Generationsbeschreibungen in der Moderne

Vom wissenschaftlichen Konzept zum Kassenschlager


Bachelorarbeit, 2014

50 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Generation – ein facettenreicher Begriff

3 Klassiker der Generationenforschung
3.1 Karl Mannheim
3.2 Shmuel Eisenstadt
3.3 Norman Ryder
3.4 Kohorte, Altersgruppe, Generation

4 Moderne
4.1 Sozialer Wandel
4.2 Technischer Wandel

5 Generationen der Moderne
5.1 Generation Golf
5.2 Eine Trendwende in der Generationenforschung

6 Die Informationsgesellschaft
6.1 Mediengeneration
6.2 Gibt es die Mediengeneration?

7 Synthese

8 Implikationen für die Generationenforschung

9 Fazit

Literatur

Abstract

In der beschleunigten Zeiterfahrung der Moderne avancieren Generationen zu einem wirkmächtigen Schlagwort der Sinnzuschreibung. Sie erlauben es, dass sich die Individuen in den Prozess des sozialen Wandels verorten und ihre persönliche Biographie mit dem gesellschaftlichen Zeitablauf verbinden können. Vor dem Hintergrund der Vielzahl an Generationsbeschreibungen in den Massenmedien drängt sich die Frage nach dem Sinn und Unsinn solcher Etikettierungen auf. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Bedeutungszuwachs des Generationsbegriffs und stellt dabei die Frage, inwiefern makro-strukturelle Veränderungen auch auf das wissenschaftliche Konzept der Generationenforschung einwirken. Exemplarisch werden hier die „Generation Golf“ sowie die „Mediengeneration“ hinsichtlich ihrer Übereinstimmungen und Differenzen mit Karl Mannheims Paradigma überprüft, um anschließend Implikationen für die Generationenforschung aufzustellen.

1 Einleitung

Ich bin 20, einer ganzen Generation geht es ähnlich.

Pornos, Gruppensex- alles schon mal dagewesen.

Wir haben Philip Roth 10 Jahre danach gelesen.

Unsre Eltern kiffen mehr als wir, wie soll man rebellieren?

Egal wo wir hinkommen, unsre Eltern war‘n schon eher hier.

Wir sind geboren im falschen Jahrzehnt.

Und wir sitzen am Feuer, hören zu was die Alten erzählen.

Kraftklub – Zu jung (2010)

Die Generationssemantik ist heutzutage in der öffentlichen Wahrnehmung präsenter denn je. Im Jahr 2005 veröffentlicht der ZEIT-Autor Matthias Stolz einen Artikel, in dem er die zeitgenössischen Schulabgänger anhand der von ihm prophezeiten Zukunft auf dem Arbeitsmarkt als „Generation Praktikum“ bezeichnet (Stolz 2005). Im Jahr darauf erreichte dieser Begriff bei der Wahl zum Wort des Jahres den zweiten Platz (Gesellschaft für deutsche Sprache 2006). In der Arbeitswelt hingegen sprechen die Personalmanager von der „Generation Y“, die sie als „qualifiziert, selbstbewusst und extrem anspruchsvoll“ (Buchhorn und Werle 2011: 1) beschreiben. Von der „Generation Afghanistan Einsatz“ ist in dem von der Bundesregierung finanzierten Magazin „Außenpolitik und Zeitgeschichte“ zu lesen, mit der das einheitliche Erleben der in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten näher bestimmt werden soll (Seiffert 2013)[1]. „Generation Bushido“ lautet die Schlagzeile der Boulevardzeitung BILD am 11.01.2014, unter der sie eine Verbindung zwischen öffentlichen Gewaltakten von Jugendlichen und dem angeblichen Nacheifern ihrer Rap-Idole herzustellen versucht (BILD 2014). In dem oben zitierten Liedtext „ Zu jung“ der Musikgruppe Kraftklub wird ebenfalls auf eine Generationssemantik zurückgegriffen, in der sie eine „zahnlose“ Generation beschreiben, die sich nicht in der Lage fühlt, eine gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen (Kraftklub 2010). Bereits ein oberflächlicher Blick auf die öffentlichen Medien verdeutlicht, dass der Generationsbegriff mittlerweile eine inflationäre Benutzung erfährt und für „nahezu jede Form historischer Neu-Orientierung beansprucht wird“ (Herma 2009: 69). Doch was versucht der Generationsbegriff zu beschreiben? Nach einer klassischen Definition von Wilhelm Dilthey bedeutet „Generation“:

"Diejenigen, welche in den Jahren der Empfänglichkeit dieselben leitenden Einwirkungen erfahren, machen zusammen eine Generation aus. So gefasst, bildet eine Generation einen engen Kreis von Individuen, welche durch Abhängigkeit von den selben großen Tatsachen und Veränderungen, wie sie im Zeitalter ihrer Empfänglichkeit auftraten, trotz der Verschiedenheit anderer hinzutretender Faktoren, zu einem homogenen Ganzen verbunden sind" (Dilthey [1875] 1957: 37).

