Ursprünglich dem angelsächsischen Raum entstammend, hat die Beschäftigungsfähigkeit, auch Employability genannt, in den letzten Jahren auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewonnen. Angetrieben von dem Ziel einer adäquaten Anpassung beruflicher Qualifikationen an sich verändernde gesellschaftliche Verhältnisse, und dem damit einhergehenden Wandel der Erwerbsarbeit, fördert die Einbringung der Employability in den Wirtschaftsraum Deutschland teilweise Hoffnung, teilweise Kritik zutage.
Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, den Begriff der Beschäftigungsfähigkeit zu ergründen, dessen Aufkommen in Deutschland zu erklären und den berufspädagogischen Diskurs zur Thematik Employability versus Beruf zu erläutern.
Zu diesem Zwecke werde ich im ersten Abschnitt die Frage beantworten: „Was ist Employability?“, gefolgt von einer kurzen Schilderung zum Aufkommen dieses Konzeptes innerhalb des deutschen Wirtschaftsraumes. Anschließend möchte ich auf den bereits angesprochenen Diskurs in der Berufspädagogik eingehen, um abschließend ein Fazit, von meinem Standpunkt aus, zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
2.WAS IST EMPLOYABILITY?
3.DIE ENTWICKLUNG DER EMPLOYABILITY IM DEUTSCHEN WIRTSCHAFTSRAUM
4.EMPLOYABILITY IM BERUFSPÄDAGOGISCHEN DISKURS
5.FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Beschäftigungsfähigkeit (Employability) und dessen zunehmende Bedeutung im deutschen Wirtschaftsraum. Dabei wird insbesondere der berufspädagogische Diskurs beleuchtet, der die Spannung zwischen dem klassischen deutschen Berufskonzept und dem modernen Anspruch an ständige Anpassungsfähigkeit und Selbstvermarktung des Individuums analysiert.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung von Employability
- Gesellschaftliche, ökonomische und politische Triebkräfte der Etablierung
- Gegenüberstellung von Employability und traditionellem Berufsbild
- Kritische Analyse des berufspädagogischen Diskurses
- Bewertung der Risiken und Chancen für das deutsche Beschäftigungssystem
Auszug aus dem Buch
2. Was ist Employability?
Nach Kraus bezeichnet der Begriff Employability in erster Linie einen aktuellen Diskurs, der sich „(…) vor allem in politischen, arbeitsmarktbezogenen und personalwirtschaftlichen Diskussionen etabliert hat“. Er beschreibt die individuelle „(…) Möglichkeit, einer entlohnten Beschäftigung nachzugehen (…)“ und erstreckt sich dabei schwerpunktmäßig auf die „(…) vom Individuum einzubringenden Voraussetzungen, die sich auf verschiedene Aspekte, wie Qualifikationen, Flexibilität oder die Möglichkeit zur Mobilität (…)“ beziehen.
Es handelt sich um eine Form beruflicher Qualifikation, welche „(…) im deutschen Kontext in Konkurrenz zum Beruf (…)“ tritt. Denn, obwohl der Beruf als historisch gewachsenes und strukturell in der Gesellschaft verankertes Modell derzeit noch immer Bestand hat, steht es in Zeiten von globalisierten Märkten und „(…) dem Infragestellen von industriell geprägten Ordnungsmustern von Wirtschaft und Gesellschaft (…)“ zunehmend häufiger als nicht mehr zeitgemäß in der Kritik. Auf diese Problematik komme ich im vierten Abschnitt noch zu sprechen.
Kraus kritisiert in ihrem Buch, dass der Begriff der Beschäftigungsfähigkeit in aktuellen Publikationen und Diskussionen, je nach Kontext, differenziert verwendet wird, ohne jeweils eine klare Eingrenzung vorzunehmen. Sie beschreibt, dass Employability als „(…) Chiffre für eine 'gute Sache' (…)“ zwar grob in den Feldern Qualifizierung, Betrieb und Arbeitsmarkt angesiedelt wird, die jeweiligen Definitionen – soweit vorhanden – jedoch nicht ausreichend disjunkt formuliert werden.
