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Hospitalismus

Title: Hospitalismus

Intermediate Diploma Thesis , 2000 , 39 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Mandy Schmeißer (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Summary Excerpt Details

Einleitung

In der folgenden Arbeit werden gestörte Mutter- Kind- Beziehungen, speziell die gestörte Entwicklung von Kleinkindern aufgrund von Mutterentbehrung das Thema sein. Vergleichend erläutere ich eine normale Entwicklung. Ohne eine gesunde Beziehung zu einer Bezugs- oder Pflegeperson ist keinem Kind eine positive Entwicklung möglich. Zumeist ist mit Bezugs- und Pflegeperson die Mutter gemeint, denn zu ihr entwickelt ein Säugling im Normalfall seine erste wahre Beziehung. Gerade die Zeit des Stillens ist eine sehr enge, in der das Baby seinen ersten sozialen Erfahrungen begegnet.
Es gibt auf diesem Gebiet eine große Anzahl Forschungsergebnisse und daraus entwickelter kontroverser Standpunkte über die Ursachen der Spätfolgen des Mutterverlustes.
J. Bowlby z. Bsp. führte seine Forschungen durch, ohne Sigmund Freud`s Libidotheorien einzubeziehen (vgl.Göppel 1997, S.152), die als Grundlage der Kindheitsentwicklung galten und stieß damit auf Ablehnung anderer Forscher auf diesem Gebiet, wie z. Bsp. A. Freud; R. A. Spitz; E. Schmalohr; S. Freud; M. Klein. (vgl.Göppel 1997, S.135).
Da Verlust ein weiter Begriff ist, werde ich auf verschiedene Formen und Bedingungen eingehen, dabei hauptsächlich auf die gestörte Entwicklung von Kleinkindern in stationärer Versorgung, da die Syndrome dort am häufigsten auftreten.
Des weiteren werde ich anhand neuester Forschungsergebnisse auf die Schädigung bei Erwachsenen eingehen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Menschen bis zum 4. Lebensjahr

2.1. Übersicht über die Entwicklung des Menschen in den ersten Lebensmonaten

2.1.1. körperliches Verhalten und Reflexe

2.1.2. emotionale Entwicklung

2.1.3. Lernprozesse beim Kleinkind

2.1.4. Instinkte

2.1.5. die kognitive Entwicklung, Piaget`s Stufenlehre

2.2. Entwicklung des Menschen vom 2. bis zum 24. Lebensmonat

2.2.1. Veränderungen in der Zeit vom 2. bis 4. Lebensmonat

2.2.2. Veränderungen in der Zeit ab dem 6. Lebensmonat

2.2.3. Veränderungen in der Zeit vom 8. bis 10. Lebensmonat

2.2.4. Veränderungen in der Zeit ab dem 12. Lebensmonat

2.2.5. Veränderungen in der Zeit vom 18. bis 24. Lebensmonat

3. Symptome und Folgen der Mutterentbehrung

3.1. die anaklitische Depression

3.1.1. Spätfolgen

3.1.2. die psychotoxische Mutter

3.2. Hospitalismus

4. Mutterentbehrung und Entwicklung in Institutionen

4.1. Untersuchung von R.A. Spitz

4.2. Heimkinderstudie von M. Meierhofer und W. Keller

5. die Bindungstheorie von J. Bowlby

5.1. zentrale Merkmale der Theorie

5.2. personenspezifische Bindungen im ersten Lebensjahr nach M. Ainsworth

6. Aufarbeitung früherer Deprivationsstörungen

6.1. Mutter- Kind- Dialoge

6.2. therapeutische Maßnahme

7. Elternverlust

8. Ersatzfamilien

8.1. Adoptivfamilien

8.2. Pflegefamilien

9. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die schwerwiegenden Auswirkungen von gestörten Mutter-Kind-Beziehungen auf die frühkindliche Entwicklung, insbesondere im Kontext von Mutterentbehrung und stationärer Versorgung. Dabei wird die normale kindliche Entwicklung als Vergleichsmaßstab herangezogen, um pathologische Prozesse wie den Hospitalismus und die anaklitische Depression zu analysieren und therapeutische sowie präventive Ansätze zu diskutieren.

  • Grundlagen der normalen kindlichen Entwicklung (kognitiv, emotional, körperlich)
  • Analyse der Symptome und Langzeitfolgen von Mutterentbehrung (Deprivation)
  • Kritische Würdigung historischer Studien zum Hospitalismus (R.A. Spitz, Meierhofer/Keller)
  • Die Bindungstheorie von J. Bowlby und M. Ainsworth als theoretischer Rahmen
  • Therapeutische Strategien und die Bedeutung von Ersatzfamilien (Adoption/Pflege)

Auszug aus dem Buch

3.1. die anaklitische Depression

Dieser Begriff wurde von Spitz geprägt. In der Einleitung seines Buches „Vom Säugling zum Kleinkind“ erklärt sich Spitz als Anhänger von Sigmund Freud`s Theorien. Daher werden diese ansatzweise genannt, um Spitz` Thesen verständlich zu machen.

