Der Personalmarkt für IT-Fachkräfte in Deutschland 2014 – Status, Entwicklung und Trends


Seminararbeit, 2014
24 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1.) Der Personalmarkt für IT- Fachkräfte in Deutschland 2014 – Status, Entwicklung und Trends
1.1) Problemstellung & Zielsetzung
1.2) Aufbau der Arbeit

2.) Der aktuelle Status des Arbeitsmarkts für IT- Fachkräfte in Deutschland
2.1) Definition von Fachkraft
2.2) Qualifikation der IT- Fachkräfte
2.3) Angebot an Stellen für IT- Fachkräfte
2.4) Nachfrage nach Stellen für IT- Fachkräfte

3.) Entwicklung des Personalmarkts für IT- Fachkräfte
3.1) Branchenentwicklung
3.2) Arbeitsmarktentwicklung
3.3) Gehaltssituation
3.4) Demographischer Wandel und Zuwanderung

4.) Trends des Personalmarkts für IT- Fachkräfte
4.1) Befragung von IT- Fachkräften der MVI Solve- IT GmbH
4.2) Auswahl des Werkzeugs zur Befragung
4.3) Vorbereitung der Befragung
4.4) Durchführung der Befragung
4.5) Auswertung der Befragung

5.) Fazit

Anhang

Die MVI Solve- IT GmbH

Auswertung der Befragung von IT- Fachkräften

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabelle 1 - Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Sozialversicherungspflichtige IT- Fachkräfte

Abbildung 2 - RHT- Studie "Workplace Survey 2014", Auswertung Deutschland

Abbildung 3 - Erwünschte Qualifikation von IT- Fachkräften in ITK- Unternehmen 2010 und 2015

Abbildung 4 - Entwicklung IT- Gehälter 1995 bis 2011

Abbildung 5 - StepStone Gehaltsreport 2013, Auszug IT- Fachkräfte

Abbildung 6 - Entwicklung des Arbeitskräftepotentials in Deutschland bis 2025 (Prognose)

Abbildung 7 – Arbeitgeberkriterien

Abbildung 8 - Mangel oder Engpass?

Abbildung 9 - MVI- Group

Abbildung 10 - Geschlecht der Befragten

Abbildung 11 - Die Altersverteilung der Befragten

Abbildung 12 - Anteil von Führungskräften unter den Befragten

Abbildung 13 - Selbsteinschätzung: Welche Qualifikationslevel die Befragten haben

Abbildung 14 - Einschätzung: Bedarf hochqualifizierte IT- Fachkräfte

Abbildung 15 - Zusammenhang zwischen Vakanz Zeit und Qualifizierung

Abbildung 16 - Wirtschaftliche Entwicklung

Abbildung 17 - Entwicklung neuer IT- Stellen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 - Abkürzungsverzeichnis

Tabelle 2 - Qualifikation einer Fachkraft

Tabelle 3 - Anforderungsniveau formaler Qualifikationslevel in Deutschland

Tabelle 4 - Fachkraft- Engpass- Monitor Deutschland, Stand: Juli 2014

Tabelle 5 - Arbeitsbedingungen & Zusatzleistungen steigern die Arbeitgeberattraktivität

1.) Der Personalmarkt für IT- Fachkräfte in Deutschland 2014 – Status, Entwicklung und Trends

1.1) Problemstellung & Zielsetzung

Regelmäßig wird in diversen Medien das Thema des „Fachkräftemangels“ genannt bzw. diskutiert. Die Thesen zur Ursache dieses Fachkräftemangels sind dabei so unterschiedlich wie die potenziellen Lösungsansätze. Im direkten Gegensatz zu diesem beschrieben Fachkräftemangel gibt es auch eine Vielzahl an Stimmen die sagen, dass es in Wirklichkeit keinen realen Mangel an Fachkräften in Deutschland gibt. Als primär betroffen gelten dabei vor allem Berufe aus den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – auch mit „MINT“ abgekürzt.

