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Die Bedeutung von Gedächtnis im Alltag

Title: Die Bedeutung von Gedächtnis im Alltag

Term Paper , 2012 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Susanne Zocher (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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„Unter Gedächtnis verstehen wir die lernabhängige Speicherung ontogenetisch erworbener Informationen, die sich phylogenetischen neuronalen Strukturen selektiv artgemäß einfügt und zu beliebigen Zeitpunkten abgerufen, d.h. für ein situationsangepaßtes Verhalten verfügbar gemacht werden kann. Allgemein formuliert handelt es sich um konditionierte Veränderungen der Übertragungseigenschaften im neuronalen ‚Netzwerk‘, wobei unter bestimmten Bedingungen [...] neuromotorische Signale und Verhaltensweisen vollständig oder teilweise reproduziert werden können.“ Mit diesen Worten versuchte der Nervenarzt Rainer Sinz 1979 in seinem Buch ‚Neurobiologie und Gedächtnis‘ das Gedächtnis zu definieren. Das Besondere des menschlichen Gedächtnisses ist es, dass es den menschlichen Geist von dem anderer Lebewesen unterscheidet. Besonderes das autobiographische Gedächtnis, also die Tatsache über das eigene Ich, die eigene Vergangenheit und Gegenwart sowie über eine erwartbare Zukunft nachzudenken und diese aufgrund gemachter Erfahrungen und Erinnerungen planen zu können, macht den Menschen zum Menschen.
In der normalen alltäglichen Vorstellung wird der Gedächtnisbegriff mit der Erinnerung an spezielle Geschehnisse oder Informationen verbunden, wie beispielsweise ein bestimmter Name, Daten eines bestimmten geschichtlichen Ereignisses oder die Telefonnummer eines guten Freundes.
Doch wie genau funktioniert das menschliche Gedächtnis und für welche alltäglichen Aktivitäten benötigen wir es? Warum werden einige Informationen nur für Sekunden und andere für ein ganzes Leben lang behalten und warum kann es dazu kommen, dass das Gedächtnis aussetzt?
Auch in der folgenden Arbeit soll sich mit dem Thema Gedächtnis beschäftigt werden. Im Vordergrund soll die Frage stehen, welche Bedeutung das Gedächtnis für das alltägliche Zurechtfinden in der Welt hat. Um diese Frage zu beantworten, ist es zunächst einmal wichtig, die drei Gedächtnisprozesse, angefangen von der Aufnahme über das Speichern bis hin zur Rekonstruktion einer Information, kurz zu erläutern. Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit den drei Gedächtnissystemen, also dem sensorischen Gedächtnis, dem Kurzzeitgedächtnis und dem Langzeitgedächtnis, mit den alltäglichen Vergessensprozessen sowie mit den Gedächtnisverlusten. Dabei werden vor allem die Amnesie und die Demenz besonders beleuchtet. Diese Störungen sollen verdeutlichen, wie wichtig ein gut funktionierendes Gedächtnis ist.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gedächtnisprozesse

3. Gedächtnissysteme

3.1 Das sensorische Gedächtnis

3.2 Das Kurzzeitgedächtnis

3.3 Das Langzeitgedächtnis

3.3.1 Gedächtnisarten

3.3.2 Die Prozesse des Erinnerns

3.3.3 Gedächtnisinhalte

4. Alltägliche Vergessensprozesse

5. Gedächtnisverluste

5.1 Amnesien

5.1.1 Begriffsklärung

5.1.2 Amnestische Störungen

5.1.2.1 Diencephale Amnesie

5.1.2.2 Temporallappen-Amnesie

5.1.2.3 Frontallappen-Amnesie

5.1.2.4 Fokale retrograde Amnesie

5.1.2.5 Das Fallbeispiel H.M.

5.1.3 Transitorische Störungen

5.1.3 Dissoziative Störungen

5.1.3.1 Begriffsklärung

5.1.3.2 Dissoziative Amnesie

5.1.3.3 Dissoziative Fugue

5.1.3.4 Dissoziative Identitätsstörung

5.2 (Alzheimer)-Demenz

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die fundamentalen Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses und analysiert dessen zentrale Bedeutung für die alltägliche Orientierung in der Welt. Dabei wird der Fokus auf die kognitiven Prozesse der Informationsverarbeitung sowie auf die Auswirkungen klinischer Gedächtnisstörungen gelegt.

  • Grundlegende Gedächtnisprozesse: Enkodierung, Speicherung und Abruf.
  • Differenzierung der Gedächtnissysteme: Sensorisches, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis.
  • Kognitive Organisationsstrukturen: Begriffe, Schemata und Prototypen.
  • Ursachen und Mechanismen alltäglicher Vergessensprozesse.
  • Pathologische Gedächtnisverluste: Analyse von Amnesien und Demenzerkrankungen.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Gedächtnisarten

In der Gehirnforschung wird zwischen zwei verschiedenen Gedächtnisarten, welche sich im Langzeitgedächtnis befinden, unterschieden: Das implizite und explizite bzw. deklarative. Vom impliziten Gedächtnis ist die Rede, wenn es möglich ist, sich ohne Anstrengung und bewusstes Suchen an eine Information zu erinnern, wie beispielsweise an die Tatsache, dass ein Elefant nicht auf den Küchentisch gehört. Wenn jedoch ganz bewusst durch Überlegung nach einer Information gesucht wird, wie zum Beispiel nach der Hauptstadt von Norwegen, kommt das explizite Gedächtnis ins Spiel. Fähig- und Fertigkeiten, wie beispielsweise Klavierspielen, Fahrradfahren, Schwimmen oder Schnürsenkel binden, sind ebenfalls gespeicherte Erinnerungen, die zwar vorerst gelernt werden mussten, die jedoch später keine Mühe mehr machen, sie abzurufen bzw. zu vollziehen.

