Was tun bei unerfülltem Kinderwunsch? Informationsquellen für kinderlose Paare


Hausarbeit, 2012

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Betrachtung verschiedener Broschüren
2.1 Ungewollte Kinderlosigkeit
2.1.1 „Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Ungewollte Kinderlosigkeit“
2.1.2 „Unerfüllter Kinderwunsch“
2.2 Eltern werden durch medizinische Behandlung
2.2.1 „Kinderwunsch Broschüre“
2.2.2 „Kinderwunsch. Eine Frage von Körper und Seele“
2.3 Eltern werden durch die Aufnahme eines Kindes
2.3.1 „Pflegeeltern sein – Eine Aufgabe für Sie? Eine Broschüre für Pflegeeltern und solche, die es werden möchten“
2.3.2 „Adoption im In- und Ausland“
2.3.3 „Bundeszentralstelle für Auslandsadoption: Internationale Adoption“

3. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Familie. Ein Ort, „wo Leben, Lieben und Handeln gelernt werden können, wo Eltern ihren Kindern Sicherheit, Nahrung, Erziehung und Gefühlswärme bieten“ (Keyserlingk 1994: 7 f.). Für viele Frauen und Männer ist die Gründung einer Familie noch immer ein Lebensziel. Doch dieser Traum geht nicht immer in Erfüllung.

Die Zahl kinderloser Frauen in der Bundesrepublik Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen (vgl. Strauß / Beyer 2004: 1). „Über 30% der Frauen des Geburtsjahrgangs 1965 aus den alten Bundesländern und über 25% der Frauen aus den neuen Bundesländern sind kinderlos“ (ebd.). Das Alter der Mütter bei der Geburt ihrer Kinder liegt heute bei fast 30 Jahren (vgl. ebd.). Die Entscheidung von Paaren, Eltern zu sein, wird immer weiter in einen späteren Lebensabschnitt verlagert. Motive hierfür sind beispielsweise lange Ausbildungszeiten oder Schwierigkeiten in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (vgl. ebd.). Mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung ist das Risiko sinkender Fruchtbarkeit verbunden. Schätzungen zufolge bleiben drei Prozent aller Paare dauerhaft ungewollt kinderlos (vgl. ebd.).

Viele Betroffene hoffen daher auf medizinische Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit. Die „ersten Versuche zur extrakorporalen Befruchtung beim Menschen“ reichen dabei bis in das Jahr 1878 zurück (Jüdes1983: 46). Doch insbesondere seit 1982 wurden die Möglichkeiten der medizinischen Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch kontinuierlich erweitert (vgl. Strauß / Beyer 2004: 1). So unterzogen sich 2002 „über 50.000 Frauen einer reproduktionsmedizinischen Behandlung“ (ebd.). Laut Robert Koch-Institut liegt die „tatsächliche Geburtenrate nach reproduktionsmedizinischen Behandlungen“ jedoch bei unter zwanzig Prozent (ebd.). Aus diesem Grund suchen betroffene Paare häufig nach weiteren Möglichkeiten, wie zum Beispiel der Adoption, um sich ihren Wunsch von einer eigenen Familie doch noch zu erfüllen.

Durch das große gesellschaftliche Interesse an diesem Thema existiert eine Vielzahl an Informationsmaterialien für ungewollt kinderlose Paare. In der vorliegenden Arbeit soll ein kleiner Bruchteil davon betrachtet werden. Hierbei soll der Fokus auf folgenden Fragen liegen:

Was sind die wichtigsten Fakten der Broschüre?

Sind alle wichtigen Informationen enthalten?

Wie wird auf den Leser 1 eingegangen?

Dabei soll es zunächst um allgemein erläuternde Broschüren zum Thema ungewollte Kinderlosigkeit gehen (Abschnitt 2.1). Im Anschluss werden Informationsschriften betrachtet, die sich mit der medizinischen Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch beschäftigen (Abschnitt 2.2). Zuletzt stehen schließlich die Pflegeelternschaft und die Adoption im Mittelpunkt (Abschnitt 2.3).

