Bodenbildungsprozesse der Pedosphäre

Transformations- und Translokationsprozesse


Seminararbeit, 2012

11 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Definition des Begriffs Boden

3. Bodenbildende Prozesse
3.1. Transformationsprozesse
3.2. Translokationsprozesse

4.Fazit

5.Literaturverzeichniss

1.Einleitung

„Die Böden bilden eine nur hautartige dünne Lockerdecke von durchschnittlich ½ bis 2 m Stärke auf dem weitaus größeren Teil der festen Erdrinde, sofern nicht besonders ungünstige Umweltbedingungen ihre Entstehung verhindern10. Trotz ihrer im Vergleich zur Atmosphäre und Lithosphäre so geringen Dicke sind sie aber infolge ihrer arteigenen Fruchtbarkeit die Träger allen Lebens auf der Erde und damit die Grundlage aller materiellen Kultur.“

(Ganssen 1965:13)

Das einleitende Zitat von R. Ganssen verdeutlicht die enorme Bedeutung des Forschungsfeldes der Pedogenese. Die Pedosphäre ist nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie durch die Litho-, die Bio- und die Atmosphäre durchdrungen wird einzigartig. Sie ist auch zugleich die Basis für jegliche organische Lebensform auf unserem Planeten. Die Erforschung der Pedosphäre ist besonders für die Existenz und zivilisatorische Entwicklung des Menschen von signifikantem Stellenwert.

In dieser Hausarbeit werden die Bodenbildenden Prozesse der Pedogenese behandelt. Besonderes Augenmerk wird auf die Prozesse gelegt, die einen äußerst prägenden Ein- fluss auf die Bodenentwicklung der Gemäßigten Breiten und speziell Mitteleuropas ha- ben. Einer einleitenden Definition des Begriffes Boden, sowie der kurzen Erläuterung der für die Pedogenese zuständigen Faktoren, folgt der Hauptteil, in dem die Bodenbil- denden Prozesse näher behandelt werden. Die Hausarbeit wird dann mit einem ab- schließenden Fazit beendet.

2. Definition des Begriffs Boden

Der Begriff „Boden“ kann laut Schroeder (1983:9) folgendermaßen definiert werden. „Boden ist das mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte, unter dem Einfluss der Umweltfaktoren an der Erdoberfläche entstandene und im Ablauf der Zeit sich weiterentwickelnde Umwandlungsprodukt mineralischer und organischer Substanzen mit eigener morphologischer Organisation, das in der Lage ist, höheren Pflanzen als Standort zu dienen und die Lebensgrundlage für Tiere und Menschen bildet.“

Wie man anhand der Abb. 1 sehen kann, setzt sich das Bodengefüge aus verschiedenen Schichten zusammen. Die feste Bodensubstanz, die aus Streu, Humus und dem jeweiligen Ausgangsgestein, besteht, bildet die obere Schicht. Das Ausgangsgestein trägt eine signifikante Funktion zur Bildung eines jeweiligen Bodentyps bei. Es sind aber auch flüssige und gasförmige Bestandteile, in Form von zirkulierendem Wasser und Bodenluft, in einem Bodenprofil enthalten. Ergänzt werden diese beiden Pha- sen von einer Kleinlebewelt bestehend aus Pflanzen und Bodentieren.

Die Pedosphäre ist ein offenes System und somit einer stetigen inneren Veränderung durch Klima- und Umwelteinflüsse unterworfen (Ganssen1965:17). Die wichtigsten Faktoren, die auf den Verlauf der Pedogenese einwirken sind die Vegetation, das Klima, das Ausgangsgestein, der Mensch und die Zeit (Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 diercke.de

Die einzelnen Faktoren haben eine wechselseitige Interpendenz zueinander und zu den Bodenbildenden Prozessen. Die Entwicklung eines Bodens, beginnend vom Ausgangsgestein bis zu der Herauskristallisierung einer vielschichtigen Abfolge von Bodenhorizonten, die über den Verlauf der Zeit durch Ablagerungen und Bodenbildende Prozesse entstanden sind, ist diesen Faktoren unterworfen.

Das Klima ist der entscheidendste Faktor der Pedogenese. Die Komponenten Sonnenein- strahlung, Niederschlag, Temperatur und relative Luftfeuchte lenken die Prozesse der Verwitte- rung, den Wasserhaushalt, die Bioturbation und damit auch die Intensität der Humusbildung, desweiteren steuert das Klima die Prozesse der Verlagerung einzelner Stoffe im Bodenprofil durch Stau- und Grundwasser. Das Gestein bil-

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Abb. 2 Schroeder 1983:83

det die Basis für den entstehenden Bodentyp. Die chemische und mineralische Zusammensetzung des jeweiligen Ausgangsgesteins ist von entscheidender Bedeutung für die Geschwindigkeit der Pedogenese, den Nährstoffgehalt, die natürliche Fruchtbarkeit, die Verwitterung und die Bodenvegetation (Baden et al. 1969:70). Die Vegetation hat eine Schutzfunktion für den Boden gegenüber Niederschlag, Winderosion, Sonnenstrahlung und Erosion. Außerdem ist die Vegetation, in Kombination mit den Bodentieren, Hauptproduzent für die Huminstoffbildung (Ganssen 1965:21). Die anthropogene Nutzbarmachung des Bodens durch den Menschen für die Landwirtschaftliche Nutzung und die Nutzung als Baufläche, trägt zu einer Hemmnis der Bodenentwicklung und Versieglung des Bodens bei. Die starke Überbeanspruchung der Kulturböden kann zu einer Versalzung und anschließenden Desertifikation führen.

3. Bodenbildende Prozesse

Die, in Punkt 2 erwähnten, Bodenbildenden Faktoren sind für das Ausmaß der Wirkungsweise der Pedogenetischen Prozesse verantwortlich (s. Abb. 3). Diese Prozesse steuern die Entwicklungsvorgänge des Bodens, der in seiner Profilierung resultiert. Dabei werden die Prozesse in zwei Gruppen gegliedert.

3.1. Transformationsprozesse

Die Transformationsprozesse sind an der Bildung des Bodengefüges und der Entwicklung eines Bodenhorizonts aus mineralischen und organischen Ausgangssubstanzen beteiligt. Bei diesen Vorgängen findet

kein Transport von einzelnen Stoffen statt (Schroeder 1983:91). Zu den Transformationsprozessen gehören die Verwitterung, Mineralneubildung, Verbraunung und die Humifizierung.

Die Verwitterung führt „zu einer Profil- differenzierung, weil sie in den einzel- nen Horizonten mit unterschiedlicher Intensität ablaufen und dabei in unter- schiedlichem Maße verschiedene neue Minerale entstehen.“ (Blume et al. 2010:282). Nach Schroeder (1983:91) führt sie zu einem Zerfall der Gesteine und Minerale in kleinere Partikel und bewirkt damit eine Vergrößerung der

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Schroeder 1983:91

spezifischen Oberfläche. Unterschieden wird dabei in physikalische und chemische Verwitterung.

Die physikalische Verwitterung kann in unterschiedlichen Formen erfolgen. Bei der Temperatursprengung führt der Wandel zwischen einer Erwärmung und Abkühlung des Bodens, aufgrund von schwankenden Temperaturen, zu einer Volumenvergrößerung, - verkleinerung des Gesteins und des Bodengefüges und somit zu Spannungen und schließlich zu Rissen und Spalten im Boden. Die Temperatursprengung ist vor allem im Hochgebirge oder an Südhängen verbreitet. Bei der Frostsprengung/ Kryoklastik führt eine Volumenvergrößerung von wechselseitigem gefrorenem und aufgetautem Wasser zu einer Verwitterung des Bodens. Dies geschieht aufgrund der maximalen Dichte, die das Wasser bei 4°C besitzt. Besonders für kühlere Klimate und die Auftaubereiche von Permafrostböden ist diese Verwitterungsform profilprägend. Dabei werden „die Minerale des Oberbodens […] von ihr umso intensiver zerkleinert, je häufiger Gefrieren und Auf- tauen wechseln, was von der sommerlichen Auftautiefe (0,2…1,5m) abhängt (Blume et al. 2010:282). Die Bioklastik führt ihre Sprengwirkung auf die Quellung und das Wachs- tum von Wurzeln zurück. Durch die physikalische Verwitterung wird das zerkleinerte Gesteins-, Bodenmaterial der Korngröße nach sortiert und im Bodenprofil durchmischt.

Nach Schroeder (1983:21) werden „Die der Verwitterung ausgesetzten Minera- le […] je nach Intensität und Dauer der ablaufenden Verwitterungsprozesse entweder unter Erhalt der Grundstruk- tur nur mehr oder weniger stark abge- baut oder aber vollständig in ionare und kolloide Zerfallsprodukte

Abb. 4 uni-muenster.de

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufgelöst. Die Abbaustufen können derart stark verändert sein, das „sekundäre“ Neu- bildungen entstehen. Die Synthese derartiger Minerale ist aber auch aus den ionaren und kolloiden Zerfallsprodukten der Verwitterungsprozesse möglich.“ (Schroeder 1983:22). Dieser Prozess wird in Abb. 4 dargestellt. Durch die Umwandlung von Ge- steinen, Mineralen können Tonminerale entstehen, die Wasser binden und Nährstoffe in sich aufnehmen können.

Bei der Verbraunung werden Fe(II) haltige Minerale wie Biotit und Olivin verwittert. Dabei wird Eisen freigesetzt und Fe(III) Oxide entstehen, die eine rötlich- braune Farbe dem Oberboden verleihen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Bodenbildungsprozesse der Pedosphäre
Untertitel
Transformations- und Translokationsprozesse
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V279220
ISBN (eBook)
9783656720997
ISBN (Buch)
9783656722991
Dateigröße
797 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bodenbildungsprozesse
Arbeit zitieren
Roman Kühn (Autor:in), 2012, Bodenbildungsprozesse der Pedosphäre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279220

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