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Die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 als Medienereignis

Title: Die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 als Medienereignis

Term Paper , 2014 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Moritz Leopold (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„Dienstag, der 14. Oktober 1806, ein Tag von weltgeschichtlicher Bedeutung, war angebrochen. Wenige Stunden später, nach dem Weichen von Dunkelheit und dichtem Frühnebel, sollte die Sonne einen schönen, warmen Herbsttag überstrahlen, an dem sich die Geschicke von Menschen und Staaten durch tausendfaches Morden auf zwei Schlachtfeldern entschieden.“ So beginnt Wolf-Jörg Schuster ein Kapitel über den entscheidenden Tag im Zuge der Ereignisse um die Schlacht bei Jena und Auerstedt. Und es sind zwei Dinge, die wir daraus lesen können. Zum einen der Hinweis auf ein weltgeschichtliches Ereignis, zum anderen der Hinweis auf zumindest zwei Schlachtfelder. Dies ist notwendig, denn obwohl der Name „Jena und Auerstedt“ ja klar mindestens eine Doppelschlacht impliziert, so ist die öffentliche Wahrnehmung doch eine stark davon abweichende und lediglich auf die Schlacht in den Gebieten zwischen Jena und Cospeda beschränkt, rund um den heutigen Napoleonstein.
Viel wichtiger ist jedoch die Bezeichnung als weltgeschichtliche Bedeutung, zeigt sie doch deutlich einen seit einigen Jahren stattfinden Wandel in der historischen Einordnung und Bewertung der Ereignisse um das Jahr 1806. Waren bisher die Ereignisse 1789 und 1813/1815 die in der Historiographie am stärksten hervorgehobenen, wenn die Französische Revolution im Allgemeinen und die Rolle Napoleons im Speziellen betrachtet wurden, so rückt doch immer mehr die Schlacht bei Jena und Auerstedt in den Fokus der Betrachtung. Mit der vernichtenden Niederlage der Preußen, die daraufhin bis zu den eigenen Reformen als Großmacht jeglichen politischen Einfluss verloren, dem im August zuvor erfolgten Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und der Gründung der Rheinbundstaaten kann das Jahr 1806 tatsächlich als eines der bedeutendsten für die deutsche Geschichte und, in Folge der sich wandelnden Machtverhältnisse auf der europäischen Karte, auch als Schlüsselmoment europäischer Geschichte im beginnenden 19. Jahrhundert betrachtet werden. Napoleon erreichte nach der Schlacht 1806 den Höhepunkt seiner Macht. Und so kommentiert der Historiker Thomas Nipperday die Rolle Napoleons für die Geschichte mit den Worten: „Am Anfang war Napoleon“.
Heute als Weltereignisse bezeichnete Geschehnisse werden nicht immer bereits zu ihrer Zeit als solche wahrgenommen, teilweise wird ihnen der einmal verliehene Status auch wieder aberkannt, je nach Betrachtungsart und Untersuchungsschwerpunkt der Historiker. (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medien in der frühen Neuzeit

3. Historischer Abriss

3.1. Ursachen der Schlacht bei Jena und Auerstedt

3.2. Verlauf der Schlacht

3.3. Auswirkungen auf Jena und die Umgebung

4. Die Schlacht als Medienereignis

4.1. Napoleonische Darstellung

4.2. Darstellung in den lokalen Medien

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Doppelschlacht von Jena und Auerstedt im Jahr 1806 nicht nur als militärisches, sondern primär als mediales Ereignis. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Schlacht zeitgenössisch in den Printmedien wahrgenommen, dargestellt und verarbeitet wurde, wobei insbesondere der Kontrast zwischen napoleonischer Propaganda und lokaler Berichterstattung analysiert wird.

  • Medienlandschaft und Medienbegriff in der frühen Neuzeit
  • Historische Einordnung der Doppelschlacht von 1806
  • Methoden und Instrumente der napoleonischen Medienkampagne
  • Rezeption und Berichterstattung in der regionalen Presse Thüringens
  • Die Transformation der öffentlichen Wahrnehmung Napoleons

Auszug aus dem Buch

4.1. Napoleonische Darstellung

Zunächst einmal wollen wir uns aber der napoleonischen Sicht zuwenden. Dieser Blick ist durchaus interessant, denn Napoleon hatte sich einen eigenen Propagandaapparat geschaffen, mit dem er eine regelrechte Medienkampagne startete, insbesondere im Zuge der Schlacht bei Jena und Auerstedt, die auch den Höhepunkt der napoleonischen Propaganda darstellt. So, wie Alexander der Große auf seinen Asienfeldzügen Homers Ilias bei sich trug, so trug Napoleon Caesars commentarii de bello gallico und commentarii de bello civili bei sich. Und so, wie Caesar eben diese auf seinen Feldzügen verfasste, so beschloss auch Napoleon, nach diesem Vorbild eigene Kriegsberichterstattung zu betreiben, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte, damit diese an seinen Siegen und Heldentaten teilhaben könnte.