Die Vielfalt und gleichzeitige Differenz in der medialen Verwendung des Generationsbegriffs lässt erkennen, dass dessen wissenschaftliche Handhabung eine terminologische Präzisierung erfordern müsste. Hier stößt man jedoch auf einen paradoxen Tatbestand, der den Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit bildet: Zwar erfreut sich der Generationsbegriff eines kontinuierlich wachsenden Interesses, doch wie Bernhard Giesen (2003: 59) anmerkt, steht in „merkwürdigem Gegensatz zu dieser intellektuellen Popularität des Begriffs […] sein Mangel an Klarheit“.

Die vorliegende Arbeit wird diesen sozialen Tatbestand näher beleuchten und untersuchen, was die Gründe für die enorme Inflation der Begriffsverwendung sind. Dabei werden die zwei bekanntesten populärwissenschaftlichen Generationsporträts – die „Generation Golf“ und die „Mediengeneration“[2] – im Fokus dieser Arbeit stehen, um aufzuzeigen, wie sich ein sozialisations-orientierter und ein technologiebasierter Begriff von den bisherigen politischen Generationen der (Nach-)Kriegszeit unterscheidet. Dies soll vor allem vor dem Hintergrund der Forschungshistorie geschehen, um anschließend zu überprüfen, inwiefern es sich bei der „Generation Golf“ und der „Mediengeneration“ noch um Generationsbegriffe im wissenssoziologischen Sinne von Karl Mannheim (1964) handelt. Um auf eine unsaubere Benutzung des Generationsbegriffs hinzuweisen, werden Quellen an den entsprechenden Stellen mit dem redaktionellen Hinweis „[sic!]“ gekennzeichnet.

Für die Ausarbeitung einer begrifflich sauberen Terminologie, ist es zunächst notwendig, die zentralen Theoretiker der Generationenforschung in ihren begrifflichen Unterschieden zu differenzieren und zu diskutieren. Anschließend werden die zentralen Folgen des sozialen Wandels des 20. Jahrhunderts erläutert, um aufzuzeigen, inwiefern der Individualisierungsschub der Gesellschaft und der disruptive Charakter technischer Innovationen Einfluss auf die Verwendung des Generationenkonzepts haben. Darauffolgend wird eine konstruktivistische Trendwende anhand der „Generation Golf“ exemplifiziert. Um die Generation Golf mit der Mediengeneration zu kontrastieren, werden zunächst die jüngsten sozialen Transformationsprozesse hin zu einer „Informations- und Wissensgesellschaft“ (Faßler 2001) näher beleuchtet, welche die Basis der medialen Beschwörung der „Mediengeneration“ liefern. Im Anschluss daran werden unter der Verwendung der Mannheim’schen Generationsrezeptur als Kontrastmittel die Generation Golf und die Mediengeneration miteinander verglichen und auf ihre Konsistenz geprüft. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen lassen sich schließlich spezifische Implikationen für die Generationenforschung ableiten, welche von einem abschließenden Fazit abgerundet werden.

2 Generation – ein facettenreicher Begriff

Das Zusammenspiel der Themen „Generationen“ und „sozialer Wandel“ erfährt derzeit nicht nur in den Sozialwissenschaften, sondern auch in der Literatur, in den Massenmedien sowie in verschiedenen Themenfeldern wie der Familien-, Bildungs- oder Sozialpolitik eine wachsende Aufmerksamkeit. Es ist die Sprache vom „Generationenvertrag“ in der Rentenpolitik, von der Kriegs- und Nachkriegsgeneration oder von den „68ern“. Darüber hinaus hat sich die Generationssemantik auch längst auf die technischen Innovationen ausgedehnt. So wird von der „nächsten Generation“ eines Produkts gesprochen, wenn auf die neusten technologischen Errungenschaften verwiesen wird (vgl. Zinnecker 2002: 83).

Trotz ihrer Reichweite decken sich die generationellen Argumentationsmodelle in ihrem Verweis auf die bivalente Grundstruktur: „Generation“ verweist sowohl auf Wandel als auch auf Kontinuität (vgl. Jureit 2006: 7). Sie stiftet Verbindungen und stellt als Sammelbecken verschiedenster Projektionsflächen ein Mittel verständlicher, reziproker Kommunikation dar. Wenn von Generationen die Rede ist, entstehen spontane Assoziationen, die suggerieren, dass das Gegenüber weiß, wovon gesprochen wird, und trotz oder gerade wegen der definitorischen Unschärfe den Sinngehalt der Aussage versteht. So gesehen dient der Generationsbegriff geradezu vorbildlich der Komplexitätsreduktion moderner Gesellschaften. Er befindet sich längst mit funktional äquivalenten Strukturierungskategorien wie „Stand“, „Klasse“ oder „Schicht“ auf Augenhöhe (vgl. Jureit und Wildt 2005: 8) oder hat diese bereits ersetzt (vgl. Niethammer 2009: 27). Seine Qualität liegt in der Positionierung: In einer Mittellage zwischen konkreter Gruppe und Gesellschaft kann er kollektive Identifikationsbedürfnisse bedienen, welche „im Unterschied zu anderen Kollektivgrößen nicht als vollkommen anonym empfunden werden“ (Jureit 2013: 39).