Um trotzdem eine hinreichende Abgrenzung zu erreichen, formuliert sie die Essenz aus insgesamt 15 verschiedenen Definitionen verschiedener Autoren. Kraus kommt zu dem Schluss, dass der Gegenstandsbereich der Beschäftigungsfähigkeit strukturell drei Abschnitte umfasst, nämlich „Beginnen, Halten und Wechseln“ von Erwerbstätigkeiten. Weiter gefasst zählt sie ebenfalls das Suchen von Beschäftigung sowie den „Wechsel im Sinne eines Aufstiegs“ zum Begriff der Employability.
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz des Konzepts der Beschäftigungsfähigkeit im Kontext des Wandels der Erwerbsarbeit und steckt den methodischen Rahmen der Arbeit ab.
2.WAS IST EMPLOYABILITY?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Employability, arbeitet seine Kernelemente heraus und stellt ihn in den Kontext der Konkurrenz zum traditionellen Berufsbild.
3.DIE ENTWICKLUNG DER EMPLOYABILITY IM DEUTSCHEN WIRTSCHAFTSRAUM: Hier werden die gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Ursachen für die Etablierung des Konzepts in Deutschland detailliert analysiert.
4.EMPLOYABILITY IM BERUFSPÄDAGOGISCHEN DISKURS: Das Kapitel präsentiert die drei dominierenden Standpunkte innerhalb der Berufspädagogik zur Frage, wie das Verhältnis von Employability und dem klassischen Berufsbegriff zu bewerten ist.
5.FAZIT: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und äußert eine kritische Perspektive auf die Übertragbarkeit des Employability-Modells auf das deutsche Sozial- und Beschäftigungssystem.
Schlüsselwörter
Employability, Beschäftigungsfähigkeit, Berufskonzept, Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Arbeitsmarkt, Erwerbsarbeit, Individualisierung, Qualifikation, Kompetenzentwicklung, Flexibilität, Sozialstaat, Beschäftigungspolitik, Lebenslanges Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept der Beschäftigungsfähigkeit (Employability) und seine zunehmende Bedeutung im deutschen Arbeitsmarkt im Vergleich zum traditionellen, historisch gewachsenen Berufskonzept.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Begriffsdefinition von Employability, die Triebkräfte für dessen Einführung in Deutschland (Gesellschaft, Ökonomie, Politik) sowie die berufspädagogische Auseinandersetzung über die Zukunft des Berufsmodells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Begriff der Beschäftigungsfähigkeit zu ergründen, sein Aufkommen in Deutschland zu erklären und den Diskurs über ein mögliches Verdrängen des traditionellen Berufskonzepts durch Employability kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung einschlägiger Fachliteratur, insbesondere der Werke und Expertisen der Autorin Katrin Kraus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Klärung, eine Analyse der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ursachen für die Etablierung von Employability sowie eine Diskussion der drei pädagogischen Grundpositionen zum Thema.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Employability, Beschäftigungsfähigkeit, Berufskonzept, Berufspädagogik, Flexibilisierung und der Wandel der Erwerbsbiographie.
Warum sieht der Autor Employability kritisch im Kontext des Sozialstaates?
Der Autor argumentiert, dass das Konzept dem Einzelnen ein hohes Maß an Eigenverantwortung aufbürdet, das nicht jeder leisten kann, und dass es das bewährte, rechtlich gesicherte Berufskonzept gefährden könnte, ohne eine adäquate soziale Absicherung zu bieten.
Welche Rolle spielt die Individualisierung bei der Etablierung von Employability?
Die Individualisierung wird als gesellschaftlicher Wandel angeführt, bei dem die persönliche Gestaltung des Lebens an Bedeutung gewinnt, was einerseits mehr Freiheit ermöglicht, aber andererseits ein höheres persönliches Risiko und Eigenverantwortung für die Beschäftigungsfähigkeit mit sich bringt.
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- Master of Arts Robert Möller (Author), 2010, Individualisierungsleitbild Beschäftigungsfähigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279790