Die Separation von Wille und Vernunft zur Postulierung der absoluten Freiheit des Willens

Der Begriff der Willensfreiheit bei Carl Leonhard Reinhold


Seminararbeit, 2014
11 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Separation von Wille und Vernunft zur Postulierung der absoluten Freiheit des Willens..
Das Begehrungsvermögen und der Wille - eine Definition
Das Verhältnis von Vernunft und Wille bei Kant und Reinhold
Die absolute Freiheit im Willen

Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der „Willensfreiheit“ bei Carl Leonhard Reinhold, der seine Philosophie zu dieser Thematik auf der Grundlage von Immanuel Kants Begriff „Freiheit des Willens“ begründete. Genauer gesagt, sollen die Beziehung der Vernunft und des Willens zueinander und die daraus resultierende Möglichkeit zur absoluten Freiheit des Willens bei Reinhold.

Zunächst werden dazu die Begriffe des Begehrungsvermögens bei den Kant und Reinhold in den Blickpunkt gerückt und auf ihr Wesen untersucht und verglichen. Im Anschluss daran wird der „Wille“ nach der Auffassung Reinholds definiert, wobei ebenfalls vergleichenden Momenten zwischen ihm und Kant bezüglich des Willens stattfinden werden.

Der zweite Abschnitt dieser Arbeit beschäftigt sich mit einer Gegenüberstellung zwischen den verschiedenen Auslegungen Kants und Reinholds über die Verbindung zwischen der Vernunft und dem Willen.

Zudem werden die Vernunft und ihr praktischer Charakter im letzten Abschnitt beleuchtet. In diesem wird zum Schluss ein Bogen von den verschiedenen Willensbegriffen zur absoluten Freiheit bei Reinhold gespannt und eine kurze Erläuterung dieser gegeben.

Die Separation von Wille und Vernunft zur Postulierung der absoluten Freiheit des Willens

Das Begehrungsvermögen und der Wille - eine Definition

Für das Verständnis der Thematik zur „Freiheit des Willens“ von Carl Leonhard Reinhold, in Anlehnung an Immanuel Kant, ist es unabdinglich zunächst eine Definition verschiedener Begriffe, welche für die Darstellung der Willensfreiheit notwendig sind, zu erarbeiten.

Dabei wird nun zunächst auf den Begriff des „Begehrungsvermögen“ eingegangen. Dieses wird bei Kant als ein „Vermögen“ bestimmt, welches „durch seine Vorstellungen Ursache der Gegenstände dieser Vorstellungen“1 ist. Das Begehrungsvermögen lässt sich zudem in zwei Arten unterteilen; Zum Einen in das obere Begehrungsvermögen, welches mit dem Willen gleichzusetzen ist, da es seine Richtlinien durch die Vernunft erhält, dies ist auch als „Sittengesetz“ bekannt. Zum Zweiten in das untere Begehrungsvermögen, welches bei Kant auch als sinnliches Begehrungsvermögen bezeichnet werden kann, da es sowohl Lust, aber auch Unlust als Motiv zur Begierde bzw. zur Ablehnung des Begehrten oder des Verschmähten haben kann.2

Ähnlich ist die Definition des Begehrungsvermögens bei Reinhold beschaffen. Dieser unterscheidet zwar nicht in oberes und unteres Begehrungsvermögen, nimmt aber ebenfalls eine solche Unterteilung desselben vor. Er differenziert den eigennützigen Trieb im Begehrungsvermögen vom uneigennützigen. Ersterer ist mit dem unteren Begehrungsvermögen bei Kant vergleichbar, da dieser „in der Sinnlichkeit gegründet [und] das Vergnügen überhaupt zum Objekt hat“.3 Der uneigennützige, „intellektuelle[]“[4] Trieb hingegen - der von Kant als „oberes Begehrungsvermögen“ spezifiziert werden würde - setzt Reinhold mit der praktischen Vernunft gleich, da die Handlungsweise dieses Triebs eine „unwillkührlich[e] [und] bestimmte, einzig mögliche, folglich schlechthin nothwendige“5 ist. Zudem stellt dieser Trieb ein Gesetz auf, welches seine Notwendigkeit lediglich durch die Existenz des Triebs an sich hat und der somit durch die eigene Selbsttätigkeit bestimmt wird.6