2. Betrachtung verschiedener Broschüren

2.1 Ungewollte Kinderlosigkeit

Zunächst sollen zwei Broschüren betrachtet werden, die sich allgemein mit dem Thema ungewollte Kinderlosigkeit und deren möglichen Ursachen beschäftigen. In der ersten Broschüre wird dabei auch auf die gesellschaftlichen Entwicklungen eingegangen. Zudem werden die Alternativen, die sich bei unerfülltem Kinderwunsch anbieten, kurz angerissen.

2.1.1 „Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Ungewollte Kinderlosigkeit“

In dieser Broschüre geht das Robert Koch-Institut der Frage nach, welche Ursachen in Deutschland zu Kinderlosigkeit führen und welche Präventions- und Behandlungsmethoden möglich sind. Ungewollte Kinderlosigkeit wird dabei als „ein Zustand bezeichnet, der durch Leiden an einer Unfruchtbarkeit gekennzeichnet ist“ (Strauß / Beyer 2004: 7). Seit 1967 ist dieser Umstand durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als Krankheit anerkannt (vgl. ebd.). Laut WHO liegt eine Zeugungs- bzw. Empfängnisunfähigkeit dann vor, wenn „bei einem Paar entgegen seinem expliziten Willen nach mehr als 24 Monaten trotz regelmäßigem, ungeschütztem Sexualverkehr keine Schwangerschaft eintritt“ (ebd.). Diese Definition macht deutlich, dass es für ein Paar, welches sich entschließt ein Kind zu bekommen, noch nicht besorgniserregend sein muss, wenn nicht sofort eine Schwangerschaft eintritt. Einer 1992 durchgeführten Befragung zufolge bleiben vor allem höher qualifizierte Frauen häufig kinderlos, weil sie „die Realisierung des Kinderwunsches aufschieben, bis sich über das zunehmende Lebensalter die Konzeptionschancen verringert haben und sich eine ungewollte Kinderlosigkeit einstellt“ (ebd.: 10). Auch das Alter der Mütter bei der Geburt ihrer Kinder steigt immer weiter an. Lag es 1991 bei 27,9 Jahren, betrug es 2001 bereits 29,7 Jahre (vgl. ebd.). Diese Werte korrespondieren mit dem Heiratsalter. Je früher Frauen eine Ehe eingehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, ein oder mehr Kinder zu bekommen. Frauen dagegen, die erst nach ihrem 35. Lebensjahr heiraten, blieben Schätzungen zufolge zu einem Drittel kinderlos (vgl. ebd.). Laut des Robert Koch-Instituts liegt, wissenschaftlichen Schätzungen zufolge, „der Prozentsatz der Paare, die ungewollt kinderlos sind, […] in Deutschland […] in den alten Bundesländern deutlich unter 10%, in den neuen Bundesländern unter 5%. Davon bleiben ca. 3% dauerhaft kinderlos“ (ebd.).

Als weitere Ursache, die zu ungewollter Kinderlosigkeit führen kann, wird unzureichende sexuelle Aufklärung genannt. So hätte etwa die Hälfte der an einer Studie teilnehmenden Paare „keinen Geschlechtsverkehr an den fruchtbaren Tagen“ gehabt (ebd.: 12). Diese Information kann für Leser dieser Broschüre ein nutzenbringender Hinweis sein, da sie dies möglicherweise ebenso noch nicht bedacht haben.

Angesprochen werden zudem die psychischen Belastungen, die ungewollte Kinderlosigkeit oder deren Behandlung mit sich bringen können. So kann eine Fertilitätsstörung unterschiedliche Gefühle wie beispielsweise „Trauer, Hilflosigkeit, Wut, Neid“ mit sich bringen (ebd.: 8). Weitere psychische Folgen können Einschränkungen in Bezug auf das Selbstwertgefühl, die emotionale Befindlichkeit wie auch die Lebenszufriedenheit allgemein sein“ (ebd.). Aus diesem Grund empfiehlt diese Broschüre, als Ergänzung zu einer medizinischen Behandlung, eine Psychotherapie oder Entspannungsverfahren zu nutzen (vgl. ebd.).