Der nebulöse Charakter des Generationsbegriffs macht es möglich, dass er von einer Bandbreite unterschiedlicher Fachrichtungen auf verschiedene Art verwendet werden kann: So dominiert im pädagogisch-psychoanalytischen Bereich ein familiäres Generationsverständnis, „bei dem das konkrete Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, im weiteren Sinne die verwandtschaftlichen Beziehungen innerhalb von Großfamilien im Mittelpunkt stehen“ (Jureit 2006: 10). Die Familie bildet den Ausgangs- und Orientierungspunkt, von der Sozialisations-, Tradierungs- und Erziehungsleistungen ausgängig sind. Hier stehen Thematiken der intergenerationalen Wissensweitergabe im Vordergrund. Im Gegensatz zu dieser vertikalen Auffassung beschäftigen sich politologische, historische und soziologische Forschungspraktiken mit einem horizontal strukturierten Generationsverständnis, welches generationelle Vergemeinschaftung als altersspezifische Deutungseinheiten begreift (vgl. ebd.). Generationen werden aus dieser Perspektive als Kollektive betrachtet, deren Bezugsgröße nicht die Familie, sondern die Gesellschaft darstellt. Des Weiteren gibt es erste Ansätze in der Migrationsforschung, in Studien zu Erinnerungskulturen und psychoanalytische Generationstheorien, die versuchen familiale und gesellschaftliche Generationsmodelle miteinander zu verknüpfen (vgl. ebd.).

Aber Generationen existieren nicht einfach. Sie müssen als Produkte von Kommunikation gedacht werden. Um ihnen eine Gestalt zu geben und Homogenität zu suggerieren, ist es notwendig, quantitative mit qualitativen Verfahren zu kombinieren: Generationen setzen eine ungefähre zeitliche Bestimmbarkeit voraus, für deren Bezugsgröße oftmals das Geburtsjahr verwendet wird. Außerdem wird ein Erlebnis als bedeutsame Erfahrung festgelegt, welche in Form eines Narratives die Generationsgestalt performativ evoziert. Der Dreiklang lautet folglich zählbar, erzählbar und sichtbar zu sein (vgl. Bohnenkamp 2009: 87). Die Kriegsjugendgeneration beispielsweise ist in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts geboren und verarbeitet, geprägt von den Erlebnissen des ersten und zweiten Weltkriegs, ihre Erfahrungen in schriftlicher oder mündlicher Form zu einem Narrativ, womit sie ihre Einzigartigkeit sichtbar hervorhebt (vgl. Wildt 2002: 23ff). Auf diese Weise kann der Begriff der Generation dazu dienen, „kollektive oder individuelle Akteure hinsichtlich ihrer sozial-zeitlichen Positionierung in einer Gesellschaft, einem Staat, einer sozialen Organisation oder einer Familie zu charakterisieren und ihnen eine spezifische Identität (eine ‚Generationsidentität‘) zuzuschreiben“ (Lüscher 2005: 57).

3 Klassiker der Generationenforschung

Das Konzept altersähnlicher Kollektive findet sich bereits bei zwei Klassikern der Soziologie. Émile Durkheim stößt bei seinen Untersuchungen zu Industriegesellschaften (Durkheim [1893] 1977) vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Lebensumstände, Erfahrungen, Regeln und Interessen auf eine wachsende Entfremdung zwischen Jungen und Alten. Aus der Individualisierung und zunehmenden Mobilität der Jugend folgt der Zusammenbruch der sozialen Kontrolle durch die Alten.

„Die Solidarität der Zeiten wird weniger gespürt, weil sie keinen materiellen Ausdruck im beständigen Kontakt der einander folgenden Generationen mehr hat. […] Einmal geschlagen, entwickelt sich dieser Schwächekeim mit jeder Generation mehr“ (Durkheim 1977: 336).

Georg Simmel streift die Generationsthematik ebenfalls, wenn er feststellt, dass in einer modernen, individualisierten, von der „Philosophie des Geldes“ (Simmel [1900] 1977) durchdrungenen Gesellschaft das Individuum einen Freiheitsgrad erreicht hat, bei dem die Familie Kontroll- und Schutzfunktion abgegeben hat. Die gesellschaftlich-kulturelle Kontinuität ist nur dank des sukzessiven Charakters von Generationswechseln nicht gefährdet. Ansgar Weymann kommentiert dies in Bezug auf Simmel folgendermaßen:

„Würden die Generationen sich als geschlossene Altersgruppen auflösen, wäre die Kontinuität moderner Gesellschaften aufgrund der großen Verschiedenheiten der Generationen und der starken Individualisierung ihrer Mitglieder gebrochen“ (Weymann 2000: 39).

