Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise

Moralische Unabdingbarkeit oder rationalistisches Kalkül?


Hausarbeit, 2013
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Beschreibung der Ausgangslage in Ruanda und der französischen Afrikapolitik
Geschichte des Bürgerkrieges und des Völkermordes in Ruanda
Frankreichs Afrikapolitik

Theoretische Erklärungsversuche von Interventionen
Liberal-rationalistischer Ansatz
Moralsoziologischer Ansatz

Phase der militärischen Zurückhaltung Frankreichs analysiert anhand der Hypothesen des liberal-rationalistischen Ansatzes
Ablenkung von innenpolitischen Konflikten und Koalitionserhaltung als potentielle Gründe für eine Intervention
Ökonomische Interessen als Gründe für eine Intervention

Phase der Intervention analysiert anhand der Hypothesen des moralsoziologischen Ansatzes
Gesellschaftliche Gruppen und Akteure beteiligt an der Entscheidung
Not der Opfer, Machbarkeitsprinzip und Rechte der Helfer
Schuldprinzip und Subsidiaritätsprinzip
Bewertung des moralsoziologischen Ansatzes

Auswertung der französischen Intervention

Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

"Wenn Menschenleben gerettet wurden, dann das Leben derjenigen, die an den Massakern aktiv beteiligt waren“1, sagte Paul Kagame, einstiger RPF-Führer und heutiger Präsident von Ruanda. Mit diesem vernichtenden Urteil bezieht er sich auf die Opération Turquoise, einer vom 23. Juni bis 21. August 1994 andauernden militärischen Mission Frankreichs während des Völkermordes in Ruanda. Über den Erfolg und die Folgen der Intervention kann genauso viel diskutiert werden, wie über die Beweggründe. Das zentrale Erkenntnisinteresse dieser Arbeit ist die Untersuchung über die Motivation für eine Intervention westlicher Demokratien in anderen Staaten: ,,Moral oder rationalistisches Kalkül?“

