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Die Provenienz der geistigen und der sinnhaften Lust nach Thomas von Aquin

Die Lust der Quaestio 31, Artikel 3 und 4, sowie Quaestio 32. Artikel 1 bis 4 aus der 'Summa Theologica'

Title: Die Provenienz der geistigen und der sinnhaften Lust nach Thomas von Aquin

Seminar Paper , 2013 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dorothee Stauche (Author)

Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500-1350)
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"Alle Dinge werden zu einer Quelle der Lust, wenn man sie liebt." Dieses bekannte Zitat von Thomas von Aquin bildet einen geeigneten Einstieg für das Thema dieser Abhandlung. Sie beschäftigt sich zunächst mit der Differenzierung von Lust und Freude. Im Weiteren wird hinterfragt, ob es Lust im geistigen Strebevermögen gibt. Abschließend werden verschiedene Ursachen von Lust und Freude betrachtet. Da es den Rahmen dieser Arbeit zu weit ausdehnen würde, werden lediglich die ersten vier Artikel der Quaestio 32, auf ihre Lustursachen untersucht. Genauer werden hierbei die Tätigkeit, die Bewegung, die Hoffnung und die Erinnerung, aber auch die Traurigkeit im Fokus der Aufmerksamkeit gestellt.
Bevor jedoch der Hauptteil beginnen kann, ist es notwendig etwas zum Allgemeinen Aufbau des zu Rate gezogenen Werkes, der Summa Theologica, von dem heiligen Thomas von Aquin zu sagen. Die Summa Theologica wird zunächst in drei große Hauptbücher untergliedert, wobei das erste Buch die philosophisch- theologischen Gotteslehre, der zweite mit der Morallehre und der letzte die Christologie abhandelt. Alle Abschnitte werden in Quaestios unterteilt und diese wiederum in einzelne Artikel. Die Quaestios 31 und 32, welche die Lust an sich und ihre Ursachen behandeln, sind im zweiten Teil der Summa Theologica zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die übersinnliche Freude der Engel und die sinnliche Lust der Tiere

2.1 Die Distinktion zwischen Lust und Freude

2.2 Die Lust im übersinnlichen Strebevermögen als Weg zu Gott

3. Die Agenzien der Lust in Bezug auf die Artikel 1 bis 4 der Quaestio 32

3.1 Die Tätigkeit und die Bewegung als Voraussetzung für Lust

3.2 Die Lust entsprungen aus Hoffnung und Erinnerung

3.3 Die Traurigkeit als Grundlage der Lust

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Konzeption von Lust und Freude bei Thomas von Aquin, basierend auf ausgewählten Abschnitten der Summa Theologica, um die Differenzierung zwischen sinnlichen und übersinnlichen Strebevermögen sowie deren jeweilige Ursachen zu klären.

  • Differenzierung von Lust und Freude im thomasischen Denken
  • Existenz und Rolle der Lust im geistigen Strebevermögen
  • Analyse der Lustursachen: Tätigkeit, Bewegung, Hoffnung und Erinnerung
  • Die paradoxe Funktion der Traurigkeit als mögliche Grundlage der Lust

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Tätigkeit und die Bewegung als Voraussetzung für Lust

Wie ein jedes so benötigt auch die Lust einen Anfangspunkt, etwas das sie auslöst. Dieser Abschnitt der Ausarbeitung befasst sich deshalb mit den beiden ersten Artikel der Quaestio 32. Hierbei werden die Tätigkeit und die Bewegung auf ihre verursachende Wirkung zur Lust untersucht. Zunächst wird die Tätigkeit näher betrachtet.

Der erste Artikel der Quaestio 32 beginnt wie seine Vorgänger mit den drei Antithesen. Die erste besagt, dass die zur Tätigkeit gehörenden, erkennbaren Gegenstände noch vor der eigentlichen entstehen. Die Lust benötigt aber diese Erkenntnis, um werden zu können. Deshalb zählt die Tätigkeit nicht zu ihren Ursachen. Aber auch die Gegenstände der Tätigkeiten bringen nur dann Lust, wenn sich eine Wahrnehmung dieser, durch z.b. geistiger Erkenntnis oder körperlichen Sehens, vollzieht. Diese Wahrnehmung unabhängig von ihrer Art wiederum, ist eine Tätigkeit. Also ist eine Ursache der Lust doch die Tätigkeit. Allerdings wird Lust erst im erreichten Gut, also dem Ziel empfunden. Zudem ist in nur wenigen Fällen der Weg das Ziel. Darum kann Lust nicht in der Tätigkeit fußen.

