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Wahrnehmung und Erleben von Ängsten

Titel: Wahrnehmung und Erleben von Ängsten

Akademische Arbeit , 2002 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jonas Wetzel (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Deutlich vielgestaltiger, als sich einzelne diagnostizierbare Angststörungen darstellen, offenbaren sich die Facetten des Angstzustandes bzw. der Angstzustände als abgründige Leistung der Wahrnehmung. Hier fällt es schwer, Grenzen zu ziehen zwischen dem, was sich als krankhaft zeigt, im Sinne von klinisch-pathologischer Erscheinung und dem, was man mittels „gesundem Menschenverstand“ als übliche Reaktion auf eine Bedrohung zu begreifen meint. Die allgemein übliche Einteilung in „gesund“ und „krank“ erscheint hier hinfällig. Vielfältig und unterschiedlich demonstrieren die Gefühle der Angst ihre Existenz und verschleiern so manches Mal ihre Hintergründe, was uns als Betrachtende eine umfassende, vollständige Erklärungs- und Ursachensuche unmöglich macht. Das Nachvollziehen extremer Angstzustände fällt schwer, vor allem hier, wo immer die persönliche Bewertung und Erfahrung ähnlicher angsterzeugender Situationen nötig wird, um verstehen zu können, was sich bei den Betroffenen abspielt.

Aus dem Inhalt:

- Ängste als Belastung und Problem.
- Angst und Persönlichkeit.
- Angstentwicklung in der Lebensspanne.
- Angsterleben im Kontext von Kultur und Gesellschaft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Wahrnehmung und Erleben von Ängsten

2 Ängste als Belastung und Problem

2.1 Das Leiden an der Angst

2.2 Die Dimensionen von Ängsten

3 Angst und Persönlichkeit

3.1 Individuelle Disposition und Grundängste

3.2 Angstneigung : Angst und Ängstlichkeit

4. Angst als (anthropologische) Konstante

5. Angstentwicklung in der Lebensspanne

6. Angsterleben im Kontext von Kultur und Gesellschaft

6.1 Angst und Furcht im Mittelalter

6.2 Angst im Abendland

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der vielschichtigen Natur der Angst, wobei der Schwerpunkt auf der individuellen Erlebensebene sowie der Verknüpfung psychischer und struktureller Bedingungen liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Dimensionen der Ängste zu beobachten sind und wie sich das Angsterleben im Wechselspiel von persönlicher Disposition und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen manifestiert.

  • Die psychologische Differenzierung zwischen Angst, Angstneigung und Ängstlichkeit
  • Charaktertypen nach Fritz Riemann und deren spezifische Angstmotivationen
  • Die evolutionsbiologische Perspektive auf die Angst als anthropologische Konstante
  • Die Entwicklung von Angstemotionen über die Lebensspanne hinweg
  • Kulturelle Einflüsse und der Wandel der Angsterzeugung in der abendländischen Geschichte

Auszug aus dem Buch

3.1 Individuelle Disposition und Grundängste

Angst ist, wie Fritz Riemann betont, ein unvermeidlicher Lebensbegleiter, von der Geburt bis zum Tode. Seit jeher sei der Mensch bestrebt, sie zu binden, zu bewältigen oder zu vermindern. Allen Bestrebungen in der Menschheitsgeschichte zuwider, scheint sie unserer Existenz zugehörig und ein Spiegelbild unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit zu sein. Die Angstprägung und der Bezug zu „Angstobjekten“ ist allerdings auch an kulturelle Muster geknüpft, an Wissen und Erfahrungen, so hat man heute auch kaum mehr direkte Angst vor Sonnen- und Mondfinsternissen und ähnlichem, hingegen aber Ängste vor neuen Krankheiten, vor Alter und Einsamkeit.

Angst tritt dort und dann auf, wenn wir einer konkreten Situation nicht gewachsen sind. Es gibt aber auch völlig entwicklungstypische Ängste, die ein gesunder Mensch durchsteht und an deren Bezwingung er wächst. Daneben bestehen eben auch Unmengen individueller Ängste, die ein Mensch oftmals bei einem anderen nicht nachvollziehen kann, weil er anders „geprägt“ wurde, so etwa eine Angst vor Menschenansammlungen, eine Spinnen- oder Mäusephobie.

Riemann kategorisiert „Varianten ganz bestimmter Ängste“, welche er die „Grundformen der Angst“ bezeichnet.(ebd.10) Analog zu den Kräften, die die Erde im Gleichgewicht des Alls halten (Rotation: „Eigendrehung“, Revolution: „Umwälzung“, Schwerkraft und Fliehkraft), also verschiedene zusammenwirkende Kräfte, gibt es Entsprechungen im seelischen Erleben, die ebenfalls in diesen von Riemann postulierten Grundformen der Angst auftreten.