Zu diesem Zweck soll untersucht werden, aus welchen Beweggründen Frankreich in Ruanda eingriff. Zur Beantwortung dieser Frage wird folgende These aufgestellt: Nur wenn maßgebliche nationale Interessen vertreten sind, wird aus Sicht rationalistischer Modelle interveniert. Ein Einsatz von Streitkräften ist aber auch dann möglich wenn nur starke moralische Argumente vorhanden sind und von bestimmten gesellschaftlichen Akteuren in der Öffentlichkeit verbreitet werden, selbst wenn aus rationalistischer Perspektive nichts dafür sprechen würde. Anhand der Beschreibung des Konfliktes in Ruanda soll in dieser Arbeit auf der einen Seite die rationalistische und auf der anderen die moralsoziologische Theorie erläutert werden. Anschließend soll die These durch die Anwendungen der zwei Ansätze und deren Interpretationen von Interventionen am Beispiel der Opération Turquoise untersucht werden. Hierfür wird die zu diesem Thema zahlreich vorhandene Sekundärliteratur herangezogen, sowie Zitate aus Quellen. Die französische Intervention in Ruanda wird als Fallbeispiel berücksichtig da Frankreich, hier Stellvertreter einer westlichen Demokratie, durch seine koloniale Vergangenheit eine sehr bestimmte Beziehung zu den frankophonen Ländern in Afrika hat, und daher können für die erfolgte Intervention rationale Interessen als auch moralische Pflichten verantwortlich gemacht werden. Sie ist auch ein gutes Beispiel, wie der Druck der Öffentlichkeit sogar sicherheitspolitische Entscheidungen der Regierung verändern kann. Obwohl Interventionen mittlerweile als legitime Mittel zur Durchsetzung des Friedens angesehen werden, gibt es immer noch Diskussionen über die Rechtmäßigkeit der verschiedenen Arten von Interventionen. In dieser Hausarbeit sollen nur militärische Interventionen untersucht werden, welche nach Scheuermann definiert werden als „Anwendung von militärischem Druck, Zwang oder Gewalt durch externe Akteure die zugunsten des Schutzes negativer und positiver individueller Freiheitsrechte in die internen Belange eines Staates eingreifen“.2 Im Fall der französischen Intervention in Ruanda handelt es sich zudem genauer gefasst um eine militärische humanitäre Intervention. Streng genommen sind humanitäre Interventionen nur dann rechtmäßig, wenn es sich um den Schutz eigener Staatsbürger handelt, die in einem anderen Staat völkerrechtswidrig in Gefahr geraten sind. Die Kompetenzen gehen an den Sicherheitsrat wenn fremde Staatsbürger geschützt werden sollen.3 In der Charta der Vereinten Nationen (UNO) als völkerrechtliche Grundlage ergibt sich eine Ambivalenz in Bezug auf ein militärisches Eingreifen, da durch Kapitel I, Art. 2, Nr. 4 alle Mitgliedstaaten der UNO als souverän gelten und somit nicht auf ihrem Hoheitsgebiet interveniert werden darf. Sollten aber fundamentale Normen der internationalen Gesellschaft verletzt werden, ergeben sich über Kapitel V, Art. 24 der Charta Verpflichtungen, diesen entgegenzuwirken.4 Menschenrechtsverletzungen sind somit nicht mehr bloße innere Angelegenheiten von souveränen Staaten, sondern berühren den Weltfrieden und die internationale Sicherheit. Es ergeben sich in Kapitel VII Pflichten für „Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen“5. Die International Comission on Intervention and State Sovereignty (ICISS) leitet somit ihren Interventionsbegriff aus der „Responsibility to Protect“ ab, als „eine Handlung gegen einen Staat oder seine Führung, ohne deren Zustimmung zu Zwecken, von denen erklärt wird, sie seien humanitär oder schützend“6. Generell kann gesagt werden, dass die Interventionsgrenze dort liegt, wo der Staat seine primäre, Funktion, den inneren Friedens und die Sicherheit zu erhalten, nicht mehr erfüllt. Ohne diese Legitimierung kann er auch seine Souveränität nicht geltend machen.7 Eine eingehende Analyse der Legitimität von Intervention kann im Kontext dieser Hausarbeit nicht erfolgen und somit wird die französische Intervention als rechtmäßig gesehen, da sie vom Sicherheitsrat mandatiert wurde.

2. Beschreibung der Ausgangslage in Ruanda und der französischen Afrikapolitik

2.1 Geschichte des Bürgerkrieges und des Völkermordes in Ruanda

Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu sprengen, soll in der Geschichte Ruandas nur die

Phase des Bürgerkrieges ausführlich dargestellt werden um die Ausgangslage für die französische Intervention zu erklären.

Nach der Kolonialzeit gab es eine lange Zeit, in der König und politische Elite der Ethnie Tutsi angehörten. Aufgrund von Repressionen brachen Unruhen aus, welche mit den Wahlen im Jahre 1960 und einer von Hutus dominierten Regierung endeten.8 Der Machtwechsel führte zu einer massiven Flüchtlingswelle der Tutsi, und aufgrund dessen bildete sich unter anderem die Widerstandsbewegung der Rwandese Patriotic Front (RPF).9 Die Phase des Bürgerkrieges begann unter Staatspräsident General Juvénal Habyarimana. Unter anderem ausgelöst durch die Bevorzugung von Hutu-Eliten und den Versuch die Rückkehr der Exil-Tutsis zu verhindern, begann die RPF eine Großoffensive im Oktober 1990.10 Frankreich wurde von Habyarimana um Hilfe gebeten, die Offensive abzuwehren und bot humanitäre, jedoch keine militärische Unterstützung an. Dennoch blieben französische Truppen auch nach der Evakuierung französischer Einwohner noch in Ruanda präsent. Im August 1993 schlossen Vertreter von Regierung und RPF ein Friedensabkommen, und die United Nations Assistance Mission in Rwanda (UNAMIR) sollte die Einhaltung der Vereinbarung überwachen.11 Ihr Mandat war auf peacekeeping beschränkt und sah daher keine Zwangsmaßnahmen vor.12

Aufgrund von weiteren Terrorakten und Anti-Tutsi Pogromen war eine zunehmende Polarisierung der Fronten zu verzeichnen und als am 6. April 1994 das Flugzeug von Habyarimana und seinem Führungsstab abgeschossen wurde, begann mit diesem Attentat der systematische Genozid an den Tutsi und moderaten Hutu.13 Auf Regierungsebene standen sich die Forces Armées Ruandaises (FAR) und die RPF gegenüber, doch da auch Zivilisten massiv in die Kampfhandlungen miteinbezogen wurden und sowohl Opfer als auch Täter waren, sind hiermit die Kriterien für einen Völkermord erfüllt.14 Da nun eine Überwachung des Friedens unmöglich war, beschloss der Sicherheitsrat am 21. April den Rückzug der UNAMIR Truppen.15 Dennoch forderten der Generalsekretär der UNO, mehrere afrikanische Staaten, die Afrikanische Union, Russland und Frankreich eine Mission unter einem Mandat von Kapitel VII.16 Die Untätigkeit der Staatengemeinschaft wurde in aller Öffentlichkeit kritisiert, bis letztendlich UNAMIR II beschlossen wurde. Die Entsendung der Truppen jedoch zögerte sich immer wieder hinaus, da ihr Mandat unter Kapitel VI die Zustimmung der Konfliktparteien vorsah und Staaten, wie zum Beispiel die USA, einigen Bedingungen nicht zustimmten.17

2.2 Frankreichs Afrikapolitik

Obwohl die Afrikapolitik nach dem Ende des Ost-West Konflikts immer mehr Bedeutung verlor, galt Afrika galt immer noch als Projektionsraum französischer Macht, der zur Stärkung der Rolle Frankreichs im internationalen System beitragen sollte.18 Dennoch betonte Frankreich, nun nicht mehr in potentiellen Bürgerkriegen auf Seiten freundlich gesinnter Kräfte zu intervenieren.19 Doch speziell in Ruanda befürchtete Frankreich durch den RPF Einmarsch aus dem anglophonen Uganda eine Bedrohung der französischen Position in Afrika.20 Die besondere Stellung Frankreichs in Ruanda ist auch während der Analyse der Intervention sehr problematisch, denn in einem UN-Untersuchungsbericht vom November 1998 heißt es, Frankreich habe vor und auch während dem Waffen an die FAR geliefert.21

Nach der erfolglosen UNAMIR I Mission kann die Französische Ruandapolitik von April bis Juli 1994 in drei Phasen gegliedert werden: „Phase der Evakuation, Phase der militärischen Indifferenz und Phase der Intervention“.22 Innerhalb der Phase der Evakuation wurden ab dem 9.April 1994 Fallschirmjäger nach Kigali geschickt, um ausländische Staatsbürger außer Landes zu bringen.23 In der Phase der militärischen Indifferenz erklärte der französische Präsident Mitterand, dass Frankreich zwar ein Eingreifen in den Bürgerkrieg unterstütze, aber selbst nicht die Mittel hätte, einen Frieden zu erzwingen.24 Trotz dieser Zurückhaltung begann am 15. Juni 1994 die Phase der Intervention mit der Erklärung Frankreichs etwas gegen die Massaker in Ruanda unternehmen zu müssen. Obwohl der Sicherheitsrat nicht über die Motive Frankreichs im Klaren war, gab er mit der Resolution 929 die Zustimmung „mit allen notwendigen Mitteln“ zu intervenieren.25 Daraus resultierte die Opération Turquoise, bestehend aus einer 2.500 Mann starken Armee mit der Aufgabe im Südwesten des Landes eine Schutzzone einzurichten, sowie den Flüchtlingen einen geordneten Grenzüberschritt in das damalige Zaire zu ermöglichen.26 Offiziell wurde die Durchführung der Operation mit ihrem humanitären Zweck gerechtfertigt, denn ihr Ziel sollte es sein möglichst viele Menschenleben zu retten. Die Problematik hinter dieser Begründung soll die folgende Analyse noch aufzeigen.

