Einführung in die Volkswirtschaftslehre (Mikro- und Makroökonomie)

Skript und Klausurvorbereitung


Zusammenfassung, 2012
37 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Einführung in die VWL

I. Mikroökonomie

Kapitel 1: Womit befasst sich die Volkswirtschaftslehre?

Definition: gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge, wie bspw. Wirkungsketten und Strukturen

Wohlfahrt des Volkes soll maximiert werden ǂ BWL (Wohlfahrt d. Betriebes)

Klassisch: Wissenschaft von der effizienten Allokation knapper Ressourcen (bestes Ergebnis erzielen, nichts verschwenden)

Besteht aus…

Wirtschaftssubjekten (natürliche und juristische Personen)

Wirtschaftsobjekten (Gegenstände des wirtschaftlichen Handelns)

… welche wirtschaftliche Entscheidungen treffen und unterschiedliche Entscheidungsspielräume haben.

Konsumentensouveranität: Wirtschaftssubjekte entscheiden selber darüber, wie ihre Bedürfnisse befriedigt werden. à Homo economicus = HH vollständig informiert, handeln rational, steuern Produktion durch ihre Nachfrage

Zuteilung der Ressourcen durch Entscheidungen von…

Den Haushalten (Konsum und Arbeitsleistung/ - angebot)

Den Unternehmen (Arbeitsnachfrage, Produktionsweise, Output)

… und deren Interaktionen.

Opportunitätskosten: das, was aufgegeben werden muss, um etwas zu erlangen (Entscheidungen)

- Abwägung von Kosten und Nutzen der Alternativen

- Zwischen dem Erreichen verschiedener Ziele wählen

Die VWL ist unterteilbar in…

Mikroökonomie (Analyse der Märkte für einzelne Güter; im Vordergrund stehen die

Entscheidungen von einzelnen Wirtschaftseinheiten (rationale);

Marktwirtschaftliche Koordination dieser Entscheidungen)

Makroökonomie (Analyse der Volkswirtschaft im Ganzen (der gesamtwirtschaftlichen

Zusammenhänge); Analyse der Interdependenzen zwischen verschiedenen Märkten;

Zusammenfassung von Gruppen zu aggregierten Märkten)

Rationalitätsfalle: Was von jedem einzelnen aus individueller Rationalität angestrebt wird, kann in der Gesamtheit zu gegenläufigen Effekten führen (bspw. Unterbietung von Löhnen; Sparen)

Unterteilung der Märkte in…

Gütermarkt

Dienstleistungsmarkt

Aktienmarkt

Immobilienmarkt

Arbeitsmarkt

Volkswirtschaftslehre als Marktwirtschaft:

Märkte als effiziente Methode der ökonomischen Organisation

VWL zeigt auf, wie Märkte funktionieren oder warum nicht

Aufzeigen der Effizienz des Marktmechanismus in vielen Bereichen

Aufzeigen der Schwächen eines Marktes

- Märkte haben eine umfassende Koordinations- und Informationsfunktion

Marktversagen (Die Schwächen des Marktes): Keine optimale Zuteilung der Ressourcen, Gründe:

Menschen/Regionen/Länder mit geringer Leistungsfähigkeit können ihr Existenzminimum nicht sichern.

Güter ohne Märkte und Preis werden verschwendet à Verschmutzung der Umwelt.

Unternehmen versuchen sich dem Wettbewerb durch Kartelle und Monopole zu entziehen.

Es kann zu Arbeitslosigkeit und/oder Inflation kommen (zyklischen Schwankungen).

Die Rolle des Staates:

Ordnungspolitik (Setzen von Rahmenbedingungen, wie bspw. Kartellrecht)

Sozialpolitik (Soziale Sicherungssysteme, wie bspw. Hartz IV)

Bildungspolitik

Prozesspolitik (Geldpolitik und Fiskalpolitik)

Kapitel 2: Theorie der Haushalte

Kapitel 2.1: Die Budgetgleichung

Budgetgleichung = Bedingung, unter der der Nutzen der Haushalte maximiert werden soll.

Welche Güterbündel kann sich ein Haushalt leisten?

Einkommen = E ; Ersparnis = S ; gegebene Konsumsumme = C ; x = Menge ; P = Preis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Wie viel von Gut 1 kann konsumiert werden, wenn Gut 2 … hoch ist?