Besonders stark prägt dabei die Informationstechnologie (IT) und die daraus resultierende Digitalisierung unser gesellschaftliches Leben als auch die Entwicklung unserer Arbeitswelt.

Daraus resultiert, dass besonders das Thema eines potentiellen IT- Fachkräftemangels analysiert werden muss um zukünftig den Bedarf zu decken und auch weiterhin die Entwicklung zur Informationsgesellschaft bestmöglich für die Gesellschaftliche als auch Ökonomische Entwicklung zu nutzen.

Die Problemstellung, welche sich im Zuge der Diskussion um einen potentiellen IT- Fachkräftemangel in Deutschland ergibt, besteht darin, zum einen den aktuellen Status der Situation für IT- Fachkräfte in Deutschland 2014 zu ermitteln als auch der Frage nachzugehen, ob es einen realen Mangel gibt und wie die Entwicklung dieser Situation in der Zukunft aussehen könnte.

Die Zielsetzung dieser Arbeit soll es sein, die aktuelle Situation für IT- Fachkräfte in Deutschland 2014 zu beschreiben und einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung zu geben. Dazu werden thematische Schwerpunkte gesetzt wie beispielsweise die Entwicklung des Qualifikationsniveaus unter IT- Fachkräften (siehe Kapitel 3.2)). Ergänzt wird dies durch eine quantitative Befragung von IT- Fachkräften, welche zur Evaluierung der vorher ermittelten Ergebnisse dient.

1.2) Aufbau der Arbeit

Diese Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert.

Im 1.) Kapitel erfolgte eine thematische Einführung zum Thema, die Formulierung der Problemstellung sowie die Definition der Zielsetzung.

Innerhalb des Kapitels 2.) wird auf die aktuelle Situation des Arbeitsmarktes für IT- Fachkräfte eingegangen. Dabei werden die Grundlagen wie beispielsweise die Definition einer Fachkraft erläutert.

Im darauf folgenden 3.) Kapitel wird die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts für IT- Fachkräfte beschrieben.

Das Kapitel 4.) dient dazu, die Ergebnisse aus den Kapiteln 2.) und 3.) mittels einer quantitativen Befragung von IT- Fachkräften hin zu bewerten. Das Ergebnis der Befragung wird anschließend aufbereitet präsentiert und ein Ausblick auf die potentielle zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes für IT- Fachkräfte gegeben.

Den Abschluss macht das Kapitel 5.) mit einem Fazit zu dieser Arbeit.

2.) Der aktuelle Status des Arbeitsmarkts für IT- Fachkräfte in Deutschland 2014

2.1) Definition von Fachkraft

Als Fachkraft bezeichnet man allgemein eine Arbeitskraft, welche durch fachspezifische Qualifikationen, wie beispielsweise ein Studium oder eine Berufsausbildung, dazu befähigt ist, bestimmte Aufgaben und Tätigkeiten mit einer bestimmten Produktivität auszuüben [vgl. zu diesem Absatz (Kettner, 2014, S. 15, 16, 18 & 19)]. Die Qualifikation für eine bestimmte Tätigkeit definiert demnach den Status einer Fachkraft. Dabei unterscheidet man in die formale Qualifikation und die nichtformale Qualifikation (siehe dazu Tabelle 2).

Tabelle 2 - Qualifikation einer Fachkraft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erstellung, 2014

Da nichtformale Qualifikationen nicht vergleichbar bzw. messbar sind, aufgrund einer mangelnden standarisierten Vergleichbarkeit wie beispielsweise bei einem formalen Abschluss, erfolgt die Bewertung von Fachkräften auf Basis der formalen Qualifikation.

2.2) Qualifikation der IT- Fachkräfte

Bei den formalen Qualifikationen unterscheidet man in Deutschland in unterschiedliche Ebenen [vgl. (Arbeit_2013_1, 2013, S. 21)], welche sich wie folgt differenzieren lassen (siehe Tabelle 3):

Tabelle 3 - Anforderungsniveau formaler Qualifikationslevel in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an (Arbeit_2013_1, 2013, S. 21)

Auf Basis der Tabelle 3 lässt sich ableiten, dass ab dem Qualifikationslevel 2.) im Allgemeinen von einer Fachkraft gesprochen werden kann. Zu Qualifikationslevel 3.) zählen teils auch IT- Fachkräfte mit einer Hochschulausbildung. Diese werden Anteilig vereinfacht mit in die Kategorie „Akademische IT- Fachkräfte aufgenommen“ (siehe Tabelle 3).

