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Die Transformationsprozesse im Ostblock. Welche Rolle spielten die Eliten?

Title: Die Transformationsprozesse im Ostblock. Welche Rolle spielten die Eliten?

Term Paper , 2012 , 16 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: B.Ed. Christoph Grave (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Der Zusammenbruch der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) zu Beginn der 1990er Jahre stellte die Erforschung von demokratischen Übergängen bzw. die Erforschung von Systemwechseln vor neue Herausforderungen. Stand die Forschung bis dato vor allem im Zeichen von Struktur- und Modernisierungstheorie so gewannen Ende der 1980er Jahre auch Akteurstheorien an Bedeutung. Der Zusammenbruch der UdSSR hatte zur Folge, dass von einem auf den anderen Tag 15 neue und unabhängige Staaten, welche nach über 70 Jahren Fremdherrschaft frei waren, entstanden. Was folgte, war eine Reihe von Systemtransformationen in Ost- und Mitteleuropa sowie in den asiatischen Teilrepubliken der ehemaligen UdSSR. Da dieser Prozess wie schon zuvor in Mittelamerika für viele Staaten galt, wird er von Huntington als dritte Welle der Demokratisierung beschrieben.
Doch blickt man heute, über 20 Jahre nach dem Zusammenbruch auf die ehemali-gen Sowjetrepubliken so fällt auf, dass sich nur wenige von ihnen nach den Transformationsprozessen zu konsolidierten Demokratien entwickelt haben und andere ehemalige Sowjetrepubliken, die zunächst ebenfalls einen Transformationsprozess mit demokratischen Reformen begonnen hatten, letztendlich doch zu Autokratien oder „defekten“ Demokratien geworden sind. Dies zeigt deutlich, dass die Transformationsprozesse in den Staaten nicht immer erfolgreiche Demokratisierungsprozesse waren und der Systemwechsel von der Autokratie der Sowjetunion hin zu einer freiheitlichen Demokratie in vielen ehe-maligen Teilrepubliken der UdSSR misslang. Interessant hierbei ist es, die Rolle der politischen Eliten genauer zu untersuchen und ihren Einfluss auf die Transformationsprozesse kritisch zu betrachten.
Deshalb soll in der vorliegenden Arbeit die Rolle der Eliten mit Hilfe der Akteurstheorie von Guillermo O’Donnell und Phillippe C. Schmitter untersucht werden. Inwieweit die Theorie zutrifft und welchen Einfluss führenden politischen Akteure auf Transformationsprozesse haben, soll an den Beispielen Estland und Turkmenistan aufgezeigt werden.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Theoretischer Rahmen

III. Transformationsprozess in Estland und Turkmenistan

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Rolle politischer Eliten bei Systemwechseln in den ehemaligen Sowjetrepubliken Estland und Turkmenistan, wobei die Akteurstheorie von Guillermo O’Donnell und Phillippe C. Schmitter als analytischer Rahmen dient.

  • Analyse der Bedeutung von Eliten für den Erfolg oder Misserfolg von Transformationsprozessen.
  • Anwendung der Akteurstheorie auf zwei gegensätzliche Fallbeispiele (Estland als erfolgreiche Transformation, Turkmenistan als gescheiterte).
  • Untersuchung der Bedeutung von Liberalisierung, Pakten und der Rolle von Soft- und Hardlinern in Transitionsphasen.
  • Kritische Reflexion der Grenzen einer rein akteurszentrierten Betrachtungsweise bei Systemtransformationen.

Auszug aus dem Buch

II. Theoretischer Rahmen

Diese Arbeit lässt sich in den Bereich der Transitionsforschung eingliedern, die sich mit der Untersuchung von Ursachen für erfolgreiche bzw. misslungene Systemwechsel auseinandersetzt. Die theoretische Grundlage dieser Arbeit bildet die deskriptiv-empirische Akteurstheorie von Guillermo O’Donnell und Phillippe C. Schmitter. O’Donnell und Schmitter gehören zu den bekanntesten Vertretern der deskriptiv-empirischen Strömung und haben durch die Analyse unterschiedlicher Transitionsprozesse vor allem in Mittelamerika allgemeine Feststellungen über das Verhalten von Akteuren aufgestellt, die an einem Systemwechsel beteiligt sind.

Allgemein lässt sich zu Akteurstheorien sagen, dass sie im Gegensatz zu den Modernisierungstheorien „auf der Mikro- und Mesoebene der handelnden Akteure“ (Merkel 2010: 84) ansetzen. Die Theorien gehen davon aus, dass das Ergebnis von Transformationsprozessen von „subjektiven Einschätzungen, Strategien und Handlungen der relevanten Akteure“ (Merkel 2010: 84) abhängt.

