Diese Schrift veröffentlichen wir, um eine jahrzehntelange Diskussion über die Dachauer Altstadt zusammenzufassen, anzustoßen und wieder voranzubringen. Insofern sind die Ideen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte nochmals aufgegriffen worden unabhängig davon, ob sie in der Vergangenheit in die Realität umgesetzt wurden. Versäumte Gelegenheiten kommen selten wieder, vor allem, wenn sie vergessen sind. Diese Zusammenfassung musste dennoch auch einmal geschrieben werden. Wir haben mit ersten Texten im Jahr 2008 damit angefangen. Beenden darf man diese Entwicklung von Plänen, Ideen, Vorschlägen und Anträgen, bitte auch Visionen nie.
Als Kontrapunkt ist eine Reihe von Künstlergrafiken in den Text eingestreut. Auf die Bildbände des früheren Oberbürgermeisters Lorenz Reitmeier soll hier nur hingewiesen werden. Sie zeigen die hohe historische Qualität der Dachauer Altstadt, die es zu erhalten und zu entwickeln gilt. Aber eine Vergangenheit ohne Zukunft ist leer.
Als Anhang findet sich eine lange Liste von Veröffentlichungen der unterschiedlichsten Provenienz über Dachau und seine Altstadt; sie erschienen über Jahrzehnte hinweg. Die Schriften erhielten eine große Zahl von vergessenen Vorschlägen zur Altstadtentwicklung und kulturellen Ideenbündel. Auf eine wissenschaftlich exakte Zitation wurde verzichtet; sie bringt keine neuen Erkenntnisse. Sinn der Schrift ist, die politische Debatte in Dachau anzuregen, aber zu helfen auch in anderen Städten in ähnlicher Problemlage Parallelideen zu entwickeln. Die Diskussion um die Dachauer Altstadt ist mit der städtischen Untersuchung „Stadt Dachau - Vorbereitende Untersuchungen zur Sanierung des Stadtkerns“ von 1991 nahezu eingetrocknet. Wiederbelebung steht an!
Inhaltsverzeichnis
1.Teil: Die Entwicklung der Dachauer Altstadt
Die großen Trends
Wirtschaftliches Nutzungskonzept Dachauer Altstadt
6 Thesen zur Altstadtentwicklung:
a. Wohnviertel
b. Gastronomie und Nahtourismus
c. Kultur
d. Spezialeinzelhändler und Dienstleister
e. Akzessibilität
f. Stadtmarketing
2. Teil: Die Dachauer Unterwelt
Subterrane Gastronomie in Dachau
Informationen zu den Dachauer Bierkellern
Führung „Luja und Prost“
Beschreibung der Dachauer Kellerwelt
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das primäre Ziel, eine jahrzehntelange politische und planerische Diskussion über die Zukunft der Dachauer Altstadt zusammenzufassen und neue Impulse für ihre Erhaltung und wirtschaftliche Belebung zu setzen. Die Autoren untersuchen die Altstadt aus ökonomischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive, um Strategien für eine zukunftsfähige Entwicklung zu identifizieren.
- Historische und strukturelle Analyse der Entwicklung der Dachauer Altstadt.
- Entwicklung eines Nutzungskonzepts unter Berücksichtigung von Wohnen, Kultur und Gastronomie.
- Untersuchung des Potenzials der "Dachauer Unterwelt" als touristisches Alleinstellungsmerkmal.
- Diskussion über Verkehrskonzepte und moderne Stadtmarketing-Ansätze zur Stärkung des Standorts.
Auszug aus dem Buch
These 1: Wohnviertel
Die Dachauer Altstadt ist als Wohnviertel zu entwickeln. Dazu gehören Renovierung, Erneuerung und Neubau der zum Teil überalterten und wertlosen Bausubstanz. Zu bevorzugen ist der Neubau von Häusern in geschlossener Bauweise, um den urbanen Charakter zu betonen. Auch die Erweiterung der Altstadt sollte aus diesem Grund in geschlossener Bauweise erfolgen. Das bedeutet auch, dass von der Bauweise E + 1 zu einer Aufstockung E + 2 oder E + 3 bei Neubauten übergegangen wird. Ein positives Beispiel ist der Schermhof am Ende der Konrad Adenauer-Straße. Er benötigt ein Gegenstück zum Abschluss des Quartiers. Ähnliches geschah auch in der Mittermayerstraße, die ursprünglich und weitgehend nur typische Dachauer Häuschen mit einem Erdgeschoss oder E + 1 umfasste. Das restriktive Verhalten des Bauausschusses des Stadtrats ist der Entwicklung nicht angemessen. Der untere Teil der Augsburger Straße, der außerhalb des ehemaligen Markttores liegt (abgerissen 1891), ist in städtischer Bauweise errichtet worden. Er fügt sich nahtlos an den historischen Teil der Altstadt innerhalb der Tore an.