Obwohl Durkheim wie auch Simmel ein Kollektiv von Gleichaltrigen als sozialen Akteur verstehen, haben beide kein ausformuliertes Generationenkonzept entwickelt. Diese Leistung sollte Karl Mannheim vorbehalten sein, der abseits vom Konzept der Abstammungsgeneration und des Lebensalters mit dem Theorieentwurf der historischen Generationen einen neuen Begriffstypus schuf, der bis heute den wichtigsten Ausgangspunkt der Generationenforschung bildet. Aufgrund seiner erstmaligen Verknüpfung von Generationswechsel und sozialem Wandel, bezeichnet die Soziologin Beate Fietze Mannheims Aufsatz „Problem der Generationen“ ([1923] 1964) als „de[n] reichhaltigste[n] und elaborierteste[n] Theorieentwurf, der Mannheims Sonderstellung als Klassiker der Generationssoziologie begründet“ (Fietze 2009: 16). Zur weiteren Begriffsdifferenzierung werden auf Mannheims Generationskonzept aufbauend im weiteren Verlauf der Arbeit Shmuel Eisenstadts Ansatz der Altersgruppen sowie Norman Ryders Kohortenkonzept vorgestellt.

3.1 Karl Mannheim

Das von Mannheim in seinem paradigmatischen Aufsatz entwickelte Generationenkonzept entstammt sowohl der Wissenssoziologie als auch der Phänomenologie und identifiziert Generationen als Triebkräfte für gesellschaftliche Umwälzungen. Anders als vorangegangene Ansätze begreift Mannheims Konzept Generationen als kollektive Akteure oder kulturelle Träger sozialer Transformationsprozesse. Dadurch schafft er mit dem Generationsbegriff ein weiteres idealtypisches Konstrukt, neben den bereits etablierten Ansätzen der sozialen Klasse, Schicht, Ethnizität oder Konfessionszugehörigkeit (vgl. Becker 1997: 10; Herma 2009: 70; Mannheim 1964: 528). Die begrifflichen Eckpfeiler seiner Generationstheorie bilden die aufeinander aufbauenden Termini Generationslagerung, Generationszusammenhang und Generationseinheiten.

Die Bezeichnung der Generationslagerung wurde von Mannheim in Anlehnung an den Begriff der Klassenlage entwickelt. Er versteht darunter eine schicksalsmäßig verwandte Lagerung von Individuen im biologisch-rhythmischen Gefüge der jeweiligen Gesellschaft, fundiert durch Leben und Tod, begrenzte Lebensdauer und Altern. Anders formuliert attestiert er eine gefühlte Verbindung zwischen nahe liegenden Geburtenjahrgängen. Demzufolge ist man einzig „durch die Zugehörigkeit zu einer Generation, zu ein und demselben ’Geburtenjahrgang‘ […] im historischen Strome des gesellschaftlichen Geschehens verwandt gelagert“ (Mannheim 1964: 527). Dabei ist es sekundär, ob sich die Individuen dieser bewusst zuordnen oder dieser Zuordnung gegenüber unwissend sind. Die Generationslagerung bietet einen Fundus aus Chancen des gleichen Erlebens, Handelns sowie ähnlichen Auffassungsweisen und Reaktionsarten (vgl. Bude 2010: 428). Im Hinblick auf die Klassenlage stellt Mannheim fest, dass der Realitätszugang der Individuen im Falle der Generationsl agerung dieselben in noch stärkerem Maße betrifft, denn „anders als im Falle der Klassenlagerung kann ein Individuum seiner Generationslagerung nicht durch sozialen Auf- oder Abstieg entkommen“ (Fietze 2009: 74).

Der Begriff der Generationslagerung bildet die Grundlage für Mannheims Formulierung des Schlüsselbegriffs seines Generationskonzeptes: den Generationszusammenhang. Während er eine verwandte Generationslagerung als einen sozialen Tatbestand begreift, in dem Individuen in derselben historisch-sozialen Einheit geboren wurden und potentiell an einem gemeinsamen Erlebniszusammenhang partizipieren können, geht der Begriff des Generationszusammenhangs darüber hinaus und beinhaltet die tatsächliche Partizipation an gemeinsamen Erlebnissen.[3]

„Nun ist aber der Generationszusammenhang noch mehr als die so umschriebene bloße Präsenz in einer bestimmten historisch-sozialen Einheit. Irgendeine konkrete Verbindung muss noch hinzukommen, um von einem Generationszusammenhang sprechen zu können. Diese Verbundenheit könnte man kurzweg eine Partizipation an den gemeinsamen Schicksalen dieser historisch-sozialen Einheit bezeichnen“ (Mannheim 1964: 542).