3. Theoretische Erklärungsversuche von Interventionen

3.1 Liberal-rationalistischer Ansatz

Viele Theorien in der internationalen Politik bemühen sich darum, die Gründe für Interventionen westlicher Demokratien zu erklären. Im Weiteren sollen der rationalistische und moralsoziologische Ansatz kurz erläutert werden und vor allem überprüfen ob die Annahmen des Rationalismus allein ausreichend sind um bewaffnete Einsätze zu erklären. Im Rationalismus gilt als oberstes Primat die Logik der Nutzenmaximierung und des zweckrationalem und strategischem Handelns.27 Im Sinne des rationalistischen Liberalismus stehen vor allem Entscheidungen aus Eigeninteresse und innenpolitische Verhältnisse im Vordergrund der Außenpolitik, dennoch bezieht rationale Außenpolitik auch systemische Faktoren aus dem internationalen Umfeld mit ein. Individuen in der Gesellschaft schließen sich bezüglich ihrer Interessen und Werte zu Gruppen zusammen aus Antrieb des Eigeninteresses an Wohlfahrts-und Machtgewinnen. Die Durchsetzungschancen dieser Interessen sind von den staatlichen Strukturen und nationalen Institutionen bestimmt, dennoch gilt der Einfluss dieser gesellschaftlicher Gruppen, die den Staatsapparat für private Zwecke instrumentalisieren, als nicht zu unterschätzen.28 Aus rational-utilitaristischer Argumentation ist die Einstellung zum Krieg, und entsprechend zu militärischen Interventionen, negativ denn aufgrund des finanziellen Aufwands und des Verlusts an „human resources“ muss ein Nutzen aus einer Intervention zu erwarten sein.29 Grundannahme des liberal-rationalistischen Ansatzes ist also, dass aus einer Intervention ein Nutzen kommen muss. Da er aber weniger staatszentriert ist, muss dieser Nutzen aber nicht wie im Realismus aus klassischen wirtschaftlichen oder machtpolitischen Interessen entspringen. Im Folgenden soll die Phase der militärischen Zurückhaltung durch die Anwendung der Ablenkungsthese, Koalitionserhaltungsthese und der Politökonomische These dies überprüfen.

3.2 Moralsoziologischer Ansatz

Der moralsoziologische Ansatz entstand unter anderem durch die Debatte zwischen Realisten und Konstruktivisten. Im Konstruktivismus geht es um die „Abhängigkeit der Identitäts- und Interessenbildung sozialer Akteure von vorgegebenen intersubjektiven Strukturen“.30 Nach Alexander Wendt kommen die Strukturen im Internationalen System von kollektiven Weltdeutungen, geteilten Werten und wechselseitigen Verhaltenserwartungen.31 Somit kann der Konstruktivismus erklären, warum sich Regierungen nicht immer egoistischen Interessen entsprechend verhalten. Der moralsoziologische Ansatz greift dies auf und nimmt an, dass die internationale Gemeinschaft von moralischen Grundprinzipien geleitet wird, insbesondere von denen der Menschenwürde und der Menschenrechte.32 Der Handlungsmodus der Moral bestimmt das angemessene Handeln in Konfliktsituationen und verpflichtet die beteiligten Akteure auf dieses Verhalten und prägt dadurch gleichzeitig die Verhaltenserwartung der sozialen Umwelt. Die Kernthese des moralsoziologischen Ansatzes zu militärischen Interventionen besteht daraus, dass „das Recht auf Hilfe und die korrespondierende Pflicht zur Hilfe für Menschen in Not in westlichen Gesellschaften weite Anerkennung findet und das sich demokratisch gewählte Regierungen dieser Pflicht nur unter Inkaufnahme von Kosten unbegründet entziehen können“33. Somit kann angenommen werden, dass in westlichen Demokratien der Ethos der Hilfsbereitschaft gegenüber dem Rest der Welt fest verankert ist.34 Des Weiteren gilt, dass die Außenpolitik nicht nur durch den Staat, sondern durch die Gesellschaft und all ihre Akteure geformt wird. Aufgrund dieser zwei Annahmen können besonders Menschenrechtsprotagonisten dann Einfluss nehmen wenn sie Zugang zur Öffentlichkeit35 (z.B, durch die Medien) haben. Die Erfolgsaussichten ihrer Argumente und Forderungen bestimmen in gewisser Weise auch die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Eingreifens. Der Übergang von der französischen Zurückhaltung hinzu der Phase Intervention soll daher anhand der Schwere der Menschenrechtsverletzung, Erfolgsaussichten der Hilfe, Gefährdung der Rechte der Helfer, Frage der Schuld und des Subsidiaritätsprinzips analysiert werden.36

