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Dagobert Duck. Ein Kapitalist in Entengestalt?

Eine Figurenanalyse

Titel: Dagobert Duck. Ein Kapitalist in Entengestalt?

Hausarbeit , 2013 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Andreas Posch (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle. Ich bin Dagobert Duck, Großbankier, Großindustrieller, Großhändler. Kurz, bei mir können Sie alles kaufen.“ Mit diesen Worten stellt sich Dagobert Duck in einem Comic von Carl Barks selbst vor. Das Zitat zeigt, dass es sich bei Dagobert um einen Unternehmer handelt, der nahezu alle Möglichkeiten ausschöpft, um Geschäfte zu machen und sich dadurch zu bereichern. In seinem Streben nach kontinuierlicher Kapitalanhäufung und Gewinn entspricht er in vielerlei Hinsicht einem Bild des Kapitalisten. Da er auch die negative Eigenschaft besitzt, enorm geizig zu sein, wird die von ihm betriebene Form des Kapitalismus sehr kritisch gesehen. Eindeutig ist der größte Kritikpunkt am Kapitalismus selbst, dass er die Menschen ausbeutet.
Wie der Titel meiner Hausarbeit schon andeutet, stehe ich der allgemeinen Auffassung der meisten Comic-Leser, dass es sich bei Dagobert um eine Symbolfigur für den Kapitalismus handelt, kritisch gegenüber. Ein entscheidender Aspekt ist für mich dabei, dass Dagobert sein Geld durch harte Arbeit mit seinen eigenen Händen und zudem auf ehrliche Art und Weise selbst verdient hat. Dies widerspricht dem kapitalistischen Prinzip, aus Geld mehr Geld zu machen.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Dagobert imstande wäre, das System des Finanzkapitalismus in Gefahr zu bringen, falls er in unserer Gesellschaft existierte. Schließlich hortet er sein gesamtes Vermögen in seinem Geldspeicher und gibt es fast nie für etwas aus. Handelt es sich bei Dagobert also wirklich um einen stereotypischen Kapitalisten? Oder ist er vielleicht sogar ein „Feind“ dieses Wirtschaftssystems?
Für eine fundierte Beurteilung dieser Fragestellung ist es von Bedeutung, dass man die Lebensgeschichte von Dagobert Duck näher kennt und weiß, wie er überhaupt an das viele Geld gelangen konnte. Daher beziehe ich mich in dieser Arbeit auf die von Don Rosa geschriebene Biographie „Onkel Dagobert – Sein Leben, Seine Milliarden“, erstmals veröffentlicht im Jahre 1991, wobei Rosa Informationen innerhalb der Carl-Barks-Comics rekonstruiert und zu vollständigen Geschichten umwandelt. Ferner orientiere ich mich aber auch an der von Carl Barks verfassten Dagobert-Duck-Comicreihe sowie an einigen Ausgaben der Lustigen Taschenbücher, bei denen Dagobert häufig von italienischen Textern und Zeichnern interpretiert wird. Beim Vergleich der Geschichten von Barks, Don Rosa und den italienischen Fassungen werden gewisse Unterschiede [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Charakter Dagobert Ducks

2.1. Dagobert bei Carl Barks

2.2. Dagobert bei Don Rosa

2.3. Dagobert in italienischen Comics

3. Dagoberts Weg zum Reichtum

4. Ist Dagobert ein Kapitalist?

4.1. Dagobert, der Selfmade-Man

4.2. Dagoberts Bezug zum Geld

4.3. Dagoberts Geldhorten

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob Dagobert Duck unter Berücksichtigung seiner Charakterentwicklung und Biografie als klassischer Kapitalist eingestuft werden kann oder ob er aufgrund seiner spezifischen Einstellung zu Reichtum und Arbeit eher einen Gegenentwurf zu gängigen Wirtschaftsmodellen darstellt.

  • Analyse der verschiedenen künstlerischen Interpretationen der Figur Dagobert Duck (Barks, Rosa, italienische Zeichner).
  • Untersuchung von Dagoberts Aufstieg vom armen Jungen zum reichsten Erpel der Welt als "Selfmade-Man".
  • Psychologische und ökonomische Bewertung der Beziehung zwischen Dagobert und seinem Vermögen.
  • Kritische Reflexion des Begriffs "Kapitalist" in Abgrenzung zum spekulativen Finanzkapitalismus unserer Zeit.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Dagoberts Geldhorten auf den fiktiven Wirtschaftskreislauf.

Auszug aus dem Buch

4.2. Dagoberts Beziehung zum Geld

Um zu bewerten, ob Dagoberts Charakter dem eines typischen Kapitalisten entspricht, muss noch einmal verstärkt auf seine Beziehung zum Geld eingegangen werden. Diese ist bei allen Autoren sehr ähnlich beschrieben. Geld stellt das Wichtigste in Dagoberts Leben dar und ist gleichzeitig der Antriebsfaktor für sein gesamtes Handeln. Seine Liebe zum Geld zeigt sich nicht nur in seinem Drang, es ständig vermehren zu wollen, sondern auch in seiner Lieblingsbeschäftigung, die darin besteht, in seinen Talern und Kreuzern zu baden. Hierbei hat Dagobert Glücksgefühle, die den Lesern zeigen, dass auch er Bedürfnisse hat, die sich eben in diesem „sinnlich-haptischen Erlebnis“ äußern.