Die meisten dieser Fähigkeiten bedürfen sogar keiner Überlegung mehr, sondern passieren unterbewusst und automatisch. Es ist schwer, diese mit Worten zu erklären, denn sie erfordern zum Erlernen eine oder mehrere Durchführungen. Sie werden dem prozeduralen Gedächtnis, welches eine Unterform des impliziten Gedächtnisses darstellt, zugeschrieben. Ähnlich automatisch und unbewusst verhält es sich bei der zweiten Unterart des impliziten Gedächtnisses, nämlich dem Priming. „Darunter ist eine höhere Wiedererkennungswahrscheinlichkeit für Reize zu verstehen, denen man zuvor in gleicher oder ähnlicher Weise unbewusst begegnet ist.“ Ein Beispiel hierfür wäre eine bekannte Melodie, die jemand hört und sich dadurch sofort an den dazugehörigen Text erinnert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Gedächtnis als lernabhängige Speicherung von Informationen und stellt die Relevanz des Themas für die menschliche Identität und Alltagsbewältigung heraus.

2. Gedächtnisprozesse: Dieses Kapitel erläutert die drei essenziellen Grundvoraussetzungen für die Gedächtnisbildung: das Enkodieren, das Speichern und das Abrufen von Informationen.

3. Gedächtnissysteme: Es erfolgt eine detaillierte Unterteilung in das sensorische Gedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis (inklusive Chunking) und das Langzeitgedächtnis mit seinen verschiedenen Unterarten.

4. Alltägliche Vergessensprozesse: Das Kapitel beleuchtet Ursachen für alltägliche Gedächtnislücken, wie Spurenzerfall, mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Hinweisreize und Interferenzphänomene.

5. Gedächtnisverluste: Diese umfassende Analyse behandelt die verschiedenen Formen von Amnesien sowie das Krankheitsbild der Demenz, unterstrichen durch das Fallbeispiel H.M.

6. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Gedächtnissysteme und die schwerwiegenden Folgen von Gedächtnisstörungen abschließend zusammen.

Schlüsselwörter

Gedächtnis, Enkodierung, Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Amnesie, Demenz, Prototypen, Schema, Mnemotechnik, Chunking, Interferenz, Gedächtnisverlust, Priming, Episodisches Gedächtnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses, von den grundlegenden Prozessen der Informationsaufnahme bis hin zur Speicherung und den verschiedenen Arten des Erinnerns.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Struktur der Gedächtnissysteme, kognitive Organisationsformen wie Schemata und Prototypen, Ursachen für das Vergessen sowie klinische Gedächtnisstörungen wie Amnesie und Demenz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung des Gedächtnisses für die alltägliche Orientierung in der Welt zu verdeutlichen und die komplexen Vorgänge zu erläutern, die ein funktionierendes Gedächtnis ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis psychologischer Fachliteratur und einschlägiger Forschungsergebnisse, wie zum Beispiel dem bekannten Fallbeispiel des Patienten H.M., die Funktionsweisen und Störungen des menschlichen Gedächtnisses zusammenfasst und analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der drei Gedächtnissysteme (sensorisch, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis), eine Analyse alltäglicher Vergessensprozesse sowie eine tiefgehende Betrachtung verschiedener Gedächtnisverluste.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gedächtnissysteme, Enkodierung, Amnesie, Langzeitgedächtnis, Demenz und kognitive Strukturen definiert.

Was zeichnet das Fallbeispiel H.M. besonders aus?

H.M. ist einer der berühmtesten Fälle der Gedächtnisforschung, da er nach einer operativen Entfernung des Temporallappens eine schwere anterograde Amnesie entwickelte, während seine Intelligenz und sein Altgedächtnis weitgehend unberührt blieben.

Welche Rolle spielen Schemata und Prototypen für das Gedächtnis?

Schemata und Prototypen fungieren als kognitive Strukturen, die es dem Menschen ermöglichen, die Informationsflut der Umwelt effizient zu kategorisieren, zu ordnen und im Alltag handlungsfähig zu bleiben.

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Details

Title
Die Bedeutung von Gedächtnis im Alltag
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Kollektives Gedächtnis
Grade
1,7
Author
Susanne Zocher (Author)
Publication Year
2012
Pages
24
Catalog Number
V279639
ISBN (eBook)
9783656725367
ISBN (Book)
9783656725350
Language
German
Tags
bedeutung gedächtnis alltag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Zocher (Author), 2012, Die Bedeutung von Gedächtnis im Alltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279639
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