4. Phase der militärischen Zurückhaltung Frankreichs analysiert anhand der Hypothesen des liberal-rationalistischen Ansatzes

4.1.1 Ablenkung von innenpolitischen Konflikten und Koalitionserhaltung als potentielle Gründe für eine Intervention

Es ist verwunderlich, dass außer Frankreich kein anderer westlicher Staat bereit war, aufgrund der verheerenden Situation in Ruanda zu intervenieren, und selbst als Frankreich endlich handelte, war der Völkermord schon seit über zehn Wochen ausgeartet.37 Warum dies so war soll mit Hilfe der oben erläuterten Theorien analysiert werden, und somit soll überprüft werden, ob eine Intervention nur durchgeführt wird, wenn maßgebliche Interessen vertreten sind. An dieser Stelle möchte ich daraufhin weisen, dass die Hypothesen des liberal-rationalistischen Ansatzes teilweise keine handfesten Befunde geben können, aber sie sind behilflich um Erklärungen jenseits der realistischen und strategischen außenpolitischen Interessen bringen.

Die Ablenkungsthese38 nimmt an, dass eine Regierung eine Intervention unternimmt, wenn sie von innenpolitischen Problemen ablenken will und, zumindest in der Außenpolitik,

Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen gegen einen „gemeinsamen, äußeren“ Feind zeigen will. Dass die Französische Regierung durch Opération Turquoise von einer innenpolitischen Krise hätte ablenken können, wird ausgeschlossen da die Ruandapolitik selbst immer mehr in die öffentliche Kritik geriet.39 In diesem Sinne wäre eine Intervention natürlich die einzige Lösung für die Abwendung der Kritik gewesen, aber per Definition keine Ablenkung. Die Hypothese besagt auch, dass die Bekämpfung eines gemeinsamen Feindes die innenpolitische Solidarität der Gesellschaft zur Regierung festigt.40 Bei Ruanda handelte es sich nicht um einen gemeinsamen Feind, aber es kann argumentiert werden, dass der Völkermord als etwas angesehen wurde, das beendet werden musste. Da der Druck aber aus der Öffentlichkeit kam, scheint hier eher der moralsoziologischen Ansatz zu greifen. Zunächst war aber dieser Druck noch nicht stark genug, da in den Medien wenig über die Probleme berichtet wurde.

[...]


1 Der Spiegel (Hg.) (1998): Ruanda. Mission gescheitert. (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7891899.html, zuletzt aktualisiert am 11.05.1998, zuletzt geprüft am 12.03.2013).

2 Scheuermann, Manuela (2012): VN-EU-Beziehungen in der militärischen Friedenssicherung. Eine Analyse im Rahmen des Multilateralismus-Konzepts. 1. Aufl. Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. S.18.

3 Vgl: Woyke, Wichard (2011): Handwörterbuch internationale Politik. 12. Aufl. Opladen: Budrich. S.271-275.

4 Erdmann, Gero (2009): Externe Faktoren der Demokratisierung. 1. Aufl. Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. S.89.

5 Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa (2012): Charta der Vereinten Nationen. Hg. v. Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa (UNRIC). United Nations. (http://www.unric.org/de/charta, zuletzt geprüft am 12.03.2013).

