Das Finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS


Seminararbeit, 2014
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
Entstehung und Abgrenzung der Waffen-SS
Das finnische Freiwilligen-Bataillon
Planung und Vorbereitung
Die Rekrutierung
Erste Probleme
Das Ende des finnischen Freiwilligen-Bataillons

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im folgenden Text werde ich mich mit der Entstehung, dem Wirken und den Pro- blemen, die schließlich zur Auflösung des finnischen Freiwilligen-Bataillons der Waffen-SS führten, beschäftigen. Die Teilnahme von Finnen im Kampf gegen die Sowjetunion sei nach Stein das Ergebnis der Beziehung zwischen Finnland und Deutschland, diese Aussage unterstreicht die Relevanz einer näheren Untersu- chung1.

Ich beantworte, am Beispiel Finnlands, zuerst die Frage, wie es zum Dienst aus- ländischer Soldaten in der Waffen-SS kam. Danach gebe ich eine Übersicht, über den Verbleib der Freiwilligen, und am Ende gehe ich der Frage nach, wieso das Bataillon vor Kriegsende aufgelöst wurde. Aufgrund des begrenzten Umfanges, werde ich die Fragen so beantworten, dass sich ein chronologischer Überblick über das finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS ergibt, so wird auch die diplomatische Verbindung zwischen Deutschland und Finnland aufgezeigt.

Aufgrund der ständigen Veränderungen, welchen die SS unterworfen war, muss ihr Handeln und Wirken immer im Kontext ihrer jeweiligen Struktur und ihrem Einfluss im NS-Apparat betrachtet werden2. Durch die unzähligen Kriegsverbre- chen, mit denen die Waffen-SS in Verbindung stand, fällt es schwer wertfreie und zugleich umfangreiche Quellen zu finden. Zwar ist die Rolle Finnlands im Zwei- ten Weltkrieg in der Forschung bereits mehrfach thematisiert worden, jedoch ist das finnische Freiwilligen-Bataillon kaum untersucht worden. Dies ist zum Teil damit zu erklären, dass sich nur ungern mit schmerzhaften Kapiteln der eigenen Geschichte auseinandergesetzt wird, aber auch, weil Forscher bis vor kurzem kei- nen Zugang zu relevanten Dokumenten hatten3.

In meiner Arbeit verwende ich daher als Grundlage hauptsächlich den Aufsatz Das finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS von George H. Stein und H. Peter Krosby in Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte und die Monographie Ge- schichte der Waffen-SS von George H. Stein. Die Monographie dient hauptsäch- lich dazu, die Strukturen der Waffen-SS zu erläutern, um das finnische Bataillon einordnen zu können.

Im Hauptteil beginne ich mit einer allgemeinen Übersicht zur Entstehung und Abgrenzung der Waffen-SS, danach beschäftige ich mich mit der Klärung der oben genannten Forschungsfragen, in Form einer chronologischen Abfolge. Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und soll einen Überblick über die Entwicklung des Freiwilligen-Bataillons geben. Danach werden ich dort die Antworten auf die Forschungsfragen bewerten und interpretieren.

Entstehung und Abgrenzung der Waffen-SS

Um die Bedeutung und Aufgaben der Waffen-SS zu verstehen, bedarf es einer kurzen Übersicht ihrer Entstehung, um Verwechslungen zum Beispiel mit der Allgemeinen SS zu vermeiden.

Die Schutzstaffel der NSDAP, kurz SS, wurde am 4. April 1925 als Saalschutz ge- gründet und war von 1926 bis 1934 der Sturmabteilung, kurz SA, unterstellt. Als Heinrich Himmler am 16. Januar 1929 zum Reichsführer-SS ernannt wurde, be- trug die Stärke der SS 280 Mann, in den kommenden vier Jahren erhöhte sich die Zahl auf 25.000 Mitglieder. Nach den Juni-Morden wurde die SS zu einer eigen- ständigen Organisation der NSDAP gemacht. Nachdem ab 1933 spezialisierte Gruppen wie z.B. der Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS, kurz SD, auch offi- ziell abgespalten wurden, bekam die Stammgruppe die Beizeichnung Allgemeine SS4. Die Kampftruppen der SS, entstanden nach dem Angriff auf Polen aus der SS-Verfügungsdivision und SS-Totenkopfverbänden, wurden als Waffen-SS be- kannt5. Die Waffen-SS ging also aus der SS hervor und nahm im Kriegsverlauf auch ausländische Soldaten, wie die mehr als 1.000 Finnen, in ihren Dienst auf6. Von den 910.200 Mann im Jahr 1945 waren etwa 200.000 Ausländer und 310.000 Volksdeutsche aus Südosteuropa7.

Das finnische Freiwilligen-Bataillon

Planung und Vorbereitung

Im kommenden Abschnitt stelle ich chronologisch dar, wie es zum Dienst finnischer Soldaten in der Waffen-SS kam. Angefangen mit den Problemen die SS-Bri- gadeführer Gottlob Berger hatte, genug Freiwillige für das SS-Regiment Nordland zu finden und abschließend mit den 1.084 Mann, welche für tauglich befunden und in das Freiwilligen-Bataillon aufgenommen wurden.

