Das neue Financial-Fairplay-Reglement der UEFA

Wer profitiert und wie zielführend sind die neuen im Vergleich zu den bisherigen Regelungen?


Hausarbeit, 2014

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einführung

Ziele des Financial Fairplays

Das Reglement des Financial Fairplays

Das bisherige Reglement

Wer sind die Profiteure des FFP?

Wie zielführend sind die neuen Regelungen und kann die Attraktivität der europäischen

Fußballwettbewerbe damit gesteigert werden?

Fazit 10

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einführung

In den letzten Jahren ist es im europäischen Clubfußball trotz ständig neuer gesamtwirtschaftlicher Umsatzrekorde vermehrt zu Verlusten bei den europäischen Erstligavereinen gekommen. Gemäß des jährlich erscheinenden Benchmarking-Berichts der UEFA wiesen im Jahr 2011 63% der Vereine Betriebsverluste aus. Der Gesamtverlust betrug hierbei 1,7 Mrd. €.1

Ein wachsender Trend scheint auch das akquirieren von externen Geldern über Investoren oder Mäzene zu sein. Diese sind meist bereit, überdurchschnittlich hohe Ablösesummen für Spieler zu zahlen und reduzieren somit die Ergebnisoffenheit, die den Fußballsport überhaupt erst so spannend macht. Wenn die Ergebnisoffenheit nicht mehr gegeben ist, ist zu erwarten, dass viele Fans wegbleiben und auch die TV- u. Werbeeinnahmen stark zurückgehen. Zudem besteht die Gefahr, dass die externen Geldgeber irgendwann abspringen und die entsprechenden Clubs anschließend vor dem finanziellen Ruin stehen.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken hat die UEFA Maßnahmen getroffen und u.a. Regeln zum Financial Fairplay (FFP) aufgestellt, auf die ich im Folgenden näher eingehen möchte.

Ziele des Financial Fairplays

Im September 2009 wurde vom UEFA-Exekutivkomitee die Einführung des „Financial Fairplays“ beschlossen. Dieses soll dem „Wohle des Fußballs“ dienen und erstmals ab der Saison 2013/2014 angewendet werden.

Die UEFA hat mehrere konkrete Ziele benannt, die mit Hilfe dieses neuen Reglements den europäischen Club-Fußball attraktiver und vor allem wirtschaftlicher machen sollen.

So sollen die Clubs unter anderem zu mehr Disziplin und Rationalität im Finanzwesen erzogen und dazu ermutigt werden, künftig gemäß ihrer Einkünfte zu wirtschaften. Zudem soll der Druck von Gehältern und Transfersummen reduziert und deren inflationäre Auswirkungen begrenzt werden. Die europäischen Fußballvereine sollen auch wieder vermehrt in die jeweils eigenen Jugendbereiche und Infrastrukturen investieren und ihr Denken und Handeln langfristiger ausrichten. Vor allem die rechtzeitige Begleichung von Verbindlichkeiten der Clubs soll sichergestellt und somit die langfristige Funktionsfähigkeit des europäischen Fußballs gewahrt werden.2

Das Reglement des Financial Fairplays

Die Regeln zum FFP sind in Teil III des UEFA-Reglements zur Clublizenzierung eingebettet. Das gut 100 Seiten umfassende Regelwerk beschränkt sich zurzeit nur auf die europäischen Fußballwettbewerbe. Somit sind die nationalen Wettbewerbe (noch) nicht betroffen.

Herzstück des FFP ist die sogenannte „Break-Even-Vorschrift“. Sie besagt, dass die „relevanten Ausgaben“ der Vereine nicht die Höhe der „relevanten Einnahmen“ übersteigen dürfen. Als relevante Einnahmen werden die finanziellen Eingänge aus dem operativen Fußballgeschäft, wie z.B. Eintrittsgelder, TV- u. Werbegelder, angesehen. Gehälter, Ablösen und Materialaufwand sind den relevanten Ausgaben zuzurechnen. Einfach ausgedrückt heißt das, dass nicht mehr für den Fußball ausgegeben werden darf, als durch den Fußball eingenommen wird. Gänzlich ausgenommen von der Break-Even-Vorschrift sind Geldflüsse im Bereich der Infrastruktur und Nachwuchsarbeit. Qualifiziert sich nun ein Verein für einen europäischen Wettbewerb, wird anhand der letzten Monitoring-Periode überprüft, ob die Break-Even-Vorschrift eingehalten wurde. Die Monitoring-Periode umfasst dabei immer drei Berichtsperioden, die den letzten drei Kalenderjahren entsprechen. Pro Berichtsperiode wird eine „annehmbare Abweichung“ von 5 Mio. € akzeptiert. Um den Clubs den Übergang zu vereinfachen, wurde diese Abweichung für die Saisons 2013/2014 und 2014/2015 auf jeweils 45 Mio. € und für die Spielzeiten 2015/2016 bis 2017/2018 auf 30 Mio. € festgesetzt, „sofern die Fehlbeträge komplett durch Anteilseigner und/oder verbundene Parteien gedeckt“ werden. ³

Zudem verpflichten sich alle Teilnehmer der europäischen Clubwettbewerbe, keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Vereinen, Arbeitnehmern und/oder Sozialversicherungsinstitutionen bzw. Steuerbehörden zu haben.

Über die Einhaltung des FFP-Reglements wacht die Finanzkontrollkammer für Klubs (FKKK). Bei Verstößen hat sie die Möglichkeit, Geldstrafen oder Punktabzüge zu verhängen. Als drastischstes Mittel gilt zudem der Ausschluss von den Clubwettbewerben für einen bestimmten Zeitraum.3

Das bisherige Reglement

Auch vor der Einführung des FFP mussten die europäischen Vereine, neben ihren nationalen Lizenzen, eine internationale Lizenz der UEFA erhalten, um an europäischen Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Die bisherigen Regelungen sind dabei nicht außer Kraft gesetzt worden, sondern lediglich um das FFP erweitert worden.

So zählt zu den Kriterien nach wie vor, ein genehmigtes Jugendförderprogramm vorweisen zu können. Zudem gibt es infrastrukturelle Vorgaben, wie z.B. verfügbare Trainingseinrichtungen und ein für UEFA-Wettbewerbe genehmigtes Stadion. Für das Lizenzierungsverfahren müssen außerdem geprüfte Jahresabschlüsse und auch zukunftsbezogene Finanzinformationen eingereicht werden. Auch vor Einführung des FFP durften keine überfällige Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern, Sozialversicherungsinstitutionen, Steuerbehörden und anderen Vereinen bestehen. Darüber hinaus müssen personelle und administrative Kriterien erfüllt werden, wie z.B. das

Vorhandensein von Verantwortlichen im u.a. Finanz-, Sicherheits-und Medienbereich. Der Lizenzbewerber soll damit nachweisen, dass der Spielbetrieb für die jeweilige Spielzeit dauerhaft und reibungslos gewährleistet werden kann.4

Wer sind die Profiteure des FFP?

Hauptziel der UEFA ist es, den Fußball und dessen Stabilität, mit Hilfe des FFP zu schützen. Dazu zählt auch die finanzielle Fairness und somit eine größere Wettbewerbsgerechtigkeit.5 Damit sollen alle profitieren, die unmittelbar mit dem europäischen Fußball in Berührung kommen. Dazu zählen die Vereine, Spieler, Fans, Teile der Wirtschaft und nicht zuletzt die UEFA selbst.

Die Vereine müssen nun so wirtschaften, dass sie langfristig finanziell gut aufgestellt sind. Dabei sind die Maßnahmen im Bereich des FFP, laut des Vorsitzenden der UEFA-Klublizenzierung, Andrea Traverso, nicht als Strafe für die Vereine anzusehen, sondern sollen vielmehr als Hilfestellung dienen, ihre finanziellen Standards und die des europäischen Fußballs zu verbessern.6

Vor allem kleinere Vereine und Verbände sollen mit der neuen Regelung etwas näher an die Spitze des europäischen Fußballs rücken, da die Konkurrenz nun eingeschränkter bei Transfer- u. Lohnausgaben ist. Dadurch erhöht sich die Chancengleichheit und die Ergebnisoffenheit wird größer. Davon profitieren letztendlich auch die Fans, die nun spannendere Spiele und Wettbewerbe erwarten dürfen. Sobald das öffentliche Interesse weiter steigt, können Werbetreibende und Sponsoren ihre Reichweite erhöhen. Durch die bessere Vermarktung der Wettbewerbe profitieren die UEFA und die teilnehmenden Vereine auch wieder finanziell.

[...]


1 „Wirtschaftliche Freiheit“, Wirtschaftliche Freiheit, zugegriffen 11. Januar 2014, http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/.

2 „Den Fußball schützen - UEFA.org“, UEFA.com, zugegriffen 4. Januar 2014, http://de.uefa.org/footballfirst/protectingthegame/financialfairplay/index.html.

3 “UEF -Reglement zur Klublizenzierung und zum Finanziellen Fairplay- usgabe 2010͘pdf,” accessed January 11, 2014 http://de.uefa.org/MultimediaFiles/Download/Tech/uefaorg/General/01/80/54/12/1805412_DOWNLOAD.pdf

4 “Uefa-Report-Klublizenzierung-2004-2008..pdf"., accessed January 11, 2014

5 „UEF -Exekutivkomitee - News - UEF ͘org“, UEFA.com, zugegriffen 12. Januar 2014, http://de.uefa.org/aboutuefa/organisation/executivecommittee/news/newsid=1493273.html.

6 „Finanzielles Fairplay - News - UEF ͘org“, UEFA.com, zugegriffen 12. Januar 2014, http://de.uefa.org/footballfirst/protectingthegame/financialfairplay/news/newsid=1494649.html.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das neue Financial-Fairplay-Reglement der UEFA
Untertitel
Wer profitiert und wie zielführend sind die neuen im Vergleich zu den bisherigen Regelungen?
Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Veranstaltung
International Studies
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V279262
ISBN (eBook)
9783656721208
ISBN (Buch)
9783656722694
Dateigröße
820 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
financial-fairplay-reglement, uefa, vergleich, regelungen
Arbeit zitieren
Richard von Schwartzenberg (Autor), 2014, Das neue Financial-Fairplay-Reglement der UEFA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279262

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das neue Financial-Fairplay-Reglement der UEFA



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden