Das Modul vermittelt Kenntnisse zur Grundlegung moderner europäischer Staatlichkeit und Politik seit dem 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Dabei geht es auch um die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Kräften und den jeweiligen Formen politischer Steuerung. Durch Typenbildung und Vergleich sowie durch historisch-exemplarische Einzelfallstudien soll das Verständnis der Studierenden für die historische Wandelbarkeit dieser Formen politischer Steuerung und gesellschaftlicher Koordination in Europa gefördert werden sowie ihre Fähigkeit zur Analyse solcher Prozesse.
Inhaltsverzeichnis
Kurseinheit 1: Absolutismus und Konstitutionalismus 1770-1830
1. Aufklärung, Revolution u. Restauration: Ideengeschichtliche Grundzüge 1770-1830
1.1 Die geistige Bewegung d. europ. Aufklärung
1.2 Die Revolutionsidee u. ihre polarisierende Wirkung
2. Verein, Klub u. Geheimbund: Parteiengeschichtliche Grundzüge 1770-1830
2.1 Politisierung d. Gesellschaft i. d. Aufklärung
2.2. Entstehung pol. Richtungen von Franz. Revo. bis zur Restauration
3. Probleme u. Schwerpunkte der Forschung
Kurseinheit 2: Liberalismus und Nationalismus 1830-1880
1. Zwischen sozialer und nationaler Frage: Ideengeschichtliche Grundzüge 1830-1880
2. Partei, Programm, Organisation: Parteiengeschichtliche Grundzüge 1830-1880
2.1. Die Parteienbildung bis zur Revolution von 1848/49
2.2. Die Parteienbildung ab der Jahrhundertmitte
3. Probleme und Schwerpunkte der Forschung
Kurseinheit 3: Imperialismus und Faschismus 1880-1930
1. Rechte u. linke Extreme: Ideengeschichtliche Grundzüge 1880-1930
2. Massenbewegung, Führer- u. Einheitspartei: Parteiengeschichtliche Grundzüge 1880-1930
2.1 Parlamentarismus u. Faschismus in Europa
2.2 Die politische u. Parteienentwicklung in Italien
2.3 Die Entwicklung im Dt. Kaiserreich u. in d. Weimarer Republik
3. Zentrale Fragen der Forschung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die historische Entwicklung politischer Organisationen, Parteien und weltanschaulicher Richtungen in Europa im Zeitraum von 1770 bis 1930. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich aus frühen Formen der Vereine und Geheimbünde moderne Massenparteien entwickelten und welche Rolle dabei soziale sowie nationale Fragen spielten.
- Ideengeschichtliche Ursprünge der Aufklärung und des Liberalismus
- Entwicklung des Parteiwesens von der Honoratioren- zur Massenpartei
- Verhältnis von Nationalismus zu anderen Ideologien wie Sozialismus und Konservatismus
- Strukturwandel politischer Systeme in Italien und Deutschland
- Ursachen für das Scheitern parlamentarischer Demokratien und der Aufstieg des Faschismus
Auszug aus dem Buch
2. Verein, Klub u. Geheimbund: Parteiengeschichtliche Grundzüge 1770-1830
Politisierung d. Gesellschaft i. d. Aufklärung. korporative Inst. wie Stände, Zünfte, Universitäten verloren ihre Bindekraft. Recht d. freien Assoziation genutzt, um Gesellschaften, Akademien, Vereine, Sozietäten zu gründen -> alles private Vereinigungen. Mitgliedschaft freiwillig und gleich. Vereinswesen übernahm elementare Ordnungsfunktionen. förderte demokr. Formen d. Willensbildung u. Bewusstsein für überregionale Zusammenhänge zw. Wirt. u. Pol. pol. Vereine zuvor durch Monopol d. absol. Staates verhindert.
Parteien = pol. Richtungsorganisation mit einer dauerhaften, statuarisch geregelten u. überregional aufgefächerten Orga.form; entstanden erst ab 1848/49. Voraussetzung für Übergang von pol. Verein zu Partei: Verein beruft sich auf freien Zugang u. freiwillige Mitgliedschaft, ohne ständische Einschränkungen. schriftlich fixierte pol. Programmatik. Selbstdarstellung u. Mitgliederwerbung in Öffentlichkeit. strebt Übernahme pol. Ämter zur Einflussnahme auf pol. Willensbildung an. dauerhafte Organisation. beteiligt sich an Wahlen u. strebt Vertretung im Parlament an. europ. Parteiwesen aus Ausgangspunkt in Vereinen!
Zusammenfassung der Kapitel
Kurseinheit 1: Absolutismus und Konstitulitonalismus 1770-1830: Dieses Kapitel behandelt die geistigen Grundlagen der Aufklärung sowie die Entstehung erster politischer Vereinigungen und Parteistrukturen.
Kurseinheit 2: Liberalismus und Nationalismus 1830-1880: Hier liegt der Fokus auf dem Strukturwandel der Parteien, der Ausdifferenzierung politischer Richtungen und der zunehmenden Bedeutung der sozialen Frage.
Kurseinheit 3: Imperialismus und Faschismus 1880-1930: Dieses Kapitel analysiert die Radikalisierung politischer Strömungen, den Parlamentarismus in Europa sowie den Aufstieg autoritärer Regime.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus, Nationalismus, Faschismus, Massenpartei, Honoratiorenpartei, Parlamentarismus, Soziale Frage, Verein, Geheimbund, Parteienbildung, Demokratisierung, Totalitarismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Organisation politisch-weltanschaulicher Richtungen in Europa zwischen 1770 und 1930.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Parteien, die Rolle von Ideologien wie Liberalismus und Faschismus sowie der politische Wandel in Deutschland, Italien und Europa.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit erforscht, wie sich politisches Engagement von privaten Vereinen und Geheimbünden hin zu strukturierten Massenparteien entwickelte und welche Faktoren dabei eine Rolle spielten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine ideengeschichtliche und organisationsgeschichtliche Analyse, die den Strukturwandel von Parteien und politischen Systemen untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist in drei Kurseinheiten unterteilt, die chronologisch die Entwicklungen vom Absolutismus über den Liberalismus bis hin zu Imperialismus und Faschismus behandeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Aufklärung, Liberalismus, Massenpartei, Faschismus und der Strukturwandel des Parlamentarismus.
Was ist mit "Trasformismo" in Italien gemeint?
Es handelt sich um eine historische Kompromiss- und Konsenstaktik der italienischen Eliten, um durch das Einbinden von Oppositionsflügeln Stabilität im parlamentarischen System zu erreichen.
Warum wird Deutschland in der Arbeit als "Sonderweg" diskutiert?
Die Arbeit hinterfragt, ob das Scheitern der Weimarer Republik auf strukturelle Besonderheiten der deutschen politischen Entwicklung, wie eine verzögerte Nationsbildung oder die Dominanz des preußischen Modells, zurückzuführen ist.
- Quote paper
- Michaela Sankowsky (Author), 2011, Vom Geheimbund zur Massenpartei. Entwicklung und Organisation der politisch-weltanschaulichen Richtungen Europas 1770-1930, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279185