Humankapital. Die Definition nach Adam Smith im Vergleich zur heutigen Situation


Seminararbeit, 2013

13 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Adam Smith

2 Humankapital bei Adam Smith
2.1 Definition Humankapital
2.2 Humankapital als Wachstumskraft
2.2.1 Geschicklichkeit
2.2.2 Zeiteinsparung
2.2.3 Maschineneinsatz
2.3 Gesellschaftliche Folgen
2.4 Die Stellung der Arbeiter

3 Humankapital heute
3.1 Was ist die OECD
3.2 Definition Humankapital nach OECD
3.3 Gesellschaftliche Folgen heute
3.4 Gegenüberstellung

4 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellungsverzeichnis

Tabelle 1, S. 9 Einsparungen bei Rückgang der Kriminalitätsrate, eigeneBerechnungen

Bild 1, S. 9: Berth, Felix [Die Verschwendung der Kindheit, 2011]: Die Verschwendung der Kindheit, 1. Auflage, Beltz, Basel 2011

1 Einleitung

1.1 Ziel der Arbeit

Ziel dieser Seminararbeit ist es, den Begriff des Humankapitals hinsichtlich der Definition und Einteilung aus der Sicht von Adam Smith im Vergleich zur heutigen Situation zu erörtern und kritisch zu hinterfragen.

In Anbetracht des Mangels an natürlich vorkommenden Rohstoffen der Bundesrepublik Deutschland muss dem Humankapital besonderes Augenmerk geschenkt werden. Darauf basierend wird der Begriff des Humankapitals in den verschiedenen Epochen und der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) betrachtet und analysiert. Unabdingbar dafür ist das Wissen über die zeitliche und kulturelle Herkunft des Autoren und die Aufgabe der OECD.

1.2 Adam Smith

Adam Smith wurde am 05. Juli 1723 in Kirkcaldy, Schottland geboren und wuchst ohne Vater auf. Er gilt gemeinhin als Begründer der klassischen ökonomischen Lehre. Smith begann seine Studien 1737 in Glasgow zunächst mit Mathematik, Griechisch, Latein und Moralphilosophie, schloss diesen Studiengang allerdings nicht ab. 1740 verließ er Schottland, um an der Oxford University bis August 1746 lateinische und griechische Klassiker zu studieren. Nach seiner Habilitation wurde Smith 1750 Professor für Logik am College von Glasgow. Im Jahr 1789 veröffentlichte er das wohl wichtigste Werk der klassischen ökonomischen Lehre „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“. Er verstarb am 17. Juni 1790 in Edinburgh.

2 Humankapital bei Adam Smith

2.1 Definition Humankapital

Auch wenn Smith das Wort Humankapital nie gebraucht, so definiert er den Begriff als die Summe der vorhandenen Eigenschaften, Geschicklichkeit, Sachkenntnis und Erfahrung der Arbeiter, die zu großen Teilen aus der Arbeitsteilung resultieren. Er beschränkt sich dabei aber vollkommen auf die produktiven Kräfte, so dass Künstler, die keinem produzierenden Gewerbe nachgehen, kein Humankapital im Sinne von Adam Smith darstellen.

Smith geht dabei auch nicht auf die Auswirkungen der Verbesserung dieser Eigenschaften, wie zum Beispiel die soziale vertikale Wanderung in der Gesellschaft durch einen Zuwachs an Bildung ein, sondern beleuchtet alleine die wirtschaftlichen Aspekte dieser Eigenschaften beim Menschen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Sklaverei und dem Gewerkschaftsverbot für Dienstboten und Arbeiter, ist dieser Ansatz auch kaum verwunderlich.

Sklaverei war zu dieser Zeit eine gängige Praxis der Arbeitskraftbeschaffung und stieß noch nicht auf die breite Empörung, wie es einige Zeit später der Fall sein wird.

2.2 Humankapital als Wachstumskraft

Smith unterstellt, dass es maßgeblich drei Faktoren sind, die zu einem starken Anstieg von Produktivität führen.

1. Die Begabung und Geschicklichkeit jedes Arbeiters,
2. Zeiteinsparungen, die durch Arbeitsteilung und dem Fehlen von Arbeitsplatzwechseln resultieren und
3. der Einsatz von Maschinen, der auch teilweise aus der Arbeitsteilung resultiert.

2.2.1 Geschicklichkeit

Sie umfasst nicht mehr, als die Fähigkeit eine Tätigkeit auszuüben. Dabei ist der Erfahrungswert, der durch die Arbeitsteilung angereichert wird, in Addition mit Geschicklichkeit zu sehen. Im heutigen Kontext als Routine bekannt, bildet die Geschicklichkeit in Summe mit der Erfahrung einen großen Teil der Produktivität dieser und unserer Zeit.

