Business- und Finanzplan zur Gründung einer unabhängigen Vermögensberatung

Am Beispiel der Kapitalia GmbH


Academic Paper, 2009
25 Pages, Grade: 1,3

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Inhaltsverzeichnis

1. Businessplan
1.1 Geschäftsidee
1.2 Zweck des Businessplans
1.3 Wesentliche Inhalte des Businessplans

2. Unternehmensgründung der Kapitalia GmbH
2.1 Rechtsform und Aufgabenstellung der Vermögensverwaltung
2.2 Erlaubnis und Voraussetzungen für die Erlaubniserteilung
2.3 Anzeigepflichten
2.4 Organisationspflichten
2.5 Verhaltensregeln

3. Finanzierungsplanung
3.1 Eigenkapital
3.2 Fremdkapital
3.3 Liquidität

4. Quellenverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

5. Anhang

1. Businessplan

Der Businessplan ist ein Unternehmenskonzept, in dem die Ergebnisse der Aktivitäten zur Gründungsplanung ausführlich dargestellt werden. Basierend auf einer Geschäftsidee werden alle wichtigen Aspekte einer Unternehmensgründung berücksichtigt und zu einem zusammen-hängenden Gesamtkonzept ausgearbeitet. Dabei wird die wirtschaftliche Durchführbarkeit und der Geschäftsausblick durch konservative Finanzplanungen und realistische Schätzungen von Umsatz und Gewinnentwicklung dargestellt (vgl. o.V. MY OWN BUSINESS INC. 2008).

1.1 Geschäftsidee

Unternehmensgründungen gehen häufig aus einer Geschäftsidee hervor, welche die Markteinführung eines neuen bzw. verbesserten Produktes zum Gegenstand hat. Nicht jede Geschäftsidee ist erfolgreich zu verwirklichen. Es sollte bereits bei der Ideenfindung und -prüfung sorgfältig recherchiert und analysiert werden, um die Erfolgswahrscheinlichkeit der Umsetzung besser einschätzen zu können. Geschäftsideen sind insbesondere dann vielversprechend, wenn sie dazu geeignet sind, bestehende oder zukünftige Probleme von Kunden besser zu lösen und dem Kunden Nutzen zu bringen, den er bisher nicht in dem gewünschten Ausmaß hatte. Dieser Nutzen kann zum Beispiel eine höhere Anlagerendite, eine Statusverbesserung aufgrund der Betreuung durch einen renommierten Vermögensverwalter oder ein besserer Kundenservice sein. Bei der Ideenentwicklung sollten zwei Grundsätze befolgt werden. Zum einen müssen Kenntnisse über die Angebots- und Nachfragesituation im Markt und die Mitbewerber vorhanden sein. Zum anderen muss ein Betrieb, der auf Dauer existieren möchte, kontinuierlich an der Verbesserung des Leistungsangebotes arbeiten. Um die Geschäftsidee auf betriebswirtschaftliche Eignung zu überprüfen, können Ergebnisse von Marktforschungen herangezogen, Kunden der Branche angesprochen oder Vorgespräche mit potenziellen Kapitalgebern geführt werden. Außerdem muss geklärt werden, welche Voraussetzungen zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes erfüllt werden müssen. Zudem muss man einschätzen, ob das Timing des Markteintritts optimal ist bzw. ob man erfolgreicher als die Konkurrenz sein kann. Auch die detaillierte Kalkulation der Kosten und Erlöse muss vorher durchgeführt werden (vgl. HOFMEISTER 2003, 15 f.). Die Geschäftsidee ist der Auslöser für die weitergehenden Überlegungen, die in dem Businessplan münden.

