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„So wird bei uns Krieg geführt“. Eine Visual History des Ersten Weltkrieges

Title: „So wird bei uns Krieg geführt“. Eine Visual History des Ersten Weltkrieges

Bachelor Thesis , 2014 , 47 Pages

Autor:in: Manja Kayser (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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Siegfried Quandt weist in seinem Aufsatz "Krieg und Kommunikation. Der Erste Weltkrieg" darauf hin, dass historische und aktuelle Erfahrungen gezeigt haben, dass Krieg eine Zeit der Intensivierung, Ausdehnung, aber auch Steuerung von Kommunikation beinhaltet und die militärischen wie zivilen, die privaten wie öffentlichen Bedürfnisse nach aktuellen Informationen steigen. Die Massenmedien gewinnen in solchen Krisensituationen an Bedeutung. Gleichzeitig haben Militär und Politik auch ein großes Interesse, im Krieg durch Zensur und Propaganda die Information und Kommunikation zu beeinflussen.
Der Erste Weltkrieg gilt als der erste umfassende Medienkrieg des 20. Jahrhunderts, in dem vor allem die Fotografie eine bedeutende Rolle spielte. Das damals noch relativ neue Medium suggerierte Authentizität und Objektivität, ein allgemeines Verlangen, welches befriedigt werden wollte, da die Geschehnisse 1914 - 1918 von dem abwichen, was zuvor mit Krieg verknüpft worden war. Gerhard Paul spricht davon, dass Fotografieren und Kriegführen sich im Ersten Weltkrieg zudem erstmals gegenseitig beeinflussten: So brachte der Krieg bestimmte Formen der Kriegsberichterstattung hervor, begründete die Profession des Bildberichterstatters, begünstige den Aufstieg der illustrierten Massenpresse. Die Medien haben dem Krieg z. B. ein „Photographiergesicht“ – wie Siegfried Kracauer es formulierte – verpasst und so den Charakter des Krieges entscheidend mitgeprägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Ideen und Konzepte der Visual History

2 Der Erste Weltkrieg

3 Fotografie und fotografische Technik zur Zeit des Ersten Weltkrieges

4 Presse und visuelle Berichterstattung zur Zeit des Ersten Weltkrieges

5 Zensur und Propaganda – Das Verhältnis von Presse, Politik und Militär im Ersten Weltkrieg

5.1 Großbritannien

5.2 Frankreich

5.3 Deutschland

6 Soldatische Amateurfotografie

6.1 Die „Knipser“-Soldaten

6.2 Ikonographie und Bildsujets

7 Publikation und Veröffentlichung – Das Bild des Ersten Weltkrieges in der illustrierten Presse

7.1 Großbritannien

7.2 Frankreich

7.3 Deutschland

7.4 Ikonographie, Bildarrangement und Urheberschaft

7.5 Nicht veröffentlichtes Bildmaterial

7.6 Authentizität?

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie das Bild des Ersten Weltkrieges durch die (Bild-)Presse in Deutschland, Frankreich und Großbritannien in der Öffentlichkeit vermittelt wurde. Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Bildberichterstattung vor dem Hintergrund der jeweiligen pressepolitischen Rahmenbedingungen sowie des Konzepts der Visual History zu vergleichen.

  • Die Entstehung und Entwicklung pressepolitischer Rahmenbedingungen (Zensur und Propaganda).
  • Die Rolle der soldatischen Amateurfotografie und deren Nutzung in der Presse.
  • Der Vergleich der Bildberichterstattung in den drei am Krieg beteiligten Ländern.
  • Die kritische Analyse der Authentizität und medialen Konstruktion des Krieges.

Auszug aus dem Buch

3 Fotografie und fotografische Technik zur Zeit des Ersten Weltkrieges

Mit ihrer anti-elitären Verfügbarkeit und massenhaften Verbreitung ist die Fotografie ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. „Als sich zu Kriegsbeginn neue [...] leicht einsetzbare kleine Kameratypen und der Rollfilm durchsetzten, wurde von Soldaten als Amateurphotographen und von Berufsphotographen eine regelrechte Bilderflut produziert.“ Überall, in der Heimat, an der Front, und vor allem in der Etappe, wurde während des vier Jahre andauernden Konflikts massenhaft fotografiert. Dabei spielten unterschiedliche Motivationen eine Rolle, so Bodo von Dewitz: „aus dokumentarischen Interessen, zur persönlichen Erinnerung, für die Kommunikation zwischen Heimat und Front (und umgekehrt), für die Publikation und die Illustration, für militärische Zwecke oder aber für die zunehmend wichtiger werdenden Ziele der Propaganda.“

Professionellen Fotografen benötigten für ihre Tätigkeit eine umfangreiche und schwere Ausrüstung inklusive Stativ. Für den Nachschub an Gelatine-trockenplatten oder Filmen sorgten die Kurierdienste des Militärs. Die „Knipser“ und Amateure benutzten dagegen handliche, stativlose Plattenkameras mit einfachen Suchern oder mit etwas höher entwickelten Spiegelreflexsystemen. Häufiger noch kamen kleinere Momentapparate mit Roll- oder Planfilm zum Einsatz. Die Firma Kodak hatte bereits 1912 mit der Vest Pocket einen griffigen und leicht zu bedienenden Apparat entwickelt, der für jedermann geeignet war. Diese Kamera war der Inbegriff von „the soldiers camera“. Insgesamt konnten so zahlreiche Fotos in hoher Qualität gemacht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ideen und Konzepte der Visual History: Einführung in das methodische Konzept der Visual History als Rahmen für eine visuell ausgerichtete Geschichtswissenschaft.

2 Der Erste Weltkrieg: Historischer Abriss des industriellen Massenkrieges und dessen Auswirkungen auf Gesellschaft und Medien.

3 Fotografie und fotografische Technik zur Zeit des Ersten Weltkrieges: Untersuchung der technischen Bedingungen der Fotografie und der entstehenden Bilderflut durch Profis und Amateure.

4 Presse und visuelle Berichterstattung zur Zeit des Ersten Weltkrieges: Analyse der Rolle illustrierter Wochenzeitschriften als Massenmedium der visuellen Kriegsberichterstattung.

5 Zensur und Propaganda – Das Verhältnis von Presse, Politik und Militär im Ersten Weltkrieg: Detaillierte Darstellung der staatlichen Lenkung der Berichterstattung in Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

6 Soldatische Amateurfotografie: Untersuchung der Perspektive der „Knipser-Soldaten“ und ihrer Bildmotive jenseits offizieller Propaganda.

7 Publikation und Veröffentlichung – Das Bild des Ersten Weltkrieges in der illustrierten Presse: Vergleichende Analyse der publizierten Bildinhalte, deren Arrangement und Authentizität in den drei Ländern.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Visual History, Pressefotografie, Propaganda, Zensur, Amateurfotografie, Medienkrieg, Bildberichterstattung, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kriegsberichterstatter, BUFA, Bildpresse, Kriegskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die mediale Vermittlung des Ersten Weltkrieges durch Fotografien in der zeitgenössischen illustrierten Presse und untersucht den Einfluss staatlicher Zensur und Propaganda auf das Bild des Krieges.

Welches wissenschaftliche Konzept liegt der Untersuchung zugrunde?

Die Autorin verwendet das Konzept der Visual History, um Bilder nicht nur als passive Quellen, sondern als aktive Akteure und Zeugnisse historischer Prozesse zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf den politischen Rahmenbedingungen der Mediensteuerung, dem Vergleich zwischen professioneller und soldatischer Amateurfotografie sowie der inhaltlichen Ausgestaltung der Berichterstattung in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Welche Rolle spielte die Zensur in den untersuchten Ländern?

In allen drei Ländern wurde die Berichterstattung massiv gesteuert, wobei insbesondere die militärischen Stellen versuchten, durch Zensur und eigene Propagandastellen (wie das BUFA in Deutschland) ein kontrolliertes Bild des Kriegsgeschehens zu vermitteln.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung in Deutschland von der der Alliierten?

Deutschland agierte pressepolitisch restriktiver und weniger professionell, während in Frankreich und Großbritannien – trotz ebenfalls vorhandener Zensur – durch ein aktives Nachrichtenmanagement eine stärkere Einbindung der Öffentlichkeit erreicht wurde.

Welchen Einfluss hatte die Amateurfotografie der Soldaten?

Die soldatischen Aufnahmen dienten oft privaten Erinnerungszwecken, lieferten aber dennoch – da sie teils ungeschönte Eindrücke vom Frontalltag enthielten – eine wertvolle, wenn auch in den Prozess der Propaganda integrierte, zusätzliche Quelle für das Bild des Krieges.

Wie war die Zusammenarbeit zwischen Presse und Militär organisiert?

Das Verhältnis war oft durch Misstrauen geprägt; Fotografen und Journalisten wurden meist eng überwacht oder in "Pools" zusammengefasst, wobei die offizielle Akkreditierung und Kontrolle der Militärbehörden entscheidend für das war, was publiziert werden durfte.

Inwiefern beeinflussten Bilder die öffentliche Wahrnehmung des Krieges?

Die Bilder trugen massiv zur Konstruktion von Feindbildern bei, dienten der Mobilisierung der Heimatfront und verklärten den Krieg durch das Weglassen traumatischer Realitäten, was erst in späteren Jahren durch die Veröffentlichung kritischerer Aufnahmen korrigiert wurde.

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Details

Title
„So wird bei uns Krieg geführt“. Eine Visual History des Ersten Weltkrieges
College
University of Hagen
Author
Manja Kayser (Author)
Publication Year
2014
Pages
47
Catalog Number
V280596
ISBN (eBook)
9783656745167
ISBN (Book)
9783656745143
Language
German
Tags
krieg eine visual history ersten weltkrieges
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manja Kayser (Author), 2014, „So wird bei uns Krieg geführt“. Eine Visual History des Ersten Weltkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280596
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