Nach Riemann sind alle möglichen Ängste bestimmten Grundtypen zuzuordnen und hängen mit den vier entsprechenden Grundimpulsen des Menschen zusammen, wie Selbstbewahrung und Absonderung als Äquivalent zur Selbsthingabe und Zugehörigkeit, ebenso das Streben nach Bestand mit dem Gegenstreben nach Wandlung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wahrnehmung und Erleben von Ängsten: Dieses Kapitel führt in die Komplexität der Angst ein, indem es die Grenze zwischen „gesund“ und „krank“ infrage stellt und den modernen Individualismus als Verstärker von Stress und Angst thematisiert.

2 Ängste als Belastung und Problem: Hier wird analysiert, wie Menschen mit Bedrohungen umgehen, wobei die Gefahren von Verdrängung und die körperliche Symptomatik generalisierter Angststörungen im Fokus stehen.

3 Angst und Persönlichkeit: Dieses Kapitel erläutert die Verbindung zwischen individuellen Charakterstrukturen und spezifischen Ängsten, insbesondere basierend auf der Theorie der vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann.

4. Angst als (anthropologische) Konstante: Die biologische und evolutionspsychologische Basis der Angst wird beleuchtet, um aufzuzeigen, welche Angstformen angeboren sind und welche eine Funktion zur Überlebenssicherung erfüllen.

5. Angstentwicklung in der Lebensspanne: Hier wird die ontogenetische Entwicklung der Angst vom Kleinkindalter bis ins Erwachsenenalter betrachtet, inklusive der Bedeutung von Bindung und Umwelteinflüssen.

6. Angsterleben im Kontext von Kultur und Gesellschaft: Das Kapitel vergleicht interkulturelle Unterschiede im Angstempfinden und zeichnet die historische Entwicklung des Angsterlebens im Mittelalter sowie im Abendland nach.

Schlüsselwörter

Angst, Ängstlichkeit, Angsterleben, Persönlichkeitsentwicklung, Fritz Riemann, Grundängste, Stress, Angststörung, Realangst, Neurotische Angst, Kultur, Gesellschaft, Abwehrmechanismen, Psychische Gesundheit, Angstbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Phänomen Angst nicht nur als klinisches Symptom, sondern als tief im menschlichen Dasein verwurzelte Erfahrung, die durch individuelle psychische Dispositionen sowie kulturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen geprägt wird.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die psychologische Differenzierung von Angstzuständen, die Bedeutung der Persönlichkeitsstruktur für das Angsterleben sowie die historische und kulturelle Dimension kollektiver Ängste.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die unterschiedlichen Ausprägungen der Angst zu entwickeln und aufzuzeigen, wie diese im Wechselspiel zwischen Individuum und Umwelt entstehen und bewältigt werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf tiefenpsychologische Ansätze, insbesondere die Typologie von Fritz Riemann, sowie auf kulturhistorische Analysen und verhaltensbiologische Erkenntnisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Persönlichkeitsstrukturen (Riemann), die evolutionäre Konstanz der Angst, deren Entwicklung über die Lebensspanne und schließlich die gesellschaftliche Konstruktion und Instrumentalisierung von Angst in Geschichte und Gegenwart.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören die Unterscheidung von „Angst“ und „Ängstlichkeit“, die „Grundformen der Angst“, die „Angstpersönlichkeit“ und der Einfluss von „Kultur und Gesellschaft“ auf die Wahrnehmung von Bedrohung.

Wie erklärt Riemann die verschiedenen Angsttypen?

Riemann klassifiziert Menschen basierend auf ihren frühkindlichen Prägungen und Grundimpulsen in vier Haupttypen: schizoide, depressive, zwanghafte und hysterische Persönlichkeiten, denen jeweils spezifische Angstmotivationen zugeordnet sind.

Welche Rolle spielt die Kirche historisch bei der Angstentstehung?

Historisch gesehen instrumentalisierte die Institution Kirche die Angst vor Strafe und dem Teufel als Mittel zur sozialen Disziplinierung und Herrschaftssicherung, wobei sie gleichzeitig Rituale zur Angstbindung anbot.

Warum betont der Autor die Bedeutung des kulturellen Kontexts?

Der Autor zeigt auf, dass das, was als bedrohlich wahrgenommen wird, stark vom kulturellen Umfeld abhängt – während etwa in westlichen Gesellschaften Zukunfts- und Verlustängste dominieren, können in anderen Kontexten ganz andere Prioritäten der Angst existieren.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wahrnehmung und Erleben von Ängsten
Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Note
1,3
Autor
Jonas Wetzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
29
Katalognummer
V280706
ISBN (eBook)
9783656739869
ISBN (Buch)
9783668137615
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wahrnehmung erleben ängsten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonas Wetzel (Autor:in), 2002, Wahrnehmung und Erleben von Ängsten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280706
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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