Zwischen Kommunikationsaustausch und Schikane, Bewertung und Wertung, Meinungsäußerung und »Shitstorm«, Präsentation und Missbrauch, liegen oft nur winzige Nuancen. Innerhalb des letzten Jahrzehnts kristallisierte sich eine neue Form aggressiven Verhaltens heraus: Cybermobbing. Auf der vielfältigen Ebene technologischer Medien ist anzunehmen, dass die Hemmschwelle zum »Schikanieren« drastisch sinkt. Wo entsteht Cybermobbing, wer ist Opfer und wer ist Täter? Was sind die Ergebnisse von statistischen Erhebungen? Wie dramatisch sind die Folgen seitens der Opfer?
Nicht ausschließlich die Schüler müssen für soziale Netzwerke und den in Ihnen versteckten Gefahrenzonen sensibilisiert werden, sondern maßgeblich auch Lehrkräfte und Eltern, denn soziale Netzwerke charakterisieren sich eben dadurch, dass sie das Alltägliche betreffen.
Gliederung
1. Einleitung und Ausgangssituation
2. Das soziale Netzwerk und das Web 2.0
2.1 Definition von- und Umgang mit sozialen Netzwerken
3. Mobbing / Bullying als Form aggressiven Verhaltens
3.1 Die Sozialpsychologie - Definition aggressiven Verhaltens
3.2 Mobbing / Bullying - Differenzierung beider Verhaltensformen
3.3 Die Grenzen sind verwischt - Die »Cyber - Ebene«
4. Cybermobbing
4.1 Erfassungsschwierigkeiten - Wann liegt Cybermobbing vor?
4.2 Wer ist Täter, wer ist Opfer?
4.3 Weitere Gewaltformen im Netz
4.3.1 Exkurs: Happy Slapping
4.3.2 Exkurs: Shitstorms
4.3.3 Exkurs: Sexting
5. Gefahrenzone »Soziales Netzwerk« - Schockierende Schlagzeilen
5.1 Folgen für die Opfer
5.1.1 Drastische Folgen: Selbstverletzendes Verhalten, Suizidversuche, Suizide
6. Sensibilisierung im Umgang mit sozialen Netzwerken
6.1 Durch Interaktion sensibilisieren und aufklären
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer verstärkten Sensibilisierung im Umgang mit sozialen Netzwerken, insbesondere im schulischen Kontext, angesichts der zunehmenden Verbreitung von Cybermobbing und verwandten Gewaltformen. Ziel ist es, die Mechanismen hinter diesen Phänomenen zu durchleuchten und Ansätze für Prävention und Medienkompetenzentwicklung aufzuzeigen.
- Entwicklung und Risiken sozialer Netzwerke im Web 2.0
- Sozialpsychologische Grundlagen von Aggression, Mobbing und Bullying
- Ausprägungsformen von Cybermobbing (Happy Slapping, Shitstorms, Sexting)
- Psychosoziale Folgen für Opfer (bis hin zu Suizidalität)
- Strategien zur Sensibilisierung und Medienkompetenzförderung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Ausgangssituation
„Stirb, jeder wäre glücklich darüber“ lautet die Schlagzeile der N24 Web - Nachrichten vom 07.08.2013. Ein 14-jähriges Mädchen erhängt sich nach Hassattacken auf der Frageplattform »Ask.fm«, welche ihr gegolten hatten. Diese Headline ist nur eine von vielen Schockierenden. Wir leben in einer Zeit, die durch technische Medien, durch das Netz und soziale Netzwerke, bestimmt wird. In welcher der »Personal Computer« fast zur Nebensache modifiziert ist. Wir leben mit Laptops, MacBooks, NetBooks, Tablets, Smartphones etc. und sind fast immer online.
Aus einer aktuellen Studie (nachzulesen auf de.statista.com) geht hervor, dass die Anzahl der Smartphone - Nutzer (in Deutschland) sich in den Jahren (2009 bis Februar 2014) fast versiebenfacht hat (40,4 Mio.). Besonders hervorzuheben ist die Rate der Smartphone - Nutzer unter den Jugendlichen. Aus der 2013 erschienenen JIM - Studie (Jugend, Information, „Multi“ - Media), eine Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-jähriger in Deutschland, geht hervor, dass 3 von 4 Jugendlichen bereits ein Smartphone besitzen. Es entsteht der Eindruck, dass wir nicht nur in der gegenwärtigen realen Welt leben, sondern ebenso in einer Art »parallelen online - Welt«.