2.2.2 Zeiteinsparung

Hier wird nicht nur die wirklich vertane Zeit durch den räumlichen Arbeitsplatzwechsel oder den Wechsel der Arbeitskleidung und des Werkzeuges betrachtet, es wird unterstellt, dass zum Anfang eines neuen Arbeitsprozesses die Arbeitsleistung unter der Leistung der folgenden Arbeitszeit liegt. Begründet wird dies mit einer Eigenschaft des Menschen, sich nicht direkt in eine neue Arbeit einzufinden, sondern Zeit durch ein wiederkehrendes Einfinden in die aktuelle Tätigkeit zu verlieren. Hierin sieht Smith einen Grund für die mangelnde Arbeitsleistung der Landwirte, welche, unabhängig der Geschicklichkeit, nur aus dem ständigen Wechsel der Arbeitsprozesse herzuleiten ist.

2.2.3 Maschineneinsatz

Durch den Einsatz geeigneter Maschinen erhöht sich die Produktivität nachweislich. Auch hier sieht er die Innovation der Maschinen als Resultat der Arbeitsteilung. Smith begründet dies damit, dass Arbeiter, die sich auf eine verhältnismäßig einfache Arbeit konzentrieren, einfacher Wege finden, sich diese Arbeit noch mehr zu erleichtern. Führt man diesen Gedanken weiter, so ist die Ausbildung von Ingenieuren, insbesondere die der Maschinenbauer, fast ausschließlich der Arbeitsteilung als Ursprung geschuldet.

2.3 Gesellschaftliche Folgen

Smith´s Theorie bezieht sich auf die Arbeitsteilung als Grundlage des allgemeinen Wohlstandes. Dazu bedient er sich der These, dass jeder Mensch grundsätzlich in der Lage ist mehr zu produzieren als er benötigt und daran interessiert ist, dieses Potential zu nutzen. Durch die der Arbeitsteilung zugrunde liegende Wachstumskurve, werden auch Berufe in Wissenschaft und Forschung in verschiedene Disziplinen unterteilt und der Nutzen für die Allgemeinheit subsummiert sich in der Folge. Er beschreibt einen Kreislauf, der die Kaufkraft eines Einzelnen und somit den Wohlstand der gesamten Volkswirtschaft immer weiter ansteigen lässt.

2.4 Die Stellung der Arbeiter

Arbeiter werden als reine Zahlenwerte betrachtet, die nur dem Zwecke der Produktivität dienen. So wird aufgezeigt, „daß der einfache Arbeiter der untersten Schicht mindestens doppelt so viel verdienen müsse, wie er für den eigenen Lebensunterhalt benötigt, damit Mann und Frau imstande sind, zwei Kinder aufzuziehen.“[1] Dies war nicht untypisch zu dieser Zeit. Vor dem Hintergrund, dass Smith` Werk in den Jahren der Aufstände in den neu gegründeten USA erschien und Sklaverei gemeinhin als legitimes Mittel der Arbeitskraftbeschaffung galt, ist die Reduzierung der einheimischen Arbeiter auf die reine Arbeitskraft kaum verwunderlich. Dem entsprechend war es den Arbeitskräften auch verboten sich gewerkschaftlich zu organisieren, was den Arbeitern nur die Möglichkeit ließ, sich durch gewalttätige Aufstände Lohnerhöhungen oder eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erzwingen. Im Gegensatz zu Keynes, der die neoklassische Ökonomie entscheidend geprägt hat und der den Lohn als den Grenzertrag der Arbeit und damit den Wert des eingesetzten Kapitals an der Produktion eines Gutes sieht, stellt für Smith der Lohn eine Größe dar, die allein durch den Arbeitsmarkt bestimmt wird. So geht er davon aus, dass „Wenn in einem Lande die Nachfrage nach Arbeitern, […] ständig zunimmt, […] dann haben die Arbeiter keinen Anlaß sich zu organisieren, um höhere Löhne zu erreichen. Der Mangel an Arbeitskräften führt nämlich zu einem Wettbewerb unter den Unternehmen, die sich gegenseitig überbieten, um Arbeiter zu bekommen, […].“[2] Hierbei beschreibt er einen Zusammenhang zwischen dem wachsenden Einkommen und der Zunahme des Wohlstandes einer Nation. Dies soll seiner Meinung nach die Nachfrage nach Arbeitskräften und Konsumgütern erhöhen.

[...]


[1] Smith, A., Wohlstand, 1776, S. 59

[2] Smith, A., Wohlstand, 1776, S. 60

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Humankapital. Die Definition nach Adam Smith im Vergleich zur heutigen Situation
Hochschule
Fachhochschule Trier - Umwelt-Campus, Standort Birkenfeld
Veranstaltung
Proseminar
Note
2,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V280090
ISBN (eBook)
9783656732518
ISBN (Buch)
9783656732501
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
humankapital, definition, adam, smith, vergleich, situation
Arbeit zitieren
Markus Mayer (Autor), 2013, Humankapital. Die Definition nach Adam Smith im Vergleich zur heutigen Situation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280090

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