Weiterhin ist der eigennützige Trieb, welcher lediglich die Genussbefriedigung anstrebt, dem Gesetz, welches durch die praktische Vernunft - also dem uneigennützigen Trieb - gegeben ist, untergeordnet.7

Neben der Definition des Begehrungsvermögens bedarf es noch einer weiteren, um die Freiheit des Willens bei Reinhold hinreichend erklären zu können. Nämlich die Definition des Willens selbst. Auch beim Willen handelt es sich um ein Vermögen, welches sich unabhängig eines Postulats des Vergnügungstriebs diesen hingeben oder diesen ablehnen kann. Selbiges gilt für die Forderungen des uneigennützigen Triebs, welche durch das Wollen entweder angenommen und erfüllt oder abgelehnt werden können.8 Also hat der Wille nicht nur eine Möglichkeit eine Handlung auszuführen - wie dies einerseits beim eigennützigen Trieb der Fall ist, welcher sich nur auf das Vergnügen hinbewegt und andererseits ebenso beim uneigennützigen Trieb, der wiederum lediglich dem Gesetz dient, welches er sich selbst erlassen hat9 - sondern mehrere. Es ist ihm möglich sich zum einen für oder gegen die Forderung des eigennützigen Triebs und zum anderen zur Befriedigung oder Nichtbefriedigung des Verlangens des uneigennützigen Triebes entscheiden.10 Während Reinhold die Forderungen des eigennützigen Triebes an den Willen auch „Begehren“ nennt, welches durch den eigenen Instinkt bedingt wird oder durch Impressionen von der Außen entsteht, ist die Forderung des uneigennützigen Triebs, die des „reinen Wollens“. Dieses ist jedoch nicht an den uneigennützigen Trieb selbst, „sondern in wie ferne [er] durch die Freiheit der Person zur Triebfeder der Befriedigung oder Nichtbefriedigung einer Forderung des eigennützigen Triebes gebraucht wird“, gebunden und hat daher den Charakter des Freiseins.11 Inwiefern sich dieses Freisein bei Reinhold als eine absolute Freiheit des Willens offenbart, sei zunächst zurückgestellt. Bevor die Klärung dieser Kernproblematik im dritten Abschnitt dieser Arbeit erfolgt, soll nun vorerst eine genaue Betrachtung der Beziehung Vernunft und Wille nach Kant und Reinhold vorgenommen werden.

[...]


1 Eisler, Rudolf: Kant - Lexikon: Begehrungsvermögen. http://www.textlog.de/31960.html (06.03.2014).

2 Ebd.

3 Reinhold, C. L.: Briefe über die Kantische Philosophie. 1792. S. 181.

4 Imhof, S.: Die Theorie des Begehrungsvermögens. S. 230.

5 Reinhold, C. L.: Briefe über die Kantische Philosophie. 1792. S. 182.

6 Ebd. S. 181. Und: Imhof, S.: Die Theorie des Begehrungsvermögens. S. 230.

7 Reinhold, C. L.: Briefe über die Kantische Philosophie. 1792. S. 182/ 183.

8 Ebd. S. 183.

9 Ebd. S. 182.

10 Ebd. S. 183.

11 Ebd. S. 184.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Separation von Wille und Vernunft zur Postulierung der absoluten Freiheit des Willens
Untertitel
Der Begriff der Willensfreiheit bei Carl Leonhard Reinhold
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Freiheit und Verbindlichkeit in der klassischen deutschen Philosophie
Note
3,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V280488
ISBN (eBook)
9783656746164
ISBN (Buch)
9783656746119
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Carl Leonhard Reinhold, Kant, Wille, Vernunft
Arbeit zitieren
Dorothee Stauche (Autor), 2014, Die Separation von Wille und Vernunft zur Postulierung der absoluten Freiheit des Willens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280488

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