Die Geschäftsidee für die Kapitalia GmbH beinhaltet das Angebot der Vermögensverwaltung für Dritte auf Honorarbasis. Die Übernahme der Vermögensverwaltung erfolgt nach ausführlicher Beratung des Kunden und Abschluss des Vermögensverwaltungsvertrages. Bestandteil des Vertrages sind auch die vereinbarten Anlagerichtlinien, welche die Grundlage für die anzuwendenden Anlagestrategien darstellen. Die Anlagestrategien werden individuell, entsprechend der kundenspezifischen Ziele, entwickelt und umgesetzt. Die Mindestanlagesumme für die Übernahme der individuellen Vermögensverwaltung beträgt 500.000 EUR. Die Kapitalia GmbH betreibt , aktives’ Management. Danach werden vom jeweiligen Vergleichsindex abweichende Investments vorgenommen, um Möglichkeiten zur Erzielung von Renditen oberhalb dieser Benchmarks zu nutzen. Die Dokumentation der Vermögensverwaltungstätigkeit erfolgt durch ein exklusives Reporting im monatlichen oder vierteljährlichen Turnus. Die Konditionsgestaltung ist einfach und transparent. Das Verwaltungshonorar beträgt je nach Ausgestaltung der Vermögensstruktur 0,5 - 1,0% p.a. zzgl. MwSt. vom durchschnittlich verwalteten Kapital. Auf erfolgsabhängige Komponenten wird verzichtet und von der Kapitalia GmbH ausgehandelte Konditionsvorteile werden vollständig an die Kunden weitergegeben. Als Depotbanken können die bisherigen Hausbanken der Mandanten fungieren. Angestrebt wird jedoch die Konzentration auf fünf Bankverbindungen, um Synergieeffekte im Kunden- und Eigeninteresse zu generieren (z.B. höhere Verhandlungsmacht bei Konditionen, Abwicklungsvereinfachungen und kostenfreier Zugang zu externen Researchquellen). Die im Vorfeld einer Mandatserteilung durch-geführte Vermögensstrukturanalyse ist bei dem Zustandekommen eines Vermögensverwaltungsvertrages kostenfrei. Kommt es nicht zu einer Geschäftsverbindung wird ein Beratungshonorar in Höhe von 500 Euro in Rechnung gestellt. Zunächst soll eine funktionsfähige Unternehmensstruktur am Standort Berlin aufgebaut werden. Nach Etablierung eines tragfähigen Fundaments ist die geschäftliche Ausweitung auf den lukrativen Großraum Hamburg vorgesehen. Laut der Arbeitnehmerkammer Bremen hat Hamburg einer Untersuchung zu Folge die höchste Dichte an Einkommens-Millionären in Deutschland. Mit 9,2 „Super-Reichen“ je 10.000 Einwohner liegt die Hansestadt vor Bayern (5,9) und Baden-Württemberg (5,8) (vgl. o.V. WELT 2008).

Die Kapitalia GmbH wird die Mitgliedschaft bei dem Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) beantragen. Durch eine entsprechende Verpflichtung unterstützt das Unternehmen damit die Förderung des Ansehens der in Deutschland tätigen freien Vermögensverwalter, die Sicherstellung ordnungsgemäßer Vermögensverwaltung und die Verhinderung unseriöser Praktiken innerhalb der Branche. Als Mitglied im VuV profitiert die Kapitalia GmbH von verschiedenen Verbandsdienstleistungen:

- Vertretung von Mitgliederinteressen bei politischen Gremien
- Werbung mit der VuV-Verbandsmitgliedschaft
- Werbung des Verbandes für Mitglieder in den Medien
- Erstellung von Mitgliederverzeichnissen mit entsprechendem Dienstleistungs- und Produktangebot für interessierte Anleger
- Teilnahme an Mitgliederversammlungen, Fachkongressen und Seminaren
- Informationen über aktuelle rechtliche und steuerliche Ent-wicklungen im Bereich der Finanzdienstleistung
- Zusammenkünfte zur Erörterung des aktuellen Aufsichtsrechts
- Rabatte bei Dienstleistern wie Banken, Versicherungen, Börsen-makler usw. (vgl. VuV II 2008).

1.2 Zweck des Businessplans

Der Businessplan stellt das Gründungsvorhaben nachvollziehbar und überzeugend dar. Dazu wird eine fundierte Recherche bezüglich Marktgröße, Marktpotenzial und Wettbewerbssituation im angepeilten Marktsegment durchgeführt. Dabei ist es wichtig, ein in allen Punkten durchdachtes Konzept zu liefern, das einer Überprüfung der einzelnen Adressaten standhält. Als Adressaten kommen verschiedene Personenkreise in Frage: Die Gründer selbst, die sich bei Betrachtung ihres Konzeptes alle wichtigen Details der Unternehmensgründung vor Augen führen, Eigenkapitalgeber zur Prüfung einer eventuellen Beteiligung und die Fremdkapitalgeber zur Beurteilung der Kreditvergabe. Die Gründer der Kapitalia GmbH haben den Businessplan zur Gesprächsvorbereitung für die individuelle Finanzierungsberatung bei ihrer Hausbank genutzt. Darüber hinaus unterstützte der Businessplan die Gewinnung von Mitarbeitern, die sich von den Zukunftschancen des jungen Unternehmens überzeugen wollten.

Je nach Adressat des Geschäftsplans sind verschiedene Schwerpunkte zu setzen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, genügt es teilweise, die für den jeweiligen Adressaten besonders interessanten Auszüge des Gesamtkonzeptes vorzulegen. Jedoch gilt für alle Leser, dass sie das Konzept begeistern und überzeugen muss, wobei alle Angaben realistisch und nachvollziehbar sein müssen. Besondere Bedeutung hat die sogenannte Executive Summary, die den Businessplan einleitet und die Kernaussagen kurz zusammenfasst. Für viele Kapitalgeber gilt, dass die Qualität dieser einleitenden Zusammenfassung schon Anhaltspunkte für die spätere Beurteilung des gesamten Gründungskonzepts gibt. Dementsprechend ist dieser Teil des Businessplans mit besonderer Sorgfalt zu verfassen. Wenn die Leser von der Executive Summary überzeugt sind, wenden sie sich anschließend meist der Beschreibung des Managements zu. Hier ist es wichtig, ein Gründungsteam mit Kompetenzen im technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich sowie mit Management- und Branchenerfahrungen zu besitzen. Wenn noch kein entsprechend besetztes Gründungsteam vorhanden ist, gibt es trotzdem Aussicht auf Unterstützung durch Banken und Investoren. Grundsätzlich gilt für einen Businessplan, dass noch bestehende Schwächen im Konzept angesprochen werden. Solange die Unternehmensgründer im Business-plan darstellen, dass solche Probleme erkannt und deren Lösung angegangen wird, wird dies vom Leser erfahrungsgemäß positiv bewertet. Durch die Erstellung eines fundierten Businessplans kann das Risiko von Fehleinschätzungen vermindert und die Wahrscheinlichkeit des Unternehmenserfolges erheblich erhöht werden. Das Erfordernis der detaillierten Darstellung des Konzeptes zwingt den künftigen Unternehmer zur kritischen Auseinandersetzung mit seinem Gründungsvorhaben. Die genaue Planung hilft, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen und frühzeitig erkannte Schwächen und Gefahren rechtzeitig zu beseitigen (vgl. KLEY 2006, 6 f.).

1.3 Wesentliche Inhalte des Businessplans

Bestimmte Inhalte sind in einem Businessplan unentbehrlich. Angaben zur wirtschaftlichen und finanziellen Machbarkeit der Geschäftsidee, zum Kundennutzen sowie zur Abgrenzung zu den Wettbewerbern sind von wesentlicher Bedeutung. Auch Aussagen zu den Erfahrungen und Kenntnissen der Gründer, ihre Zuständigkeiten sowie der Ablauf der Realisierung des Gründungskonzeptes sind plausibel darzustellen. Daneben müssen Planungen zur Unternehmensentwicklung, zu Investitionsvorhaben und die Finanzierungsplanung nachvollziehbar erläutert werden. Die Darstellung der Vertriebsstrategien, der Wachstumschancen und Risikopotenziale sowie eine Umsatzplanung vervollständigen einen aussagekräftigen Businessplan. Abgesehen von der inhaltlichen Qualität ist die Erfüllung förmlicher Kriterien wie Layout, gute Lesbarkeit, korrekte Grammatik und Zeichensetzung selbstverständlich (vgl. KLEY 2006, 8 f.). Die detaillierte Gliederung des Businessplans der Kapitalia GmbH ist der Anlage 1 zu entnehmen.

2. Unternehmensgründung der Kapitalia GmbH

Vor Realisierung des Unternehmenskonzeptes muss der rechtliche Rahmen des Unternehmens gestaltet werden. Somit erfolgt die Gründung der Vermögensverwaltungsgesellschaft Kapitalia GmbH.

2.1 Rechtsform und Aufgabenstellung der Vermögensverwaltung

Die Gründung der Vermögensverwaltungsgesellschaft wird in der Rechtsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung erfolgen. Die GmbH haftet als juristische Person gegenüber den Gläubigern mit dem Gesellschaftsvermögen. Die Gesellschafter haften grundsätzlich weder unmittelbar noch persönlich. Ausnahmen bestehen seit dem 01. November 2008 nach dem Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) (vgl. BMJ 2008). Für die Wahl dieser Rechtsform haben verschiedene Kriterien den Ausschlag gegeben. Neben dem Ausschluss der persönlichen Haftung der Gesellschafter wird das Geschäftsrisiko des Unternehmens auf dessen Stammkapital begrenzt, welches zum Schutz der Gläubiger nach Einzahlung auf das Geschäftskonto nicht wieder an die Gesellschafter ausgezahlt werden darf. Mit den Haftungsbeschränkungen wird dem Risiko Rechnung getragen, aufgrund nicht beeinflussbarer externer Faktoren am Markt zu scheitern. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Geschäftsführung an Dritte übertragen werden kann (vgl. VOCK 2003, 6 f.). Der zur Gründung der Gesellschaft notwendige Gesellschaftsvertrag hat folgende wesentliche Bestandteile: Die Firma wird unter dem Namen Kapitalia GmbH geführt und hat ihren Sitz in Berlin. Gegenstand der Gesellschaft ist die Verwaltung von in Finanzinstrumenten angelegtem Vermögen für andere mit eigenem Entscheidungsspielraum (Finanzportfolioverwaltung). Es erfolgt eine Bargründung, bei der 50.000 Euro als Stammeinlage auf das Geschäftskonto voll eingezahlt werden.

Die Aufgabenstellung einer Vermögensverwaltung besteht aus sieben Phasen:

- Phase 1: Beginn der Kundenbeziehung

Diese Phase umfasst die Kontaktaufnahme und Gespräche mit den potenziellen Kunden. Inhalte dieser Gespräche sind insbesondere Risikoneigung und Anlageziele der Kunden, Anlagestrategien und die konkrete Mandatserteilung.

- Phase 2: Zuweisung der Verantwortlichkeiten

Nach Beauftragung des Vermögensverwalters wird über die Verantwortlichkeiten innerhalb des Teams entschieden.

- Phase 3: Informationsbeschaffung

Das Vermögens-Management erfolgt auf Basis von Informationen und Analysen, die vom eigenen Team, von externen Beratern und Analysten zur Verfügung gestellt oder durch eigene Recherche (Presse, Fachliteratur, Internet usw.) erlangt werden.

- Phase 4: Der Entscheidungsprozess

Hier setzt die eigentliche Vermögensverwaltung an. Es werden die Entscheidungen getroffen, die der Erreichung der Anlageziele dienen.

- Phase 5: Durchführung von Transaktionen

Diese Phase ist von der Umsetzung der getroffenen Anlageentscheidungen gekennzeichnet, also der Veranlassung von Transaktionen und deren Überwachung bei der Abwicklung.

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Details

Title
Business- und Finanzplan zur Gründung einer unabhängigen Vermögensberatung
Subtitle
Am Beispiel der Kapitalia GmbH
College
University of Applied Sciences Hamburg
Grade
1,3
Author
Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V279502
ISBN (eBook)
9783656721499
ISBN (Book)
9783668137172
File size
453 KB
Language
German
Tags
business-, finanzplan, gründung, vermögensberatung, beispiel, kapitalia, gmbh
Quote paper
Harry Heinemann (Author), 2009, Business- und Finanzplan zur Gründung einer unabhängigen Vermögensberatung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279502

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