Ausgangspunkt der Theorie von O’Donnell und Schmitter ist das Konzept der Unsicherheit, welches an zwei Sachverhalten festgemacht werden kann. Zum einen beschreiben sie Transitionsvorgänge als einen Übergang von einem bestimmten autoritären System zu einem unbestimmten anderen Regime und gehen darüber hinaus ebenfalls davon aus, dass unerwartete Ereignisse und Fähigkeiten der Einzelnen Akteure Einfluss auf den Prozess der Transition nehmen. Die Phase zwischen dem bestimmten Alten und dem unbestimmten Neuen ist also von Unsicherheit gekennzeichnet (Rüb 2007: 338).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenbruch der UdSSR und die darauffolgenden, höchst unterschiedlichen Transformationserfolge der Nachfolgestaaten, wobei die Bedeutung politischer Eliten für diese Prozesse herausgearbeitet wird.

II. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Akteurstheorie von O’Donnell und Schmitter, insbesondere das Konzept der Unsicherheit und die Rollenverteilung zwischen Softlinern und Hardlinern bei der Liberalisierung und Demokratisierung.

III. Transformationsprozess in Estland und Turkmenistan: Anhand der Fallbeispiele Estland und Turkmenistan wird die Anwendbarkeit der Akteurstheorie geprüft, wobei Estland eine erfolgreiche Transformation und Turkmenistan das Ausbleiben einer solchen zeigt.

IV. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Akteurstheorie zwar für das Verständnis von Entscheidungsprozessen der Eliten wertvoll ist, jedoch durch weitere struktur- und kulturtheoretische Ansätze ergänzt werden muss, um Transformationen umfassend zu erklären.

Schlüsselwörter

Transformationsforschung, Akteurstheorie, Systemwechsel, politische Eliten, Estland, Turkmenistan, Demokratisierung, Liberalisierung, O'Donnell und Schmitter, Softliner, Hardliner, Transitionsphase, UdSSR, Systemtransformation, Transformation ohne Transition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von politischen Eliten bei der Transformation von politischen Systemen, speziell nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit deckt die Transitionsforschung, die Theorie des Systemwechsels nach O'Donnell und Schmitter sowie die vergleichende Analyse der politischen Entwicklung in Estland und Turkmenistan ab.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss von führenden politischen Akteuren auf den Transformationsprozess zu untersuchen und zu prüfen, inwieweit die Akteurstheorie von O'Donnell und Schmitter in der Praxis zutrifft.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete, vergleichende Fallstudienanalyse, die existierende Literatur und Indexberichte (z.B. Freedom House) nutzt, um die Theorie auf die beiden gewählten Länder anzuwenden.

Was sind die Hauptinhalte des dritten Kapitels?

Im dritten Kapitel werden die unterschiedlichen Pfade der Transformationsprozesse in Estland und Turkmenistan analysiert, wobei besonders die Akteurskonstellationen und die Bereitschaft zur Liberalisierung gegenübergestellt werden.

Welche zentralen Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind die Unterscheidung zwischen "Softlinern" und "Hardlinern", das Konzept der "Phase der Unsicherheit", "Liberalisierung", "Konsolidierung" sowie die Frage nach dem Scheitern oder Gelingen demokratischer Übergänge.

Warum unterscheidet sich die Entwicklung in Estland von der in Turkmenistan?

In Estland kam es zu einer Abspaltung innerhalb der Eliten (Softliner), die Pakte mit der Opposition ermöglichte, während in Turkmenistan das Fehlen einer Opposition und ein starker Personenkult eine echte Transition verhinderten.

Kann die Theorie von O'Donnell und Schmitter alle Fälle erklären?

Das Fazit der Arbeit deutet darauf hin, dass die Theorie bei gescheiterten Transformationsprozessen, wie in Turkmenistan, an ihre Grenzen stößt, da sie das Fehlen von Opposition und externe strukturelle Faktoren nur schwer erfassen kann.

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Details

Title
Die Transformationsprozesse im Ostblock. Welche Rolle spielten die Eliten?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaften)
Course
Anaylse und Vergleich politischer Systeme
Grade
2,7
Author
B.Ed. Christoph Grave (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V280093
ISBN (eBook)
9783656732419
ISBN (Book)
9783656741633
Language
German
Tags
transformationsprozesse ostblock welche rolle eliten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.Ed. Christoph Grave (Author), 2012, Die Transformationsprozesse im Ostblock. Welche Rolle spielten die Eliten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280093
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