Im Anschluss daran werden kurz gängige medizinische Methoden und deren Risiken näher erläutert, sodass der Rezipient der Broschüre einen ersten Eindruck von einer potenziellen Behandlung bekommt. Gleichzeitig wird jedoch auch auf die Bewältigung eines nicht erfüllbaren Kinderwunsches eingegangen, da eine medizinische Behandlung keinen Erfolg garantiert. So würden sich „die bewusste Trauer um die Kinderlosigkeit, […] die frühzeitige Suche nach Alternativen zum Kind und der Ausbau sozialer Kontakte“ günstig für eine langfristige Bewältigung der Kinderlosigkeit auswirken (ebd.: 20). Ungewollt kinderlose Paare unterscheiden sich laut Robert Koch-Institut zudem langfristig nicht wesentlich „im Hinblick auf psychologische und medizinische Merkmale“ von Paaren, die Eltern sind (ebd.). Zu diesen psychologischen und medizinischen Merkmalen zählen zum Beispiel die Lebenszufriedenheit, der Gesundheitszustand sowie soziale Netzwerke (vgl. ebd.). Diese Information mag Betroffenen zunächst wenig Trost spenden, kann auf lange Sicht aber von Bedeutung sein, da es bei einer Behandlung keine Garantie für die Erfüllung des Kinderwunsches gibt.

Am Ende der Broschüre wird die mögliche Veränderung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angesprochen, die eine frühere Familienbildung leichter ermöglichen könnten. Genannt werden beispielsweise eine Verkürzung der Ausbildungszeit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (vgl. ebd.: 20 f.). Derartige gesellschaftspolitische Veränderungen sind allerdings ein langwieriger Prozess, sodass diese Aussagen vermutlich keinen momentanen Nutzen für betroffene Leser mit sich bringen. Als weiterer Kritikpunkt der im Allgemeinen gut informierenden Broschüre ist zu nennen, dass keine Hinweise zu Aspekten wie Pflegeelternschaft oder Adoption vorhanden sind.

2.1.2 „Unerfüllter Kinderwunsch“

Auch pro Familia, die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung, beschäftigt sich mit dem Thema der ungewollten Kinderlosigkeit. Zunächst wird in der ersten Überschrift eine Frage gestellt, die sicher alle Paare mit unerfülltem Kinderwunsch beschäftigt: „Warum wir?“ Dies wirkt sehr einfühlsam. Betroffene fühlen sich verstanden, weil mit dieser Frage ihre Gedanken aufgegriffen werden. Die weitere Einleitung macht dem Leser zunächst Mut: „Es muss kein unabwendbares Schicksal sein, wenn der Wunsch nach einem Kind zunächst unerfüllt bleibt“ (pro Familia 2004: 4). Jene Botschaft wird jedoch gleich danach mit der Aussage relativiert, dass die Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin zu Erwartungen führen, „die die Medizin nicht immer erfüllen kann“ (ebd.: 4). Dies kann die zuvor erweckte Hoffnung mit einem Schlag wieder zerstören.

Zur Erklärung von Unfruchtbarkeit nutzt diese Broschüre die gleiche Definition der WHO wie die unter 2.1.1 beschriebene Informationsbroschüre „Ungewollte Kinderlosigkeit“. Jedoch wird hierbei angefügt, dass dies nicht viel über die tatsächlichen Chancen für eine Schwangerschaft aussagt, „denn auch für die angeblich unfruchtbaren Paare besteht innerhalb von sieben Jahren eine knapp vierzigprozentige Wahrscheinlichkeit, doch noch spontan Eltern zu werden“ (ebd.). Grund hierfür sei, dass die Fruchtbarkeit nichts Unveränderliches ist, sondern im Laufe des Lebens schwankt (vgl. ebd.). Dies ist eine Information, die den Leser erneut zu Optimismus führen kann. Gründe für die Schwankungen der fruchtbaren Phasen können zum Beispiel körperliche oder seelische Überlastung sein. Entspannt sich diese Situation, etwa bei einem gemeinsamen Urlaub, kann sich auch die Fruchtbarkeit „erholen“ (ebd.: 5). Bei dieser Information muss jedoch berücksichtigt werden, dass dies nur dann zutrifft, wenn psychische Gründe der Grund für die Unfruchtbarkeit sind.

