„Mobbing in der Schule ist eine Realität. Es kommt überall vor, in kleinen Land- und großen Stadtschulen, in allen Schularten und allen Bundesländern. Es kann jeden einmal treffen.“ (Kasper) Die in Kaspers Zitat deutlich gewordene Problematik von Mobbing an Schulen sollte uns als angehende Lehrkräfte alarmieren und dafür sorgen, dass wir uns damit beschäftigen, wie eine Sensibilisierung in den Schulen und damit explizit in unserem eigenen Unterricht gestaltet werden kann.
Es ist laut dem Kerncurriculum des Niedersächsischen Kultusministeriums Ziel des Deutsch- und insbesondere des Literaturunterrichts, soziale Kompetenzen als Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung von Schülern/-innen auszubilden. Wir sollen ihnen vermitteln, wie man verantwortungsbewusst handelt und Kooperations- und Konfliktfähigkeit entwickelt. Darüber hinaus ist es wichtig, bei der Auswahl von Literatur für den Schulunterricht zu bedenken, dass das Thema eine Relevanz für die Lebenswelt der Schüler/-innen beinhalten sollte. Die Aktualität dieser Problematik zeigt auf, dass diese Parallele zur Welt der heutigen Schülerschaft – an welcher Schulform wir später auch unterrichten mögen – gegeben ist. Zudem ist es unsere Aufgabe als Lehrer/-innen des Faches Deutsch zumindest zu versuchen, Kinder und Jugendliche für Literatur zu begeistern und sie zum Lesen zu motivieren.
Diese Hausarbeit möchte am Beispiel von Theo Engelens "Das Spiel mit der Angst" demonstrieren, wie man diese Thematik in den Deutschunterricht einbauen kann. Die Arbeit befasst sich mit einer Definition von Mobbing und den unterschiedlichen Erscheinungsformen, dem "Tatort Schule" sowie eventuellen Maßnahmen gegen Mobbing. Darüber hinaus wird das Thema "Mobbing" in der Kinder- und Jugendliteratur thematisiert sowie seine Form einer Grenzüberschreitung innerhalb des Literaturunterrichts. Übertragen wird dies auf die Behandlung des Buches "Das Spiel mit der Angst" im Schulunterricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eine kurze Definition von Mobbing
2.1 Was ist Mobbing?
2.2 Formen von Mobbing
3. Tatort Schule
3.1 Mobbing in der Schule
3.2 Maßnahmen gegen Mobbing in der Schule
4. Mobbing in der Schule als Thema der Kinder- und Jugendliteratur
5. Der Jugendroman „Das Spiel mit der Angst“ - Inhalt und kurze Erzähltextanalyse
6. Die Protagonisten des Buches „Das Spiel mit der Angst“ und ihre Konstellation
6.1 Joost
6.2 Oscar
6.3 Anke
6.4 Desi
7. Der Umgang mit dem Thema „Mobbing in der Schule“ in „Das Spiel mit der Angst“
8. Die Grenzüberschreitungen im Buch „Das Spiel mit der Angst“
9. Ein Unterrichtsversuch
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Einsatz des Jugendromans „Das Spiel mit der Angst“ von Theo Engelen als Unterrichtsmedium zu evaluieren, um Schüler für die Problematik des Mobbings zu sensibilisieren und Lösungsstrategien für Betroffene sowie Außenstehende zu erarbeiten.
- Phänomenologie und Definition von Mobbing an Schulen
- Analyse der Täter-Opfer-Dynamik im literarischen Kontext
- Die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur bei Tabuthemen
- Erzähltechnische Untersuchung des Romans
- Praktische Erprobung von Handlungsoptionen durch Schüler
Auszug aus dem Buch
6.1 Joost
Joost Vermaas ist der Protagonist des Jugendromans „Das Spiel mit der Angst“ von Theo Engelen.
Er ist sechzehn Jahre alt, besucht ein Gymnasium und wohnt mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester Desi zusammen.
Joost hat blondes, strähniges Haar und ist schmächtig gebaut. Zudem legt er wenig Wert auf die Wahl seiner Kleidung. Meist wirkt er unzufrieden, verschlossen und mürrisch. Da seine ältere Schwester Desi auf den ersten Blick das komplette Gegenteil von Joost zu sein scheint (hübsch, offen und fröhlich), beneidet er sie. Joosts Stärke liegt im Literaturunterricht: so gelingt es ihm zum einen, Texte, die im Unterricht behandelt werden, zu erschließen und dabei über das Offensichtliche hinauszugehen und die Tiefe eines Textes zu erfassen. Zum anderen ist er dazu in der Lage, selbst literarisch wertvolle Texte zu verfassen, was ihm von seinem Lehrer Herrn Bekkers zwar Bewunderung, von seinen Mitschülern/-innen jedoch nur Spott und Hohn – eventuell durch Eifersucht verursacht – einbringt.
