In einer modernen und sich verändernden Welt verändert sich auch die Form, der Begriff und die Art der Familie. Um eine Ausgangslage zu schaffen wird der klassische Begriff der Familie nach Georg Simmel als Basis genommen. Anhand dieser Basis wir der Begriff der Familie untersucht und in einem aktuellen Konzext gestellt. Es wird sich die Frage behandelt wie die Familie in der aktuellen Zeit weiterbesteht und sich gegebenenfalls verändert, erweitert oder gar ausstirbt. Der Begriff Familie nimmt eine gesonderte Stellung ein. In ehemaliger war er fest definiert und konnte anhand von Titulierungen festgesetzt werden. Heute jedoch ist er dehnbar und wird auch oft in nicht familiären Umfeldern genannt, die sich zu einem familiären Umfeld ausweiten.
Gliederung
1. Familienbild
2. Das Familienbild in der heutigen Gesellschaft
2.1. Simmels Gedanken
2.1.1. Simmels Soziologie
2.1.2. Simmels Begriff der Familie
2.2. Moderne Begriffe
2.2.1. Familiendefinitionen
2.2.2. Funktionen der Familie
2.2.3. Das Individuum in der Familie und der Gesellschaft
2.2.4. Liebe in der Familie
2.3. Interaktion in der Familie
2.3.1. Rollenstrukturen und Machtverhältnisse in Familien
2.3.2. Alltagsorganisation in Paarbeziehungen
2.3.3. Beziehung erwachsener Kinder zu den Eltern
3. Simmels Familienbild und die Moderne
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das moderne Familienbild kritisch zu hinterfragen und durch einen soziologischen Vergleich mit Georg Simmels Familienbegriff aufzuzeigen, wie sich die Struktur, Funktion und Dynamik von Familien im Wandel der Zeit verändert haben.
- Analyse soziologischer Grundlagen nach Georg Simmel
- Untersuchung moderner Familiendefinitionen und -funktionen
- Betrachtung von Machtstrukturen und Alltagsorganisation in Partnerschaften
- Bedeutung der romantischen Liebe für die moderne Ehe
- Vergleich zwischen historischem Familienverständnis und aktuellen Lebensrealitäten
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Simmels Soziologie
Simmels Soziologie der Konflikte beruht auf der wechselseitigen Beziehung der Individuen. Hierbei lassen sich sechs Hauptbegriffe unterscheiden, welche sind Wechselwirkung, Form, Tun, Leiden, Inhalt und Vergesellschaftung. Alle Wechselbeziehungen befinden sich in einem zirkulären, immanenten und dynamischen Prinzip. Dies bedeutet, dass Beziehungen sowie deren Ursachen und Wirkungen in ständigem Bezug zueinander stehen und nicht separat betrachtet werden können. Soziale Formen sind für das Individuum lebensnotwendig. Erst die Schließung von Bunden und kompakten Gruppen erlaubt dem Menschen die „Realisierung menschlicher Bedürfnisse“1. Tun und Leiden als Bestandteile der Wechselwirkungen zwischenmenschlicher Beziehungen nehmen eine besondere Stellung ein. Beide Aktivitäten gehen vom Individuum gleichermaßen aus. Die klassische Soziologie beschränkt sich darauf, diese Wechselwirkungen zu untersuchen, Simmel jedoch fragt danach, was mit den Menschen geschieht, die diesen Wirkungen ausgesetzt sind.