Graphische Darstellung:

Jeder Punkt = eine bestimmte Gütermengenkombination

Steigung der Geraden = relativer Preis der beiden Güter = Opportunitätskosten

Es handelt sich hierbei um die Bewertungen im Markt, nicht die der subjektiven Personen, welche vor einer Allokationsentscheidung stehen.

Kapitel 2.2: Nutzenfunktionen: Die Indifferenzkurven

Nutzenfunktion = Subjektive Vorstellung des Haushalts über die Gütermengenkombinationen

„Mehr ist besser!“

(Einkommen und Güterpreise geben über die Budgetgleichung die Beschränkung an, unter der ein HH seinen Nutzen maximieren kann.)

Mit steigendem Verbrauch sinkt der Nutzenzuwachs (Grenznutzen) des Gutes

- 1. Gossensches Gesetz

Indifferenzkurve

Zeigt Güterkombinationen, die dem HH den gleichen Zufriedenheitsgrad und Nutzen

vermitteln, zwischen denen Indifferenz herrscht.

Konsument gilt als indifferent, wenn er zwischen solchen Güterbündeln wählen soll.

Konvexe Eigenschaft: pro Minderverbrauch eines Gutes nimmt der erforderliche

Mehrverbrauch zum Nutzenausgleich des anderen Gutes zu.

Grenzrate der Substitution: Wie viele Einheiten des einen Gutes braucht ein HH, um für den Verlust einer Einheit des anderen Gutes entschädigt zu werden?

In der graphischen Darstellung: Je weiter die Indifferenzkurve vom Ursprung entfernt ist, desto höher ist der Nutzen.

Periphere Substitution: Indifferenzkurven erreichen keine Achsen.

Alternativsubstitution: Bei der Menge von Gut 2 kann der HH auf Gut 1 verzichten

Vollkommene Substitute: HH ist stets indifferent zwischen einer Einheit von Gut 1 und von Gut 2.

Komplementärgüter: Ohne eine zusätzliche Einheit von Gut 2 erwächst dem HH kein zusätzlicher Nutzen aus einer Einheit von Gut 1.

Kapitel 2.3: Die optimale Konsumentscheidung

Maximiere den Nutzen des HH unter der Nebenbedingung der Budgetbeschränkung!

Konsument wählt das Güterbündel, welches ihm den höchsten Nutzen bringt, ergo auf der höchsten Indifferenzkurve liegt.

Optimale Konsumentscheidung: Punkt, in dem sich die Budgetgerade und die Indifferenzkurve tangieren (und in dem ihre Steigungen gleich sind). à Optimaler Konsumpunkt

Grenzrate der Substitution = Relativer Preis der Güter

Kapitel 2.4: Die Nachfrage des Haushalts

Steigt das Einkommen des Konsumenten verschiebt sich die Budgetgerade nach außen. Der HH kann von beiden Gütern mehr konsumieren und eine höhere Indifferenzkurve erreichen.

Sinkt das Einkommen des Konsumenten verschiebt sich die Budgetgerade nach innen. Der HH kann von beiden Gütern weniger konsumieren und eine niedrigere Indifferenzkurve erreichen.

Ausnahme: Absolut inferiore Güter (Nachfrage sinkt mit steigendem Einkommen, bspw. Güter des minderen Bedarfs wie Kartoffeln).

Preisänderung: ändert die Steigung der Budgetgeraden, hat folgende Effekte:

1.) Substitutionseffekt: Veränderung des Konsums bei konstantem Nutzenniveau durch Veränderung der relativen Preise. (Gleiches Nutzenniveau à Mehr wird nachgefragt)

Die Veränderung der relativen Preise führt auch dazu, dass sich Konsumenten auf der Indifferenzkurve bewegen. (Preisanstieg à Weniger wird nachgefragt)

2.) Einkommenseffekt: Veränderung des Konsums nach einer Preisänderung, da der Konsument weniger oder mehr von allen Gütern konsumieren kann. (geänderte Kaufkraft durch verändertes Realeinkommen)

Der Konsument bewegt sich zur neuen Indifferenzkurve.

Normale Güter: Nachgefragte Menge nimmt mit steigendem Einkommen zu. Beide Effekte wirken in dieselbe Richtung, negative Steigung der Nachfragekurven.

