Einsatz und Möglichkeiten von Bildern im Geschichtsunterricht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
16 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Zur Geschichte des Bildes im Geschichtsbuch

3. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

4. Was leisten Bilder im Geschichtsunterricht?

5. Die Grenzen des Bildes

6. Bildinterpretation und Handlungsorientierter Umgang

7. Aufgaben für den Geschichtsunterricht

8. Kritik an Bildern im Schulbuch
8.1 Trennung von Darstellung und Quelle
8.2 Vorwegnahme des Bildinhaltes

9. Schluss

1. Einleitung

In unserer heutigen, schnellebigen Zeit erlangen Bilder immer mehr Bedeutung. Gleichwohl ob Fernsehen, Tageszeitung oder sonstige Print- und Filmmedien, das Bild ist zu einem ständigen Begleiter unseres Alltags geworden und nicht selten findet eine visuelle Überreizung durch diese statt.[1] Auch im Bereich der Geschichtswissenschaft hat das Medium Bild einen neuen Stellenwert erlangt und ist auf diesem Wege zu einer festen Größe im Geschichtsunterricht aller Schulstufen und Altersklassen geworden. Sicherlich darf hierbei nicht vergessen werden, dass Bilder neben Tafel und Lehrbuch eines der ältesten Hilfsmittel des Unterrichts sind[2]. Dennoch hat sich gerade in den letzten Jahren ihr Einsatz grundlegend gewandelt. Dies wird nicht zuletzt anhand einer steigenden Zahl von „Literatur zur Frage eines zeitgemäßen Einsatzes und Gebrauchs von Bildern im Geschichtsunterricht“[3] deutlich. Allerdings finden Bilder hierbei überwiegend noch als Illustration Einzug in den Unterricht. In diesem Fall ist ihr didaktischer Nutzen hauptsächlich auf eine attraktive, anschauliche und konkrete Darbietung von Geschichte beschränkt.

Sie sollen „affektiv ansprechen, die Aufmerksamkeit der Schüler stärken, zur [...] Verlebendigung abstrakter oder unbekannter Sachverhalte beitragen, Betroffenheit bei den Betrachtern auslösen und den Lernerfolg sichern“[4].

Die vielfältigen didaktischen Möglichkeiten die über diese Illustration hinaus bestehen, werden aber weiterhin nur spärlich ausgeschöpft. „Bilder werden also längst nicht mit jener Selbstverständlichkeit als historische Quellen [ im Unterricht ] betrachtet und behandelt, wie das Historiker bei Texten gewohnt sind“[5].

Eine systematische Beschäftigung stellt nach wie vor die Ausnahme dar.

Dies steht letztlich auch konträr zur üppigen Ausstattung der Schulbücher mit farbigen Bildern die den Eindruck erwecken, dass Bild sei zu einem zentralen Medium des Geschichtsunterrichts geworden. Die didaktischen Potentiale und Möglichkeiten des Bildes möchte ich in der vorliegenden Ausarbeitung deshalb näher betrachten und dabei insbesondere den Bereich des Geschichtsunterrichts zu einem Schwerpunkt meiner Überlegungen machen.

2. Zur Geschichte des Bildes im Geschichtsbuch

Das Bild zählt neben dem Lehrbuch und der Tafel zu den ältesten Medien im Unterricht. Bereits Comenius wollte im 17. Jahrhundert mittels der Bilder den Zugang zu einem bestimmten Thema erleichtern. Ihm ging es dabei nicht ausschließlich um die Illustration von Gegenständen oder Geschehnissen, sondern bereits auch - dies ist für seine Zeit umso erstaunlicher - um die Motivation der Schüler. Ziel des Einsatzes von Bildern war es die Aufmerksamkeit der Schüler zu erlangen und sich diese für den weiteren Verlauf des Unterrichts zu nutzen zu machen[6].

