Das Genrehybrid "Horrormusical". Tim Burtons Musicalverfilmung "Sweeney Todd: The demon barber of Fleet Street" und Darren Lynn Bousmans Rock-Oper "Repo! – The genetic opera"


Hausarbeit, 2014

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Genre-Mix Horrormusical

3. SWEENEY TODD - THE DEMON BARBER OF FLEET STREET
3.1 SWEENEY TODD als Musicalfilm
3.2 SWEENEY TODD als Horrorfilm

4. REPO! - THE GENETIC OPERA
4.1 REPO! als Musicalfilm
4.2 REPO! als Horrorfilm

5. Abschließender Vergleich und Bewertung

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit soll exemplarisch den Genrehybrid des Horrormusicals darstellen. Es wird vor allem untersucht, welche Eigenschaften der beiden sehr unterschiedlichen Genres ihren Einfluss auf die Filme ausüben und inwiefern die Merkmale der einzelnen Genres erfüllt werden. Ferner bleibt zu analysieren, ob durch die Stilisierung aufgrund der Einbindung von Gesang und Tanz als „abstrakte[r], unnatürliche[r] Gestaltungsmittel“ 1 in die Filmhandlung der Horrorfilm nicht zu stark in seiner in der Regel erwünschten Schockwirkung verfremdet wird und immer noch den Anspruch stellen kann, beim Rezipienten Schauder- und Angstgefühle auszulösen.

Als Beispiele sollen hierbei Tim Burtons Musicalverfilmung SWEENEY TODD: THE DEMON BARBER OF FLEET STREET (SWEENEY TODD - DER TEUFLISCHE BARBIER AUS DER FLEET STREET, UK/USA 2007) und Darren Lynn Bousmans eher unbekannte Rock-Oper REPO! - THE GENETIC OPERA (USA 2008) dienen, die unterschiedlich mit der Horrorthematik umgehen und so auch verschiedene Wirkungen beim Zuschauer erzeugen.

2. Der Genre-Mix Horrormusical

Der Musicalfilm ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass in ihm eine Symbiose der drei Künste Tanz, Gesang und Schauspiel stattfindet. 2 Die Filmhandlung wird durch einzelne Musikstücke vorangetrieben oder aber es findet eine Vertiefung des Charakters der Figuren statt, indem sie ihre Emotionen in einem Lied ausdrücken. Dass die Figuren in der diegetischen Welt singen und tanzen, wird so gut wie nie in Frage gestellt oder als Abkehr der Realität betrachtet (eine Ausnahme bildet hier die Musicalepisode ONCE MORE, WITH FEELING (NOCH EINMAL MIT GEFÜHL, R: Joss Whedon, USA 2001) aus BUFFY THE VAMPIRE SLAYER (BUFFY - IM BANN DER DÄMONEN, USA 1997 - 2003) in der Gesang und Tanz der Figuren durch einen Dämon verursacht werden) oder durch eine Bühnenshow in der diegetischen Welt begründet. Klassische Musicalfilme sind also in der Regel eher selten selbstreflexiv.

Weiterhin muss eine Unterscheidung zwischen den Begriffen „Musicalfilm“ und „Filmmusical“ stattfinden. Der Musicalfilm ist definitonsgemäß die Verfilmung eines bereits existierenden Bühnenstücks, welches für das Kino adaptiert wird. Das Filmmusical hat keine solche Vorlage, Drehbuch und Lieder sind neu für den Film geschrieben worden, es findet jedoch häufig nach Veröffentlichung des Films eine Bühnenadaption statt. 3

Im Grunde lässt sich jedes Genre mit dem des Musicals vereinen, auch wenn es gewisse wiederkehrende (meist romantische) Leitmotive im Musical(film) gibt („Meistens steht jedoch das romantische Paar im Mittelpunkt der Geschichte.“ 4), von der sich zeitgenössischere Musicals jedoch immer häufiger distanzieren. Es findet bei der Vereinigung von Musicals und einem weiteren Genre jedoch häufig eine Hinwendung zur Komödie statt, da die im Film integrierte Musik meist eine starke Abkehr vom Naturalismus kennzeichnet und das andere Genre somit nur noch nebensächlich besteht und schwerlich ernstgenommen werden kann. Aus diesem Grund entstanden auch bald Horrormusicals, in denen eine typische Horrorfilmhandlung mit Gesang und Tanz untermalt und dadurch meist verfremdet oder gar parodiert wird. Ehemalige Horrorstoffe wie The Phantom of the Opera (2004 in Andrew Lloyd Webbers Musicalversion verfilmt unter der Regie von Joel Schumacher), Dr. Jekyll & Mr. Hyde oder Dracula werden durch das Musical romantisierend verklärt, von dem ursprünglichen Horror ist so gut wie nichts mehr übrig geblieben.