So untersucht Simmel das Individuum auf zwei verschiedenen Ebenen. Zum einen als Empfänger der Handlung, zum anderen als Handelnden selbst. Unter „Berücksichtigung dieser doppelten Seite individueller Wechselwirkung“2 eröffnet sich für Simmel ein neues Feld. Beide Rollen sowohl des Handelnden als auch Empfangenden können sich jederzeit abwechseln und verschiedene Eindrücke im Individuum hinterlassen. Somit erweitert sich Simmels Blick auf das Individuum und dessen „soziales Produkt“3. Doch Simmel untersucht nicht nur die Handlung des Individuums in seiner Ausführung, sondern auch dessen Inhalt, was uns zum nächsten Begriff bringt, dem Inhalt. Dieser bildet den Kern der Vergesellschaftung bei Simmel. Der Inhalt jedoch ist kein einfaches Thema. Denn der gleiche Inhalt kann in unterschiedlichen Ausführungen enden. So wie etwa Liebe zu Treue und Vertrauen oder Eifersucht und Hass führen. In beiden Fällen ist es der gleiche Inhalt, der jeweils anders ausgelegt, verarbeitet und weitergegeben wird. Inhalt und Form bedingen sich also.4 Das eine zieht das andere nach sich und umgekehrt. Beide sind wandelbar und in Wechselbeziehung ständig vorhanden. Was uns zum letzten Begriff der Vergesellschaftung führt. Denn laut Simmel handelt es sich nicht um eine Gesellschaft, in der wir leben sondern um eine Vergesellschaftung. Die Gesellschaft ist kein fester Bestandteil unseres Alltags, sondern ein sich ständig ändernder und lebender Prozess in unserem Leben. Sie bewegt und verändert sich mit den Wechselwirkungen ihrer Individuen und kann sich so ständig verändern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Familienbild: Einleitung in die Thematik der sich wandelnden Familienstrukturen und Vorstellung des Vergleichsansatzes zwischen modernen Ansätzen und Georg Simmel.
2. Das Familienbild in der heutigen Gesellschaft: Detaillierte Betrachtung soziologischer Grundlagen, moderne Definitionen der Familie sowie die Analyse von Interaktionsmustern und Machtverhältnissen.
3. Simmels Familienbild und die Moderne: Synthese der Ergebnisse, in der die Verschiebung von der Versorgungsgemeinschaft hin zur auf Liebe basierenden Lebensgemeinschaft im Kontext der modernen Gesellschaft diskutiert wird.
Schlüsselwörter
Familienbild, Georg Simmel, Soziologie, Vergesellschaftung, Wechselwirkung, Moderne, Ehe, Familienbegriff, Rollenstruktur, Machtverhältnisse, Liebe, Sozialisation, Lebensgemeinschaft, Partnerschaft, Gesellschaftswandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel des Familienbildes von klassischen, funktionsorientierten Ansätzen hin zu modernen Lebensformen, basierend auf soziologischen Theorien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung der Liebe in der Ehe, die soziologischen Analysen von Georg Simmel und die internen Machtstrukturen innerhalb von Familien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist der Vergleich des modernen Familienverständnisses mit dem soziologischen Modell von Georg Simmel, um die Entwicklung und Veränderung familiärer Rollen und Funktionen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Literatur- und Theorieanalyse, indem sie klassische Texte von Simmel mit aktuellen soziologischen Forschungsberichten zur Familiensoziologie in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Simmels Soziologie, eine Analyse moderner Familiendefinitionen und Funktionen sowie eine Untersuchung von Interaktionsformen in Partnerschaften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Vergesellschaftung, Wechselwirkung, moderne Partnerschaft, Familienfunktionen und Rollenverteilung bestimmt.
Wie definiert Simmel das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft in der Familie?
Simmel betrachtet dies als ständige Wechselbeziehung, in der das Individuum durch die Gruppe geformt wird und gleichzeitig die Gruppe durch sein Handeln beeinflusst.
Was bedeutet der Wandel von der „Zweckgemeinschaft“ zur „Liebesgemeinschaft“?
Früher stand die materielle Versorgung und Reproduktion im Vordergrund; heute liegt der Fokus verstärkt auf individueller emotionaler Zufriedenheit und persönlicher Entwicklung der Partner.
- Arbeit zitieren
- Güngör Aydin (Autor:in), 2011, Das moderne Verständnis von 'Familie' und der Familienbegriff bei Georg Simmel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280952