Jeder Mensch nutzt diese Form des sprachlichen Handelns innerhalb der unterschiedlichsten Kommunikationsszenarien, ohne sich dabei regelmäßig Gedanken über die methodischen Grundlagen zu machen. Tatsächlich ist ein Argument jedoch mehr als die bloße Aneinanderreihung von Silben und Wörtern zu einem Satz oder Ausspruch. Um an das Eingangszitat anzuknüpfen: Der Kehlkopf formt die Laute, ermöglicht also die Übermittlung der Informationen, während der Kopf, welcher hier als Metapher für den kognitiven Prozess des Denkens dient, den sinnhaften Inhalt, die Information per se konstruiert und damit den Ursprung eines Argumentes darstellt. Um ein gelungenes Argument zu formulieren, bedarf es dementsprechend eines Denkprozesses, welcher wiederum auf Wissen über das Argumentieren basiert.
Ziel dieser Ausarbeitung soll es daher sein, einen Überblick über die Methodik des Argumentierens zu geben und, ausgehend von allgemeinen Betrachtungen, einen Einblick in die wissenschaftlichen Hintergründe dieses Themas zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. Argumentationsarten
4. Logische Argumentationsfehler – Scheinlogik
5. Typen von Argumenten
6. Rhetorik und Kommunikation des Argumentierens
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen theoretischen Überblick über die Methodik des Argumentierens zu geben und die wissenschaftlichen Hintergründe sprachlichen Handelns zu beleuchten, um die Qualität und Validität von Argumentationen besser einordnen zu können.
- Grundlagen und Definition des Begriffs Argumentieren
- Differenzierung verschiedener Argumentationsarten
- Analyse logischer Argumentationsfehler (Scheinlogik)
- Typologie gebräuchlicher Argumente
- Kommunikationswissenschaftliche Perspektive des Argumentationsprozesses
Auszug aus dem Buch
Logische Argumentationsfehler – Scheinlogik
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit Fehlern, die, beabsichtigt oder nicht, innerhalb logischer Argumentationen auftreten können und dadurch eine Scheinlogik produzieren. Dabei ist es zunächst unwichtig, ob hinter diesen Fehlern eine Intention seitens des Argumentierenden vorliegt, oder ob dieser aufgrund mangelnden Wissens falsche Schlüsse zieht. Adolph (2002) führt dazu eine Auswahl der, in der Praxis am relevantesten Fehler an, welche nun im Einzelnen vorgestellt werden.
Die einfachste Variante eine gewünschte Schlussfolgerung zu erzeugen besteht darin, falsche Fakten als Argumente zu verwenden. Diese können entweder komplett fiktiv sein, aber auch auf wahren Tatsachen basieren, welche dem Argumentationsziel entsprechend verändert, angepasst oder geschönt wurden. Das Herausstellen solcher falschen Tatsachen kann sich für den Hörer je nach Gesprächsinhalt schwerer oder leichter darstellen. Entscheidend dabei ist, wie vertraut der jeweilige Argumentationspartner mit den Inhalten ist, bzw. wie gut der Argumentierende die falschen Fakten „verkauft“. Definitiv belegen ob ein Fakt wahr oder falsch ist, kann man nur durch Prüfung der jeweiligen Quellen, solange der Argumentationspartner diese angibt, bzw. angeben kann.
Der zweite Fehler, welcher vor allem bei der bereits angesprochenen induktiven Argumentation auftritt, ist der, dass zu wenige, zu einseitige oder nicht repräsentative Daten zur Herleitung des Argumentationsschlusses verwendet werden. Es wurde zuvor angeführt, dass für eine fehlerfreie, induktive Argumentation entweder eine erschöpfende, oder zumindest eine repräsentative Auswahl an Indikatoren auszuwählen ist. Ist die Repräsentativität der Fakten nicht zu gewährleistet, kann das Resultat der Schlussfolgerung nicht als allgemeingültig angesehen werden. Die Auswahl einseitiger Daten führt regelmäßig sogar zu einem falschen Resultat, wobei dann davon auszugehen ist, dass der Hörer bewusst fehlgeleitet werden soll. Um diesen Fehler zu vermeiden sollte der Argumentierende stets auf eine ausreichende Repräsentativität der verwendeten Indikatoren achten, bzw. muss der Hörer den Wahrheitsanspruch einer derartigen Argumentation immer hinsichtlich der Einseitigkeit der Argumente überprüfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Argumentierens als komplexe sprachliche Handlung ein und legt die methodische Zielsetzung der Arbeit fest.
2. Begriffsbestimmung: Hier wird die Etymologie und Bedeutung des Begriffs "Argumentieren" hergeleitet, um ein einheitliches Verständnis als Basis für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3. Argumentationsarten: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen logischer Argumentation, wie dem "Standardfall", und weiteren Arten, wobei induktive und deduktive Methoden beleuchtet werden.
4. Logische Argumentationsfehler – Scheinlogik: Es werden verschiedene fehlerhafte Argumentationsweisen wie Zirkelschlüsse, Analogieschlüsse und Scheinlogiken analysiert, die die Qualität von Aussagen mindern.
5. Typen von Argumenten: Der Abschnitt stellt eine Auswahl praxisrelevanter Argumenttypen vor, darunter das Universalisierungs-, Quellen- und Mitleidsargument.
6. Rhetorik und Kommunikation des Argumentierens: Hier wird die Rolle der Rhetorik und die kommunikationswissenschaftliche Dynamik zwischen Sprecher und Hörer bei der Konsensfindung untersucht.
7. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse über die theoretischen Grundlagen, die Logik und die kommunikative Komponente des Argumentierens zusammen.
Schlüsselwörter
Argumentieren, Logik, Argumentationsarten, Scheinlogik, Rhetorik, Kommunikation, Induktion, Deduktion, Kausalkette, Begriffsbestimmung, Sprachliches Handeln, Argumentationstheorie, Überzeugen, Überreden, Fehlerschlüsse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Theorie und Methodik des Argumentierens, wobei sie untersucht, wie Argumente strukturiert sind und wie diese in der Kommunikation eingesetzt werden.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit behandelt die Definition des Begriffs, verschiedene Argumentationsarten (logisch, induktiv, deduktiv), die Analyse von Logikfehlern sowie die rhetorischen Grundlagen der Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Methodik des Argumentierens zu geben, um dem Leser zu helfen, die Qualität von Argumenten zu bewerten und eigene Argumentationen zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur aus den Bereichen Pädagogik, Sprachwissenschaft und Logik, um die Mechanismen des Argumentierens qualitativ zu beschreiben.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die logische Analyse von Argumentationsfehlern, die Einordnung verschiedener Argumenttypen und einen Exkurs in die Kommunikationswissenschaft zur Dynamik zwischen Sprecher und Hörer.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Logik", "Scheinlogik", "Sprachliches Handeln" und "Argumentationsarten" geprägt.
Was unterscheidet den "Standardfall" von anderen Argumentationsweisen?
Der Standardfall folgt einer konklusiven Kausalkette, in der Schlussfolgerungen logisch aus vorausgegangenen, akzeptierten Argumenten abgeleitet werden.
Wie kann man sich gegen "Scheinlogik" im Diskurs wehren?
Indem man die Repräsentativität der Daten prüft, auf objektive Beweise beharrt und darauf achtet, ob die Schlussfolgerung tatsächlich auf den präsentierten Fakten fußt oder ob diese lediglich manipuliert wurden.
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- Master of Arts Robert Möller (Author), 2010, Theorie und Methodik des Argumentierens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279781