Einleitung
Die zunehmende Internationalisierung der Kapitalmärkte und die daraus resultierende Notwendigkeit einer international vergleichbaren Rechnungslegung beeinflusst auch immer mehr die deutschen Rechnungslegungsnormen. Immer mehr deutsche Unternehmen machen von der Konzernöffnungsklausel des § 292a HGB, welcher börsennotierten Mutterunternehmen den befreienden Konzernabschluss nach den international anerkannten Rechnungslegungslegungsstandards US-GAAP und IAS erlaubt, Gebrauch. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Behandlung latenter Steuern nach dem deutschen Handelsgesetzbuch und zeigt im Anschluss daran die wesentlichen Unterschiede zwischen diesem und der Behandlung von „deferred taxes“ nach US-GAAP auf. Abschließend werden die herausgearbeiteten Unterschiede nochmals zusammengefasst und hinsichtlich ihrer Aussagefähigkeit für Gläubiger und Investoren untersucht und beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
1 Relevanz ausländischer Rechnungslegung
2 Grundsätzliche, strukturelle Unterschied
2.1 United Staates Generall Accounting Principles (US-GAAP)
2.2 Handelsgesetzbuch
3 Grundprinzipien der Rechnungslegung
II Theoretische Grundlagen
1 Konzepte zur Abgrenzung
1.1 Timing – Konzept
1.2 Temporary – Konzept
2 Methoden zur Ermittlung der Abgrenzungsposte
2.1 Deferred – Methode
2.2 Liability – Methode
2.3 Net – of – Tax – Methode
2.4 Deferred- und Liability – Methode – Zahlenbeispiel
3 Verfahren zur Erfassung und Bewertung latenter Steuerposten
3.1 Brutto – Methode (gross change method)
3.2 Netto – Methode (net change method)
III Latente Steuern nach Handelsgesetzbuch
1 Definition
2 Entstehung auf der Ebene des Einzelabschlusses
2.1 Inhalt des § 274 HGB
2.2 Beispiele zur Entstehung von latenten Steuern
2.3 Ausweis im Einzelabschluss
2.4 Verlustverrechnung
2.4.1 Verlustrücktrag
2.4.2 Verlustvortrag
3 Entstehung auf der Ebene der Handelsbilanz II
4 Entstehung auf der Konzernabschlussebene
4.1 Inhalt des § 306 HGB
4.2 Entstehung durch Konsolidierungsmaßnahmen
4.3 Zusammenfassung Entstehung latenter Steuern nach HGB
4.4 Bewertung latenter Steuern
4.5 Ausweis im Konzernabschluss
IV Deferred Taxes nach US – GAAP
1 Definition
2 Entstehung auf Ebene des Einzelabschlusses
2.1 Inhalt SFAS no. 109
2.2 Beispiele zur Entstehung von Deferred Taxes
2.3 Ausweis im Einzelabschlusses
2.4 Verlustverrechnung
2.4.1 Verlustrücktrag ( loss carryback)
2.4.2 Verlustvortrag (loss carryforward)
3 Entstehung auf Ebene der Handelsbilanz II
4 Entstehung auf Ebene des Konzernabschlusses
V Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die Behandlung latenter Steuern im deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und vergleicht diese mit den Regelungen für „deferred taxes“ nach US-GAAP, um die Aussagefähigkeit dieser Informationen für Investoren und Gläubiger zu beurteilen.
- Methodische Grundlagen der Steuerabgrenzung (Timing- vs. Temporary-Konzept)
- Regelungen zur Steuerabgrenzung nach HGB (Einzel- und Konzernabschluss)
- Regelungen zur Steuerabgrenzung nach US-GAAP (SFAS no. 109)
- Bewertungsverfahren für latente Steuern
- Vergleich der Zielsetzungen: Gläubigerschutz nach HGB vs. Informationsfunktion nach US-GAAP
Auszug aus dem Buch
1.1 Timing – Konzept
Nach dem Timing-Konzept werden „nur diejenigen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede (...) in die Steuerabgrenzung einbezogen, die sich sowohl bei ihrer Entstehung als auch bei ihrer Umkehrung in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen“. Daraus folgt, dass erfolgsneutrale Bewertungsvorgänge z.B. Wertaufholung im abnutzbaren Anlagevermögen, nicht zu einer Steuerabgrenzung führen, obwohl sich in späteren Perioden höhere Abschreibungsbeträge in der GuV niederschlagen.