66 ICSS 2001 a:8. Zit. In: Hinsch/Janssen/Folscheid. Menschenrechte militärisch schützen. S.30.

7 Vgl: Schneckener, Ulrich (2006): Fragile Staatlichkeit. "States at Risk" zwischen Stabilität und Scheitern. 1. Aufl. Baden-Baden: Nomos.

8 Tutsi und Hutu sind ethnischen Gruppierungen in Ruanda. Der Unterschied zwischen den Völkern basiert nicht auf realen ethnischen, sprachlichen oder religiösen Strukturen, sondern auf der soziale Einstufung welche in den 1920er Jahren von der belgischen Kolonialverwaltung eingeführt wurde. Weilandt, Katharina/ Csenar, Johannes/ Grabbe, Tilmann. Ruanda- vom Genozid zum Rechtsstaat. In: Kunst, Klaas (Hg.) (2007): Afrika - Kontinent der Kriege, Krisen und Konflikte. Universität Marburg. Marburg: Tectum-Verl. S.238.

9 Diese hatte gute Beziehungen zu der ugandischen Armee und Kontakte zu internationalen Waffenhändlern. Hasenclever, Andreas (2001): Die Macht der Moral in der internationalen Politik. Militärische Interventionen westlicher Staaten in Somalia, Ruanda und Bosnien-Herzegowina. Frankfurt/New York: Campus Verlag. S.285.

10 Vgl: Weilandt, Katharina/ Csenar, Johannes/ Grabbe, Tilmann. Ruanda- vom Genozid zum Rechtsstaat. a.a.O., S.239.

11 Vgl: Klinghoffer, Arthur Jay (1998): The international dimension of genocide in Rwanda. Basingstoke: Macmillan. S.16-17, 32.

12 Peacekeeping: Friedensbewahrende Maßnahmen. Bellamy, Alex J./Williams, Paul D./Griffin, Stuart (2010): Understanding peacekeeping. 2. Aufl. Cambridge: Polity Press. S.15.

13 Vgl: Prunier, Gérard (1995): The Rwanda crisis. History of a genocide. New York: Columbia Univ. Press. S.213- 217.

14 "The crime of genocide is unique because of its element of dolus specialis (special intent) which requires that the crime be committed with the intent to destroy in whole or in part, a national, ethnic, racial or religious group as such, as stipulated in Article 2 of the Statute; hence the Chamber is of the opinion that genocide constitutes the crime of crimes [...]" Internationaler Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR): Prosecutor v. Jean Kambanda, Urteil vom 4. September 1998, Case No. 97-23-S, § 16.

15 Vgl. Diehl, Paul F. (1993): International peacekeeping. Baltimore: Johns Hopkins University Press. S.104.

16 Vgl: United Nations (1994): Special report of the Secretary-General on the United Nations Assistance Mission for Rwanda (S/1994/470).

17 Vgl: Barnett, Michael N. (2002): Eyewitness to a genocide. The United Nations and Rwanda. Ithaca, NY: Cornell Univ. Press. S.131, 142.

18 Vgl: Erny, Pierre (1998): Rwanda 1994. Clés pour comprendre le calvaire d'un peuple. Paris: L'Harmattan. S. 210, Verschave, François-Xavier (1994): Complicité de génocide? La politique de la France au Rwanda. Paris: Editions La Découverte (Cahiers libres). S.13.

19 Französisches Verteidigungsweißbuch: 23 ff. zit in: Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S.311.

20 Woyke, Wichard. Die Außenpolitik Frankreichs. a.a.O., S.190.

21 McNulty, Mel (2000): French arms, war and genocide in Rwanda. In: Crime, Law & Social Change (33), S. 105- 129. S.107-108. Schmid, Bernard (2006): Leugnen und Vertuschen. Hg. v. Telepolis.

(http://www.heise.de/tp/artikel/24/24109/1.html, zuletzt geprüft am 24.03.2013.)

22 Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S.294.

