Aktives oder passives Portfoliomanagement?

Eine perspektivengetriebene ökonomische Analyse


Hausarbeit, 2013

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Aktives Portfoliomanagement
2.1 Fundamentalanalyse
2.2 Technische Analyse
2.2.1 Trendanalyse nach Charles H. Dow
2.2.2 Trendanalyse mittels MACD (Moving Average Convergence- Divergence)
2.2.3 Trendanalyse gemäß der Elliot Wave Theorie
2.3 Passives Portfoliomanagement
2.4 Rechtliche Rahmenbedingungen

3. Perspektiven
3.1 Perspektiven und Kriterien für eine Beurteilung
3.2 Analyse aus der Perspektive eines Privatanlegers
3.3 Analyse aus der Perspektive eines institutionellen Investors
3.4 Analyse aus der Perspektive eines Pensionsfondverwalters
3.5 Analyse konfligierender und harmonischer Beziehungen zwischen privaten und institutionellen Anlegern

4. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2-1: Das MACD- Histogramm stellt die Differenz zwischen der MACD- und der Signallinie dar

Abbildung 2-2: Forex Indicator

1. Einleitung

Auf die Frage welche Anlagestrategie an Finanzmärkten zu empfehlen ist, konnte seit je her nicht eindeutig beantwortet werden. Weltweit anerkannte Theorien von Markowitz, Graham und Dodd waren lange Zeit hinweg zutreffend, konnten aber nicht in allen Marktsituationen gleichermaßen bestätigt werden.1 In der folgenden Analyse wird unter Berücksichtigung der verschiedenen Standpunkte untersucht, welche Modelle und Vorgehensweisen unter den gegebenen Voraussetzungen, anwendbar sind.

1.1 Problemstellung

Nach positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA, sowie der Leitzinssenkung durch die EZB, erlebte der DAX in KW 18 des Jahres 2013 einen neuen Höhenflug und konnte innerhalb dieser Woche um knapp 4 Prozent wachsen.2 Anhand solch positiver Finanzmarktentwicklungen suchen Anleger vermehrt den Weg an die Börse, um herkömmliche Geldanlagen, die negative Realzinsen aufweisen, zu vermeiden. Allerdings bleibt fraglich welche Vorgehensweise am sichersten ist und gleichzeitig eine möglichst hohe Rendite erzielt. Welche Wertpapiere soll das Portfolio enthalten? Wie soll es gewichtet sein? Diese und weitere Fragen sollen durch die Analyse des aktiven und passiven Portfoliomanagements beantwortet werden. Als Ergebnis soll in Abhängigkeit der jeweiligen Perspektiven festgestellt werden, welche Strategie eine geeignete Geldanlage darstellt.

1.2 Gang der Untersuchung

Um die wesentlichen Konzepte des Portfoliomanagements verständlich zu erklären, soll zunächst das Grundkonzept und der inhaltliche Rahmen des Portfoliomanagements erläutert werden. Hierfür wurde das aktive und passive Portfoliomanagement voneinander abgegrenzt und jeweils definiert. Die Darstellung wesentlicher Analyseinstrumente und Vorgehensweisen ist sehr wichtig, um dem Leser die Funktionsweise des aktiven Portfoliomanagements näher zu bringen. Ebenso wird auf bekannte Investmentstile eingegangen, mit denen erst Rückschlüsse auf eine Vielzahl von Investitionsentscheidungen möglich werden. Das Konzept des passiven Portfoliomanagements wird anhand von fundamentalen Grundannahmen erläutert. Auch wird auf rechtliche Rahmenbedingungen eingegangen, denen sich die gesamte Finanzdienstleistungsbranche unterwerfen muss. Im zweiten Teil der Untersuchung werden verschiedene Sichtweisen innerhalb der Portfoliotheorie behandelt, um die Unterschiede, sowie die Vor- und Nachteile des aktiven und passiven Portfoliomanagements herauszuarbeiten. Die Ergebnisse der Analyse sollen zu einer differenzierten Sichtweise führen, sodass am Ende die Möglichkeit besteht, für jede Situation die bestmögliche Anlagestrategie zu finden.

