Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Die Konzeption der Lulufigur im „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“

„Und in welchem Weib hat die Natur je mit gewaltigeren Mitteln gekämpft!“

Titel: Die Konzeption der Lulufigur im „Erdgeist“ und  „Die Büchse der Pandora“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 29 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Dario Corradini (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Inhaltsverzeichnis
1 Symbolische Motive vom Ursprung des Bösen
1.1 Der Erdgeist
1.2 Die Schlange
1.3 Die Büchse der Pandora
2 Lulu, Urheberin des Bösen?
3 Lulu als reines Instinktwesen?
4 Lulu als zivilisierte Person?
5 Lulu als Femme fatale?
6 Lulu als leere Projektionsfläche?
6.1 Medizinalrat Dr. Goll
6.2 Der Maler Walter Schwarz
6.3 Dr. Ludwig Schön
7. „Gibt es etwas Traurigeres auf dieser Welt als ein Freudenmädchen!“
8. Schlussfolgerungen
9. Literaturverzeichnis

„Die bekannteste Femme fatale- Gestalt der deutschen Literatur des Fin de siècle heißt Lulu“ . Als eine solche ist die Lulu Frank Wedekinds für fast ein ganzes Jahrhundert in die Literaturgeschichte eingegangen. Für den gleichen Zeitraum gilt, dass die Urkonzeption der Tragödie - mit einer anderen Version der Lulu, unterdrückt wurde. Erst mit der Erstveröffentlichung der Urfassung „Die Büchse der Pandora - Eine Monstretragödie“ tritt der ursprüngliche Charakter ins Rampenlicht und vor die Literaturkritik. Dies war die Initialzündung für eine erneute intensive Beschäftigung mit der Lulu-Thematik, aus einem anderen Blickwinkel. Die Interpretation als „böse“ Femme fatale, wird vor den neuen Erkenntnissen fragwürdig.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Symbolische Motive vom Ursprung des Bösen

1.1 Der Erdgeist

1.2 Die Schlange

1.3 Die Büchse der Pandora

2. Lulu, Urheberin des Bösen?

3. Lulu als reines Instinktwesen?

4. Lulu als zivilisierte Person?

5. Lulu als Femme fatale?

6. Lulu als leere Projektionsfläche?

6.1 Medizinalrat Dr. Goll

6.2 Der Maler Walter Schwarz

6.3 Dr. Ludwig Schön

7. „Gibt es etwas Traurigeres auf dieser Welt als ein Freudenmädchen!“

8. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion der Lulu-Figur in Frank Wedekinds Dramen „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“, um die verbreitete Interpretation der Protagonistin als „böse“ Femme fatale kritisch zu hinterfragen und zu widerlegen.

  • Analyse mythologischer Symbole (Erdgeist, Schlange, Pandora) als Ursprung des Bösen.
  • Untersuchung der Lulu-Figur zwischen Instinktwesen und zivilisierter Person.
  • Dekonstruktion des Femme-fatale-Mythos durch Untersuchung der männlichen Projektionen.
  • Betrachtung von Lulus Biografie unter dem Aspekt des sexuellen Missbrauchs.
  • Analyse der Dynamik in den Beziehungen zu den männlichen Hauptcharakteren (Goll, Schwarz, Schön).

Auszug aus dem Buch

3. Lulu als reines Instinktwesen?

Eines dieser überlieferten Weiblichkeitsmythen ist, das Vermögen der Frau auf ihren Instinkt zu restringieren, wie bereits im Zusammenhang mit Möbius’ Weiblichkeitsstudie aufgezeigt wurde. Ihm zufolge spielt, wie bereits gezeigt, der Instinkt bei der Frau eine wesentlich größere Rolle als beim Mann, womit er ihr simultan ein geringeres Maß an Bewusstsein, Individualität, Rationalität, Vernunft und Urteilsvermögen zuschreibt. Ihre Abhängigkeit vom Instinkt mache sie tierhaft, unselbstständig und unvermögend gegenüber jeglicher Innovation. Ihre niedere geistige Entwicklung nehme dem Weib die Fähigkeit gut und böse zu unterscheiden, weshalb sie sich stets auf die Sitte und die Aussage des Mannes stützen müsse.

Inwiefern diese Aussage dem notwendigen Wahrheitsgehalt einer allgemeingültigen Definition des Wesens einer Frau entspricht, sei dahingestellt. Wäre dies allerdings eine Charakterstudie über Wedekinds Lulu, so könnte sie als durchaus gelungen bewertet werden.