Mannheim spricht an dieser Stelle von dem „ Aktivwerden der in der Lagerung schlummernden Potentialität “ (ebd.: 550; Hervorhebung im Original). Hier wird wieder die Analogie zum Modell der sozialen Klasse ersichtlich: Während die Generationslagerung in marxistischer Terminologie mit einer „Klasse an sich“ gleichgesetzt werden kann, so lässt sich der Generationszusammenhang als eine „Klasse für sich“ interpretieren (vgl. Lüscher 1993: 18). Das erste ist eine an äußeren Merkmalen orientierte Zuordnung, das zweite bedarf ein Bewusstsein, aus dem sich ein Gefühl der Gleichartigkeit und der Zusammengehörigkeit ergibt. Generationen sind also nicht nur Gemeinschaften, die unter ähnlichen Bedingungen sozialisiert wurden, sondern sie haben auch die gleichen entscheidenden Ereignisse erlebt, die für ihren Zusammenhalt und ihre Orientierung bedeutsam sind.

Innerhalb dieser Schicksalsgemeinschaften können anschließend die besonderen Generationseinheiten entstehen, die dadurch charakterisiert sind, dass sie ein einheitliches Reagieren der Individuen befördern (vgl. Mannheim 1964: 547). Gleichaltrige werden zu Gleichartigen. Dabei hebt er hervor, dass es durchaus der Fall sein kann, dass „im Rahmen desselben Generationszusammenhangs […] mehrere, polar sich bekämpfende Generationseinheiten“ entstehen können (ebd.). An dieser Stelle wird Mannheims Bezug auf die Theorie des Kunsthistorikers Wilhelm Pinder (1927) deutlich, der mit seinem Konzept zur „Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen“ in verschiedenen Disziplinen bekannt wurde. Mannheim benutzt Pinders Paradoxie, um die Parallelität von Generationen vor einem gemeinsamen zeitgeschichtlichen Hintergrund zu beschreiben. Generationen bilden so relational ein systematisches Geflecht, das von Ablehnung und Konkurrenz mitbestimmt ist (vgl. Zinnecker 2003: 42). Sie sind demzufolge vielmehr Problemeinheit und nicht Einheit der Lösung, wie Heinz Bude feststellt, wenn er schreibt:

„Nicht nur existieren immer verschiedene Typen innerhalb einer Generation, sondern vor allem werden in der Regel sich widersprechende Konsequenzen aus einer gemeinsam empfundenen Betroffenheit gezogen. So stößt man in der Achtundsechziger-Generation auf ‚Experimentalisten‘ wie Dieter Kunzelmann, ‚Hierarchisten‘ wie Horst Mahler und ‚Konsensualisten’ wie Rudi Dutschke, die in den verschiedenen Phasen der Bewegung ihre besondere Auftrittschance hatten […]“ (Bude 2000: 27).

Generationseinheiten sind also nicht als homogene Handlungsgemeinschaften zu verstehen, sondern als Formationen, welche das gleiche Problem auf unterschiedliche Weise interpretieren können. Sie sind nicht trotz, sondern wegen ihrer polarisierenden Disposition zu einem Kollektiv verbunden. Eine Generation ist demnach ein problemorientiertes soziales Phänomen, das sich nur unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen herausbildet. Nach Mannheim bedarf es „entscheidende[r] Kollektivereignisse“, welche mit ihrer kristallisierenden Wirkung die noch ungeformten Impulse in ihrer unsicheren Gestalt zu einem Zentrum attrahieren. Eine Generationseinheit konstituiert sich also nicht „von innen“ durch bloße Akkumulation von Wissen und Erfahrungen. Sie wird von außerhalb der Generationslagerung evoziert und findet ihren Impulsgeber in der Veränderung der Gesellschaft und ihrer Entwicklungsdynamik (vgl. Fietze 2009: 76). Der Zeitpunkt der Diskontinuität bleibt dabei unbestimmt. „Ob alle Jahre, alle 30 Jahre, alle 100 Jahre, ob überhaupt rhythmisch ein neuer Generationsstil zustande kommt, das hängt von der auslösenden Kraft des gesellschaftlich-geistigen Prozesses ab“ (Mannheim 1964: 553). Doch wie müssen die gesellschaftlichen Umstände hierfür beschaffen sein?