Das Horrorfilm-Genre zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es durch „Stimulation von Urängsten im Zuschauer Angstgefühle erzeugen will“ 5, es handelt sich also um ein affektbetontes Genre, welches sich vor allem über seine Wirkung auf den Zuschauer definiert. Über die Jahre haben sich jedoch verschiedene wiederkehrende Motive, Symboliken und Strukturen entwickelt, die häufig im Horrorfilm verwendet und zitiert werden. In Bezug auf die in dieser Hausarbeit analysierten Filme sind hier besonders die Splatterfilme zu erwähnen, welche sich durch eine besondere „Filmästhetik, die die Zerstörung und Auflösung der Physis zum Thema hat“6, auszeichnen.

Werden diese beiden so unterschiedlichen Genres nun in einem Film hybridisiert, entsteht zwangsläufig ein Stilmix mit einer ganz eigenen Wirkung und Ästhetik. Trotzdem oder auch gerade deshalb entstanden zahlreiche Musicals (die oft auch zu Filmen adaptiert wurden), welche klassische Horrormotive aufgreifen und mit ihnen spielen. Beispiele hierfür sind The Rocky Horror Show (1975 verfilmt von Jim Sharman), Evil Dead: The Musical (eine Bühnenadaption des 1981 entstanden Films von Sam Raimi), die Episode ONCE MORE, WITH FEELING aus BUFFY THE VAMPIRE SLAYER, Little Shop of Horrors (1986 verfilmt von Frank Oz), Carrie, Young Frankenstein und Tanz der Vampire, um nur einige zu nennen. Die Verkopplung der beiden Genres soll nun anhand der Beispiele SWEENEY TODD und REPO! - THE GENETIC OPERA analysiert und hinsichtlich ihrer Wirkung ausgewertet werden.

3. SWEENEY TODD - THE DEMON BARBER OF FLEET STREET

3.1. SWEENEY TODD als Musicalfilm

Die Figur Sweeney Todd galt lange als „urban myth“ und „Seine historische Existenz ist zumindest mehr als strittig“ 7. Inzwischen sind sich Experten jedoch zum Großteil darüber einig, dass er eine rein fiktionale Figur ist. 8 Zum ersten Mal tauchte die Geschichte um den mörderischen Barbier 1846 im Groschenroman „The String of Pearls: A Romance“ von Thomas Prest auf. Viele fühlten sich von dieser Idee inspiriert und es entstanden weitere Bücher und Filme. Die Grundidee eines Barbiers, der seine Kunden mit seinem Rasiermesser aufschlitzt und seiner Nachbarin als Fleischzutat für ihre sich gut verkaufenden Pies zur Verfügung stellt, blieb jedoch in jeder Adaption gleich.

1979 wurde dann die Musical-Adaption von Stephen Sondheim am Broadway uraufgeführt. Er verleiht der Figur eine „backstory wound“ und somit eine gewisse Tiefe und Begründung seiner brutalen Handlungen.

[...]


1 Ott 2008, S. 19

2 vgl. Ott 2008, S. 24

3 vgl. Ott 2008, S. 24

4 Ott 2008, S. 53

5 Stiglegger 2011, S. 263f

6 Stiglegger 2011, S. 571

7 Heger 2010, S. 322

8 http://www.independent.co.uk/news/media/sweeney-todd-fact-or-fiction-521470.html (Zugriff am 13.03.2014)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Genrehybrid "Horrormusical". Tim Burtons Musicalverfilmung "Sweeney Todd: The demon barber of Fleet Street" und Darren Lynn Bousmans Rock-Oper "Repo! – The genetic opera"
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V279968
ISBN (eBook)
9783656732600
ISBN (Buch)
9783656741381
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musicals, Horrorfilme, Horror, Genres, Filmgenres, Horrormusicals
Arbeit zitieren
Farah Caroline Woditschka (Autor), 2014, Das Genrehybrid "Horrormusical". Tim Burtons Musicalverfilmung "Sweeney Todd: The demon barber of Fleet Street" und Darren Lynn Bousmans Rock-Oper "Repo! – The genetic opera", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279968

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