Anhand seiner Hospitalismusforschung im Säuglingsheim bemerkte er auffällige Veränderungen an einigen Kindern und versuchte, die Ursachen dafür zu finden. Seine Erkenntnisse werden in diesem Abschnitt erläutert.

Eine Depression entsteht nur bei einer guten Mutter- Kind- Beziehung, da der Wegfall einer deprivierenden (= mangelhaft) Beziehung nicht als Verlust empfunden wird und die Mutter leicht zu ersetzen ist (vgl.Spitz 1989, S.287). Weiterhin ist die Depression um so ausgeprägter, je besser die Mutter- Kind- Beziehung und je weniger einfühlsam die (zeitweilige) Ersatzmutter ist (vgl.Göppel 1997, S. 93).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der gestörten Mutter-Kind-Beziehung und Zielsetzung der Untersuchung.

2. Entwicklung des Menschen bis zum 4. Lebensjahr: Darstellung der normalen kognitiven, emotionalen und motorischen Entwicklungsschritte.

3. Symptome und Folgen der Mutterentbehrung: Definition und klinische Beschreibung der anaklitischen Depression sowie des Hospitalismus.

4. Mutterentbehrung und Entwicklung in Institutionen: Analyse empirischer Studien zu den Auswirkungen des Heimaufenthalts auf die kindliche Entwicklung.

5. die Bindungstheorie von J. Bowlby: Erläuterung der bindungstheoretischen Grundlagen und Klassifizierung von Bindungsqualitäten.

6. Aufarbeitung früherer Deprivationsstörungen: Darstellung therapeutischer Maßnahmen zur Korrektur von frühen Bindungsstörungen.

7. Elternverlust: Kurzer Abriss zur kindlichen Trauer und deren Bewältigung.

8. Ersatzfamilien: Diskussion von Adoptions- und Pflegefamilien als Alternativen zur stationären Unterbringung.

9. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Notwendigkeit einer stabilen Bindung für die seelische Gesundheit.

Schlüsselwörter

Hospitalismus, Mutterentbehrung, anaklitische Depression, Bindungstheorie, Kleinkindentwicklung, Deprivation, Psychohygiene, Heimkinder, Ersatzfamilie, Bindungsstörung, R.A. Spitz, J. Bowlby, Entwicklungsquotient, affektive Bindung, Resignation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den negativen Auswirkungen von Mutterentbehrung auf die Entwicklung von Kleinkindern und den daraus resultierenden psychischen Folgen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die normale Entwicklung im frühen Kindesalter, die Symptomatiken von Deprivation und Hospitalismus sowie Möglichkeiten der therapeutischen Intervention und Ersatzbetreuung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Bedeutung einer gesunden und liebevollen Mutter-Kind-Bindung für die menschliche Entwicklung zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie irreparable Schäden durch frühzeitige Maßnahmen vermieden oder gemildert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis bekannter Forschungsarbeiten (z.B. von Spitz, Bowlby, Ainsworth, Meierhofer und Keller) eine theoretische Analyse der Thematik vornimmt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der normalen Entwicklung, eine detaillierte Analyse von Hospitalismus-Studien, die theoretische Fundierung durch die Bindungsforschung und die Ausarbeitung von Lösungsansätzen für betroffene Kinder.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Hospitalismus, Bindungstheorie, Deprivation, Mutter-Kind-Beziehung und therapeutische Maßnahmen.

Wie definiert Spitz den Begriff der "psychotoxischen Mutter"?

Spitz beschreibt damit Mütter, deren eigene psychische Probleme oder ablehnendes Verhalten als "Gift" oder krankheitsverursachendes Agens direkt auf die Entwicklung und Gesundheit des Säuglings einwirken.

Warum unterscheidet Bielicki zwischen Lebensalter und Entwicklungsalter bei der Therapie?

Um korrigierende Maßnahmen effektiv zu gestalten, ist es laut Bielicki notwendig, das Kind in jener Entwicklungsphase abzuholen, in der die Deprivation einsetzte, anstatt sich starr am kalendarischen Alter zu orientieren.

Excerpt out of 39 pages  - scroll top

Details

Title
Hospitalismus
College
Dresden Technical University  (Psychologie)
Course
Vordiplom
Grade
3,0
Author
Mandy Schmeißer (Author)
Publication Year
2000
Pages
39
Catalog Number
V2802
ISBN (eBook)
9783638116909
Language
German
Tags
Hospitalismus Vordiplom
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mandy Schmeißer (Author), 2000, Hospitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2802
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