2. Aktives Portfoliomanagement

Ein Investor hat zu einer zukünftigen Marktentwicklung eine genaue Vorstellung und setzt diese um, indem er zu einem bestimmten Zeitpunkt eine ganz bestimmte Investition tätigt. Um einen ersten Investitionsansatz zu generieren, stehen dem Anleger die fundamentale, und die technische Analyse zur Verfügung.3

2.1 Fundamentalanalyse

Zunächst wird eine grobe Auswahl an Aktien von Unternehmen derselben Branche zusammengestellt, die für ein Investment in Frage kommen. Unter Berücksichtigung von Makrofaktoren, wie Inflation und Konjunkturentwicklung, werden Kennzahlen bestimmt, die den inneren Wert eines Unternehmens angeben. Der interne Wert wird durch die Berechnung des Cashflows, dem Gewinn, der Ertragskraft, sowie des Verschuldungsgrades, ermittelt. Der rechnerische Wert wird anschließend mit dem aktuellen Börsenwert verglichen. Anhand dessen kann eine erste Investitionsentscheidung getroffen werden. Grundsätzlich wird angenommen, dass die Märkte nie vollkommen effizient sind und Bewertungsanomalien in Form von Über- oder Unterbewertung von Aktien auftreten können.

Durch die Auswahl von Branchen, deren Wertpapiere man in Erwägung zieht, lassen sich bedeutende und gleichzeitig beliebte Investmentstile beobachten, die im Folgenden nur kurz erwähnt werden.4

Blue Chips beschreiben sehr erfolgreiche und beständige Gesellschaften, die nur in sehr bedeutenden Indizes gelistet sind. Glamour Stocks sind populäre Wertpapiere besonders häufig nachgefragter Firmen. Der Bottom- Up Ansatz beschreibt das Verhalten des potentiellen Anlegers, der zunächst die Unternehmenstätigkeit und dessen Performance untersucht und erst anschließend das Firmenumfeld analysiert, wohingegen der Top- Down Ansatz ein gegenteiliges Vorgehen darstellt. Der Value Stock Ansatz ermöglicht die Investition in solide Unternehmen, die stabile Wachstumsraten, eine regelmäßige Gewinnausschüttung und ein niedriges Risiko bieten. Gemäß dem Groth Stock Ansatzes werden Papiere wachstumsstarker, aufstrebender Branchen bevorzugt, die durch ein starkes Gewinn- und Umsatzwachstum auffallen.

2.2 Technische Analyse

Die technische Analyse befasst sich mit der Untersuchung von Kursverläufen, sogenannten Chartanalysen, um zukünftige Entwicklungen zu antizipieren. Dabei bleiben Daten der Fundamentalanalyse unberücksichtigt, da diese im Marktpreis bereits mit inbegriffen sind. Allerdings lässt nur durch die Annahme der Informationsineffizienz, auch als Informationsdiffusion bekannt, Raum für eine derartige Analyse. Investoren haben dabei die Möglichkeit, psychologische Muster auszulesen und dazu gehören verschiedenste Trendanalysen, die im Folgenden genauer untersucht werden.

2.2.1 Trendanalyse nach Charles H. Dow

Gemäß Charles H. Dow und seiner gleichnamigen Theorie können sich Trends aus Kursentwicklungen ableiten lassen.5 Hierbei werden Tendenzen nach Ihrer Dauer unterschieden, indem zwischen Primär- (ca. ein Jahr) Sekundär- (zwischen zwei Monate und ein Jahr) und Tertiärtrends (max. zwei Monate) differenziert wird. Ein positiver Trend ist erkennbar, wenn das folgende Hoch über dem vorhergehenden Hoch liegt. Befindet sich das nächste Tief unterhalb des Vorhergehenden, so handelt es sich um einen negativen Trend.

2.2.2 Trendanalyse mittels MACD (Moving Average Convergence- Divergence)

Abbildung 2-1: Das MACD- Histogramm stellt die Differenz zwischen der MACD- und der Signallinie dar.

Der MACD- Indikator stellt ein bedeutendes technisches Analysetool dar, indem er in stabilen Märkten Trendrichtungen und Trendstärken sowie Trendwechsel im Basiswert anzeigt. Er wird daher als Signalgeber für Kauf und Verkaufsentscheidungen verwendet. Sein Aufbau basiert auf der Differenz zweier unterschiedlich langer, gleitender Durchschnitte der jeweiligen Schlusskurse. Die MACD Linie entsteht durch Subtraktion des 26 tägigen gleitenden Durchschnitts vom 12 tägigen gleitenden Durchschnitt. Aus den MACD Werten wird durch Errechnung eines 9 tägigen exponentiell gleitenden Durchschnitts, die sogenannte Signallinie bestimmt. Entscheidend ist dabei die Lage der MACD zur Signallinie. Ein Kaufsignal tritt auf, wenn die MACD Linie die Signallinie von unten nach oben durchkreuzt. Schneidet die MACD Linie die Signallinie von oben, tritt entsprechend ein Verkaufssignal auf.