Nachdem im Dezember 1940 die SS-Division „Wiking", unter dem Befehl des SS-Brigadeführers Felix Steiner, aufgestellt und bis Mitte 1941 kampfbereit ge- macht werden sollte, bestand das Problem zu wenig Freiwilliger. Da Finnland als Verbündeten im Kampf gegen die Sowjetunion betrachtet wurde, war es für Ber- ger naheliegend den Versuch zu unternehmen dort Freiwillige zu rekrutieren8.

Am 30. Januar 1941 wies Himmler Berger an mit der Anwerbung von Freiwilli- gen in Finnland fortzufahren. Am nächsten Tag meldete der deutsche Militäratta- che in Helsinki, dass mehrere Finnen in das Regiment Nordland eintreten wollten. Das Armee-Oberkommando 20 in Oslo antwortet nach drei Wochen, dass Freiwil- lige aufgrund fehlender Durchführungsbestimmungen hingehalten werden sollen bis welche ausgearbeitet seien9.

Es war ohne politische Entscheidung Hitlers und eine Mitarbeit des Auswärtigen Amtes allerdings unmöglich mit einer Anwerbung in Finnland zu beginnen. Nach- dem diese am 22 Februar kam, begab sich Berger am selben Tag in das Auswärti- ge Amt um Verhandlungen zu beginnen. Da die Berichte Bergers und des Gesand- ten Werner von Grundherr deutlich voneinander abweichen, ist nicht klar wie die- ser reagierte10. Es ist jedoch, eben wegen dieser Abweichung, davon auszugehen, dass es nicht so positiv, wie von Berger dargestellt, gewesen sein wird.

Am 26. Februar 1941 vereinbarten Berger und Martin Luther, Leiter der Abteilung Deutschland im Auswärtigen Amt, dass SS-Standartenführer Dahm nach Helsinki geschickt werden solle, sobald Ribbentrop seine offizielle Genehmigung gegeben habe. Dahm sollte alle seine Unternehmungen über den Gesandten Blücher einlei- ten, welcher mit der finnischen Regierung in Kontakt stehe. Für die finnischen Freiwilligen sollten die gleichen Bedingungen gelten, wie für Norweger und Dä- nen11. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Auswärtige Amt nur auf Basis münd- licher Versicherung, keine Verhandlungen mit einer ausländischen Regierung zu- gunsten der SS beginnen werde12.

Berger arbeitete allerdings nur mit dem Auswärtigen Amt zusammen, um schnel- ler zum Ziel zu kommen13. Er hatte nie die Absicht seine Arbeit kontrollieren zu lassen. Nachdem sich die Annahme auf vorteilhafte Kooperation nicht bestätigte, begann er am 1. März, entgegen des diplomatischen Protokolls, direkte Verhand- lungen mit Professor Toivo M. Kivimäki, dem finnischen Gesandten in Berlin. Bereits am 4.

[...]


1 Vgl. Stein, George H., Krosby, H. Peter, Das finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS. Eine Studie zur SS-Diplomatie und zur ausländischen Freiwilligen-Bewegung, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Vol. 14, Heft 4 (1966), S. 414.

2 Vgl. Stein, George H., Geschichte der Waffen-SS, Düsseldorf 1999 S. V.

3 Vgl. Stein, Krosby (s. Anm. 1), 1966, S. 414.

4 Vgl. Stein (s. Anm. 2), 1999, S. XII.

5 Wegner, Bernd, Hitlers Politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933-1945, Paderborn 1997, S. 124-127.

6 Vgl. Aufzeichnung von SS-Standartenführer Dahm vom 21. 5. 1941, „Bericht über die Untersuchung bis zum 20. Mai 1941", Deutsche Gesandtschaft Helsinki, „Berichte", Bd. 6/2, a. a. O., 6440/H 067216-17, gesehen in: Stein, Krosby (s. Anm. 1), 1966, S. 441.

7 Höhne, Heinz, Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS, München 2008, S. 12.

8 Vgl. Stein, Krosby (s. Anm. 1), 1966, S. 416.

9 Vgl. Stein, Krosby (s. Anm. 1), 1966, S. 417.

10 Vgl. Stein, Krosby (s. Anm. 1), 1966, S. 417.

11 Schreiben von SS-Brigadeführer Berger an den RFSS vom 26.02.1941, „Betr.: Besprechung mit dem Gesandten Lutter [sic] im Auswärtigen Amt", Tgb. Nr. 104/41, Geheim, RFSS/T-175, 2654997-99, gesehen in: Stein, Krosby (s. Anm. 1), 1966, S. 418.

12 Stein, Krosby (s. Anm. 1), 1966, S. 419.

13 Schreiben Bergers vom 26.02.1941 (s. Anm. 11), 110/2634999.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Finnland im Zweiten Weltkrieg
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V280612
ISBN (eBook)
9783656741954
ISBN (Buch)
9783656741879
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
finnische, freiwilligen-bataillon, waffen-ss
Arbeit zitieren
Max Pröbsting (Autor), 2014, Das Finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280612

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