Es wurden schon zahlreiche Versuche unternommen, herauszufinden, was die Beweggründe der Menschen für eine Entscheidung für oder gegen Kinder sind. Darüber hinaus stellt man sich die Frage, weshalb die Kinderzahlen verschiedener Familien so stark differieren. Wahrscheinlich ist es nicht möglich, auf diese Fragen eine allgemein gültige Antwort zu bekommen, aber ich möchte im Rahmen dieser Hausarbeit einige Versuche aufzeigen,
die den Entscheidungsprozess potentieller Eltern zum Thema machen.
Diese Arbeit bezieht sich dabei nur auf zwei Texte zur Thematik:
zum einen werde ich mich detailliert mit Bernhard Naucks Text „Wert der Kinder und Generationensolidarität“ auseinandersetzen, der meiner Hausarbeit auch einen roten Faden verleihen wird.
Zum anderen möchte ich mich Gary S. Beckers Text „Eine ökonomische Analyse der Fruchtbarkeit“ widmen um auch der ökonomischen Ebene der Kinderfrage gerecht zu werden.
Meine Ausführungen werden sich zum Großteil auf den Wert von Kindern beziehen, also die unterschiedlichen Verständnisse davon, welchen Nutzen Kinder für die Familie haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemstellung
3. Der Wert von Kindern
3.1 Der Wert von Kindern für potentielle Eltern
3.2 Der Wert von Kindern und generatives Verhalten
3.3 Der Wert von Kindern und Generationenbeziehungen
3.4 Der Wert von Kindern unter ökonomischen Gesichtspunkten
4. Ausblick
5. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe für die Entscheidung für oder gegen Kinder und analysiert die Unterschiede in der Kinderzahl in verschiedenen Familien. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welchen Nutzen Kinder für das Familiensystem aus soziologischer und ökonomischer Perspektive darstellen.
- Die Analyse des "Value of Children"-Ansatzes nach Bernhard Nauck.
- Die ökonomische Betrachtung der Fruchtbarkeit nach Gary S. Becker.
- Der Einfluss von Kosten-Nutzen-Erwägungen auf das generative Verhalten.
- Die Rolle von Generationenbeziehungen und sozialer Sicherheit.
- Die Bedeutung von emotionaler Bindung im Vergleich zu materiellen Erwartungen.
Auszug aus dem Buch
3. Der Wert von Kindern
Beschäftigt man sich mit dem Wert von Kindern für potentielle Eltern, befasst man sich mit dem Ansatz des Value of children-approach, welcher auf den Arbeiten von Hoffmann und Hoffmann aus dem Jahre 1973 beruht und von Nauck im Jahre 2011 aufgegriffen wurde.
Hoffmann und Hoffmann bezeichnen Kinder nicht grundsätzlich als „consumer durables“ potentieller Eltern, sondern vielmehr als Investivgüter, die eine Produktion von „commodities“ in Gegenwartsgesellschaften bewirken. Darüber hinaus wird das Konzept des Value of Children als eine sich auf der Individualebene befindende Moderator-Variable beschrieben. Diese Variable divergiert im Hinblick auf den gesamtgesellschaftlichen Wandel und den soziokulturellen Kontext. Zudem beeinflusst sie die Fertilität, sowie die Handlungsweisen Kindern gegenüber: 'Valuten of children refers to the functions they serve or the needs they fulfill for parents'.
Potentielle Eltern bemessen den Wert von Kindern nach ihrer Funktion als Gut. Zu ihren Aufgaben gehört es demnach, ihre Eltern zu unterstützen beziehungsweise bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Es stellt sich die Frage, ob man daraus schlussfolgern kann, dass Kinder, welche ebendiesen Aufgaben und Herausforderungen nicht nachgehen, ihren Wert nicht erfüllen, da hier scheinbar jegliche andere Komponente außer Acht gelassen wird.
Nach Kagitcibasi (1996) lassen sich für das Konzept des Value of Children zwei Dimensionen herausarbeiten: zum einen der ökonomisch-utilitaristische zum anderen der psychologisch-affektive Value of Children. Erstgenannter widmet sich dem Anteil, beziehungsweise der Hilfestellung der Nachkommen zum Familienhaushalt, sei es durch Arbeit, ein zusätzliches Einkommen oder die Alterssicherung der Eltern. Letzterer Value of Children beschäftigt sich weniger mit der praktischen Hilfe von Kindern, als mit der durch Kinder hervorgerufenen emotionalen Bindung von Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen sowie mit der expressiven Stimulation als Resultat einer Beschäftigung mit Kindern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zeitlose Fragestellung nach den Beweggründen für die Entscheidung für Kinder ein und legt den theoretischen Fokus auf die Texte von Nauck und Becker.
2. Problemstellung: Hier werden soziologische und ökonomische Ansätze vorgestellt, die das generative Verhalten von Haushalten und die damit verbundenen Kosten-Nutzen-Kalkulationen thematisieren.
3. Der Wert von Kindern: Das Kapitel analysiert verschiedene Dimensionen des Wertes von Kindern, von ökonomisch-utilitaristischen Investivgütern bis hin zu psychologisch-affektiven Bindungen und Statusgewinnen.
4. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Notwendigkeit einer familienpolitischen Strategie, die über bloße Kostensenkungen hinausgeht und die Qualität von Eltern-Kind-Beziehungen in den Fokus rückt.
5. Reflexion: Die Autorin reflektiert ihre Erkenntnisse vor dem Hintergrund aktueller Geburtenraten und stellt kritische Fragen zur emotionalen Ebene sowie zur Rolle von sozialen Berufen bei der Familiengründung.
Schlüsselwörter
Wert von Kindern, generative Entscheidung, Familienökonomik, Value of Children, Generationensolidarität, Fertilität, ökonomischer Nutzen, emotionaler Nutzen, Elternschaft, Geburtenrückgang, soziale Produktion, Kosten von Kindern, soziale Anerkennung, Haushaltsökonomik, Statusgewinn.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Beweggründen, warum sich Menschen für oder gegen Kinder entscheiden und wie das generative Verhalten durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind der soziologische "Value of Children"-Ansatz sowie ökonomische Modelle der Familienökonomik, insbesondere im Kontext von Wohlstandsgesellschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Verständnisse vom Nutzen von Kindern zu entwickeln und zu hinterfragen, welche Faktoren die Entscheidung für die Elternschaft beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die "Value of Children"-Studien nach Hoffmann/Hoffmann und Nauck sowie auf Gary S. Beckers ökonomische Theorie zur Fruchtbarkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der ökonomische Nutzen, der Statusgewinn durch Kinder, das generative Verhalten sowie die Bedeutung von Generationenbeziehungen detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Wert von Kindern, generative Entscheidung, Familienökonomik, Generationensolidarität und Fruchtbarkeit.
Warum spielt der Statusgewinn eine Rolle in dieser Untersuchung?
Der Statusgewinn wird als ein Faktor diskutiert, durch den Kinder zur sozialen Anerkennung der Eltern beitragen und eine emotionale Bindung schaffen.
Inwieweit unterscheidet die Autorin zwischen ökonomischen und emotionalen Gründen?
Die Autorin stellt fest, dass in modernen Gesellschaften der emotionale und dialogische Nutzen oft eine größere Rolle spielt als der materielle oder versicherungstechnische Nutzen von Kindern.
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- Viktoria Mey (Author), 2013, Warum haben manche Menschen viele Kinder, andere wenige und manche keine?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279597