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Theoretische Debatte um die Zentralbankunabhängigkeit

Titel: Theoretische Debatte um die Zentralbankunabhängigkeit

Hausarbeit , 2012 , 20 Seiten

Autor:in: Necla Özdogan (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Mitte der 1980er-Jahre wurden viele Aufsätze und Monographien zum Thema der Zentralbankunabhängigkeit veröffentlicht. Auslöser für diese Diskussion waren u.a. der Zusammenbruch des Bretton Woods-Systems, die Frage, nach welchem Modell die Europäische Zentralbank zu gestalten ist, der Paradigmawechsel vom Keynesianismus zur Neuklassik sowie Entwicklungen der Spieltheorie.
Erkenntnisse aus der Spieltheorie und aus der neuen politischen Ökonomie haben gezeigt, dass die Unabhängigkeit der Zentralbank von der Politik – welcher unterstellt wird, das sie ein Interesse an einer kurzfristigen inflationären Geldpolitik hat – eine Möglichkeit dafür darstellt, eine langfristige Geldwertstabilität zu erhalten. Aus diesem Grund sind in den letzten beiden Jahrzehnten viele Länder dazu übergegangen, ihre Zentralbanken unabhängig von Einflüssen der jeweiligen Regierung zu gestalten.

Leseprobe


Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Theoretische Debatte um die Unabhängigkeit der Zentralbank

2.1 Zentralbankunabhängigkeit und Preisniveaustabilität

2.1.1 Die Zentralbankunabhängigkeit und deren Determinanten

2.1.2 Begründung der Priorität der Preisniveaustabilität

2.2 Politisch-ökonomische Erklärungen für Inflation

2.2.1 Das Zeitinkonsistenzproblem der Geldpolitik

2.2.2 Das politische Interesse an der Inflation

2.3 Die Zentralbankunabhängigkeit als institutionelle Lösung

2.4 Argumente für und gegen die Zentralbankunabhängigkeit

2.4.1 Argumente für die Zentralbankunabhängigkeit

2.4.2 Argumente gegen die Zentralbankunabhängigkeit

2.5 Zusammenfassende Beurteilung der theoretischen Debatte um die Zentralbankunabhängigkeit

3. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Debatte rund um die Unabhängigkeit von Zentralbanken. Ziel ist es, die Notwendigkeit dieser Unabhängigkeit im Kontext der Preisniveaustabilität zu erörtern und die politisch-ökonomischen Hintergründe für Inflation sowie institutionelle Lösungsansätze kritisch zu beleuchten.

  • Grundlagen der Zentralbankunabhängigkeit
  • Ursachen und Auswirkungen von Inflation
  • Das Zeitinkonsistenzproblem der Geldpolitik
  • Politische Interessen an inflationärer Geldpolitik
  • Argumente pro und contra institutionelle Unabhängigkeit

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Das Zeitinkonsistenzproblem der Geldpolitik

Das Zeitinkonsistenzproblem beschreibt im Allgemeinen eine Situation, in der sich durch das vorausschauende Verhalten privater Wirtschaftssubjekte und gegebene Handlungsanreize der Zentralbank eine unnötig hohe Inflationsrate einstellt. In diesem Zusammengang wurde ein sehr einflussreiches Modell, das bis heute einen Grundbaustein für zahlreiche wissenschaftliche Analysen darstellt, von Barro und Gordon (1983) entwickelt. Darin werden die Zusammenhänge der Geldpolitik einer Regierung und der Lohn- und Preissetzung im privaten Sektor beschrieben. Barro und Gordon gehen davon aus, dass zunächst die privaten Wirtschaftssubjekte die nominalen Löhne der Volkswirtschaft in Verträgen fixieren, bevor anschließend die Zentralbank die Inflation über die Wahl der Geldmenge festlegt.

Daraus folgt, dass der Reallohn und das Beschäftigungsniveau zum einen durch die Inflationserwartung der Öffentlichkeit – die in die Lohnsetzung mit eingeht – und zum anderen durch die Reaktion der Zentralbank festgesetzt wird. Zugleich ist in diesem Modell die Zentralbank an einer niedrigeren Inflationsrate und geringen Arbeitslosenrate interessiert. Die Zentralbank hat aufgrund der Tatsache, dass die Beschäftigung durch den Reallohn determiniert ist, die Möglichkeit, die Arbeitslosigkeit bei einem nominal gegebenen Lohnanstieg zu reduzieren. Dies gelingt ihr dadurch, dass sie mehr Inflation erzeugt, als die privaten Wirtschaftssubjekte erwarten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Kontext und die theoretische Relevanz der Zentralbankunabhängigkeit sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.

2. Theoretische Debatte um die Unabhängigkeit der Zentralbank: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Determinanten der Unabhängigkeit, die Gründe für Inflationsphänomene und die daraus abgeleiteten institutionellen Lösungsansätze sowie Pro- und Contra-Argumente.

3. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die aktuelle Gefährdung der Unabhängigkeit angesichts neuer wirtschaftlicher Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Zentralbankunabhängigkeit, Preisniveaustabilität, Inflation, Zeitinkonsistenz, Geldpolitik, Politische Ökonomie, Preisstabilität, EZB, Institutionelle Lösung, Beschäftigungsmotiv, Seigniorage, Zahlungsbilanz, Geldwertstabilität, Fiskalpolitik, Konjunkturzyklus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die wissenschaftliche Debatte darüber, warum Zentralbanken von politischer Einflussnahme unabhängig sein sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Spannungsfeld zwischen Geldpolitik und politischem Handeln, insbesondere unter dem Aspekt der Preisniveaustabilität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische Herleitung, warum die Unabhängigkeit der Zentralbank als notwendiges Instrument zur Sicherung einer langfristigen Preisstabilität angesehen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis polit-ökonomischer Theorien (wie dem Barro-Gordon-Modell) und institutioneller Konzepte eine wissenschaftliche Argumentation aufbaut.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Preisstabilität, der Erklärung von Inflation durch politisches Eigeninteresse und Zeitinkonsistenz sowie einer Abwägung der Argumente für und gegen eine unabhängige Zentralbank.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentralbankunabhängigkeit, Preisniveaustabilität, Inflation, Zeitinkonsistenz und institutionelle Glaubwürdigkeit.

Wie unterscheidet sich Zielabhängigkeit von Instrumentenunabhängigkeit?

Zielabhängigkeit bedeutet, dass das Ziel der Preisstabilität gesetzlich vorgegeben ist, während Instrumentenunabhängigkeit der Zentralbank die Freiheit lässt, ihre geldpolitischen Mittel ohne politische Weisungen zur Zielerreichung zu wählen.

Warum wird die Unabhängigkeit der Zentralbank heute als gefährdet angesehen?

Aufgrund expansiver Maßnahmen während der Finanz- und Wirtschaftskrise entsteht der Eindruck, dass Zentralbanken vermehrt auf Versäumnisse der Finanzpolitik reagieren, was die Sorge vor einer Rückkehr in die politische Abhängigkeit schürt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Theoretische Debatte um die Zentralbankunabhängigkeit
Hochschule
Universität Kassel
Autor
Necla Özdogan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V280160
ISBN (eBook)
9783656744245
ISBN (Buch)
9783656744238
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitinkonsistenzproblem der Geldpolitik Zentralbankunabhängigkeit und Preisniveaustabilität Theoretische Debatte um die Unabhängigkeit der Zentralbank
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Necla Özdogan (Autor:in), 2012, Theoretische Debatte um die Zentralbankunabhängigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280160
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Leseprobe aus  20  Seiten
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