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Zur Repräsentation von Bezugswelten in zeitgenössischen Kochbuchkonzepten und Kochzeitschriften

Title: Zur Repräsentation von Bezugswelten in zeitgenössischen Kochbuchkonzepten und Kochzeitschriften

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 12 Pages , Grade: 1

Autor:in: Maria Mendel (Author)

German Studies - Linguistics
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In der folgenden Arbeit soll anhand von ausgewählten Textbeispielen (Anspruch auf Vollständigkeit wird keinesfalls erhoben) die Vielfalt der gegenwärtigen Publikationen in dem Bereich Kochbuch - Kochzeitschriften in einem synchronen Ansatz untersucht werden.
Die Frage nach den Bezugswelten von Kochbuch- Kochzeitschriftenkonzepten legt die Annahme zugrunde, dass man im Falle des Untersuchungsgegenstandes von einer Textsorte ausgehen kann, die eine spezifische Textfunktion erfüllt.
Brinker ist zuzustimmen, dass der Terminus der „Textfunktion“ sich anknüpfen lässt an den allgemeinsprachlichen Gebrauch des Begriffes „Funktion“. Anders gesagt, ist sie der „Sinn, den ein Text in einem Kommunikationsprozess erhält, bzw. der Zweck, den ein Text im Rahmen einer Kommunikationssituation erfüllt.“
Für den Untersuchungsgegenstand bedeutet dies, dass der Käufer/Rezipient eines Kochbuches/Kochzeitschrift mit dem Autor des Werkes in einen kommunikativen Modus tritt, der über den rein informativen Modus hinausgeht. Der Kochbuchautor/Zeitschriften-redakteur versucht, durch seine jeweilige Konzeption auf den Käufer einzuwirken. Es handelt sich dabei um eine zielgerichtete Tätigkeit, ist also sprachliches Handeln und somit intentional.
Im Gegensatz zur Textsorte der Kochrezepte besteht allerdings hier keine appellative Funktion. (Vgl. Brinker 2010: 78) Höchstens ließe sich von einer persuasiven Funktion sprechen, indem der Käufer zum Kauf des Kochbuches überredet werden soll.
Für die vergleichende Analyse von Kochbuchkonzepten ist jedoch die Frage nach den jeweils zugrunde liegenden Bezugswelten von Interesse. Mit Ziem ist zu konstatieren, dass im Sinne des psychologischen Sprachverstehens zwei Sprachen existieren: Die explizite „äußere Sprache“ und die implizite „innere
Sprache“. (Ziem 2008:158) Demzufolge ist Sprachverstehen ein Vorgang, bei dem sprachlicher Input in kognitive Strukturen verwandelt wird. (Ziem
2008: 157) Dies führt im Ergebnis zu „einer bedeutungsgesättigten konzeptuellen Struktureinheit.“ (Ziem 2008: 157-158)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Methodik

II. Analyse

1. Zwei Kochbuchkonzepte: 50er / 60er Jahre vs. Tim Mälzer Born To Cook (2004)

2. Aktuelle Kochbuchkonzepte

2.1 Christian Begyn Huhn á la Cartoon vs. Sebastian Dickhaus Kochen! Das Gelbe

3. Kochzeitschriften: Essen & Trinken

3.1 Metaphorischer Sprachgebrauch und Bezugswelten

4. Veganer-Fanzine: Kochen ohne Knochen

4.1 Metaphorischer Sprachgebrauch und Bezugswelten

III. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht in einem synchronen Ansatz die Vielfalt zeitgenössischer Kochbuch- und Kochzeitschriftenkonzepte, um deren zugrunde liegende Bezugswelten und textfunktionale Ausgestaltung zu analysieren.

  • Wandel von Kochbuchkonzepten zwischen den 1950er Jahren und heute
  • Die Rolle von Metaphorik und Intertextualität in der kulinarischen Kommunikation
  • Einfluss von Geschlechterrollen auf die Konzeption von Kochbüchern
  • Unterscheidung zwischen hedonistischen, instruktiven und expressiv-kommunitären Funktionen
  • Bedeutung der Identifikation des Rezipienten mit medial vermittelten Weltbildern

Auszug aus dem Buch

Zwei Kochbuchkonzepte: 50er / 60er Jahre vs. Tim Mälzer Born To Cook (2004)

Das Elektrische Kochen (1969) wurde als Schulkochbuch konzipiert. In Form eines pädagogischen Imperativs heißt es in der Übersicht der Kapitelfolge: „Vor Gebrauch des Kochbuchs zu lesen!“ (DEK 1969: 4) Die didaktische Zielsetzung ist offensichtlich, Aufbau und Bedienung der Kochplatten werden u.a. sachlich-instruktiv beschrieben. (DEK 1969: 7-11) Im Vorwort zur 29. Auflage heißt es: „Das Vertrauen, das die Hausfrauen seit mehr als 30 Jahren (...)“ (DEK 1969: 5) Die Zielgruppe ist klar benannt, Ende der 60er Jahre ist die Verteilung der Geschlechterrollen noch rigide geregelt, das Kochen ist die Domäne der Hausfrau. Abschließend heißt es: „Möge das Buch (…) treuer Helfer und Ratgeber der Hausfrau sein“, und sie in die Lage versetzen, die Vorzüge der „Elektroküche (…) zum Wohle ihrer Familie auszunutzen.“ (DEK 1969: 5) Ähnlich wünscht Das praktische neue Kochbuch daß die Hausfrau ihr Kochbuch nicht als langweilig-nüchternes Kompendium ansieht. (...) Tag für Tag möchte es der Hausfrau treu und hilfreich zur Seite stehen. (Oheim 1953: 5)

Auch auf S. 18 und 24 wird direkt die Hausfrau adressiert, wenn es um Tipps der gesundheitsbewussten Ernährung bzw. der Vorratswirtschaft geht.