Diese frühen Überlegungen finden sich auch heuten noch in der modernen Didaktik wieder. Doch die Erkenntnisse Comenius wirkten sich nicht unmittelbar auf die damalige Lernsituation in den Schulen aus. Noch bis ins 19. Jahrhundert gab es in den Schulen kaum Bilder und Lehrbücher waren zumeist nur mit schriftlichen Quellen versehen. In den Klassen an sich existierten überwiegend nur zwei Landkarten.

Eine Palästinakarte für den biblischen Geschichtsunterricht und eine Deutschland-karte für den vaterländischen Geschichtsunterricht[7].

Etwas später wurden dieser Auswahl schließlich Bildtafeln der Landesherren oder des Kaisers zugefügt, um dem zeitgeschichtlichen Unterricht gerecht zu werden.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich dies Situation. Der Siegeszug der Bilder im Geschichtsunterricht hatte begonnen. Auslöser hierfür war die rasante Entwicklung der Photographietechnik, die zum einen bessere Veranschaulichungsbilder ermöglichte, aber auch in der Vervielfältigung enorm Kosten sparend war. Verstärkt wurde dies zusätzlich durch neuere didaktische Erkenntnisse und die reformpädagogische Bewegung, die bereits hier in ihren Kinderschuhen steckte. Eine Abkehr von der trockenen Lernschule hin zur Berücksichtigung der Psyche und Phantasie der Kinder zeichnete sich ab und forderte geradezu eine Verwendung von Bildmaterial im Unterricht.

Bilder wurden vor allem dazu genutzt gegenwärtige Themen - ob Ereignisse oder Persönlichkeiten - den Schülern auf eindrucksvolle Art und Weise zu vermitteln.

Die Ausstattung der Lehrbücher mit Bildmaterial in einer nie dagewesenen Qualität hat seit dieser Zeit unaufhörlich zugenommen und mittlerweile ein immenses Ausmaß erreicht.

[...]


[1] Vgl. Sauer, Michael. Bilder im Geschichtsunterricht. Seelze-Velber 2003. S. 7

[2] Vgl. Bergmann, Klaus/ Schneider, Gerhard. Das Bild. In: Pandel, Hans-Jürgen/ Schneider, Gerhard (Hrsg.).
Medien im Geschichtsunterricht. Düsseldorf 1985. S. 410

[3] Zitiert nach: Bergmann, Klaus. „... so ist das Bild immer notwendig ein beschränktes“. S. 9

[4] Zitiert nach: Bergmann, Klaus/ Schneider, Gerhard. Das Bild. In: Pandel, Hans-Jürgen/
Schneider, Gerhard (Hrsg.). Medien im Geschichtsunterricht. Düsseldorf 1985. S. 410f

[5] Zitiert nach: Sauer, Michael. Bilder im Geschichtsunterricht. Seelze-Velber 2003. S. 7

[6] Vgl. Bergmann, Klaus/ Schneider, Gerhard. Das Bild. In: Pandel, Hans-Jürgen/ Schneider, Gerhard (Hrsg.).
Medien im Geschichtsunterricht. Düsseldorf 1985. S.410

[7] Vgl. Bergmann, Klaus/ Schneider, Gerhard. Das Bild. In: Pandel, Hans-Jürgen/ Schneider, Gerhard (Hrsg.).
Medien im Geschichtsunterricht. Düsseldorf 1985. S.411

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Einsatz und Möglichkeiten von Bildern im Geschichtsunterricht
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Bilder als Quellen
Note
1,2
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V28092
ISBN (eBook)
9783638299763
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hier erfahren Sie alles, was sie über den Einsatz und die Möglichkeiten von Bildern im Geschichtsunterricht wissen sollten.
Schlagworte
Bilder, Quellen, Geschichtsunterricht
Arbeit zitieren
Timo Mauelshagen (Autor), 2004, Einsatz und Möglichkeiten von Bildern im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28092

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