Absolut Inferiore Güter: Nachgefragte Menge nimmt mit steigendem Einkommen ab (bspw. Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs). Beide Effekte wirken in entgegengesetzte Richtungen, normalerweise negative Steigung der Nachfragekurve. Bewirkt eine Verschiebung der Nachfragekurve nach links. Substitutionseffekt ist stärker als der Einkommenseffekt.

Relativ Inferiore Güter (Engel- Güter): Nachgefragte Menge nimmt mit steigendem Einkommen unterproportional zu. Nur der Anteil am Einkommen sinkt, welcher bei steigendem Einkommen dafür ausgegeben wird (bspw. Grundnahrungsmittel). Einkommenserhöhung bewirkt eine Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts (oben).

Superiores Güter: Nachgefragte Menge nimmt mit steigendem Einkommen zu (Luxusgut). Die Einkommenselastizität der Nachfrage ist hier bei größer als 1. (bspw. Champagner).

Giffen- Güter: Stark inferiore Güter. Einkommenseffekt stärker als der Substitutionseffekt, positive Steigung.

Nachfragekurve: Zusammenhang zwischen der Nachfragemenge und dem Preis des gleichen Gutes. Kann als die Menge der optimalen Konsumentscheidungen eines Verbrauchers interpretiert werden. (ergeben sich aus seiner Budgetbeschränkung und seiner Indifferenzkurvenschar)

Typischer Verlauf: Negative Steigung, da mit sinkendem Preis die nachgefragte Menge steigt.

Prohibitivpreis: Niemand fragt das Gut mehr nach. (schneidet die y- Achse)

Sättigungsmenge: Auch bei einem Preis von Null gibt es Grenzen für den Konsum (schneidet die x- Achse)

Substitute: Güter, wo das Sinken des Preises von Gut 1 die nachgefragte Menge von Gut 2 verringert, bezeichnet man als Substitute.

Komplementäre Güter: Güter, wo das Sinken des Preises von Gut 1 die nachgefragte Menge von Gut 2 erhöht, bezeichnet man als komplementäre Güter.

Kapitel 2.5: Aggregation von Nachfragekurven der Haushalte

Konstante Verteilung der Einkommen auf die Haushalte führt zu einer aggregierten Nachfragefunktion.

Kapitel 2.6: Die Elastizität

Um wie viel Prozent ändert sich die abhängige Variable (bspw. Menge), wenn sich die unabhängige Variable (bspw. Preis) um ein Prozent ändert?

Arten von Elastizitäten:

1.) Preiselastizität der Nachfrage: Misst, wie die Nachfragemenge auf eine Preisänderung reagiert.

unabhängige Variable: Preis eines Gutes ; abhängige Variable: nachgefragte Menge des Gutes

- Prozentuale Änderung x / prozentuale Änderung P
- Negative Elastizität, aber positiv definiert als absoluter Wert
- Abhängig von: der Existenz von Substituten, Wertung, Marktabgrenzung, Zeithorizont
- Steigt, wenn…
- Die Anzahle enger Substitute steigt.
- Die Güter Luxusgüter sind.
- Der Markt enger definiert ist.
- Der Zeithorizont länger ist.
- Grad der Elastizität:
- Unelastische Nachfrage: Eine Preisänderung um 1% führt zu einer Änderung der nachgefragten Menge um weniger als 1%.
- Vollkommen unelastische Nachfrage: Eine Preisänderung führt nicht zu einer Änderung der nachgefragten Menge.
- Einheitselastische Nachfrage: Eine Preisänderung um 1% führt zu einer Änderung der nachgefragten Menge um 1%.
- Elastische Nachfrage: Eine Preisänderung um 1% führt zu einer Änderung der nachgefragten Menge um mehr als 1%.

2.) Einkommenselastizität der Nachfrage: unabhängige Variable: Einkommen eines Konsumenten ; abhängige Variable: nachgefragte Menge des Konsumenten

- Einkommensunelastische Nachfrage: Güter, die die Konsumenten als notwendig betrachten
- Einkommenselastische Nachfrage: Güter, die die Konsumenten als Luxusgüter betrachten

3.) Kreuzpreiselastizität: unabhängige Variable: Preis von Gut 1 ; abhängige Variable: nachgefragte Menge von Gut 2

4.) Preiselastizität des Angebots: unabhängige Variable: Preis eines Gutes ; abhängige Variable: angebotene Menge des Gutes

Vorsicht! Die Elastizität ist nicht die Steigung!