Mannheim beschreibt in seinem Aufsatz „Problem der Generationen“ eine Geschwindigkeitsskala gesellschaftlicher Umwälzungstempi. An einen Ende der Skala zeichnet sich eine soziale Transformation nur schrittweise ab, sodass die Kulturträger der nachfolgenden Geburtsjahrgänge den sozialen Wandel kontinuierlich verarbeiten können. Er bezeichnet diese Absorptionskraft im Austausch der Generationen unterhalb der Schwelle der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit als „soziale Elastizität“ (vgl. ebd.: 532). Am anderen Ende der Skala befindet sich ein Zustand von extrem beschleunigten sozialen Umwälzungen. Diese Umstände verhindern, dass die Individuen eine Chance haben, sich selbst eine altersspezifische und zugleich stimmige kulturelle Form zu geben. Auf der Suche nach einer generationalen Zugehörigkeit sind die Mitglieder dieser „Zwischengeneration“ gezwungen sich den vorausgegangenen oder nachfolgenden Generationszusammenhängen anzuschließen (vgl. Fietze 2009: 81). Im dritten von Mannheim beschriebenen Modus liegt ein Tempo des sozialen Wandels vor, welches die Konstitution von sogenannten historischen Generationen ermöglicht und fördert (vgl. Mannheim 1964: 543). Hier ist das Tempo weder zu langsam noch zu schnell, um aufkommende Veränderungen in einer Generationsgestalt verarbeiten zu können.

„Wenn gesellschaftlich-geistige Umwälzungen ein Tempo einschlagen, das den Wandel der Einstellungen dermaßen beschleunigt, dass das latent kontinuierliche Abwandeln der hergebrachten Erlebnis-, Denk- und Gestaltungsformen nicht mehr möglich ist, dann kristallisieren sich irgendwo die neuen Ansatzpunkte zu einem als neu sich abhebenden Impuls und zu einer neuen gestaltgebenden Einheit“ (Mannheim 1964: 550).

Kernthese Mannheims ist es also, dass mit der Beschleunigung des sozialen Wandels in modernen Gesellschaften die Generationslagerungen differenter werden (vgl. Weymann 1995: 370). Je unterschiedlicher die Generationslagerungen sind, desto unvereinbarer sind die kollektiven Erfahrungs- und Wissensbestände. Das Auftreten einer neuen Generation ist also unmittelbar mit dem Tempo gesellschaftlichen Wandels und damit mit dem Verlust der Anschlussfähigkeit sozialen Wissens verbunden. Folgt man diesen Überlegungen Mannheims, müsste aufgrund des stetig zunehmenden Tempos sozialer Transformationen in der Moderne die Konstitution von Generationen sogar unwahrscheinlicher werden, da sie nicht mehr ausreichend Zeit haben, sich an den gegebenen Veränderungen auszurichten (vgl. Zinnecker 2002: 72). Nach Mannheim kann sich eine neue Generation nur unter der Bedingung eines moderaten Umwälzungstempos konstituieren, da sie Gelegenheit braucht, auf die kulturellen Differenzen in Form von unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Interpretationsmustern hinzuweisen und sich davon abzugrenzen. Im Akt der Grenzziehung wird die Paradoxie der Gleichzeitigkeit der Ungleichzeitigkeit im Erleben unmittelbar erfahrbar. Mannheims Generationstheorie erklärt sozialen Wandel damit „nicht nur in der Zeit, sondern durch die Zeit“ (Fietze 2009: 43).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich Mannheims Generationstheorie als flexibles Instrumentarium handhaben lässt. Zwar koppelt er die generationellen Komponenten „Lebensalter“, „Geburtsjahr“ und „historisches Ereignis“ auf theoriegeleitetem Weg aneinander und reduziert zusätzlich die formative Phase auf die Jugendzeit, jedoch lässt die Art der Konzeptualisierung eine Varianz an Schwerpunktfestlegungen zu: So können beispielsweise abwechselnd die „Geburtsjahre (Kohortenzugehörigkeit) oder die Teilnahme am prägenden historischen Ereignis (Zeitzeugenschaft) in den Vordergrund gerückt werden. Was jeweils Thema, was Hintergrund der Deutung wird, kann wechseln“ (Zinnecker 2002: 76). Als Vertreter, der Mannheims Konzept mit einem Schwerpunkt auf die Komponente des Lebensalters weiterentwickelt hat, gilt der israelische Soziologe Shmuel Eisenstadt.

3.2 Shmuel Eisenstadt

Nachdem in der Zeit des Nationalsozialismus Mannheims Werke in Vergessenheit gerieten, war es Shmuel Eisenstadt, der im Kontext seiner Zivilisationstheorie mit dem Buch[4] „From Generation to Generation“ (Eisenstadt 1956) an Mannheim anknüpfte und hierdurch wieder in den wissenschaftlichen Fokus rückte. Eisenstadt überträgt die zu dieser Zeit neu gewonnene Aufmerksamkeit der Anthropologie und Ethnologie, Altersklassen in deren gesellschaftliche Funktion (Novizen, Krieger, Älteste) einzuteilen, in die Soziologie und schafft damit eine direkte Anschlussfähigkeit an die Generationsforschung (vgl. Fietze 2009: 47). „Dadurch erfährt die Generationssoziologie eine begriffliche Erweiterung, die über die bis zu diesem Zeitpunkt entwickelten Begriffstypen hinausgeht“ (Fietze 2009: 47). Mit Hilfe der analytischen Mittel des Parsons‘schen Strukturfunktionalismus untersucht Eisenstadt die Generationsthematik im interkulturellen Vergleich in Hinblick auf die Funktion und Disfunktion von Altersgruppen (vgl. Weymann 2000: 39).