Zunächst waren es seine Proclamations und Allocutions, offizielle Proklamationen und persönliche Ansprachen an die eigenen Truppen. Napoleon nutzte bewusst die Öffentlichkeit, denn nicht selten beinhalteten diese Texte auch Botschaften an die Kriegsgegner oder die vom Krieg tangierte Bevölkerung. Ab 1805 kamen außerdem die Bulletins de la Grande Armée und die Ordres du jour hinzu, die Tagesbefehle. Dabei hatte Napoleon eine gleichbleibende Reihenfolge, in der diese vier Kommunikations- und Publikationsschriften an die Soldaten zw. Die Öffentlichkeit weitergegeben wurde. Vor der Schlacht erfolgten zunächst die Proklamationen und Ansprachen an die Soldaten, und unmittelbar vor und während der Schlacht folgten die Tagesbefehle. Erst nach der Schlacht wurden dann die Bulletins verfasst, die die Vorgeschichte, den Ablauf und Ausgang der Schlacht sowie deren Analyse zum Inhalt hatten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Schlacht von 1806 für die europäische Geschichte heraus und skizziert das Ziel der Arbeit, die mediale Resonanz dieses Ereignisses zu untersuchen.

2. Medien in der frühen Neuzeit: Dieses Kapitel definiert den Medienbegriff und die mediale Landschaft vor dem Hintergrund der frühen Neuzeit sowie des Einflusses der Alphabetisierung und der Drucktechnik.

3. Historischer Abriss: Es erfolgt eine Darstellung der politischen Ursachen, des Verlaufs der Schlacht bei Jena und Auerstedt sowie der verheerenden Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung von Jena.

4. Die Schlacht als Medienereignis: Dieser Hauptteil analysiert die gezielte napoleonische Propaganda mittels Bulletins sowie die Reaktion und Berichterstattung in der regionalen thüringischen Presse.

5. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass die Schlacht als erstes moderne, gesamteuropäisches Medienereignis gelten kann, welches die öffentliche Wahrnehmung Napoleons langfristig ins Negative kehrte.

Schlüsselwörter

Schlacht bei Jena und Auerstedt, 1806, Medienereignis, Napoleon Bonaparte, Pressegeschichte, frühe Neuzeit, Propaganda, Bulletins, Berichterstattung, Thüringen, Kommunikationsereignis, Printmedien, öffentliche Wahrnehmung, Zeitungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Schlacht bei Jena und Auerstedt aus dem Jahr 1806 unter dem besonderen Fokus der Medien- und Kommunikationsgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die frühneuzeitliche Medienstruktur, die militärpolitischen Hintergründe des Jahres 1806 sowie die Gegenüberstellung von staatlich gelenkter Propaganda und lokaler Medienberichterstattung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Schlacht von 1806 als ein bedeutendes Medienereignis fungierte, das die öffentliche Wahrnehmung von Napoleon nachhaltig beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Quellen, wie Printmedien und Bulletins, sowie wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die vier Genres der napoleonischen Propaganda sowie die Art und Weise, wie lokale Zeitungen in Thüringen über die Kriegsereignisse und das Leid der Zivilbevölkerung berichteten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Medienereignis, napoleonische Propaganda, Printmedien der frühen Neuzeit und die öffentliche Wahrnehmung Napoleons sind essenziell für die Arbeit.

Wie unterschied sich die napoleonische Informationspolitik von der lokalen Presse?

Während Napoleon seine Bulletins als gezieltes Propagandainstrument zur Selbstdarstellung nutzte, versuchte die lokale Presse anfangs, neutral und sachlich über die Ereignisse zu berichten, was durch das erlittene Leid der Bevölkerung jedoch zunehmend emotionaler wurde.

Warum wird die Schlacht von 1806 als Medienereignis klassifiziert?

Die Schlacht wird als solches klassifiziert, weil die Ereignisse eine europaweite Berichterstattung nach sich zogen, eine Intensivierung der Kommunikation stattfand und die Öffentlichkeit aktiv an den Geschehnissen teilnahm bzw. Informationen dazu einforderte.

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Details

Title
Die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 als Medienereignis
College
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Course
Geschichte als Medien- und Kommunikationsereignis
Grade
1,3
Author
Moritz Leopold (Author)
Publication Year
2014
Pages
26
Catalog Number
V279540
ISBN (eBook)
9783656728870
ISBN (Book)
9783656728863
Language
German
Tags
Napoleon; Jena; Jena und Auerstedt; 1806; Schlacht; Frankreich; Preußen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Leopold (Author), 2014, Die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 als Medienereignis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279540
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