In Tim Mälzers Kochbuch Born To Cook wird mit traditionellen Geschlechterrollen gebrochen. Im Inhalt finden sich Rubriken wie: „Men´s Health“ bzw. „Auf die Faust“, (Mälzer 2004: 5) wobei letzteres insinuiert, dass aus Zeitnot mal eben zum Hamburger gegriffen wird. Unter der Rubrik „Men´s Health“ findet sich dann auch der Imperativ: „Männer an den Herd!“ Es sind laut Mälzer alles Rezepte, die „passen wunderbar zu einem Fußball- oder Spieleabend.“ (Mälzer 2004: 123) Unter „Hall of Fame“ listet Mälzer seine „Küchenklassiker.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Methodik: Einführung in das Forschungsfeld sowie Erläuterung des theoretischen Rahmens zur Analyse von Textfunktionen und Bezugswelten in Kochmedien.

II. Analyse: Detaillierte Untersuchung verschiedener Kochbuchkonzepte und Zeitschriften unter Berücksichtigung von Sprachgebrauch, Intertextualität und Zielgruppenansprache.

1. Zwei Kochbuchkonzepte: 50er / 60er Jahre vs. Tim Mälzer Born To Cook (2004): Gegenüberstellung eines traditionell-instruktiven Schulkochbuchs mit einem modernen, hedonistisch geprägten Konzept von Tim Mälzer.

2. Aktuelle Kochbuchkonzepte: Analyse zweier zeitgenössischer Ansätze, die entweder den Genuss und die Kulinarik oder die Funktion als Nachschlagewerk in den Vordergrund stellen.

3. Kochzeitschriften: Essen & Trinken: Untersuchung der Zeitschrift e&t im Hinblick auf ihren metaphorischen Sprachgebrauch und die kosmopolitische Zielgruppe.

4. Veganer-Fanzine: Kochen ohne Knochen: Analyse der kollektiv-selbstvergewissernden Funktion eines veganen Fanzines, das ethische Werte und ein spezifisches Weltbild vermittelt.

III. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Entwicklung der Bezugswelten im 21. Jahrhundert, vom Wandel der Geschlechterrollen bis zur Bedeutung intertextueller Metaphorik.

Schlüsselwörter

Bezugswelten, Kochbuchkonzepte, Textlinguistik, Textfunktion, Kochzeitschriften, Metaphorik, Intertextualität, Geschlechterrollen, Veganismus, Hedonismus, Identifikation, Kommunikationssituation, Rezipientenanalyse, kulinarische Kommunikation, Weltbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Kochbücher und Kochzeitschriften aktuelle gesellschaftliche Bezugswelten repräsentieren und welche spezifischen Textfunktionen sie erfüllen.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Zentral sind der Wandel der Geschlechterrollen in Kochmedien, die Abgrenzung von Textsorten sowie die Bedeutung von Metaphorik und kulturellen Identifikationsmustern beim Kochen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Vielfalt der heutigen Kochpublikationen durch einen synchronen Analyseansatz zu erfassen und die intentionalen Kommunikationsstrategien der Autoren gegenüber dem Rezipienten aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine textlinguistische Analyse, die Kriterien induktiv entwickelt und Begriffe wie „Textfunktion“, „Inferenz“ und „Kohärenz“ (nach Fandrych, Brinker und Ziem) anwendet.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil?

Im Hauptteil werden Kochbuchkonzepte der Nachkriegszeit mit modernen Werken (z.B. Tim Mälzer) verglichen sowie Kochzeitschriften und vegane Fanzines hinsichtlich ihres metaphorischen Sprachgebrauchs untersucht.

Welche Keywords prägen die Untersuchung?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Bezugswelten, Textfunktion, Intertextualität, soziale Rollenbilder sowie spezifische Begriffe wie Veganismus und hedonistischer Genuss.

Wie unterscheidet sich die Ansprache im Vergleich der 1960er Jahre zu heute?

Während ältere Werke wie das Schulkochbuch die Hausfrau instruktiv und autoritär ansprachen, setzen moderne Konzepte auf hedonistische Freude, Individualität und das Aufbrechen traditioneller Rollenmuster.

Welche Rolle spielt die Intertextualität in den untersuchten Medien?

Intertextualität dient dazu, Bezüge zu Literatur, Medien oder anderen kulturellen Feldern herzustellen, um beim Rezipienten bestimmte emotionale oder weltanschauliche Schemata zu aktivieren.

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Details

Title
Zur Repräsentation von Bezugswelten in zeitgenössischen Kochbuchkonzepten und Kochzeitschriften
College
University of Trier  (Fachbereich Germanistik)
Course
Textproduktion, -Rezeption und -Interpretation
Grade
1
Author
Maria Mendel (Author)
Publication Year
2011
Pages
12
Catalog Number
V280248
ISBN (eBook)
9783656737728
ISBN (Book)
9783656737704
Language
German
Tags
repräsentation bezugswelten kochbuchkonzepten kochzeitschriften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Mendel (Author), 2011, Zur Repräsentation von Bezugswelten in zeitgenössischen Kochbuchkonzepten und Kochzeitschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280248
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