Als Konvergenz wird das aufeinander Zulaufen der beiden Durchschnittslinien bezeichnet, was auf eine Trendabschwächung hindeutet.

2.2.3 Trendanalyse gemäß der Elliot Wave Theorie

Die Theorie von Ralph Nelson Elliott (1871 - 1948) basiert auf dem Konzept der Wellenbewegung von Märkten.6 Die Zyklen und Wellen spiegeln dabei die Psychologie der Spekulanten, sowie allen Investoren wieder. Ein vollständiger Zyklus besteht aus insgesamt fünf Wellen. Finanzmärkte werden von den Hauptwellen 1,3 und 5 dominiert, die den Haupttrend darstellen. Die Wellenbewegungen 2 und 4 stellen lediglich Korrekturwellen dar, die dem Trend gegenläufig sind. Sind die Hauptwellen aufsteigend, befinden wir uns in einer Expansionsphase. Man spricht auch von einem Bullen Markt wohingegen ein fallender Haupttrend als Bären Markt bezeichnet wird. Das Ende eines Trends erkennen erfahrene Investoren am Überhöhten Markt- Buch Verhältnis. Durch den Verkauf ihrer Positionen gerät der Kurs unter Druck, sodass eine große Korrekturwelle eintritt. Die Korrekturphase besteht aus den drei Wellen a, b, c und ist deutlich kürzer als die Aufbauphase. Im Gegensatz zu anderen Theorien bleiben hierbei zeitliche Aspekte für die Marktentwicklungen gänzlich außen vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-2: Forex Indicator

2.3 Passives Portfoliomanagement

Durch den Vorgang der Indexierung wird der Kapitalmarkt möglichst genau abgebildet.7 Dabei werden diejenigen Wertpapiere gekauft, die einem gemeinsamen Index angehören. Das Verhältnis der Marktkapitalisierung der einzelnen Aktien zum Index bleibt für das passive Portfolio erhalten. Ziel des passiven Managements ist es einen bestimmten Markt möglichst kosteneffizient abzubilden. Es finden hierbei keine börsentäglichen Einschätzungen der Kursbewegungen statt, die Kauf und Verkaufsentscheidungen auslösen. Allerdings tritt in der Praxis der sogenannten Tracking Error als zentrales Risikomaß auf, der durch die nicht vollkommen exakte Nachbildung des Index entsteht. In der Praxis verzichtet der Index- Tracker auf die genaue Abbildung, da durch jede marktbedingte Umschichtung seines Portfolios zu hohe Kosten anfallen würden.

[...]


1 Vgl. http://www.valueinvesting.de/ aufgerufen am 28.04.2013

2 Vgl. Finanznachrichten URL: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Aktien-Frankfurt- Schluss-Dax-schliesst-auf-Rekordhoch-nach-US-Jobdaten-2410654, zugegriffen am 04.05.2013

3 Vgl. Spremann, Klaus, 2008, Portfoliomanagement, S.42

4 Vgl. Spremann, Klaus, 2000, Aktives versus passives Portfoliomanagement, S.1100 2

5 Vgl. In Anlehnung an Universität Saarland URL: Finanzportal.wiwi.unisaarland.de/tech/Kapitel3.htm aufgerufen am 5.5.2013

6 Vgl. Spremann, 2008, Portfoliomanagement, S 43ff.

7 Vgl. The Economist 06.10.2012 URL: http://www.economist.com/node/21564217 aufgerufen am 02.05.2013

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Aktives oder passives Portfoliomanagement?
Untertitel
Eine perspektivengetriebene ökonomische Analyse
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V280408
ISBN (eBook)
9783656745853
ISBN (Buch)
9783656745846
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aktives, portfoliomanagement, eine, analyse
Arbeit zitieren
Philip Preisler (Autor), 2013, Aktives oder passives Portfoliomanagement?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280408

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