Der Begriff der Altersgruppen fasst dabei altersähnliche Personen zu einer Statusgruppe abstrakter Gleichaltrigkeit zusammen, die somit über „den bloß statistischen Kohortenansatz hinausgeht und [mit] der Generationslagerung Mannheims vergleichbar ist“ (Gärtner 2013: 416). In Anlehnung an Talcott Parsons (1937) versteht Eisenstadt Alter nicht als deskriptives, sondern als askriptives Merkmal: „Wie Geschlecht, Klasse oder Ethnizität ist auch Alter ein soziales Merkmal, das den Individuen eine soziale Statusposition zuteilt“ (Fietze 2009: 49). Eisenstadts Interesse konzentriert sich auf die Frage, wie soziale Integration der nachwachsenden Altersgruppen auszusehen hat, um die Systemstabilität moderner Gesellschaften nicht zu gefährden. Zur Beantwortung dieser Frage lässt er der Altersgruppe der Jugend besondere Bedeutungskraft zukommen, da sie die Übergangsphase zwischen den familiären Zusammenhängen mit ihren vertraut erscheinenden Rollenerwartungen und der etablierten Welt der Erwachsenen mit ihren spezialisierten Rollenerwartungen bildet. Dieser intermediäre soziale Raum, in dem die Gruppe der Gleichaltrigen die Rollenbilder für den jeweiligen neuen Lebensabschnitt erlernen kann, ohne direkt an die Konsequenzen der Erwachsenenwelt gekoppelt zu sein, ist vor allem in modernen, individualisierten Gesellschaften aus der Perspektive der sozialen Integration nicht unproblematisch. Als psychosoziales Moratorium (Erikson 1980: 15) eröffnet sie den Jugendlichen in prädestinierter Weise Spielräume für abweichendes Verhalten (vgl. Eisenstadt 1966: 244ff).

Eisenstadt legt damit auf Basis des Strukturfunktionalismus eine Generationstheorie vor, in der das Verhältnis zwischen sozialem Wandel und Generation als Problem der Systemintegration konzipiert ist. Zwar versteht er Jugendgruppen als wichtigsten Kanal für Veränderung und Kreativität, jedoch ergänzt er, dass diese „zu Kanälen der völligen Auflehnung und Abweichung“ (Eisenstadt 1966: 336) tendieren können. Generationskonflikte werden hier als Konflikte altersspezifischer Statusgruppen, die um die gesellschaftliche Partizipation konkurrieren, diskutiert (vgl. Fietze 2009: 49). Dies kann nach Eisenstadt unter zwei Bedingungen auftreten: (1) In Sozialsystemen, in denen die angestrebten gesellschaftlichen Positionen von den vertrauten Zuordnungsmechanismen entkoppelt sind und dadurch eine volle Partizipation am sozialen System verwehrt wird, oder (2) in Gesellschaften, „in denen die Struktur der Familie oder der Abstammungsgruppe dem jüngeren Mitglied die Möglichkeit versperrt, innerhalb dieser Gruppe soziale Reife zu erlangen“ (Eisenstadt 1966: 50).

Generationskonflikte repräsentieren daher für Eisenstadt unter dem Gesichtspunkt der Systemstabilität das Versagen der Integrationsleistung (vgl. Gärtner 2013: 420). Mit der Konzipierung von Generationen als homogene Alters- bzw. Statusgruppen unterscheidet er sich klar von Mannheim, der diese als historisch-altersspezifische Problem- und Deutungszusammenhänge versteht.

3.3 Norman Ryder

Der dritte kanonisch rezitierte Beitrag in der Soziologiegeschichte des Generationsbegriffs bildet Norman Ryders Aufsatz „The Cohort as a Concept in the Study of Social Change“ aus dem Jahre 1965. Ryder integriert mit diesem Beitrag das in der Demographieforschung bekannte Kohortenkonzept in die Soziologie (vgl. Bude 2010: 423). Im Zentrum steht hier der mit statistischen Verfahren ermittelte Zusammenhang zwischen sozialem Wandel und dem demographischen Metabolismus[5]. In diesem Kontext interessiert Ryder sich vor allem für die Auswirkungen jenes Verhältnisses auf die verschiedenen Kohorten: „The new cohorts provide the opportunity for social change to occur. They do not cause change; they permit it” (Ryder 1965: 844).