Das Timing-Konzept unterscheidet zwischen zeitlich unbegrenzten Differenzen (permanent differences) und zeitlich begrenzten Differenzen (timing differences). Bei zeitlich unbegrenzten Differenzen handelt es sich um Ergebnisunterschiede, die sich in späteren Perioden nicht wieder ausgleichen, da sie lediglich in einem der beiden Jahresabschlüsse erfasst werden, z.B. steuerfreie Erträge oder steuerrechtlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben. Für diese Art von Differenzen besteht ein Steuerabgrenzungsverbot.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Arbeit führt in die zunehmende Internationalisierung der Rechnungslegung ein und stellt das Ziel auf, latente Steuern nach HGB und US-GAAP zu vergleichen.
II Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die konzeptionellen Ansätze zur Steuerabgrenzung sowie die methodischen Verfahren zur Erfassung und Bewertung.
III Latente Steuern nach Handelsgesetzbuch: Es wird die Entstehung latenter Steuern im HGB-Einzel- und Konzernabschluss sowie die Behandlung von Verlustverrechnungen dargelegt.
IV Deferred Taxes nach US – GAAP: Hier wird der Standard SFAS no. 109 analysiert und die Handhabung von deferred taxes im amerikanischen Rechnungslegungssystem beschrieben.
V Zusammenfassung und Fazit: Die wesentlichen Unterschiede werden tabellarisch gegenübergestellt und abschließend bewertet.
Schlüsselwörter
Latente Steuern, Deferred Taxes, HGB, US-GAAP, Rechnungslegung, Steuerabgrenzung, Timing-Konzept, Temporary-Konzept, Liability-Methode, Verlustvortrag, Gläubigerschutz, Konzernabschluss, Bilanzierung, SFAS no. 109, Investoreninformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Behandlung latenter Steuern und deren Unterschiede zwischen dem deutschen Handelsgesetzbuch und den US-amerikanischen Rechnungslegungsstandards (US-GAAP).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Konzepte der Steuerabgrenzung, die gesetzliche Umsetzung im HGB sowie die spezifische Ausgestaltung nach SFAS no. 109 unter US-GAAP.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Steuerabgrenzung herauszuarbeiten und deren Bedeutung für die Aussagekraft von Jahresabschlüssen gegenüber Gläubigern und Investoren zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich von Rechnungslegungsvorschriften sowie deren Anwendung auf verschiedene Fallkonstellationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die spezifische Analyse des HGB-Bilanzrechts, die Darstellung der US-GAAP-Regelungen und die Konsolidierungsproblematiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie latente Steuern, Timing-Konzept, Temporary-Konzept, HGB, US-GAAP und Bilanzierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei Steuersatzänderungen zwischen HGB und US-GAAP?
Die Liability-Methode (primär unter US-GAAP) erfordert bei Steuersatzänderungen eine Anpassung, während dies unter HGB-Ansätzen nach der Deferred-Methode oft nicht vorgesehen ist.
Warum ist eine Bilanzierung nach US-GAAP für international tätige Unternehmen relevant?
Aufgrund des Bedarfs an internationaler Vergleichbarkeit und dem Wunsch, Investoren entscheidungsrelevante Informationen zu liefern, ist die Annäherung an US-GAAP für global agierende Unternehmen unumgänglich.
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- Marijan Vlainic (Author), 2003, Deferred Taxes / Latente Steuern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28071