Da ein lustvolles Ergebnis nur durch Tätigkeit erzielt werden kann, ist diese auch die Ursache von der Lust, welche im Erreichten vorherrscht. Daraus ist zu schlussfolgern, dass die Menschen ohne Tätigkeit auch keine Lust oder Freude entwickeln können, weil diese auf das Tätigsein zurück gehen. Das letzte Gegenargument, das es gilt zu widerlegen, besteht darin, dass Lust durch die sinkende Intensität von Tätigkeit ausgelöst wird, nicht aber durch diese selbst. Demnach ist die Lust vielmehr eine Folge von Ruhe und weniger von Tätigkeit. Jedoch kann auch mit der Tätigkeit eine gewisse Lust einhergehen, solange sich diese in einem angemessenen Umfang vollzieht und nicht die menschlichen Kräfte überschreitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Differenzierung von Lust und Freude bei Thomas von Aquin ein und legt den Fokus auf die Untersuchung der Lustursachen in der Summa Theologica.

2. Die übersinnliche Freude der Engel und die sinnliche Lust der Tiere: Hier wird die begriffliche Trennung von Lust als sinnlichem Begehren und Freude als vernunftgemäßem Streben erläutert.

2.1 Die Distinktion zwischen Lust und Freude: Das Kapitel arbeitet heraus, dass Freude im Gegensatz zur Lust nicht an sinnliche Objekte gebunden ist, sondern im geistigen Strebevermögen wurzelt.

2.2 Die Lust im übersinnlichen Strebevermögen als Weg zu Gott: Es wird erörtert, wie Freude als "geistige Lust" dem Menschen den Zugang zu einer übersinnlichen Erkenntnis Gottes ermöglicht.

3. Die Agenzien der Lust in Bezug auf die Artikel 1 bis 4 der Quaestio 32: Dieser Abschnitt widmet sich den konkreten Faktoren, die Lust hervorrufen, insbesondere den Tätigkeiten und Bewegungen.

3.1 Die Tätigkeit und die Bewegung als Voraussetzung für Lust: Die Untersuchung zeigt, dass Tätigkeit eine notwendige Bedingung für das Erreichen eines Gutes und somit für das Entstehen von Lust ist.

3.2 Die Lust entsprungen aus Hoffnung und Erinnerung: Hier wird analysiert, inwiefern vergangene oder zukünftige Bezüge zu einem Gut Lust oder Freude induzieren können.

3.3 Die Traurigkeit als Grundlage der Lust: Das Kapitel beleuchtet Ausnahmesituationen, in denen die Erinnerung an vergangene Trauer oder deren Überwindung eine neue Lust generieren kann.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert die Unterscheidung zwischen der sinnlichen Lust und der vernunftbasierten Freude und unterstreicht deren Bedeutung für das menschliche Streben nach dem höchsten Gut.

Schlüsselwörter

Thomas von Aquin, Summa Theologica, Lust, Freude, Strebevermögen, Vernunft, Tätigkeit, Bewegung, Hoffnung, Erinnerung, Traurigkeit, Leidenschaft, Erkenntnis, Gott, Mittelalterliche Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Theorie der Affekte, spezifisch mit der "Lust", basierend auf den Schriften des Thomas von Aquin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die begriffliche Abgrenzung von Lust und Freude sowie die Untersuchung der Ursachen, die zu diesen Gefühlszuständen führen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Analyse der Quaestio 31 und 32 der Summa Theologica zu klären, wie Lust und Freude definiert sind und wodurch sie ausgelöst werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenanalytische Untersuchung, die das Werk von Thomas von Aquin unter Einbeziehung von Sekundärliteratur systematisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Distinktion zwischen Lust und Freude, die Bedeutung des geistigen Strebevermögens sowie spezifische Ursachen wie Tätigkeit, Hoffnung, Erinnerung und Traurigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Thomas von Aquin, Lust, Freude, Leidenschaften, Strebevermögen und Erkenntnis.

Warum unterscheidet Thomas von Aquin zwischen Lust und Freude?

Er unterscheidet sie, um die sinnliche Ebene des Begehrens, die wir mit Tieren teilen, von der geistigen Ebene abzugrenzen, die dem Menschen als vernunftbegabtem Wesen eigen ist.

Inwiefern kann Traurigkeit zur Lust führen?

Obwohl Traurigkeit meist Gegenspieler der Lust ist, kann sie in Ausnahmefällen Lust induzieren, etwa wenn durch das Gedenken an vergangene Trauer das Überwinden eines Übels oder eine gewonnene Erkenntnis bewusst wird.

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Details

Title
Die Provenienz der geistigen und der sinnhaften Lust nach Thomas von Aquin
Subtitle
Die Lust der Quaestio 31, Artikel 3 und 4, sowie Quaestio 32. Artikel 1 bis 4 aus der 'Summa Theologica'
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Philosophisches Seminar)
Course
Emotionen – Die Theorie der Affekte in der mittelalterlichen Philosophie
Grade
1,0
Author
Dorothee Stauche (Author)
Publication Year
2013
Pages
11
Catalog Number
V280719
ISBN (eBook)
9783656746140
ISBN (Book)
9783656746126
Language
German
Tags
Thomas von Aquin Lust Freude Summa Theologica
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dorothee Stauche (Author), 2013, Die Provenienz der geistigen und der sinnhaften Lust nach Thomas von Aquin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280719
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