Beratung hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Dienstleistungssektor entwickelt. Es gibt mittlerweile für viele verschiedene Bereiche eine entsprechende Beratungseinrichtung, hierzu seien unter anderem die Ehe-, Schuldner-, Berufs- und Schwangerschaftsberatung zu nennen. Der kontinuierliche Anstieg des Beratungsbedarfes aufgrund gesellschaftlicher Pluralisierungs- und Individualisierungsprozesse wird auch deutlich sichtbar an dem Zuwachs von Ratgeberliteratur, Beratungssendungen im Fernsehen und Beratungsforen.
Auch Erziehung ist ein öffentliches Thema und hat in den letzten Jahren enorm an Aufmerksamkeit gewonnen. Die Erziehungsberatung ist seit langer Zeit in Deutschland eine feste Institution, die Eltern Unterstützung und Hilfe in Fragen zur Erziehung ihrer Kinder, aber auch zu familiären Problemen bietet. (vgl. Glitsch 2011, S.1) Immer mehr Eltern suchen Erziehungsberatungsstellen auf, weil sie sich mit ihrem Erziehungsauftrag überfordert fühlen und sie nicht wissen, wie sie die Probleme mit ihren Kindern alleine lösen sollen. Unter der vielfältigen Bandbreite an Beratungssektoren hat die Erziehungsberatung einen ganz wichtigen Platz eingenommen, denn sie zählt zu den bekanntesten und etabliertesten Sektoren. Dies sieht man nicht zuletzt an ihrer Medienpräsenz, beispielsweise an der Ausstrahlung von Fernsehshows wie „Super Nanny“ oder „Supermamas“. Hier wird gezeigt, wie Erziehung „richtig“ funktioniert und die Konflikte zwischen Eltern und Kindern analysiert und lösungsorientiert besprochen. Auch die vielen Erziehungsratgeber für „normale“ und überforderte Eltern können als Belege angeführt werden. (vgl. Schrapper/Zimmer 2006, S.7)
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In meiner Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, welche Methoden und Aufgaben die Erziehungsberatung hat. Wie gliedert sich der Erziehungsberatungsprozess und welche Rolle spielt das Kind dabei?
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Begriffsklärungen
2.1. Beratung
2.2. Erziehungsberatung
3. Geschichtliche Entwicklung
4. Rahmenbedingungen und gesetzliche Grundlagen
5. Aufgaben, Ziele und Methoden
5.1. Ablauf des Beratungsprozesses
5.2. Die Rolle des Kindes
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Methoden, Aufgaben und Ziele der Erziehungsberatung in Deutschland. Dabei wird der Fokus insbesondere auf den strukturellen Ablauf des Beratungsprozesses sowie die spezifische Rolle und Einbindung des Kindes innerhalb dieses professionellen Unterstützungssystems gelegt.
- Grundlagen der Erziehungsberatung als Teil der Jugendhilfe
- Historische Entwicklung institutioneller Beratungsstellen
- Gesetzliche Rahmenbedingungen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)
- Methodische Gestaltung des Beratungsprozesses
- Partizipation und Bedeutung des Kindes im therapeutischen Setting
Auszug aus dem Buch
1. Einführung:
Beratung hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Dienstleistungssektor entwickelt. Es gibt mittlerweile für viele verschiedene Bereiche eine entsprechende Beratungseinrichtung, hierzu seien unter anderem die Ehe-, Schuldner-, Berufs- und Schwangerschaftsberatung zu nennen. (vgl. Walte 2008) Der kontinuierliche Anstieg des Beratungsbedarfes aufgrund gesellschaftlicher Pluralisierungs- und Individualisierungsprozesse wird auch deutlich sichtbar an dem Zuwachs von Ratgeberliteratur, Beratungssendungen im Fernsehen und Beratungsforen.
Auch Erziehung ist ein öffentliches Thema und hat in den letzten Jahren enorm an Aufmerksamkeit gewonnen. Die Erziehungsberatung ist seit langer Zeit in Deutschland eine feste Institution, die Eltern Unterstützung und Hilfe in Fragen zur Erziehung ihrer Kinder, aber auch zu familiären Problemen bietet. (vgl. Glitsch 2011, S.1) Immer mehr Eltern suchen Erziehungsberatungsstellen auf, weil sie sich mit ihrem Erziehungsauftrag überfordert fühlen und sie nicht wissen, wie sie die Probleme mit ihren Kindern alleine lösen sollen. Unter der vielfältigen Bandbreite an Beratungssektoren hat die Erziehungsberatung einen ganz wichtigen Platz eingenommen, denn sie zählt zu den bekanntesten und etabliertesten Sektoren. Dies sieht man nicht zuletzt an ihrer Medienpräsenz, beispielsweise an der Ausstrahlung von Fernsehshows wie „Super Nanny“ oder „Supermamas“. Hier wird gezeigt, wie Erziehung „richtig“ funktioniert und die Konflikte zwischen Eltern und Kindern analysiert und lösungsorientiert besprochen. Auch die vielen Erziehungsratgeber für „normale“ und überforderte Eltern können als Belege angeführt werden. (vgl. Schrapper/Zimmer 2006, S.7)
Das Kinder- und Jugendhilfegesetz bildet die Grundlage für die Erziehungsberatung. Dieses fordert, „junge Menschen in individuellen und sozialen Entwicklungen zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden und abzubauen bzw. dazu beizutragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine Kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen“ (§1 KJHG in Schellhorn et al. 2007).