Basierend auf den letzten offiziellen Zahlen der Bundesagentur aus dem Jahr 2011 hat es etwa 555.000 IT- Fachkräfte in Deutschland gegeben, die in einem Sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis standen – dabei wurden unter anderem keine Freiberufler bzw. Selbstständige berücksichtigt, da diese keiner gesetzlichen Sozialversicherungspflicht unterliegen und es aufgrund dessen keinen validen Daten zum Vergleich der Entwicklung gibt [vgl. (Arbeit_2013_2, 2013, S. 52)].

Laut Daten des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) gibt es insgesamt in der IT- und Telekommunikationsbranche zum Ende des Jahres 2013 knapp 920.000 Arbeitsplätze für IT- Fachkräfte [vgl. (BITKOM_2013, 2013, S. 7)]. Aus der Differenz dieser Zahlen lässt sich die Vermutung ableiten, dass es der Arbeitsmarkt besonders für Freiberufler etc. interessant ist.

Die Abbildung 1 zeigt, wie sich die Qualifikationslevel dieser IT- Fachkräfte kategorisieren lässt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Sozialversicherungspflichtige IT- Fachkräfte

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an (Arbeit_IT_2012, 2012, S. 85)

& (Arbeit_2013_2, 2013, S. 52)

Die Studie der Hans Böckler Stiftung aus dem Jahr 2012 kommt zu dem Ergebnis, dass es keinen allgemeinen Fachkräftemangel gibt – viel mehr geht man von Engpässen aus, aufgrund der gestiegenen Vakanz bei der Besetzung von Stellen [vgl. (Heidemann, 2012, S. 3 & 32)].

Weiterhin kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Nachfrage nach IT- Fachkräften der Qualifikationslevel 3.) und 4.), insbesondere den akademische IT- Fachkräfte, aufgrund der stetig steigenden Komplexität der beruflichen Anforderungen deutlich steigen wird [vgl. (Heidemann, 2012, S. 4 & 13)].

Abschließend ist zu sagen, dass die Zukunft nicht sicher einzuschätzen ist [vgl. zu diesem und dem folgenden Satz (Heidemann, 2012, S. 12)]. Ein Faktor der die Prognosen erschwert, ist der Demographische Wandel, welcher das Angebot an Fachkräften voraussichtlich stark reduzieren wird und dadurch den Arbeitsmarkt zu Gunsten der Arbeitnehmer beeinflussen wird (Arbeitnehmer- Markt).

2.3) Angebot an Stellen für IT- Fachkräfte

Das Angebot an Stellen für IT- Fachkräfte beschreibt das Angebot an unbesetzten Stellen bei Unternehmen in Deutschland. Laut den aktuellen Daten der BITKOM hat das Jahr 2014 mit etwa 39.000 offenen Stellen für IT- Fachkräfte in der deutschen Wirtschaft begonnen [vgl. zu diesem und dem nachfolgenden Satz (BITKOM_2013, 2013, S. 2 & 3)]. Dabei suchen laut den Daten der BITKOM etwa 72% aller Unternehmen in der IT- Branche, welche mindestens eine offene IT- Stelle haben, vor allem Software- Entwickler. Weiterhin geben die Unternehmen an, dass sie Anwendungsbetreuer / Administratoren (31 %), Qualitäts- Manager / Tester (25 %) und IT- Berater (16 %) suchen [vgl. (BITKOM_2013, 2013, S. 4) und (IT- Gehalt_2014, 2013, S. 9)].

2.4) Nachfrage nach Stellen für IT- Fachkräfte

Das direkte Gegenteil zu den Angebotenen Stellen für IT- Fachkräfte, also jene Stellen welche bei den Unternehmen unbesetzt sind, macht die Nachfrage nach Stellen durch Verfügbare IT- Fachkräfte aus. Hier zeigt der Fachkraft- Engpass- Monitor, welcher unter anderem eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Agentur für Arbeit ist, eine durchaus gegensätzliche Situation zu den dem in Kapitel 2.3) beschriebenen offenen Stellen, welche von diversen Stellen bzw. Quellen gemeldet werden (siehe Tabelle 4):

Tabelle 4 - Fachkraft- Engpass- Monitor Deutschland, Stand: Juli 2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an (Engpass- Monitor, 2014)

Beim direkten Vergleich dieser Zahlen zeigt sich, dass es teils deutlich mehr verfügbare IT- Fachkräfte gibt als Stellen – so kommen beispielsweise in Schleswig- Holstein auf jede Stelle etwa drei verfügbare Software- Entwickler [vgl. dazu Tabelle 4]. Dies steht in direkten Gegensatz zu den Aussagen, welche in innerhalb des Kapitels 3.1), beispielsweise durch die BITKOM, allgemein kommuniziert werden und lassen Zweifel daran aufkommen, ob die Aussage eines realen IT- Fachkräftemangels realistisch ist.

3.) Entwicklung des Personalmarkts für IT- Fachkräfte

3.1) Branchenentwicklung

Die aus der IT resultierende und anhaltende Digitalisierung hat alleine in den Jahren 1998 bis 2012 jährlich 0,5% unseres Wirtschaftswachtsumses in Deutschland ausgemacht [Vgl. zu diesem und dem nachfolgenden Satz (BITKOM_1_2014, 2014, S. 2 & 3)]. Der Begriff der Digitalisierung beschreibt dabei die Verarbeitung von Daten im elektronischen Zustand mittels IT- Systemen und stellt so beispielsweise die Basis für den globalen digitalen Handel (englisch „E- Commerce“) dar [vgl. (Gabler- Wirtschaftslexikon, 2014)]. So ist die Digitalisierung heute für fast 4% aller Arbeitsplätze in Deutschland verantwortlich, was jeder 25. Stelle entspricht.

Besonders Stark profitiert der Dienstleistungssektor von der Digitalisierung – so hat der Dienstleistungssektor im Jahr 2012 nicht nur eine Wertschöpfung von etwa 95 Milliarden Euro ausgemacht, sondern zeitgleich auch beinahe 980.000 Arbeitsplätze in der deutschen Wirtschaft ermöglicht [vgl. (BITKOM e.V., 2014, S. 2 & 5)].

Nach aktuellen Ergebnissen von Gartner wird der Trend des Wachstums für die IT- Branche auch weiterhin anhalten und die Entwicklung des Arbeitsmarktes positiv beeinflussen [vgl. (Gartner Inc., 2014) und (BITKOM e.V., 2013)]. Der Branchenreport von Statista beziffert das prognostizierte Wachstum in 2014 auf 5,7 % [vgl. (Statista Branchenreport IT, 2014, S. 6)].

3.2) Arbeitsmarktentwicklung

Zur Beeinflussung der Arbeitsmarktentwicklung hat die Studie der Robert Half Technology GmbH vor allem die Entwicklung der Festanstellungen für IT- Fachkräfte thematisiert [vgl. (Robert Half Technology GmbH, 2013)]. Für das Angebot an Arbeitsstellen für IT- Fachkräfte bedeutet dies einen Anstieg in Deutschland, welchen Unternehmen wie folgt begründen (siehe Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - RHT- Studie "Workplace Survey 2014", Auswertung Deutschland

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an (Robert Half Technology GmbH, 2013)