Diese Netzwelt ist bestimmt durch scheinbar unendliche Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, von Informationsaustausch und Kommunikation, der Selbstdarstellung und Präsentation, der Darstellung des Selbst wie es sein sollte, der Präsentation von Audios, Videos (Podcast, Video Podcast) und Bildern sowie der Visitation derer- um nur Wesentliches der globalen Netzwelt anzudeuten. Eben durch diese Parallelwelt in die wir, insbesondere Jugendliche, flüchten können, scheinen, häufig aufgrund des Vorteils der Anonymität, sämtliche Hemmschwellen bzgl. der Integrität anderer und eigene Toleranz und Moralvorstellungen überschritten zu werden. Diese Arbeit soll einen Einblick in die Gefahrenzone »Soziales Netzwerk« schaffen. Zwischen Kommunikationsaustausch und Schikane, Bewertung und Wertung, Meinungsäußerung und »Shitstorm« (Punkt, 4.3.2 Seite 13), Präsentation und Missbrauch, liegen oft nur winzige Nuancen. Innerhalb des letzten Jahrzehnts kristallisierte sich eine neue Form aggressiven Verhaltens heraus: Cybermobbing.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Ausgangssituation: Diese Einleitung führt in die Problematik der durch soziale Netzwerke geprägten Lebenswelt ein und umreißt die Relevanz von Cybermobbing als neue Form aggressiven Verhaltens.
2. Das soziale Netzwerk und das Web 2.0: Hier werden der Begriff des sozialen Netzwerks und die technologischen sowie verhaltensbezogenen Veränderungen durch das Web 2.0 erläutert.
3. Mobbing / Bullying als Form aggressiven Verhaltens: Das Kapitel liefert sozialpsychologische Definitionen und differenziert zwischen verschiedenen Formen von Mobbing und Bullying.
4. Cybermobbing: Hier werden die spezifischen Formen und Erfassungsschwierigkeiten von Cybermobbing sowie Täter-Opfer-Profile und weitere Gewaltformen wie Happy Slapping, Shitstorms und Sexting analysiert.
5. Gefahrenzone »Soziales Netzwerk« - Schockierende Schlagzeilen: Dieser Abschnitt beleuchtet die drastischen psychosozialen Folgen für Opfer von Internetschikane und diskutiert den Zusammenhang mit Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten.
6. Sensibilisierung im Umgang mit sozialen Netzwerken: Kapitel 6 beschreibt theoretische Ansätze und praktische Schritte, wie durch Interaktion und Aufklärung Medienkompetenz gefördert werden kann.
7. Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Notwendigkeit der gemeinsamen Verantwortung von Eltern, Schule und Gesellschaft für die Sensibilisierung Jugendlicher zusammen.
Schlüsselwörter
Cybermobbing, Soziale Netzwerke, Web 2.0, Mobbing, Bullying, Medienkompetenz, Sensibilisierung, Jugendliche, Aggressives Verhalten, Internet, Prävention, Shitstorm, Sexting, Happy Slapping, Suizidprävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Risiken und Gefahren, die sich aus der intensiven Nutzung sozialer Netzwerke für Jugendliche ergeben, mit einem besonderen Fokus auf Cybermobbing.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Dynamiken von Online-Kommunikation, Formen der digitalen Gewalt, die psychischen Auswirkungen auf Opfer sowie pädagogische Strategien zur Sensibilisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen und schulischen Umdenkens zu verdeutlichen, um Jugendlichen einen kompetenten und sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Sozialpsychologie und Medienpädagogik mit aktuellen empirischen Studien und medialen Berichterstattungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Cybermobbing, differenziert verschiedene Gewaltformen im Netz und untersucht die schwerwiegenden, teils lebensbedrohlichen Folgen für Betroffene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Cybermobbing, Medienkompetenz, Sensibilisierung, Online-Gewalt und pädagogische Prävention definiert.
Warum ist das "Web 2.0" ein entscheidender Faktor für Cybermobbing?
Das Web 2.0 ermöglicht durch das "Many-to-Many"-Prinzip und die Anonymität eine neue Dimension der Partizipation, die sowohl Kommunikation als auch Schikane und digitale Gewalt extrem beschleunigt.
Welche Rolle spielen Eltern und Schulen bei der Prävention?
Die Arbeit betont, dass Eltern und Schulen gemeinsam agieren müssen, um Jugendliche bei der Entwicklung von Reflexionsvermögen und Medienkompetenz zu unterstützen, da eine isolierte Betrachtung nicht ausreicht.
- Quote paper
- Sandra Rust (Author), 2014, Cybermobbing in der Schule. Über die Notwendigkeit der Sensibilisierung im Umgang mit sozialen Netzwerken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280137