Aus diesem Grund ist Erziehungsberatung heutzutage ein wichtiges und notwendiges Beratungsfeld.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel verortet die Erziehungsberatung als etablierten Dienstleistungssektor und leitet die Relevanz der Thematik vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse ein.
2. Begriffsklärungen: Hier werden zentrale Definitionen von Beratung und spezifisch der Erziehungsberatung als diagnostische und unterstützende Hilfeleistung erarbeitet.
3. Geschichtliche Entwicklung: Das Kapitel zeichnet die Entstehung der Erziehungsberatung seit dem frühen 20. Jahrhundert nach, inklusive der Einflüsse durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz.
4. Rahmenbedingungen und gesetzliche Grundlagen: Es werden die rechtlichen Verankerungen im KJHG sowie die daraus resultierenden Aufgabenfelder und Kooperationsanforderungen dargelegt.
5. Aufgaben, Ziele und Methoden: Dieses Kernkapitel beleuchtet die Zielsetzung der Hilfe zur Selbsthilfe, die multidisziplinäre Teamstruktur sowie den spezifischen Ablauf von Erstgespräch, Anamnese und Zielvereinbarung.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei das Kindeswohl als zentraler Bezugspunkt der Beratungsarbeit betont wird.
Schlüsselwörter
Erziehungsberatung, Jugendhilfe, KJHG, Beratungsprozess, Erstgespräch, Anamnese, Kindeswohl, Multidisziplinarität, Erziehung, Familienberatung, Hilfe zur Selbsthilfe, Diagnostik, Beratungsmethoden, Sozialpädagogik, Lebensumfeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Erziehungsberatung in Deutschland als professionelles Feld der Jugendhilfe, wobei Methoden, Aufgaben und Ziele im Vordergrund stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Erziehungsberatung, ihre historische Genese, rechtliche Grundlagen, den konkreten Beratungsprozess sowie die besondere Stellung des Kindes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu erläutern, wie Erziehungsberatung strukturiert ist, welche Aufgaben sie übernimmt und wie der Prozess der Beratung im Sinne des Kindeswohls gestaltet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene fachwissenschaftliche Quellen und gesetzliche Texte auswertet, um den Stand der Erziehungsberatung zu beschreiben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Beratungsbegriffs, die historische Entwicklung, die rechtliche Einbettung durch das KJHG sowie eine detaillierte Analyse von Methoden, Prozessen und der Rolle des Kindes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Erziehungsberatung, Jugendhilfe, Kindeswohl, Beratungsprozess, Diagnostik und Hilfe zur Selbsthilfe.
Warum ist das Erstgespräch für den Erfolg so entscheidend?
Das Erstgespräch ist wegweisend, da hier die erste Hypothesenbildung erfolgt, das weitere Setting festgelegt wird und eine erste Vertrauensbasis zwischen Ratsuchenden und Fachkräften entsteht.
Welche Rolle spielt die Multidisziplinarität in den Beratungsstellen?
Da Beratungsanlässe sehr vielfältig sind, ist ein multidisziplinäres Team notwendig, um psychologische, soziale und pädagogische Perspektiven gleichermaßen zu integrieren.
Inwieweit ist das Kind aktiv am Prozess beteiligt?
Das Kind steht im Mittelpunkt, wobei die Teilnahme altersgemäß erfolgt; die Beratung zielt darauf ab, dass das Kind und seine Umwelt sich besser aufeinander einstellen können.
Welche Bedeutung hat das „szenische Verstehen“?
Es hilft dem Berater, über die reine verbalisierte Problemdarstellung hinaus, durch Beobachtung von Mimik, Gestik und Interaktion unbewusste Konflikte besser zu erfassen.
- Arbeit zitieren
- Melanie Schewtschenko (Autor:in), 2014, Erziehungsberatung. Methoden, Aufgaben, Ziele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279674