Auch auf Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen, geht diese Broschüre genauer ein als andere. Ebenso wie Stress (beispielsweise ausgelöst durch Druck am Arbeitsplatz, Partnerschaftskonflikte, ungelöste innere Konflikte oder Prüfungsangst), der den Eisprung bei der Frau unterdrücken beziehungsweise die Samenproduktion des Mannes bremsen kann, können auch starkes Über- oder Untergewicht, Diäten, Alkohol- und Nikotingenuss, Medikamente, Umwelteinflüsse und Leistungssport die Fruchtbarkeit beeinflussen (vgl. ebd.: 7 ff.). Diese Auszählung kann den Leser möglicherweise verunsichern, da ein oder mehrere dieser möglichen Gründe für ungewollte Kinderlosigkeit in fast allen Partnerschaften auftauchen und sich nicht immer einfach lösen lassen. Zudem lässt sich nie genau sagen, inwieweit diese Faktoren den unerfüllten Kinderwunsch wirklich beeinträchtigen.

Im Anschluss daran werden Möglichkeiten der Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch dargestellt und näher erläutert. Dies sind insbesondere die hormonelle Stimulation bei der Frau, die Insemination (durch Masturbation gewonnene Spermien werden direkt in die Gebärmutter eingebracht), die In-vitro-Fertilisation (Befruchtung von Ei- und Samenzelle erfolgt außerhalb der Gebärmutter in einem Schälchen), und MESA/TESE (Möglichkeit der Samengewinnung aus den Nebenhoden, wenn im Samenerguss keine Samenzellen vorhanden sind) (vgl. ebd.: 12 ff.). Die kurzen Ausführungen sind gut dazu geeignet, um sich als Leser einen ersten Überblick über die einzelnen Methoden zu verschaffen.

Darauf folgend wird auf die psychischen Belastungen eingegangen, die derartige Behandlungen mit sich bringen können.

„Man zieht sich zurück oder man versucht, Kontakt mit schwangeren Frauen oder jungen Familien zu vermeiden. Partnerschaftskonflikte sind in dieser Zeit nicht selten. […] Es kann zu Verlust von Spontaneität und Lust bei der Sexualität kommen, wenn der Kinderwunsch im Vordergrund steht“ (ebd. 16 ff.).

Können diese seelischen Strapazen abgebaut werden, sei durchaus auch ohne Behandlung eine Schwangerschaft möglich (vgl. ebd.). Hier zeigt die Broschüre einerseits Verständnis für die Sorgen und Ängste der Betroffenen. Der letzte Satz vermittelt ein beruhigendes, hoffnungsvolles Gefühl. Andererseits ist es eine fast unlösbare Aufgabe, den psychischen Stress abzubauen. Hat ein Paar einen sehr starken Kinderwunsch, kann es diesen nicht einfach vergessen.

Entscheiden sich Paare für eine medizinische Behandlung, kann es – häufiger als bei einer „natürlichen“ Schwangerschaft – zu einer Mehrlingsschwangerschaft, einer Früh- oder Fehlgeburt, oder Eileiterschwangerschaft kommen (vgl. ebd.: 17 ff.). Dies macht Lesern im ersten Augenblick vielleicht Angst, ist jedoch wichtig zu erwähnen, da Risiken niemals ausgeschlossen werden können. Vor Beginn der Behandlung sollten sich Patienten zudem bei ihrer Krankenkasse informieren, inwiefern diese die Kosten für die Behandlungen übernimmt (vgl. ebd.: 20).

Als Alternativen werden Adoption und Pflegeelternschaft genannt (vgl. ebd.: 21 ff.). In Kapitel 2.3 dieser Arbeit werden diese Möglichkeiten noch einmal genauer betrachtet. Für eine erste Hinführung zu der Thematik sind die kurzen Abschnitte in der eben betrachteten Broschüre jedoch ausreichend. Es wird erläutert, dass die Chance, ein kleines Kind oder einen Säugling zur Adoption zu bekommen, eher gering ist. Zudem wird die Auslandsadoption aufgegriffen, da 2002 etwa 34 Prozent der deutschen Adoptivkinder aus dem Ausland kamen (vgl. ebd.). Im Anhang sind zudem Adressen von staatlich anerkannten und kontrollierten Organisationen zu finden. Dies kann von großem Nutzen sein, da Interessenten auf diese Weise eine legale Anlaufstelle geboten wird.

Auch gleichgeschlechtlichen Paaren ist in dieser Broschüre ein Kapitel gewidmet, was besonders positiv hervorzuheben ist. Es wird dargelegt, dass einige lesbische Frauen die Möglichkeit nutzen, Samen aus Samenbanken zu beziehen. „Die Richtlinien zur Durchführung der assistierten Reproduktion verbieten die Befruchtung mit Spendersamen bei lesbischen Frauen nicht explizit“, allerdings gäbe es in Deutschland nur sehr wenige Ärzte, die diese Behandlung durchführen (ebd.: 23). Darum suchen sich viele homosexuelle Frauen private Samenspender und führen die Befruchtung „selbst zu Hause durch“ (ebd.: 22 f.). Auch die Adoption sei für Homosexuelle eine Möglichkeit. Allerdings ist die Aussicht auf ein Kind hierbei äußerst gering, „da die Bewerberzahl für jedes zur Adoption stehende Kind groß ist und sowohl die Adoptionsvermittlungsstellen als auch die zustimmungspflichtigen biologischen Eltern bevorzugt in traditionelle Lebensformen vermitteln“ (ebd.: 23).

Zuletzt findet der Leser einen Anhang mit Adressen vor. Darin wird auch auf psychologische Beratungsangebote eingegangen, was in Anbetracht der häufig auftretenden psychischen Belastungen bei unerfülltem Kinderwunsch äußerst nützlich ist. Auch die angeführten Buchtipps beschäftigen sich nicht nur mit der Fortpflanzungsmedizin, sondern gehen ebenso auf die emotionalen Bedürfnisse der Betroffenen ein.

2.2 Eltern werden durch medizinische Behandlung

Mithilfe der künstlichen Befruchtung schien sich bereits 1989 „für viele an Sterilität leidenden Menschen endlich die Hoffnung und Sehnsucht zu erfüllen, doch noch zu einem (leib-) eigenen Kind zu gelangen“ (Hesse 1989: 9). Seitdem wurde auf dem Gebiet der assistierten Fortpflanzung stetig weiter geforscht. Die folgenden zwei Broschüren beschäftigen sich näher mit den verschiedenen medizinischen Sterilitäts- und Fertilitätsbehandlungen.

2.2.1 „Kinderwunsch Broschüre“

Dieses Heft der MSD, einem großen Anbieter von Medikamenten, beginnt mit einem „Wort vorab“, indem wie bei der Broschüre von pro Familia die Frage „Warum gerade wir?“ aufgegriffen wird (MSD Sharp & Dohme GmbH 2012: 6). Darauf folgt die Information, dass in der Bundesrepublik Deutschland etwa jede siebte Partnerschaft ungewollt kinderlos ist und dass diese „Zahl der Paare, denen es so geht wie Ihnen, stetig steigt“ (ebd.). Der Leser wird in diesem Fall gleich persönlich angesprochen. Dass es anderen genauso ergeht, wirkt zudem trostbringend. Dem Betroffenen wird das Gefühl vermittelt, dass er nicht allein mit seinem Problem, und damit einhergehend auch den anderen Gefühlen wie Traurigkeit oder Verzweiflung, dasteht.

Im Anschluss folgt ein Kapitel über die menschliche Fortpflanzung, in der der Vorgang der Zeugung und Schwangerschaft gut verständlich erklärt wird. Was muss im Körper passieren, damit es zu einer Schwangerschaft kommt? Da dies von Betroffenen nicht beeinflussbar ist, kann es als Zusatzinformation angesehen werden. Diese kann dann hilfreich sein, wenn sich die Frau hierdurch die – in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (siehe 2.1.1) angesprochenen – fruchtbaren Tage ausrechnen kann, in denen das Zustandekommen einer Schwangerschaft überhaupt nur möglich ist. In der vorliegenden Broschüre fehlt jedoch ein expliziter Hinweis darauf.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Was tun bei unerfülltem Kinderwunsch? Informationsquellen für kinderlose Paare
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V279170
ISBN (eBook)
9783656728825
ISBN (Buch)
9783656728856
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpädagogik, Kinderlosigkeit, Eltern
Arbeit zitieren
Nadine Ranger (Autor:in), 2012, Was tun bei unerfülltem Kinderwunsch? Informationsquellen für kinderlose Paare, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279170

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