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Fetischismusbegriffe. Der sexuelle Fetischismus bei Freud und der Warenfetischismus bei Marx

Title: Fetischismusbegriffe. Der sexuelle Fetischismus bei Freud und der Warenfetischismus bei Marx

Term Paper , 2014 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lena Frauenknecht (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit dem Thema „Fetischismus-Begriffe“, insbesondere mit einer Analyse des sexuellen Fetischismus-Begriffs von Sigmund Freud und des von Karl Marx entwickelten Begriffs des Warenfetischismus. Fetischismus ist ein im 19. Jahrhundert entdecktes Phänomen, das die „Bindung des Begehrens von Individuen oder Kollektiven an einen Fetisch“ beschreibt. Die Tatsache, dass der Fetischismus in diversen Bereichen des Lebens rund um den Globus aufzufinden ist, dass dieser Begriff in den verschiedensten Kontexten gebraucht wird und unterschiedlichste Konnotationen hervorruft, hat mein Interesse an diesem Thema geweckt. Zweifelsohne wird der Fetischismus heutzutage überwiegend mit Sexualität in Verbindung gebracht, allerdings wurde dieses Fetischismus-Konzept am spätesten von allen, nämlich erst in den 1980er Jahren von Alfred Binet entdeckt. Neben der Analyse des sexuellen Fetischismus-Begriffs und der des Warenfetischismus beschäftigt sich diese Seminararbeit mit der Frage, ob in unterschiedlichen Fetisch-Konzepten ähnliche oder sogar gleiche Strukturen vorzufinden sind. Durch die Analyse der beiden Fetisch-Begriffe wird außerdem eine weitere Thematik gestreift, nämlich die Ausbreitung des Fetischismus in den verschiedensten Bereichen unserer Kultur.
Zu Beginn der Arbeit beschäftige ich mich zunächst eingehend mit der Genese des sexuellen Fetischismus-Begriffs von Sigmund Freud. Da dieser sich mit dem Thema Fetischismus in keiner größeren Einzelstudie auseinandergesetzt hat, liegen die Quellen in keiner systematischen Ordnung vor. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, die Entstehung des Freud‘schen Fetischismus-Begriffs vorrangig aus chronologischer Sicht zu erschließen. Dabei werde ich die Entwicklung in zwei Stadien unterteilen. Ich beginne mit einer Untersuchung von Freuds anfänglichen Überlegungen zur Thematik des Fetischismus (ca. 1905-1910). Anschließend werde ich mich mit seinen im Laufe der Jahre dazugewonnenen Erkenntnissen auseinandersetzen und so die Erweiterung des Freud’schen Fetischkonzepts (1910-1927) darlegen.
Im zweiten Teil der Arbeit beschäftige ich mich speziell mit dem von Karl Marx kreierten Begriff des Warenfetischismus. Diese Form des Fetischismus beinhaltet eine aus etymologischer Hinsicht gegebene Doppeldeutigkeit, zumal das Wort ‚Fetisch‘ sowohl einen portugiesischen Ursprung (port. feitiҫo = ‚zauberisch‘) als auch einen lateinischen (lat. facticius = ‚künstlich hergestellt‘) aufweist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Genese des sexuellen Fetischismus-Begriffs bei Freud

2.1 Die Anfänge des Freud’schen Fetischismus-Begriffs (1905-1910)

2. Die Erweiterung des Freud‘schen Fetischismus-Begriffs (1910-1927)

2. Karl Marx – Warenfetischismus

2.1 Das Marx’sche Fetischismus-Konzept

2.1 Die Ware – Begriffsklärung und Eigenschaften

3.3 Die Theorie der Entfremdung

4. Synthese der Analyse-Ergebnisse und Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Fetischismus durch eine vergleichende Analyse zweier unterschiedlicher Konzepte: Sigmund Freuds Theorie des sexuellen Fetischismus und Karl Marx’ Konzept des Warenfetischismus. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten in den zugrunde liegenden Strukturen dieser Konzepte freizulegen, um ein tieferes Verständnis für die weitreichende Ausbreitung des Fetischismus in kulturellen und ökonomischen Bereichen zu gewinnen.

  • Analyse der Genese und Entwicklung des Freud’schen Fetischismus-Begriffs.
  • Untersuchung des Marx’schen Konzepts des Warenfetischismus im Kapitalismus.
  • Darlegung der Theorie der Entfremdung und deren Bedeutung für den Warenfetischismus.
  • Synthese der Ergebnisse zur Identifikation gemeinsamer Grundstrukturen wie Fixierung und Objektüberschätzung.