Grobian Gans sieht in diesem Ritual sogar eine sexuelle Komponente: „Die Berührung mit Münzmetall versetzt ihn offensichtlich in rasch zunehmende Erregung, bis er schließlich mit erigiertem Bürzel kopfüber hineinstürzt und zur Erfüllung gelangt.“

Was Dagobert darüber hinaus sicherlich von den allermeisten Finanzkapitalisten unserer Zeit unterscheidet, ist seine enorme affektive Wertschätzung für das Geld. Dabei geht es ihm nämlich überhaupt nicht um den materiellen Wert. Er besitzt weder teure Luxusgüter, noch möchte er seinen Reichtum anhand von Kleidung zum Ausdruck bringen. So erwarb er seinen roten Gehrock, den er stets trägt, bei einem Tauschgeschäft in Schottland und seinen Zylinder zum Sonderpreis in St. Petersburg, wobei er obendrein noch einen Gehstock kostenlos dazu erhielt.

Für Dagobert hat Geld also einen viel größeren symbolischen Wert. Es ist Symbol für seine Tüchtigkeit und gleichzeitig Erinnerung an seine großen Abenteuer, die ihn zum Reichtum führten. Jedes Geldstück stellt für ihn einen Teil seiner Lebensgeschichte dar und erfüllt ihn mit großem Stolz. Da Dagobert sich so stark mit seinen Talern identifizieren kann, schwelgt er oft in Erinnerungen und definiert sich somit häufig über seine vergangenen Taten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Kapitalismusbegriff und führt in die Fragestellung ein, inwieweit Dagobert Duck als Symbolfigur oder sogar Antagonist dieses Wirtschaftssystems zu sehen ist.

2. Der Charakter Dagobert Ducks: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung der Figur von Dagobert Duck durch die verschiedenen zeichnerischen Einflüsse von Carl Barks, Don Rosa und italienischen Comic-Autoren nach.

3. Dagoberts Weg zum Reichtum: Hier wird der biographische Werdegang Dagoberts beleuchtet, insbesondere sein Aufstieg durch harte Arbeit und Beständigkeit als Inbegriff des Selfmade-Millionärs.

4. Ist Dagobert ein Kapitalist?: Das Hauptkapitel analysiert das Verhältnis der Figur zu Arbeit, Geld und Besitz und stellt Dagobert als Gegenentwurf zum modernen spekulativen Finanzkapitalisten dar.

5. Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Dagobert Duck kein klassischer Kapitalist ist, sondern vielmehr als „gutes Gewissen“ interpretiert werden kann, das sich über Leistung statt über Spekulation definiert.

Schlüsselwörter

Dagobert Duck, Kapitalismus, Carl Barks, Don Rosa, Entenhausen, Reichtum, Selfmade-Man, Finanzkapitalismus, Geldhorten, Comic-Analyse, Wirtschaftsordnung, Sozialkritik, Comic-Literatur, Geldspeicher, Konsumverzicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Figur des Dagobert Duck und untersucht, ob diese aufgrund ihrer ökonomischen Handlungsweise und Charakterzüge tatsächlich als Kapitalist bezeichnet werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt Themen wie die psychologische Beziehung zum Geld, die Historie der Comic-Autoren und deren Einfluss auf das Dagobert-Bild sowie die ökonomische Einordnung seines Verhaltens im Vergleich zur Realwirtschaft ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Beurteilung der allgemeinen Auffassung, Dagobert sei eine reine Symbolfigur für Kapitalismus, und die Differenzierung zwischen Dagoberts Handeln und den Prinzipien des heutigen Finanzkapitalismus.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literatur- und inhaltsanalytische Methode angewandt, bei der primär auf Comic-Werke und Sekundärliteratur zu wirtschaftshistorischen und psychologischen Interpretationen der Figur zurückgegriffen wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Charakteranalyse, die Untersuchung des Reichtumsaufbaus sowie eine detaillierte Prüfung seiner Beziehung zum Geld und seiner Rolle als Kapitalist.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Dagobert Duck, Kapitalismus, Selfmade-Man, Geldhorten und Comic-Analyse zusammenfassen.

Wie unterscheidet sich der "italienische Dagobert" von dem von Don Rosa?

Der italienische Dagobert wirkt oft labiler, theatralischer und in seinen Methoden teilweise unehrlicher, während Don Rosa Dagobert als einen positiveren, abenteuerlustigen Helden mit "goldenem Herzen" zeichnet.

Warum bezeichnet der Autor Dagobert als das "gute Gewissen des Kapitalismus"?

Da Dagobert seinen Reichtum durch ehrliche, harte Arbeit erworben hat, keine Spekulationsgeschäfte tätigt und sein Geld eher als nostalgisches Symbol seiner Lebensgeschichte statt als reines Renditeobjekt betrachtet.

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Details

Titel
Dagobert Duck. Ein Kapitalist in Entengestalt?
Untertitel
Eine Figurenanalyse
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I)
Note
1,7
Autor
Andreas Posch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V280620
ISBN (eBook)
9783656740797
ISBN (Buch)
9783656740742
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dagobert Duck Entenhausen Kapitalismus Geld
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Posch (Autor:in), 2013, Dagobert Duck. Ein Kapitalist in Entengestalt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280620
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Leseprobe aus  22  Seiten
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