Mittelwertmethode: Elastizität = Änderung / Mittelwert ; x2- x1 / [(x2+x1)/2] / P2- P1 / [(P2+P1)/2]

Kapitel 2.7: Das Arbeitsangebot

Private Haushalte haben die Wahl zwischen Arbeit und Freizeit.

- Opportunitätskosten der Freizeit sind der entgangene Lohn bzw. dessen Nutzen
- Opportunitätskosten der Arbeit sind der Nutzen der Freizeit (Spaß, Erholung,…)

Arbeitsangebotskurve zeigt die Veränderungen von Arbeits- und Freizeitverhalten bei einer Änderung der Opportunitätskosten.

Beispiel: Der Reallohn steigt.

- Substitutionseffekt: Opportunitätskosten der Freizeit steigen, Freizeit sinkt, Arbeitsangebot steigt.
- Je höher der Lohn, desto höher die Opportunitätskosten der Freizeit.
- Die Arbeitsangebotskurve hat eine positive Steigung.
- Einkommenseffekt: Der Haushalt hat ein höheres Realeinkommen, Konsumgüter und Freizeit nehmen zu.
- Ab einem bestimmten Reallohnsatz sinkt das zusätzliche Arbeitsangebot.

Ursachen für die Verlagerung der Arbeitsangebotskurve:

- Änderung der Präferenzen
- Änderungen bei alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten
- Immigration

Kapitel 3: Theorie der Unternehmung

Unternehmenstheorie: Eine private Unternehmung fragt Faktorleistungen (Arbeit, Sachkapital, Boden), Vor- und Zwischenprodukte nach und produziert daraus andere Güter (Waren und Dienstleistungen, Konsumgüter oder Zwischenprodukte) und bietet diese an. à Gewinneinkommen

Kapitel 3.1: Die Produktionsfunktion

Produktionsfunktion: Beschreibt die technischen Möglichkeiten im Rahmen eines gegebenen Produktionsapparates verschiedene Produktionsmengen mit verschiedenen Faktoreinsatzmengen zu produzieren.

Neoklassische Produktionsfunktion: Zeigt den Zusammenhang zwischen der Produktionsmenge eines Gutes und dem Einsatz an Produktionsfaktoren (Arbeit und Kapital).

Ertragskurve:

- Eigenschaften:
- Nichtsättigung (überall positive Steigung, Ertragszuwachs bzw. Grenzertrag der Faktors Arbeit oder Kapital ist positiv (unbegrenzte Faktorergiebigkeit))
- Mit steigendem Einsatz der Faktoren Arbeit oder Kapital sinkt der jeweilige Ertragszuwachs bzw. Grenzertrag (neoklassisches Ertragsgesetz).
- Definitionen:
- Grenzprodukt: letzte zusätzliche Produktionsmenge, die man mit dem zusätzlichen Einsatz einer Einheit eines Produktionsfaktors erzielt
- Abnehmendes Grenzprodukt: zusätzliche Einheiten eines Inputfaktors (Arbeit oder Kapital) produzieren immer weniger zusätzlichen Output (bspw. Einstellung von mehr Arbeitnehmern senkt deren Produktivität)
- Mit steigendem Output nehmen die Produktionskosten zu, da mehr ineffiziente Inputfaktoren eingesetzt werden.

Kapitel 3.2: Die Kostenfunktion

Produktionskosten:

- Fixkosten: unabhängig von der Produktionsmenge; kurzfristig; langfristig sind alle Produktionskosten variabel
- Investitionen: Beschaffung fixer Faktoren; Güter, die nicht innerhalb einer Periode in den Produktionsprozess eingehen

[...]

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Volkswirtschaftslehre (Mikro- und Makroökonomie)
Untertitel
Skript und Klausurvorbereitung
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Einführung in die Volkswirtschaftslehre
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
37
Katalognummer
V280202
ISBN (eBook)
9783656736776
ISBN (Buch)
9783656736769
Dateigröße
649 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VWL, Volkswirtschaftslehre, Makroökonomie, Mikroökonomie, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaft, Wirtschaftswissenschaft
Arbeit zitieren
Dario Fischer (Autor), 2012, Einführung in die Volkswirtschaftslehre (Mikro- und Makroökonomie), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280202

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