Auszug aus dem Buch

2. Die Erweiterung des Freud‘schen Fetischismus-Begriffs (1910-1927)

Diese eben genannte Anmerkung ist außerdem von zentraler Bedeutung, da sie einen neuen Aspekt beinhaltete, der für die Genese des Fetischismus-Begriffs bei Freud signifikant ist. Denn hier führte Freud zum ersten Mal die These an, dass der Fetisch einen Penisersatz darstelle. Genauer gesagt ersetze der Fetisch den fehlenden Penis der Frau, der in der frühen Kindheit von großer Bedeutung sei. In der Regel verliert dieser Penis im Laufe der Jahre immer mehr an Wert, bis er am Ende vollständig verschwindet. Beim Fetischismus aber bleibt genau dieser Vorgang aus. Das Festhalten an diesem Penis ist kennzeichnend für den Fetisch. Der Ersatz für „den Phallus des Weibes (der Mutter), an den das Knäblein geglaubt hat und auf den es – wir wissen warum – nicht verzichten will“, bildet also die Basis eines jeden Fetischs. Dieses <Warum>, von dem Freud spricht, meint den Kastrationsschreck, der jeden Jungen beim ersten Anblick des weiblichen Geschlechtsorgans trifft. Das Kind glaubt, dass die Mutter kastriert worden sei und diese Annahme stellt eine Bedrohung für seinen eigenen Penisbesitz dar. In dieser Angst vor der Kastration sieht Freud einen weiteren Nachweis für die „Existenz des Kastrationskomplexes“.

Mit dem Kastrationsschreck geht auch immer eine Entfremdung gegen das weibliche Geschlechtsorgan einher. Diesen neuen Anhaltspunkt in der Erklärung des Fetischismus legte Freud wenig später auch in der Studie über Leonardo da Vinci (1910) dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Fetischismus-Begriffe ein und skizziert die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Theorien von Freud und Marx.

2. Die Genese des sexuellen Fetischismus-Begriffs bei Freud: Dieses Kapitel erläutert die chronologische Entwicklung des Freud’schen Fetischismus-Begriffs anhand seiner frühen psychoanalytischen Schriften.

2. Die Erweiterung des Freud‘schen Fetischismus-Begriffs (1910-1927): Hier wird die zentrale These eingeführt, dass der Fetisch als Penisersatz fungiert, basierend auf dem Kastrationskomplex und der psychologischen Verleugnung.

2. Karl Marx – Warenfetischismus: Dieses Kapitel analysiert Marx' Verständnis von Fetischismus als Mittel, um die verborgene Tiefenstruktur des modernen Kapitalismus zu entlarven.

2.1 Das Marx’sche Fetischismus-Konzept: Hier wird der Fokus auf die ökonomische Dimension des Fetischs gelegt, bei der Produkte menschlicher Arbeit einen rätselhaften, eigenständigen Charakter annehmen.

2.1 Die Ware – Begriffsklärung und Eigenschaften: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Ware über den Gebrauchswert, den Tauschwert und die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit.

3.3 Die Theorie der Entfremdung: Diese Sektion verbindet die Verselbständigung des Objekts mit den vier Stufen der Entfremdung, die zur Entstehung des Warenfetischismus führen.

4. Synthese der Analyse-Ergebnisse und Fazit: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen und identifiziert gemeinsame Strukturen wie die Objektüberschätzung, Entfremdung und Fixierung in beiden untersuchten Fetisch-Konzepten.

Schlüsselwörter

Fetischismus, Sigmund Freud, Karl Marx, Warenfetischismus, Kastrationskomplex, Entfremdung, Ware, Tauschwert, Gebrauchswert, Fixierung, Psychoanalyse, Kapitalismus, Deckerinnerung, Verleugnung, Objektüberschätzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich zweier zentraler Fetischismus-Begriffe: dem sexuellen Fetischismus von Sigmund Freud und dem Warenfetischismus von Karl Marx.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die Psychoanalyse der Sexualtriebentwicklung, die ökonomische Kritik am Kapitalismus und die soziologischen Aspekte der Entfremdung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob in den grundlegend unterschiedlichen Fetisch-Konzepten von Freud und Marx ähnliche Strukturen, wie etwa Fixierung oder Objektüberschätzung, vorzufinden sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der primärquellenbasiert die Konzepte chronologisch erschlossen und auf gemeinsame Schnittmengen hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung des Freud'schen Fetisch-Begriffs, eine detaillierte Erläuterung des Warenfetischismus inklusive der Theorie der Entfremdung sowie eine systematische Gegenüberstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fetischismus, Kastrationskomplex, Warenwert, Entfremdung und die psychologische Fixierung charakterisiert.

Wie unterscheidet Freud den normalen Fetischismus von einer pathologischen Verirrung?

Laut Freud wird erst dann von einer pathologischen Verirrung gesprochen, wenn eine Fixierung des Fetischs erfolgt und dieser die Position des eigentlichen Sexualziels einnimmt.

Welche Rolle spielt das Geld im Warenfetischismus nach Marx?

Das Geld fungiert als universelle Äquivalentform, durch die der Fetischcharakter von Waren einen Höhepunkt erreicht, da es die zugrunde liegenden Produktionsverhältnisse und Arbeitszeiten vollständig verdeckt.

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Details

Title
Fetischismusbegriffe. Der sexuelle Fetischismus bei Freud und der Warenfetischismus bei Marx
College
University of Regensburg  (Institut für Medien, Sprache und Kultur)
Course
Medientheorien der Sexualität
Grade
1,3
Author
Lena Frauenknecht (Author)
Publication Year
2014
Pages
19
Catalog Number
V279297
ISBN (eBook)
9783656720454
ISBN (Book)
9783656722663
Language
German
Tags
fetischismusbegriffe fetischismus freud warenfetischismus marx
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Frauenknecht (Author), 2014, Fetischismusbegriffe. Der sexuelle Fetischismus bei Freud und der Warenfetischismus bei Marx, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279297
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