Dokumentation einer Fallarbeit unter Einsatz der standardisierten Tests DISK-Gitter und BASIS-Math 4-8


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorinformationen
1.1. Anonymisierte Personenbeschreibung
1.2. Erstgespräch
1.3. Fragestellung der Untersuchung

2. Theoretische Einordnung der Fragestellung

3. Untersuchungsbericht
3.1. Untersuchungsergebnisse BASIS-Math
3.1.1. Verhaltensbeobachtung
3.1.2. Ergebnistabellen
3.1.3. Interpretation der Ergebnisse
3.2. Untersuchungsergebnisse DISK-Gitter
3.2.1. Verhaltensbeobachtung
3.2.2. Ergebnisstabelle
3.2.3. Interpretation der Ergebnisse

4. Begründung der angewandten Methoden

5. Diskussion

6. Förderung

7. Reflexion aller Schritte der Fallarbeit

Literaturverzeichnis

1. Vorinformationen

Zunächst wird das anonymisierte Untersuchungskind beschrieben (1.1.), wesentliche Vorinformationen zum Untersuchungskind und dessen Eltern dargestellt (1.2.), eine Fragestellung abgeleitet und Hypothesen formuliert (1.3.), die das Ziel verfolgen, am Ende der Arbeit föderative Maßnahmen zu entwickeln.

1.1. Anonymisierte Personenbeschreibung

Das weibliche Untersuchungskind J. ist 14 Jahre alt und besucht die 8. Klasse eines städtischen Gymnasiums im Bundesland Brandenburg. Sie hat eine zwölf Jahre ältere Schwester. Gemeinsam wohnen sie mit den Eltern und den Großeltern in einem Haus in ländlicher Gegend.

Die Mutter ist in der Patientenaufnahme eines städtischen Krankenhauses angestellt und der Vater angestellter Monteur für Heizungstechnik. J. hat einen geregelten Tagesablauf und kommt aus einem sozial gefestigten Elternhaus.

Eine zentrale Bezugsperson neben den Eltern und der großen Schwester ist der Großvater. Dies konnte ich aus dem Gespräch mit der Mutter entnehmen. Als J. noch ein Kleinkind war, war der Großvater der Erste, der J. laufen sah und auch derjenige, der sie täglich in den Kindergarten brachte und von dort wieder abholte, da die Eltern berufstätig sind.

Beide Kinder, so haben es mir die Eltern unabhängig voneinander bestätigt, wurden wie Einzelkinder erzogen. Die Aussage des Vaters bringt es auf den Punkt: „T. hat die Mappe abgelegt und J. hat sie aufgesetzt“.

1.2. Erstgespräch

Das Vorgespräch mit J. und ihren Eltern führte ich am Sonntag, den 08. Juni 2013 auf dem Grundstück des Familienhauses. Meinen ur-sprünglichen Plan, das Vorgespräch zunächst mit den Eltern zu führen, musste ich kurzer Hand ändern, da diese noch mit häuslichen Verpflichtungen beschäftigt waren. So begann ich das Erstgespräch mit dem Untersuchungskind.

Während des Interviews war ihre große Schwester anwesend. Eingangs fragte diese jedoch, ob sie uns allein lassen solle. Ich überließ der Probandin die Entscheidung. Diese verneinte die Frage.

Wir saßen draußen auf dem Hof unter dem Carport und nahmen die Kaffee-Mahlzeit ein. Anfangs erzählte ich der Probandin aus welchen Gründen ich eigentlich da sei: In der Lehramts-Ausbildung sollen wir einen Einblick in die Beratung, Diagnostik und Förderung bekommen und an einem Schulkind eventuelle schulische Defizite ermitteln, die mithilfe wissenschaftlich standardisierter Tests entdeckt werden und wir Lehramts-Studenten nach Möglichkeit auch Beratungs- und Förderungsmaßnahmen vorschlagen, um die ermittelten schulischen Defizite zu beheben bzw. verringern. Damit diese entdeckt werden, ist es zunächst wichtig, ein Interview (das sogenannte Erstgespräch) mit ihr und ihren Eltern zu führen.

In diesem Erstgespräch stellte ich der Probandin Fragen zu sieben Themenkomplexen. Diese waren: Soziales Umfeld und Freunde der Probandin, Schule, allgemeine Schulleistungen, Interessen und Hobbies, typischer Tagesablauf (Woche und Wochenende), Berufswunsch mit Begründung sowie Vorbilder mit Begründung. Das Interview mit den Eltern bestand aus vier Themenkomplexen: Familienkonstellation, Wohnsituation, Sozialstatus und spezielle Fragen zum Untersuchungskind J.

In einem weiteren Schritt sollen die Inhalte und Ergebnisse der beiden Interviews zielorientiert zusammengefasst werden.

Insgesamt kann die Gesprächssituation als zufriedenstellend einge-stuft werden, trotz der Tatsache, dass im Laufe des Interviews die Großeltern zu uns an den Tisch kamen und einige Worte mit der großen Schwester wechselten. Weiterhin war die ganze Zeit der Springbrunnen des Teiches an, welcher sich direkt hinter dem Carport befindet und Wasser ins Fischbecken fließen ließ.