Dass Wedekind bei der Konzeption der Lulufigur an die von ihm positiv bewertete Ursprünglichkeit der primitiven Frauennatur dachte, ist bekannt. Mangels Selbstbewusstsein, Vernunft, und eigene Ambitionen erscheint die Lulu der Monstretragödie tatsächlich als instinktives Wesen. Lulu ist in der Urfassung das Pendant asozialer Instinkthaftigkeit und natürlicher Unschuld.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Symbolische Motive vom Ursprung des Bösen: Analyse der mythologischen Verweise auf den Erdgeist, die Schlange und Pandora als Symbole für den Ursprung des Bösen in der Welt.

2. Lulu, Urheberin des Bösen?: Diskussion, ob Lulu tatsächlich als böse Kraft betrachtet werden kann oder ob sie selbst ein Opfer ihr vorgesetzter Mächte ist.

3. Lulu als reines Instinktwesen?: Untersuchung der These, inwiefern Lulu primär als triebgesteuertes, vernunftloses Wesen zu verstehen ist.

4. Lulu als zivilisierte Person?: Analyse der zivilisatorischen Aspekte und Reflexionsfähigkeiten, die Lulus Verhalten in der späteren Fassung zeigen.

5. Lulu als Femme fatale?: Kritische Hinterfragung des Femme-fatale-Bildes und inwiefern es der Figur der Lulu gerecht wird.

6. Lulu als leere Projektionsfläche?: Betrachtung der Vielschichtigkeit von Lulus Rollen und deren Abhängigkeit von den männlichen Gegenübern Goll, Schwarz und Schön.

7. „Gibt es etwas Traurigeres auf dieser Welt als ein Freudenmädchen!“: Analyse der Missbrauchsthematik in Lulus Biografie und der Bedeutung ihrer Kindheit.

8. Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Einschätzung, dass Lulu keine böse Konzeption ist, sondern ein Opfer der gesellschaftlichen Doppelmoral und ihrer Umwelt.

Schlüsselwörter

Lulu, Frank Wedekind, Erdgeist, Die Büchse der Pandora, Femme fatale, Instinktwesen, Weiblichkeitsmythos, Projektionsfläche, Sexualität, Missbrauch, gesellschaftliche Doppelmoral, Sinnlichkeit, Monstretragödie, Mignon, Rollenidentität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Figur der Lulu in den Dramen von Frank Wedekind und analysiert, ob die traditionelle Interpretation als „böse Femme fatale“ angesichts des Textes und neuerer Erkenntnisse haltbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die mythologische Einbettung der Figur, die psychologische Beschaffenheit zwischen Instinkt und Vernunft sowie die Auswirkungen patriarchaler Projektionen durch Lulus männliche Partner.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Lulus Charakter von der pauschalen Etikettierung als „böse“ zu befreien und sie als komplexe, oft fremdbestimmte Figur zu rehabilitieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung von Rezeptionsgeschichte und zeitgenössischen kulturhistorischen Diskursen (wie bürgerlicher Moral und Weiblichkeitsmythen) untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Rollenmodelle von Lulu (Instinktwesen, Femme fatale, Projektionsfläche) durchleuchtet und die spezifischen Abhängigkeitsverhältnisse zu Dr. Goll, dem Maler Schwarz und Dr. Schön analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie „Lulu“, „Femme fatale“, „Projektionsfläche“, „gesellschaftliche Doppelmoral“ und „Missbrauch“ definieren.

Inwiefern spielt die Unterscheidung zwischen Urfassung und Endfassung eine Rolle?

Die Autorin stellt fest, dass die Urfassung eher ein reines Instinktwesen zeigt, während die Endfassung Lulu menschlichere und reflektiertere Züge verleiht, was die Beurteilung ihrer Handlungen differenzierter macht.

Warum wird Schigolch als wichtige Bezugsperson für Lulus Vergangenheit betrachtet?

Schigolch wird als zentrale Bezugsperson ihrer Kindheit identifiziert, die möglicherweise als Ursprung für ihre spätere Fixierung auf Vaterfiguren und ihre verzerrte Wahrnehmung von Liebe und Gewalt dient.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Konzeption der Lulufigur im „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“
Untertitel
„Und in welchem Weib hat die Natur je mit gewaltigeren Mitteln gekämpft!“
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2.0
Autor
Dario Corradini (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
29
Katalognummer
V280908
ISBN (eBook)
9783656748700
ISBN (Buch)
9783656748113
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzeption lulufigur erdgeist büchse pandora weib natur mitteln
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dario Corradini (Autor:in), 2007, Die Konzeption der Lulufigur im „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280908
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  29  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum