Global Cities als Knotenpunkte der Weltwirtschaft. Funktionen und Typisierung


Seminararbeit, 2013
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der Global Cities
2.1 Definition der Global Cities
2.2 Funktionen der Global City
2.3 Typisierung der Global Cities

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

5. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

„There are certain great cities, in which a quite disproportionate part of the world`s most important business is conducted. “

P. Hall (1966:7)

Der Prozess der Globalisierung hat das 20. Jahrhundert mitentscheidend geprägt. Die Internationalisierung der einzelnen Volkswirtschaften sorgte für deren Verzweigung und legte den Grundstein für ein vernetztes System einer gemeinsamen, globalen Ökono- mie. Bedingt durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und der damit einhergehen- den Auflösung einer dualistischen Weltordnung, welche aus dem Kommunismus und dem entgegengestellten System des Kapitalismus bestand, war die Möglichkeit gege- ben, die nationalen Wirtschaftsmärkte zu liberalisieren und globalisieren. Die Marktöff- nung und die zur gleichen Zeit voranschreitenden Innovationen, besonders in dem Kommunikationstechnischen Segment, führten zu einem Näherrücken der einzelnen Staaten. Die bis dato zum Teil heterogene Weltgemeinschaft wurde - bedingt durch die Globalisierung - zu einem Global Village. Laut Fassmann (2004:189) verloren, aufgrund dieser Entwicklung, die Nationalstaatlichen Grenzen immer mehr an Bedeutung und das Konzept der Global Cities rückte in den Vordergrund.

Da die Abgrenzungen des Begriffs der Global Cities und die Abstimmung der einzelnen Indikatoren, die diese prägen, in der aktuellen Forschung immer noch individuellen und nicht festgelegten Mustern folgen, versucht diese Hausarbeit eine Verbindung zwischen den einzelnen Konzepten und Definitionen zu schaffen und darzulegen. Sie ist dabei wie folgt aufgebaut. Zunächst wird die Definition und das Konzept der Global Cities aufgezeigt, gefolgt von der Darstellung der Funktionsweise und der Typisierung dieser und abschließend erfolgt ein persönliches Fazit zu dieser Thematik.

2. Das Konzept der Global Cities

Wie bereits erwähnt ist die Globalisierung der prägende Faktor in den globalen Ver- flechtungen, besonders auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Die mit der Globali- sierung einhergehenden grenzüberschreitenden Prozesse, gekoppelt mit hochleistungs- fähigen Innovationen in der Kommunikations-, Informationstechnologie und einem An- stieg der Mobilität, erzwangen regelrecht die Herausbildung einer neuartigen städti- schen Struktur, die „(…) besonders ausgeprägte, internationale Vernetzungen auf- weist.“ (Kulke 2004: 235) „The globalization of economic activity entails a new type of organizational structure. To capture this theoretically and empirically requires, corre- spondingly, a new type of conceptual architecture. Constructs such as the global city (…).” (Sassen 2005:28).

Das Konzept der Global Cities beruht hauptsächlich auf der Kontroll- und Steuerungs- funktion der Ökonomien in einem globalen Netzwerk. Aber ungleich der Theorie der Zentralen Orte, spielen in dem Modell die Konsumenten als Nachfrager nach Gütern und Dienstleistungen keine Rolle. Diese Funktion wird von den transnationalen Unter- nehmen und Dienstleistern übernommen. Diese Unternehmenssegmente decken die Bedürfnisse des Ballungsgebietes und Umlandes, wobei bei den Global Cities das Um- land als das gesamte globale Netzwerk angesehen wird (Fassmann 2004:189). Laut Rolf (2006:46) ist der Ausgangspunkt zu der Herausbildung von Global Cities in der Externalisierung des Produzierenden Sektors und der Fokussierung auf den Dienst- leistungs- und Finanzsektor zu finden. Die Auslagerung der Produktion auf weltweit kos- tengünstigere Standorte - möglich gemacht durch Innovationen auf der Kommunikati- onsebene und der Deregulierung nationaler Wirtschaftsmärkte - führt zu einer Fragmen- tierung der einzelnen Produktionsprozesse und damit zu einem Anstieg der Komplexität auf der Organisationsebene. Diese entstandene Unübersichtlichkeit erfordert speziali- sierte, unternehmensorientierte Dienstleistungen, die die einzelnen Produktions- und Organisationsschritte überwachen und steuern. „Such services have become so specialized and complex, that headquarters increasingly buy them from specialized firms rather than producing them in-house.” (Sassen 2002:16). Nach Sassen (1996 zit. in Rolf 2006:46) bedarf der Dienstleistungssektor einer räumli- chen Konzentration an Agglomerationsstandorten mit speziellen Bedingungen, die in den Global Cities erfüllt werden können. Somit fungieren Global Cities als „Knotenpunk- te einer transnational organisierten kapitalistischen Ökonomie (…).“ (Bronger 2004:144,145) und dementsprechend auch als Motoren der Weltökonomie. Diese An- nahme wird von Sassen bestätigt in dem sie betont, dass dieses herausgebildete „metropolitane Gitter von Knotenpunkten transterritorial und weltweit (Stadt-) Räume miteinander vernetzt und transagierende Märkte kreiert.“ (Sassen 1995 zit. in Rolf 2006:56). Das Global City Konzept wurde dabei speziell an „(…) die drei prototypischen Städte Tokyo, London, New York(…)“angepasst. Diese Metropolen waren die ersten Vorreiter der Global Cities. Ihre Einflussnahme im wirtschaftlichen, finanziellen, politischen und kulturellen Segment, lässt sie von den anderen Metropolen abgrenzen und aufgrund dessen wird die Entwicklung und Einstufung anderer Global Cities an den Vorgaben dieser Troika gemessen und bewertet (Rolf 2006:46).

2.1Definition der Global Cities

Die besondere Problematik bei der Definition des Begriffes Global City liegt darin, dass keine einheitliche wissenschaftliche Definition existiert. Vielmehr versuchen Wissenschaftler diesen Begriff individuell zu prägen, indem Sie unterschiedliche Einflussfaktoren mit einbeziehen. Deshalb werde ich mich auf die Definition von Saskia Sassen beschränken, da sie den Begriff der Global City mitunter am stärksten beeinflusst hat. Laut Sassen ist die Global City eine (Sassen 1997:20) „Stadt (zumeist sehr große Stadt) von herausragender Bedeutung für die Weltwirtschaft. Sitz der Hauptquartiere bedeutender transnational operierender Unternehmen, der wichtigsten Regierungsorganisationen und Nicht-Regierungsorganisationen und ranghöchster unternehmensorientierter Dienstleistungsunternehmen. (…)spezialisierte und hoch differenzierte Arbeitsmärkte, starke soziale und sozialräumliche Segregation, bzw. Polarisierung. (…) Die Global Cities von heute (dienen) erstens als Steuerungszentralen innerhalb der Organisation der Weltwirtschaft, zweitens als wesentliche Standorte und Marktplätze für die derzeit führenden Wirtschaftszweige, d.h. für das unternehmensorientierte Finanz- und Dienstleistungsgewerbe, und drittens als wesentliche Produktionsstandorte dieser Gewerbezweige, wozu auch die Produktion von Innovationen gehört.“

Die Global City ist aber als Standort nicht an gewisse Größenordnungen oder an Ein- wohnerzahlen als prägende Faktoren gebunden. Der Verflechtungsgrad innerhalb der Weltökonomie ist dabei viel prägnanter, „ (…) for industrialized countries the size of a city is nowadays much less important than its level of global connectivity (…).“ (McCann 2011:17).

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Global Cities als Knotenpunkte der Weltwirtschaft. Funktionen und Typisierung
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V279214
ISBN (eBook)
9783656721291
ISBN (Buch)
9783656722731
Dateigröße
786 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
global, cities, knotenpunkte, weltwirtschaft, funktionen, typisierung
Arbeit zitieren
Roman Kühn (Autor), 2013, Global Cities als Knotenpunkte der Weltwirtschaft. Funktionen und Typisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279214

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