Hier zeigt sich, dass das Branchenentwicklung unmittelbar mit der Arbeitsmarktentwicklung und folglich der Entstehung neuer Arbeitsstellen verbunden ist. Besonders zeichnet sich der Trend zu immer höher Qualifizierten IT- Fachkräften ab: so ist es für 26% aller Unternehmen „sehr herausfordern“ bzw. mit 62% „herausfordernd“, Arbeitskräfte mit einem gewünschten Qualifikationslevel zu finden [vgl. (IT- Gehalt_2014, 2013, S. 7)]. Wie in Abbildung 3 ersichtlich ist hier ein klarer Trend zu hochqualifizierten IT- Fachkräften zu erkennen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 - Erwünschte Qualifikation von IT- Fachkräften in ITK- Unternehmen 2010 und 2015

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an (Statista, 2014)

Weiterhin gewinnen neben IT- Fachkenntnissen besonders die sogenannten „Soft Skills“, wie beispielsweise Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft welche als nichtformale Qualifikationen gelten, zunehmend an Bedeutung für die Arbeitgeber [vgl. Kapitel 2.2) und (IT- Gehalt_2014, 2013, S. 11)].

Neben der Veränderung bei den Arbeitgebern verändern sich auch die Anforderungen der Arbeitnehmer [vgl. zu diesem und dem nachfolgenden Satz (IT- Gehalt_2014, 2013, S. 21)].

Für die IT- Fachkraft spielt bei der Wahl des Arbeitgebers nicht mehr allein ein hohes Fixgehalt die ausschlaggebende Rolle, sondern viel mehr das Gesamtpaket bestehend aus Arbeitsbedingungen und Zusatzleistungen (vergleiche Tabelle 5).

Tabelle 5 - Arbeitsbedingungen & Zusatzleistungen steigern die Arbeitgeberattraktivität

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an (Robert Half Technology GmbH, 2013, S. 21)

Die deutlich gestiegene Vakanz Zeit der Arbeitgeber in Verbindung mit der steigenden Nachfrage nach (hoch qualifizierten) IT- Fachkräften bedeutet, dass die Arbeitgeber sich somit attraktiv machen müssen um entsprechende Bewerber und somit Fachkräfte für sich zu gewinnen.

3.3) Gehaltssituation

Im Zuge der vergangenen Entwicklungen der IT- Branche in Deutschland sowie der derzeitigen Situation sollte man daraus schließen, dass der gestiegene Bedarf an IT- Fachkräften auch einen entsprechenden Anstieg der Gehälter bedeutet. Betrachten man sich die historische Entwicklung der IT- Gehälter in Deutschland, so fällt allerdings auf das lediglich die Gehälter von IT- Führungskräften deutlich angestiegen sind (siehe Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 - Entwicklung IT- Gehälter 1995 bis 2011

Quelle: (CIO_nach_Kienbaum_2011, 2012)

Die Gehälter von regulären IT- Fachkräften sind statistisch lediglich um etwa 30 % gestiegen – was der für den Entwicklungszeitraum durch das statistische Bundesamt ermittelten Steigerung der Lebenshaltungskosten in Deutschland entspricht [vgl. (CIO_nach_Kienbaum_2011, 2012)].

Die Ergebnisse des letzten StepStone- Gehaltsreports 2013 zeigen neben den fixen Bruttojahresgehältern vor allem die Unterschiede bei den Qualifikationslevels auf (siehe Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 - StepStone Gehaltsreport 2013, Auszug IT- Fachkräfte

Quelle: (StepStone Deutschland GmbH, 2013, S. 12)

So zeigt sich, dass es eine Abhängigkeit zwischen dem Qualifikationslevel der IT- Fachkraft und dem Gehalt gibt. Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung (siehe Kapitel 3.2)), werden die Unterschiede größer werden und die Gehälter hoch qualifizierter Fachkräfte stärker steigen.

3.4) Demographischer Wandel und Zuwanderung

Ein weiterer Faktor den es im deutschen Arbeitsmarkt zu berücksichtigen gilt ist der Demographische Wandel. So wird der Anteil der Erwerbsbevölkerung mit einem Alter von 65 Jahren aufwärts in Deutschland im Zeitfenster 2020 – 2030 zwischen etwa 39% und 52% schwanken [vgl. (Statista_Demographie, 2014)].