Seit vielen Jahren wird Joost bereits von seinen Mitschülern/-innen, insbesondere von Oscar und seiner Clique, ausgegrenzt und schikaniert. Joost ist ein typischer Außenseiter und Einzelgänger, der an seiner Schule keinen einzigen Verbündeten oder gar Freund an seiner Seite hat und die Schule dementsprechend ungern besucht. Auch in seinem Elternhaus findet er keinen Halt, da seine Mutter zu beschäftigt für das Familienleben zu sein scheint, sein Vater ihn für verweichlicht hält und seine Schwester Desi nicht nachvollziehen kann, wie Joost in seine Rolle als Außenseiter geraten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas Mobbing im Schulalltag und begründet die Notwendigkeit, durch Literatur den Deutschunterricht zur Persönlichkeitsbildung zu nutzen.
2. Eine kurze Definition von Mobbing: Es werden wissenschaftliche Mobbingdefinitionen erläutert und vier zentrale Kennzeichen zur Abgrenzung gegenüber allgemeiner Gewalt definiert.
3. Tatort Schule: Das Kapitel analysiert Erscheinungsformen schulischer Gewalt sowie typische Ergebnisse der Gewaltforschung und leitet daraus notwendige Präventionsmaßnahmen ab.
4. Mobbing in der Schule als Thema der Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird die Rolle von problemorientierter Literatur diskutiert, die als Grundlage für Diskussionen über Gewalt dient, ohne endgültige Lösungen vorzugeben.
5. Der Jugendroman „Das Spiel mit der Angst“ - Inhalt und kurze Erzähltextanalyse: Neben einer inhaltlichen Zusammenfassung werden die Erzählperspektiven sowie die erzähltechnischen Mittel des Romans analysiert.
6. Die Protagonisten des Buches „Das Spiel mit der Angst“ und ihre Konstellation: Es erfolgt eine detaillierte Charakterisierung der Hauptfiguren Joost, Oscar, Anke und Desi inklusive ihrer jeweiligen sozialen Dynamik.
7. Der Umgang mit dem Thema „Mobbing in der Schule“ in „Das Spiel mit der Angst“: Dieser Abschnitt verknüpft die Romanelemente mit den theoretischen Mobbing-Mustern und analysiert die Handlungsweisen der beteiligten Charaktere.
8. Die Grenzüberschreitungen im Buch „Das Spiel mit der Angst“: Das Kapitel reflektiert den didaktischen Umgang mit Tabuthemen und Provokation in der modernen Jugendliteratur.
9. Ein Unterrichtsversuch: Die Autorin dokumentiert die Ergebnisse einer praktischen Unterrichtseinheit, in der Schüler zu Handlungsoptionen bei Mobbing-Situationen befragt wurden.
10. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des Romans als pädagogisches Instrument zur Sensibilisierung und Förderung von Zivilcourage.
Schlüsselwörter
Mobbing, Jugendliteratur, Schulerziehung, Gewaltprävention, Erzähltheorie, soziale Kompetenz, Täter-Opfer-Dynamik, Schulleben, Identifikationsmöglichkeiten, Tabuthemen, Persönlichkeitsentwicklung, Zivilcourage, Unterrichtsversuch, Krisenbewältigung, Gruppendynamik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht den Jugendroman „Das Spiel mit der Angst“ von Theo Engelen im Hinblick auf seine Eignung, das Thema Mobbing im Schulunterricht zu behandeln und soziale Kompetenzen zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben der Definition und den Erscheinungsformen von Mobbing analysiert die Arbeit die erzähltechnische Gestaltung des Romans sowie die pädagogische Relevanz von problemorientierter Jugendliteratur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch literarische Arbeit mit Schülern über Mobbing ins Gespräch kommen und Handlungsalternativen für Außenseiter und Mitläufer entwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und didaktische Analyse, die durch einen empirischen Unterrichtsversuch in einer achten Klasse ergänzt wird.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Thema Mobbing, eine inhaltliche und erzähltheoretische Analyse des Romans sowie die Darstellung konkreter Reaktionen von Schülern auf eine entsprechende Unterrichtsaufgabe.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Jugendliteratur, Zivilcourage, Täter-Opfer-Dynamik, soziale Verantwortung und Persönlichkeitsentwicklung.
Wie werden die Charaktere im Roman konstellativ dargestellt?
Die Figuren Joost (Opfer) und Oscar (Täter) bilden den Kern einer Konstellation, die durch Anke (Verbündete) und Desi (Schwester) in ihrer Dynamik stark beeinflusst wird.
Warum hält die Autorin den Schluss des Buches für problematisch?
Die Autorin kritisiert, dass das Mobbingproblem durch den bloßen Schulverweis des Täters zu einfach und realitätsfern gelöst wird, da die psychologischen Narben bei den Betroffenen bestehen bleiben.
Welche Erkenntnisse lieferte der Unterrichtsversuch?
Der Versuch zeigte, dass Schüler bei gezielter Auseinandersetzung mit literarischen Beispielen durchaus in der Lage sind, komplexe Handlungsoptionen zu reflektieren, die über einfaches Wegschauen hinausgehen.
- Arbeit zitieren
- Viktoria Mey (Autor:in), 2013, Mobbing in der Schule. Ein Thema der Kinder- und Jugendliteratur am Beispiel von Theo Engelens Jugendbuch "Das Spiel mit der Angst", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279586