Einleitung
Als geborene Wolfsburgerin gehört für mich das Volkswagenwerk unabänderlich zu Wolfsburg. Und es gibt dort wohl nur wenige Familien, in denen nicht wenigstens ein Familienmitglied bei Volkswagen beschäftigt ist. Die Vorteile Volkswagens sprechen für sich: gute Arbeitszeiten, gute Vergütung, gute Sozialleistungen. Die Existenz Volkswagens in Wolfsburg beschert der Stadt auch eine geringe Arbeitslosenquote1; zum einen sind ca. 49.700 Menschen direkt bei Volkswagen beschäftigt, zum anderen finden viele Arbeit bei Zulieferfirmen, Speditionen etc. Doch die in den letzten Jahren schwache Wirtschaft hat auch in Wolfsburg seine Spuren hinterlassen; Stellenabbau, längere Arbeitszeiten, geringere Löhne. Dennoch ist Volkswagen für Wolfsburg unverzichtbar. Ohne den großen Arbeitgeber fände nur noch ein geringer Teil der Wolfsburger eine Anstellung, die eigens für die Mitarbeiter des Volkswagenwerkes gebaute Stadt zerfiele.
Doch Volkswagen beschränkt sich nicht nur auf Wolfsburg: im Rahmen der internationalen Markterschließung hat die Volkswagen AG zahlreiche Werke weltweit gegründet. Dabei hat sich Volkswagen nicht nur auf die Industrienationen konzentriert, sondern ist auch in weniger weit entwickelte Länder vorgedrungen. Welche Relevanz hat ein Globalplayer wie Volkswagen aber auf die Wirtschaft eines Schwellenlandes? Diese Frage wird anhand der Länder Brasilien und Mexiko erläutert, in denen Volkswagen bereits seit über 50 Jahren ansässig ist. Um einen Überblick über die beiden Länder zu erhalten, werden sie zunächst kurz vorgestellt, um dann nach einem kurzen Abriss der Volkswagen-Chronik auf ihre Besonderheiten in den Bereichen Wirtschaft und Arbeitsmarkt einzugehen. Welche Bedeutung Volkswagen für die beiden Länder hat und die Vor- und Nachteile, die sich für die Beschäftigten und die Regierung auf der einen sowie für Volkswagen auf der anderen Seite ergeben, führen zum abschließenden Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Schwellenländer Brasilien und Mexiko
2.1 Definition Schwellenland
2.2 Brasilien
2.3 Mexiko
3. Kurze Volkswagen-Chronik mit dem Schwerpunkt Globalisierungstätigkeit
4. Volkswagen in den Schwellenländern
4.1 Volkswagen in Brasilien
4.2 Volkswagen in Mexiko
5. Die wirtschaftliche Lage und der Arbeitsmarkt
5.1 Brasilien
5.1.1 Wirtschaft
5.1.2 Arbeitsmarkt
5.1.3 Die Bedeutung Volkswagens
5.2 Mexiko
5.2.1 Wirtschaft
5.2.2 Arbeitsmarkt
5.2.3 Die Bedeutung Volkswagens
6. Vor- und Nachteile für Arbeiter und Regierung der beiden Schwellenländer sowie für Volkswagen
6.1 Brasilien
6.1.1 Vorteile für die Arbeitnehmer und die Regierung
6.1.2 Nachteile für die Arbeitnehmer und die Regierung
6.1.3 Vorteile für Volkswagen
6.1.4 Nachteile für Volkswagen
6.2 Mexiko
6.2.1 Vorteile für die Arbeitnehmer und die Regierung
6.2.2 Nachteile für die Arbeitnehmer und die Regierung
6.2.3 Vorteile für Volkswagen
6.2.4 Nachteile für Volkswagen
7. Fazit
8. Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Bedeutung des Globalplayers Volkswagen für die Schwellenländer Brasilien und Mexiko. Dabei wird analysiert, welchen Einfluss das Unternehmen auf die lokalen Arbeitsmärkte und die industrielle Entwicklung dieser Länder hat und welche Vor- und Nachteile sich daraus für die Beschäftigten, die Regierungen und den Konzern selbst ergeben.
- Wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsmarktbedingungen in Brasilien und Mexiko
- Die Rolle von Volkswagen als größter Arbeitgeber der Automobilindustrie
- Analyse der Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer, Regierungen und Volkswagen
- Vergleich der regionalen Marktbedingungen und Handelsabkommen
Auszug aus dem Buch
4.2 Volkswagen in Mexiko
Aufgrund der die Einfuhr von Fahrzeugen erschwerenden Importbestimmungen der mexikanischen Regierung sahen sich die Automobilhersteller gezwungen, im Lande zu produzieren und nicht ausschließlich zu importieren. Von der Regierung gewährte günstige Anreize für den Bau einer Fabrik stellten für Volkswagen einen weiteren Grund dar, in Mexiko ein Werk zu eröffnen. Für den Standort Puebla sprach die Nähe zur Hafenstadt Veracruz sowie die Nähe zu Mexiko City, wo 1964 die Volkswagen de Mexico gegründet worden war. Mit 13.500 Mitarbeitern ist Volkswagen de Mexico der größte Arbeitgeber der mexikanischen Automobilindustrie. Wie in Brasilien deckt Volkswagen auch hier seinen Bedarf an Mitarbeitern zu 99 Prozent mit einheimischen Arbeitskräften.
Die Vergütung ist hier die beste der mexikanischen Automobilindustrie. Die Produktion erfolgt an vier Tagen die Woche in zwei Schichten. Der Urlaub entspricht dem mexikanischen Bundesarbeitsgesetz. Auch die mexikanischen Volkswagen-Mitarbeiter sind sozialversichert; sie erhalten außerdem einen Produktivitätsbonus, eine Weihnachtsprämie in Höhe eines Monatsgehaltes und nehmen Teil an speziellen Gesundheitsprogrammen und Ausbildungskursen. Des weiteren stehen eine Gaststätte sowie eine VW-Buslinie zum und vom Werk zur Verfügung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der internationalen Markterschließung Volkswagens und Formulierung der Fragestellung zur Relevanz für Schwellenländer.
2. Die Schwellenländer Brasilien und Mexiko: Definition des Begriffs Schwellenland sowie Vorstellung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beider Länder.
3. Kurze Volkswagen-Chronik mit dem Schwerpunkt Globalisierungstätigkeit: Historischer Überblick über die Entwicklung der Volkswagen AG von der Gründung bis zur internationalen Expansion.
4. Volkswagen in den Schwellenländern: Detaillierte Darstellung der operativen Tätigkeit und der Mitarbeiterstruktur von Volkswagen in Brasilien und Mexiko.
5. Die wirtschaftliche Lage und der Arbeitsmarkt: Analyse der makroökonomischen Kennzahlen, der Arbeitsmarktsituation und der spezifischen Bedeutung Volkswagens für die Wirtschaft beider Staaten.
6. Vor- und Nachteile für Arbeiter und Regierung der beiden Schwellenländer sowie für Volkswagen: Erörterung der beiderseitigen Pro- und Contra-Aspekte hinsichtlich Beschäftigung, Steuern und wirtschaftlicher Abhängigkeit.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen des Engagements von Volkswagen auf die Wirtschaft der Schwellenländer.
Schlüsselwörter
Volkswagen, Schwellenländer, Brasilien, Mexiko, Automobilindustrie, Globalisierung, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Direktinvestitionen, Export, Handelspolitik, Standortvorteil, Sozialleistungen, Produktion, Industrialisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Einschätzung und der Bedeutung der Volkswagen AG für die Schwellenländer Brasilien und Mexiko als Globalplayer.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Länder, die Rolle von Volkswagen in der Automobilindustrie und die Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Export.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit ein ausländisches Großunternehmen wie Volkswagen zur wirtschaftlichen Stabilität und Entwicklung in Schwellenländern beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse und einer Auswertung von Wirtschaftsdaten, Fachliteratur sowie Unternehmenschroniken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die wirtschaftliche Lage beider Länder, die Historie von VW, die Standortbedingungen und eine differenzierte Nutzen-Lasten-Analyse für alle beteiligten Akteure behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Volkswagen, Brasilien, Mexiko, Schwellenländer, Arbeitsmarkt und Automobilindustrie beschreiben den inhaltlichen Kern.
Welchen Stellenwert nimmt die Automobilindustrie für Mexiko ein?
Die Automobilindustrie ist einer der wichtigsten Industriezweige Mexikos und ein bedeutender Faktor für die Exportwirtschaft des Landes.
Warum ist das VW-Werk in Puebla für die Region so wichtig?
VW ist der größte Arbeitgeber im Bundesstaat Puebla; die Region profitiert massiv von den Investitionen und der Ansiedlung der Zulieferindustrie.
- Quote paper
- Maren Herbst (Author), 2004, Volkswagen in Brasilien und Mexiko: Eine Einschätzung der Bedeutung eines Globalplayers für die Wirtschaft der beiden Schwellenländer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27968