Dies bedeutet, dass das Angebot an potentiellen Arbeitskräften in Deutschland bis zum Jahr 2025 um mehr als 15% abnehmen wird (vergleiche Abbildung 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 - Entwicklung des Arbeitskräftepotentials in Deutschland bis 2025 (Prognose)

Quelle: Eigene Erstellung in Anlehnung an (Arbeit_2011, 2011, S. 7)

Dies wird zwangsläufig auch dazu führen, dass neben den derzeitig schwer zu besetzenden (neuen) Arbeitsplätzen für IT- Fachkräfte zusätzlich noch die derzeitig besetzten Positionen freu und folglich ebenfalls neu besetzt werden müssen.

Die Frage, ob der Bedarf zukünftig durch die Zuwanderung von IT- Fachkräften befriedigt werden kann ist derzeitig nicht genau zu beantworten.

Zwar gibt es dazu entsprechende, durch die Politik getriebene Initiativen, beispielsweise die „Blue Card“, allerdings konnten diese bisher keine reale Entlastung bei der Besetzung von Stellen für IT- Fachkräften vorweisen [vgl. (Finke, 2012) und (BITKOM e.V., 2012)].

4.) Trends des Personalmarkts für IT- Fachkräfte

Um die bisherigen Ergebnisse besser bewerten zu können werden diese genutzt, um gezielt IT- Fachkräfte eines deutschen Mittelständigen Unternehmens zu befragen. Dabei soll eine quantitative Befragung durchgeführt werden um die größte mögliche Menge an Daten zu erhalten, welche wiederum ein besseres Bild über die Zustimmung bzw. Ablehnung zu einzelnen Ergebnissen darstellen.

4.1) Befragung von IT- Fachkräften der MVI Solve- IT GmbH

Die Befragung der IT- Fachkräfte wird dabei durchgeführt bei der MVI Solve- IT GmbH[1].

Die MVI Solve- IT GmbH ist ein IT- Dienstleister, welcher spezialisiert ist in den Bereichen der Beratungs- und Entwicklungsdienstleistungen für die Automotive- Branche. Dabei zählen beispielsweise Automobilhersteller wie die BMW AG mit Ihrem Projekt „ConnectedDrive“[2] zu den Stammkunden der MVI Solve- IT GmbH.

Mit einer mehr als 20- jährigen Firmengeschichte und über 200 Mitarbeitern integriert sich die MVI Solve- IT GmbH in die Struktur der MVI Group.[3]

4.2) Auswahl des Werkzeugs zur Befragung

Für die Befragung wird Google benutzt, welches mit seiner eigenen Umfragefunktion direkt in den regulären Google- Account integriert ist. Weiterhin bietet die Google eigene Lösung keine relevanten Einschränkungen, ist kostenlos und wird ergänzt durch eine automatische Auswertung.[4]

4.3) Vorbereitung der Befragung

Im Zuge der Vorbereitung der Befragung wurden Thesen auf Basis der Ergebnisse der Kapitel 2 und 5 abgeleitet. Diese Thesen wurden in Fragestellungen eingebettet und der daraus resultierende Befragung lässt sich unter https://docs.google.com/forms/d/12mjZJRUVOtL3RIxuUwdtLcU- 3dRuYpJ1k1wdv2SZp2o/viewform abrufen.

4.4) Durchführung der Befragung

Die Befragung wurde an Mitarbeiter (IT- Fachkräfte) der MVI Solve- IT GmbH versandt. Dabei wurde es jedem Befragten ermöglicht, anonym teilzunehmen. Für die Durchführung der Befragung wurde ein Zeitfenster von 15 Minuten ermittelt. Insgesamt wurden 22 IT- Fachkräfte dazu eingeladen, sich an der Befragung zu beteiligen.

4.5) Auswertung der Befragung

Von den 22 eingeladenen IT- Fachkräften haben sich 10 an der Befragung beteiligt (Stand der Auswertung: 18.07.2014, 17:00) – dies entspricht einer Quote etwa von 45%. Für weitere Details zur Auswertung siehe auch Auswertung der Befragung von IT- Fachkräften.