Sein verwendeter Kohortenbegriff unterscheidet sich jedoch von dem üblichen Verständnis reiner Geburtskohorten. Unter dem Begriff der Kohorte versteht Ryder die Aggregation sämtlicher Individuen, die zum gleichen Zeitpunkt ein bestimmtes Lebensereignis erfahren (vgl. Bude 2010: 423). Dieses Ereignis kann die Geburt, der Eintritt in Sozialisationsinstitutionen wie die Schule, oder der Eintritt in die Arbeitswelt darstellen. Damit kommt er Mannheims Verständnis von Generationslagerung nahe. Durch die Behauptung, dass Mannheim bereits die Kohortenperspektive in die Soziologie eingeführt habe, wird deutlich, dass er sich als dessen Nachfolger begreift (vgl. Ryder 1965: 849).[6]

Eine solche Konzeptualisierung stattet den Kohortenbegriff mit einem analytischen Mehrwert aus, welcher die bis dahin in der empirischen Sozialwissenschaft üblichen Querschnittsanalysen um das Verfahren der Längsschnittuntersuchung ergänzt und damit neue Erkenntnischancen bietet (vgl. Fietze 2009: 52). Die Kohortenanalyse ist seitdem als methodische Grundlage generationssoziologischer Untersuchungen im wissenschaftlichen Diskurs fest etabliert. Die Konjunktur dieses Ansatzes ist vor allem der reduzierten Komplexität zu verdanken, da er sich auf die Aspekte von Mannheims Generationslagerung beschränkt und von weiteren theoretischen Implikationen zugunsten der quantitativen Messbarkeit absieht (vgl. Pietraß und Schäffer 2011: 325).

3.4 Kohorte, Altersgruppe, Generation

Um eine saubere Benutzung der oben eingeführten Begriffe zu ermöglichen, ist es zunächst notwendig den Generationsbegriff von scheinbar verwandten Bezeichnungen zu separieren. Auch in der Generationenforschung werden unter Umständen die terminologischen Unterscheidungen nicht klar getroffen, was zu einer Verunklarung der Sachlage führt. Der Altersgruppen- und der Alterskohortenbegriff werden fälschlicherweise oft synonym zu Generationen verwendet (vgl. Pietraß und Schäffer 2011: 325). Jeder dieser Begriffe bezieht sich zwar direkt oder indirekt auf die Alterssemantik, jedoch könnte ihre Bedeutung andersartiger nicht sein. Sie fokussieren jeweils unterschiedliche Bereiche bei der Beschreibung und Analyse von individuellem und kollektivem Handeln.

[...]


[1] Um Missverständnissen vorzubeugen, befindet sich im genannten Artikel ein ausdrücklicher Hinweis der Bundesregierung: „Die Ansichten und Meinungen im vorliegenden Beitrag sind ausschließlich diejenigen der Autorin und geben nicht notwendigerweise die Sicht oder die Auffassung des Bundesministeriums der Verteidigung wieder. Der Titel ist entlehnt bei: Sascha Brinkmann/Joachim Hoppe (Hrsg.), Generation Einsatz: Fallschirmjäger berichten ihre Erfahrungen aus Afghanistan, Berlin 2010“ (Seiffert 2013: 11).

[2] Der Begriff der Mediengeneration umfasst die im Diskurs konkurrierenden aber im Kern nahezu deckungsgleichen Begriffe „Generation Internet“ (Palfrey und Gasser 2008), „Netzgeneration“ (Hebecker 2001), „Generation @“ (Hartmann1999) und „digital natives“ (Prensky 2001a; Prensky 2001b), die alle die derzeitige Altersgruppe der Jugend als inhärent technologieaffin beschreiben.

[3] Als Beispiel zieht Mannheim hier die Jugendkohorten um 1800 heran, in dem er vergleichend feststellt, dass die im gleichen Zeitraum lebenden städtischen und ländlichen Jugendlichen sich zwar in derselben Generationslagerung befanden, jedoch nicht am selben Generationszusammenhang partizipiert haben. Währenddessen zum chronologischen Zeitpunkt die in Deutschland lebende Jugend keine gemeinsame Generationslagerung mit der chinesischen besaß (vgl. Mannheim 1964: 543).

[4] Die vorliegende Arbeit benutzt die deutsche Übersetzung „Von Generation zu Generation“ von 1966.

[5] Der demographische Metabolismus bezeichnet den kontinuierlichen Austausch altersgleicher Individuen durch Geburt und Tod.

[6] Mit der Schwerpunktsetzung auf den Zeitpunkt eines Ereignisses werden die für Mannheim entscheidende Komponente des Lebensalters und der bindenden Wirkung vernachlässigt. Ryder begreift sich selbst somit zu unrecht als Erbe Mannheims und muss als Entwickler eines neuen Ansatzes interpretiert werden, der nur stellenweise mit Mannheim vereinbar ist (vgl. Fietze 2009: 52).

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Generationsbeschreibungen in der Moderne
Untertitel
Vom wissenschaftlichen Konzept zum Kassenschlager
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
50
Katalognummer
V279182
ISBN (eBook)
9783656741749
ISBN (Buch)
9783656741558
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Generation, Mediengeneration, Generation Golf, Karl Mannheim, Generationenforschung, Generationssemantik, Generationskonzept
Arbeit zitieren
Benjamin Schlindwein (Autor), 2014, Generationsbeschreibungen in der Moderne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279182

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