Der nicht realisierte und genehmigte Plan der Altstadtkrone bergseits an der Konrad-Adenauer Straße außerhalb des ehemaligen Freisinger Tores (abgerissen 1862) sah eine typische Vorstadtbebauung mit Abstandsflächen in Gärten und Einfahrten vor. Er wurde zwar nicht vom Stadtrat beschlossen und auch nicht realisiert, ist aber auch nicht dezidiert abgelehnt worden. Da die Bevölkerung Dachaus im Einzugsbereich Münchens unaufhaltsam wächst, ist eine Erweiterung der Altstadt in urbaner Bauweise angemessen, auch um den übermäßigen Flächenverbrauch einzudämmen. Eine wachsende Stadt braucht ein wachsendes Stadtzentrum.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Teil: Die Entwicklung der Dachauer Altstadt: Analysiert aktuelle demografische Trends und entwirft ein städtebauliches Nutzungskonzept, das durch sechs Thesen zu den Bereichen Wohnen, Gastronomie, Kultur, Handel, Erreichbarkeit und Marketing konkretisiert wird.
2. Teil: Die Dachauer Unterwelt: Dokumentiert das historisch gewachsene, jedoch weitgehend in Vergessenheit geratene System unterirdischer Keller und Gänge und untersucht deren Potenzial für eine touristische Nutzung als "Erlebnisgastronomie".
3. Teil: Literatur- und Studienverzeichnis: Bietet eine umfangreiche Zusammenstellung relevanter Quellen, Schriften und Dokumentationen, die als Grundlage für die vorliegende kommunale Studie dienen.
Schlüsselwörter
Dachau, Altstadt, Stadtentwicklung, Demografie, Wirtschaftsförderung, Gastronomie, Nahtourismus, Denkmalschutz, Unterwelt, Bierkeller, Wohnviertel, Einzelhandel, Stadtmarketing, Infrastruktur, Historische Bausubstanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Schrift analysiert die historische und wirtschaftliche Situation der Dachauer Altstadt und entwickelt Vorschläge für deren zukunftsfähige Gestaltung und Belebung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Altstadtentwicklung, der touristischen Erschließung der unterirdischen Gewölbe sowie der Verbesserung von Wohnqualität und wirtschaftlicher Attraktivität.
Was ist das primäre Ziel der Autoren?
Ziel ist es, die politische und gesellschaftliche Debatte über die Zukunft der Altstadt wieder zu beleben und konkrete, umsetzbare Strategien für eine Stärkung des Standorts anzubieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine sozialwissenschaftliche und ökonomische Analyse, ergänzt durch eine detaillierte Dokumentation des Kellersystems und eine Auswertung bestehender Stadtentwicklungspläne und Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der "großen Trends" für die Altstadt, die Präsentation von sechs Thesen zur Stadtentwicklung sowie eine detaillierte Bestandsaufnahme der "Dachauer Unterwelt".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stadtentwicklung, Altstadt, Dachauer Unterwelt, Wirtschaftsförderung und Nahtourismus definieren.
Wie bewerten die Autoren die touristische Nutzung der Unterwelt?
Sie sehen darin ein großes Potenzial, das jedoch mit Herausforderungen hinsichtlich Brandschutz, Kosten und technischer Umsetzbarkeit verbunden ist und als origineller Teil einer umfassenden Altstadt-Strategie betrachtet werden sollte.
Welche Rolle spielt die ehemalige Papierfabrik für die Altstadt?
Das Gelände wird als eine große kommunale Herausforderung gesehen, deren Bebauung langfristig zur Entlastung und Stärkung der Altstadt beitragen könnte, wobei die Altlastensanierung das kritische Nadelöhr darstellt.
- Arbeit zitieren
- Dr. Edgar Alexander Forster (Autor:in), M. Sc. Sebastian Dominik Leiß (Autor:in), 2014, Dachaus Altstadt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280735