Betrachtet man sich die Aussage, dass die Unternehmen stetig höhere Qualifikationslevel von ihren Mitarbeitern verlangen, so stimmen die hälfte der Befragten dieser Aussage zu (siehe Abbildung 14).

Dies wird allerdings dadurch relativiert, dass mehr als die hälfte der befragten bereits dem Qualifikationslevel 3.) und 4.) entsprechen. Somit ist die Frage, ob hier die Wahrnehmung nicht anders ausfällt, als bei den IT- Fachkräften niedriger Qualifikationslevel (siehe Abbildung 13).

Weiterhin können 60% die Befragten die Vermutung nicht teilen, dass ein Zusammenhang zwischen der gestiegenen Vakanz Zeit und den gestiegenen Anforderungen an das Qualifikationslevel der IT- Fachkräfte gibt (siehe Abbildung 15).

Es lässt sich aber grundsätzlich sagen, dass die durchweg positive Wirtschaftslage im Unternehmen der befragten auch mit einer Erhöhung des Personalbedarfs an IT- Fachkräften verbunden ist (siehe Abbildung 16 und Abbildung 17).

Hieraus lässt sich also ableiten, dass die Tendenz zur Anstellung hoch qualifizierter IT- Fachkräfte steigt weil die Unternehmen dies voraussetzen.

Eine weitere Interessante Entwicklung lässt sich aus den Ergebnissen zur Arbeitgeberattraktivität ableiten (vergleiche Abbildung 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 – Arbeitgeberkriterien

Quelle: Eigene Erstellung, 2014

Tendenziell spielen für einen Großteil der befragten IT- Fachkräfte sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Arbeitgeber- Zusatzleistungen eine größere Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers, als es das Gehalt tut.

Dies bedeutet, dass Arbeitgeber sich zukünftig stärker an den Wünschen ihrer (potentiellen) Arbeitnehmer orientieren müssen um sowohl bestehende IT- Fachkräfte zu halten als auch um neue für ihr Unternehmen zu gewinnen. Besonders das Image des Arbeitgebers könnte zukünftig eine immer wichtigere Rolle dabei spielen.

Weiterhin sind sich die Befragten mehrheitlich einig, dass den oft beschriebenen IT- Fachkräftemangel nicht gibt (vergleiche Abbildung 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8 - Mangel oder Engpass?

Quelle: Eigene Erstellung, 2014

Setzt man dieses Ergebnis in Relation dazu, dass mehr als 50% der Befragten bereits dem höchsten Qualifikationslevel entsprechen, so stellt sich die Frage, ob der Engpass nicht doch etwas mit den gestiegenen Anforderungen an die Qualifikationen einer IT- Fachkraft zu tun hat.

[...]


[1] Für weitere Informationen zur MVI Solve- IT GmbH siehe auch http://www.solve- it- mvi.com/, abgerufen am 29.05.2014

[2] Für weitere Informationen zu BMW ConnectedDrive siehe auch http://www.bmw.de/de/topics/faszination- bmw/connecteddrive- 2013/ubersicht.html, abgerufen am 29.05.2014

[3] Für weitere Informationen zur MVI Group siehe auch http://www.mvi- group.com/, abgerufen am 29.05.2014

[4] Für weitere Informationen zu Google Umfrage- Funktion siehe auch http://praxistipps.chip.de/umfrage- mit- google- docs- erstellen_1428; abgerufen am 15.07.2014

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Der Personalmarkt für IT-Fachkräfte in Deutschland 2014 – Status, Entwicklung und Trends
Hochschule
Technische Hochschule Ingolstadt  (IAW)
Note
2.0
Autor
Jahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V280220
ISBN (eBook)
9783656744344
ISBN (Buch)
9783656744320
Dateigröße
1999 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
personalmarkt, it-fachkräfte, deutschland, status, entwicklung, trends
Arbeit zitieren
Christian Meffert (Autor), 2014, Der Personalmarkt für IT-Fachkräfte in Deutschland 2014 – Status, Entwicklung und Trends, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280220

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