Die Probandin war anfangs etwas nervös. Das äußerte sich in ihrer Gestik (stets Ärmel hoch und runter schieben) und anhand ihrer knappen Aussagen zum ersten Themenkomplex. Danach zeigte sie sich nach meinem Empfinden aufgeschlossener und erzählte mir mehr über sich. Unter anderem fragte ich sie, welche Stellung sie in ihrer Klasse hätte. Diese sei sehr unterschiedlich, so ihre Ausführungen. Vor allem stufe sie sich als Mitläuferin ein; wenn es aber um Gruppenarbeit u. Ä. ginge, übernehme sie gern die Rolle des Anführers und bestimme schon mal den Ton. Sich durchzusetzen falle ihr leicht (Vgl. ebd.). In der Klasse habe sie die Aufgabe für organisatorische Dinge übernommen, d.h. Einholen von Unterschriften der Lehrer für bestimmte Anlässe (wie Projekttage etc.). Auch das Geldeinsammeln von Mitschülern gehöre zu ihren Aufgaben. Es komme des Öfteren vor, „Schülern hinterherzurennen“, die das Geld für bestimmte Aktivitäten noch nicht bezahlt hätten (ebd.). Trotz dieser Aufgabe verstehe sie sich mit ihren Klassenkameraden gut. „Wir sind alle ein gemeinschaftliches Team“ (ebd.). Dies sei in der 7. Klasse noch nicht der Fall gewesen (ebd.).

In der Schule ist sie nach eigenen Aussagen eine Schülerin mit zufriedenstellenden Leistungen. Dieser Auffassung ist auch ihr Vater. Die Mutter ist anderer Meinung. Das Lieblingsfach der Probandin ist Sport. Die Ausführungen zu ihren Hobbies bestätigen diese Aussage. In ihrer Freizeit gehe sie Tanzen, jogge regelmäßig mit ihrem Hund und führe weitere sportliche Aktivitäten aus. Darüber hinaus höre sie gern Musik und sänge. Ihre beste Freundin, die nicht in derselben Klasse wie die Probandin ist, teile ihr Tanzhobby. Sie verbringe, nach Möglichkeit viel Zeit mit ihren Freunden vom Tanzen, v. a. aber mit ihrer besten Freundin. Ein regelmäßiges Treffen sei mit zeitaufwendiger Organisation verbunden. Da die Probandin und ihre Freunde in verschiedenen Orten leben und keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stünden, seien entweder die Eltern oder die große Schwester der Probandin bzw. die Eltern ihrer Freunde eingebunden, um sich treffen zu können.

Neben ihrem Lieblingsfach Sport habe sie nach eigenen Aussagen auch Fächer, in denen sie Probleme habe und Defizite aufweise. Hier sei an erster Stelle das Fach Mathematik zu nennen. Dies wurde mir im Interview mit den Eltern ebenfalls bestätigt. In der vorliegenden Arbeit soll daher das evtl. mathematische Defizit den Schwerpunkt bilden.

1.3. Fragestellung der Untersuchung

Wie eingangs angeführt, erzielt das Mädchen überwiegend gute Schulleistungen. Die Ausnahme liegt im Fach Mathematik. Das Zeugnis des ersten Halbjahres der Jahrgangsstufe 8 bestätigt dies.

Nach Aussagen des Mädchens liege das Problem darin, dass ihre Fachlehrerin den Unterrichtsstoff nicht schülergerecht vermittle. Zudem sei die Lehrerin des Öfteren wochenlang krank geschrieben. Die Gründe für die Krankschreibung seien J. nicht bekannt.

Bei Mathematik-Vertretungsstunden anderer Lehrer sei J. nach eigenen Aussagen motiviert und melde sich ständig im Unterricht. Sobald sie mit ihrer regulären Lehrerin das Fach verbringt, sinke ihre Motivation. Aus diesen Gründen hat J. versucht – und ihre Eltern hätten sie dahingehend unterstützt – ihre Defizite in Mathematik zu verringern, indem sie ihren Cousin um Nachhilfe bat. Nach regelmäßigen Treffen verbesserten sich einerseits ihre schulischen Leistungen im Fach und andererseits das Verständnis für den behandelten mathematischen Unterrichtsstoff. Seit einiger Zeit müsse sie allerdings auf die Nachhilfe ihres Cousins verzichten, da dieser beruflich stark eingebunden sei. Nunmehr habe sie, unter Mithilfe ihrer Eltern, Nachhilfeunterricht bei einem männlichen Mitschüler, der die Jahrgangsstufe 12 besucht. Die Resultate seien nach eigenen Aussagen wenig zufriedenstellend.

Aus den o.g. Faktoren lässt sich daher folgende Fragestellung formulieren:

Worin liegen bei dem vierzehnjährigen Mädchen die mathematischen Defizite?