23 Prunier, Gérard. The Rwanda crisis. a.a.O., S. 234-236.

24 Mission d’Information 1998: 301. Zit. In: Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S.295.

25 Vgl: Klinghoffer, Arthur Jay . The international dimension of genocide in Rwanda. a.a.O., S.56-57.

26 Vgl: Weilandt, Katharina/Csenar, Johannes/Grabbe, Tilmann. Ruanda- vom Genozid zum Rechtsstaat. a.a.O., S.240-242.

27 Vgl: Krell, Gert. Weltbilder und Weltordnung. a.a.O., S.199.

28 Vgl: Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S.88, 111.

29 Gu, Xuewu. Theorien der internationalen Beziehungen. a.a.O., S.117., Dischl, Michael (2002): Westliche

Demokratien und Humanitäre Interventionen. Eine Analyse der NATO-Intervention im Konflikt um den Kosovo. Abhandlung. Universität Zürich, Zürich. S.27.

30 Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S 14.

31 Vgl: Krell, Gert. Weltbilder und Weltordnung. a.a.O., S. 348-349

32 Menschenrechte werden definiert als der „Inbegriff derjenigen Freiheitsansprüche, die der Einzelne allein aufgrund seines Menschseins erheben kann und die von einer Gesellschaft aus ethischen Gründen rechtlich gesichert werden müssen“. Woyke, Wichard. Handwörterbuch Internationale Politik. a.a.O., S. 338. Es soll hier angenommen werden dass sie universell und unveräußerlich sind und von aller Seite, auch von rationalistischen Akteuren respektiert werden.

33 Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S 113, P.155.

34 Vgl: Rittberger, Volker; Zangl, Bernhard; Kruck, Andreas (2013): Internationale Organisationen. 4. Aufl. 2013. Wiesbaden: Springer. S.230.

35 Öffentlichkeit wird im Wörterbuch der Soziologie definiert als: „gesellschaftliche Verhältnisse, die die Herausbildung einer öffentlichen Meinung mit bestimmten Funktionen gegenüber den staatlichen Organen und im Prozess der politischen Willensbildung überhaupt ermöglichen“. Hartfiel, Günter (1976): Wörterbuch der Soziologie. 2. Aufl. Stuttgart: Kröner. S.493.

36 Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S. 209-218. Diese Kriterien wurden so ähnlich auch von Dischl aufgestellt als „Ausmaß der benötigten Hilfe, der komparative Vorteil durch die Hilfe, historische Beziehungen zu der betroffenen Region“. Dischl, Michael. Westliche Demokratien und Humanitäre Interventionen. a.a.O., S.181.

37 Vgl: Barnett, Michael N. Eyewitness to a genocide. a.a.O., S.147.

38 In Anlehnung an die „In-Group/Out-Group-Hypothesis“, ursprünglich von Dahrendorf formuliert. Hasenclever, Andreas. Die Macht der Moral in der internationalen Politik. a.a.O., S. 97. Allerdings ist dies nur eine Hypothese, die Quantitative Überprüfung dieser hat aber noch keine eindeutigen Ergebnisse gebracht.

39 Vgl: Prunier, Gérard. The Rwanda crisis. a.a.O., S.277-280.

40 Leeds, Brett Ashley/ Davis David R. (1997): Domestic Political Vulnerability and International Disputes. In: The Journal of Conflict Resolution Dec., 1997 (Vol. 41, No. 6), S. 814-834. S.816.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise
Untertitel
Moralische Unabdingbarkeit oder rationalistisches Kalkül?
Hochschule
Universität Passau  (European Studies)
Veranstaltung
Proseminar Externe Demokratisierung als Herausforderung für die Europäische Entwicklungszusammenarbeit
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V280164
ISBN (eBook)
9783656743682
ISBN (Buch)
9783656837848
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motivationen, humanitäre, interventionen, beispiel, frankreichs, opération, turquoise, moralische, unabdingbarkeit, kalkül
Arbeit zitieren
Zina Weisner (Autor), 2013, Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280164

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden