Internet - eine neue Tiefe und Reichweite erlangt. Die Internetsuchdienst Google findet aktuell ca. 143.000 Einträge zu diesem Schlagwort.[1]

Standen bei den ersten wissenschaftlichen Ausarbeitungen von Machlup (1962), Drucker (1969)[2] und Bells Klassiker „The coming of Post-Industrial Society“ (1973)[3] noch die Vorstellungen über theoretisches Wissen als das Axialprinzip der modernen Gesellschaft[4] im Vordergrund, wird heute mit dem Begriff der Informationsgesellschaft tendenziell der schnelle Austausch von Daten und Wissen durch sogenannte Massenmedien assoziiert. Durch die verstärkte Verwendung des Begriffes „Informationsgesellschaft“ sowohl in den Medien als auch insbesondere seit 1995 durch die Bundesregierung, nach expliziter Empfehlung dieser Terminologie durch den Technologierat der Bundesregierung[5], scheint die gesellschaftliche Wahrnehmung dieses Phänomens als Realität anzuerkennen. Die vorliegende Arbeit will in diesem Zusammenhang erörtern, inwieweit die Bundesrepublik als westliche Industrienationen auf dem Weg zu einer Informationsgesellschaft fortgeschritten ist. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Analyse der industriellen Fertigung und dessen Technikbedarf anhand theoretischer Grundlagen und einer vorliegenden arbeitssoziologischen Untersuchung zur erfahrungsgeleiteten Arbeit. Der Aufbau der Ausarbeitung gestaltet sich dabei wie folgt: Zunächst ist ein Blick auf die Entstehung der wissenschaftlichen Diskussion um eine Informationsgesellschaft erforderlich. Sodann stehen Ulrich Becks These einer „Risikogesellschaft als Konsequenz der Eigendynamik einer Industrienation“ und zum Verständnis der Diskussion um die Ermittlung des Technikbedarfs ein Überblick über Deutschmanns wissenssoziologische Interpretation industrieller Rationalisierung sowie Thomas Malschs Überlegungen zur Informatisierung des betrieblichen Erfahrungswissens im Mittelpunkt. Darauf aufbauend erfolgt eine Untersuchung der Notwenigkeit erfahrungsgeleiteter Arbeit in der industriellen Produktion; auch anhand der praktisch umgesetzten KOMPASS-Methode sowie abschließend ein Ausblick auf die weitere Entwicklung einer Informationsgesellschaft.

2. Die Entstehung der These einer Informationsgesellschaft

Die Ursprünge der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Informationsgesellschaft identifiziert Rudolf Stichweh in „Die Soziologie und die Informationsgesellschaft“[6] mit Fritz Machlups „The Production and Distribution of Knowledge in the United States“ aus dem Jahre 1962. Hierbei werde zunächst zwischen wissensproduzierenden und nicht-wissensproduzierenden Tätigkeiten unterschieden. Insgesamt heben in der Diskussion alle Gesellschaftstheoretiker, die die Entwicklungstendenzen der heutigen Wirtschaftsgesellschaften in ihren Grundprinzipien zu erfassen suchen, die Bedeutung des Wissens im Sinne eines technisch-organisatorisch verwertbaren Wissens hervor. Insbesondere Peter F. Drucker, der eine post-kapitalistische Gesellschaft diagnostiziert und John Naisbitt, der in der post-industriellen Gesellschaft in Wahrheit die Informationsgesellschaft sieht, haben diese Entwicklung thematisiert. Naisbitt versteht dabei Wissen nicht als traditionelles Wissen, sondern als Information, die mit Hilfe von Computern prozessierbare in sehr große Datenmengen transportiert werden kann.[7]

Die klassische Quelle der Diskussion wird jedoch in der grundlegenden Arbeit Daniel Bells „Die nachindustrielle Gesellschaft“ gesehen, wobei Bell selber in der Diskussion den Begriff des „Wissens“ verwendet und diesen definiert als „…Sammlung in sich geordneter Aussagen über Fakten oder Ideen, die ein vernünftiges Urteil oder ein experimentelles Ergebnis zum Ausdruck bringen und anderen durch irgendein Kommunikationsmedium in systematischer Form übermittelt werden, und den Begriff damit von dem der Neuigkeiten oder Nachrichten und dem der Unterhaltung abgrenzen[8].“ Obwohl Bell von einer möglichen Existenz des Internets seit dem ausgehenden 20. Jahrhunderts nicht wissen konnte, schließt er dieses Medium als Wissensmedium als Ganzes damit kategorisch aus. Ein möglicher Trend in eine Informationsgesellschaft kann somit nicht antizipativ aus dem Erfolg von Massenmedien, insbesondere des Internet geschlossen werden. Bell unterteilt Gesellschaften grundsätzlich in drei Bereiche.

1. Die soziale Struktur mit den Ausdifferenzierungen Wirtschaft, Technologie/ Wissenschaft und der Berufsgliederung, die sich an der Wirtschaftlichkeit orientiert.
2. Die politische Ordnung mit den Aufgaben der Regelung der Machtverteilung und der Rechtsprechung.

[...]


[1] http://www.google.de, Abruf vom 30.08.2003

[2] Stichweh, Rudolf: „Die Soziologie und die Informationsgesellschaft“, Seite 434

[3] Bell, Daniel: „Die nachindustrielle Gesellschaft“

[4] Stichweh, Rudolf: „Die Soziologie und die Informationsgesellschaft“, Seite 435

[5] Stichweh, Rudolf: „Die Soziologie und die Informationsgesellschaft“, Seite 438

[6] Stichweh, Rudolf: „Die Soziologie und die Informationsgesellschaft“, Seite 433

[7] Mikl-Horke, Gertraude: „Industrie- und Arbeitssoziologie“, Seite 408

[8] Bell, Daniel: „Die nachindustrielle Gesellschaft“, Seite 180.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Deutschland auf dem Weg in eine Informationsgesellschaft
Hochschule
Universität Lüneburg  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Informationsgesellschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V27915
ISBN (eBook)
9783638298315
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminararbeit (Hauptstudium) im Rahmen oben genannten Seminars im Sommersemester 2003.
Schlagworte
Deutschland, Informationsgesellschaft
Arbeit zitieren
Dennis Möhlmann (Autor), 2003, Deutschland auf dem Weg in eine Informationsgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27915

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