Um eine Antwort auf die Fragestellung zu finden, werden zwei Hypothesen abgeleitet, die es am Ende der Arbeit zu verifizieren bzw. falsifizieren gilt:

(1) Das Mädchen verfügt im Fach Mathematik über einen gering ausgeprägten Motivationsgrad.
(2) Eine Ursache für die Defizite im Fach Mathematik ist bereits beim basalen Lernstoff der Grundschulmathematik zu finden.

2. Theoretische Einordnung der Fragestellung

Zunächst gilt es, die Fragestellung der Untersuchung theoretisch einzuordnen.

Unter dem Begriff des Selbstkonzepts wird das selbstbezogene Wissen verstanden. In der Forschung wird allerdings zwischen rein deklarativen Selbstwahrnehmungen und affektiven, eher emotionalen Komponenten unterschieden, welche als Folge des Selbstkonzepts aufzufassen sind. Diese sind daher begrifflich vom Selbstkonzept abzugrenzen und bilden Aspekte des Selbstwerts (Vgl. Dresel/Lämmle 2011: 106). Das schulische Selbstkonzept kann daher „[…] als die Gesamtheit der Gedanken über die eigenen Fähigkeiten in schulischen Leistungssituationen“ definiert werden (Schöne et al. 2003: 4). Die Entwicklung eines solchen selbstbezogenen Wissens erfolgt im Verlauf der Schulzeit (Vgl. Hesse/Latzko 2011: 143), wodurch davon ausgegangen werden kann, dass das Selbstkonzept von J. weiterhin Veränderungen unterliegt.

Das schulische Selbstkonzept ist durch verschiedene Bezugsnormen gekennzeichnet, welche sich zeitgleich aber dennoch in unterschiedliche Intensität entwickeln: die soziale, individuelle und kriteriale Bezugsnorm. Die soziale Referenz beschreibt die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten in Dependenz zu einer sozialen Gruppe, beispielsweise der Schulklasse (Vgl. Schöne et al. 2003: 16). Die Probandin konnte im standardisierten Test DISK-Gitter angeben, wie sie sich im Vergleich zu ihrer Klasse einschätzt. Hesse und Latzko weisen jedoch darauf hin, dass die individuellen Einschätzungen nicht mit tatsächlichen Begabungen und Fähigkeiten übereinstimmen müssen. Die kriteriale Bezugsnorm reflektiert ein objektives Gütekriterium, beispielsweise einen Vergleich zu den tatsächlich geforderten Leistungen einer Klassenstufe oder dem Maßstab des realen Lehrplans bzw. der Bildungsstandards. Die drittgenannte Bezugsnorm stellt den individuellen Vergleich dar, bei dem das Fähigkeitsselbstkonzept in den zeitlich differenten Rahmen früher und gegenwärtig eingebettet ist (Vgl. Schöne et al. 2003: 11). Nach Buff ist ein zentraler Aspekt für das Leistungshandeln in der Schule die Überzeugung, mit den eigenen Kompetenzen Anforderungen bewältigen zu können (Vgl. Buff 1991: 101). Dieses Wissen scheint bei J. gegeben zu sein, indem sie angibt eine gute Schülerin zu sein. Sie schätzt ihre Fähigkeiten in den Fächern Englisch, Geschichte, Deutsch, Biologie und Physik relativ hoch ein, was es ermöglicht, sich hohe Ziele zu setzen und sich viel zuzutrauen. Allerdings bildet hier die Ausnahme das Fach Mathematik. In diesem Fall schätzt sie sich überdurchschnittlich negativ ein. Eine solche negative Motivationshaltung zum Fach Mathematik korreliert daher auch mit dem Fähigkeitsselbstkonzept, wodurch solche Lerner keine besseren Schulleistungen zeigen, als jene, die ein höher ausgeprägtes Fähigkeitsselbstkonzept aufweisen (Vgl. Hesse/Latzko 2011: 143). Aus diesem Grund soll zur Überprüfung der Leitfrage die standardisierten Tests DISK-Gitter und BASIS-Math 4-8 eingesetzt werden. Ersterer dient zur Überprüfung der Motivationshaltung ge-genüber den Fächern (insbesondere Mathematik). Letzterer überprüft, worin grundlegende mathematische Verständnisschwierigkeiten liegen, mit dem Ziel, sie beheben zu können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Dokumentation einer Fallarbeit unter Einsatz der standardisierten Tests DISK-Gitter und BASIS-Math 4-8
Hochschule
Universität Leipzig  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Die Lehrkraft als Diagnostiker und Berater
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V279172
ISBN (eBook)
9783656744726
ISBN (Buch)
9783656744702
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dokumentation, fallarbeit, einsatz, tests, disk-gitter, basis-math
Arbeit zitieren
Tim Mittelstraß (Autor), 2013, Dokumentation einer Fallarbeit unter Einsatz der standardisierten Tests DISK-Gitter und BASIS-Math 4-8, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279172

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Dokumentation einer Fallarbeit unter Einsatz der standardisierten Tests DISK-Gitter und BASIS-Math 4-8


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden