Die Rolle der Ersatzteillogistik in der Landmaschinenindustrie


Hausarbeit, 2014

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Überblick über die Landmaschinenindustrie
2.1 Begriffserläuterung Landwirtschaft und Landmaschinen-industrie
2.2 Zukunfts- und Wachstumsprognosen
2.3 Akteure in der Landmaschinenindustrie

3 Überblick über die Ersatzteillogistik
3.1 Begriffsbestimmung Ersatzteillogistik
3.1.1 Ersatzteile
3.1.2 Logistik
3.1.3 Ersatzteillogistik
3.2 Aufgaben und Ziele der Ersatzteillogistik
3.3 Die Ersatzteillogistik als Bestandteil des After Sales Service

4 Implikationen für die Landmaschinenindustrie
4.1 Besonderheiten der Ersatzteillogistik für Landmaschinen
4.2 Ersatzteillogistik als Differenzierungsaspekt in Markt und Wettbewerb

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis
6.1 Monographien (selbständige Werke)
6.2 Beiträge in Sammelwerken
6.3 Artikel in Handwörterbüchern, Enzyklopädien etc
6.4 Zeitschriftenaufsätze (online verfügbar)
6.5 Zeitungsartikel
6.6 Studien und Berichte (online verfügbar)
6.7 Präsentationen und Skripte (online verfügbar)
6.8 Webseiten
6.9 Andere Quellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Produktionszahlen ausgewählter Landmaschinen in Deutschland

Abb. 2: Wachstumsprognosen für die internationale Landmaschinenindustrie

Abb. 3: Differenzierung und Klassifikation von Ersatzteilen nach DIN

Abb. 4: Anforderungen an die Ersatzteillogistik

Abb. 5: Mögliche Ausgestaltung des After Sales Service

Abb. 6: Ersatzteilversorgungskonzepte in Abhängigkeit von Erntesaison

Abb. 7: Befragung der Fa. CLAAS zum Thema „Kompetenz eines Landmaschinenherstellers“

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Bedeutung der Ersatzteillogistik für Produzenten und Abnehmer von Landmaschinen

1 Einleitung

Der Landwirtschaft wird eine hervorragende Wachstumsentwicklung prognostiziert . [1] Die kontinuierlich wachsende Weltbevölkerung und der hieraus resultierende höhere Bedarf an Nahrungsmitteln stellen die Produzenten von landwirtschaftlichen Erzeugnissen vor neue Herausforderungen. Für die Markt- und Technologieführer in der Agrartechnik erwächst der unternehmerische Auftrag die Nahrungsgewinnung für die Menschheit auch zukünftig sicherzustellen . [2] Zwecks Kultivierung und Nutzung aller agrarwirtschaftlichen Potenziale gewinnt ein funktionierender Maschinenpark für Landwirte, Lohnunternehmer, Maschinenringe und große Agrarunternehmen somit eine immer größere Bedeutung. Um einen konstanten Einsatz der Maschinen zu ermöglichen, ist eine reibungslose Ersatzteilversorgung essentiell.

Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht daher die Herausarbeitung des Stellenwerts der Ersatzteillogistik in der Landmaschinenindustrie. In der Vergangenheit wurde das Thema Ersatzteillogistik bisweilen etwas stiefmütterlich behandelt und als notwendiges Übel im Anschluss an den Verkauf einer Maschine oder Anlage betrachtet. In vielen Unternehmen etablierte sich eine eindimensionale Denkweise, die aufgrund von starkem Neugeschäft für Innovationen im Bereich der abgeleiteten Geschäftsprozesse keine Notwendigkeit sah.[3] Bei dieser Haltung wird vernachlässigt, dass die Ersatzteillogistik hochkomplexer Prozesse und proaktiver Handlungen bedarf und ein Differenziator sein kann, der den Kauf einer Maschine erst ermöglicht.

Folgende Fragestellungen stehen demnach im Fokus der vorliegenden Arbeit:

- Welche Bedeutung hat die Ersatzteillogistik bei Produzenten und bei Abnehmern von Landmaschinen?
- Welche Erwartungen werden seitens erntender Unternehmer an die Ersatzteillogistik von Landmaschinenherstellern gestellt?
- Welche Rolle spielt die Ersatzteillogistik beim Kauf einer Landmaschine?
- Und schließlich: Wie kann die Ersatzteillogistik die Entwicklung eines Landmaschinenproduzenten positiv beeinflussen? Welche Potenziale kann sie Selbigen eröffnen?

Diese Arbeit gliedert sich nachfolgend in vier weitere Kapitel. Zunächst einmal werden in Kapitel 2 die Begriffe Landwirtschaft und Landmaschinenindustrie näher spezifiziert. Im Anschluss wird darauf eingegangen, wie sich der Landmaschinenmarkt entwickelt und welche Wachstumsprognosen aufgestellt werden. Weiterhin wird dargestellt, wer die wichtigsten Akteure in diesem Markt sind.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Ersatzteillogistik im Generellen. Zunächst einmal werden die Begriffe Ersatzteil und Logistik genauer definiert, so dass die Begrifflichkeit Ersatzteillogistik mit Inhalt gefüllt wird. Im Anschluss daran, werden die Aufgaben und Ziele der Ersatzteillogistik im Allgemeinen spezifiziert und die Einbettung selbiger als Teil des sog. After Sales Service näher erläutert.

In Kapitel 4 spannen wir den Bogen von der Ersatzteillogistik im Allgemeinen hin zu der Ersatzteillogistik im Speziellen in der Landmaschinenindustrie. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Besonderheiten dieser Branche gelegt. Es wird darauf eingegangen, welche Potenziale und Perspektiven die Ersatzteillogistik bieten kann und welche Möglichkeiten einer Differenzierung am Markt sich durch Selbige erzielen lassen. In Kapitel 5 wird ein Fazit aus den Erkenntnissen der vorangegangenen Kapitel gezogen und ein Ausblick gewagt, in welche Richtung sich die Ersatzteillogistik noch entwickeln kann.

2 Überblick über die Landmaschinenindustrie

2.1 Begriffserläuterung Landwirtschaft und Landmaschinen-industrie

Die traditionelle Definition bezeichnet die Landwirtschaft als einen Teil der Urproduktion, bei der Boden und Nutztiere neben Arbeit, Kapital und Knowhow als Produktionsfaktoren beteiligt sind und die auf die Gewinnung von Nutzungspflanzen sowie Nutzungstieren und deren Erzeugnissen abzielt.[4]

Eine der ältesten bekannten Definitionen des Begriffes „Landwirtschaft“ findet sich schon 1902 in der „Geschichte der Landwirtschaft“ von Theodor von der Goltz: „Die Landwirtschaft ist dasjenige Gewerbe, welches die Erzeugung pflanzlicher und tierischer Rohstoffe zum Zwecke hat, welches daher mit der Bebauung des Bodens sowie mit der Zucht und Pflege der Haustiere sich beschäftigt. Im weiteren Sinne gehört zur Landwirtschaft die gesamte, auf Erzeugung pflanzlicher und tierischer Produkte gerichtete Tätigkeit des Menschen, so z.B. auch Forstwirtschaft, Garten und Obstbau.“[5]

Mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten [6] , gewann die Mechanisierung im Laufe des 19. bzw. 20. Jahrhunderts mehr und mehr Einfluss in der Landwirtschaft,[7] so dass menschliche Arbeitsleistung durch Maschinen entweder ersetzt oder ergänzt wurde. [8] Gemeinsam mit der parallel stattfindenden Forschung auf dem chemischen Markt -insbesondere die Entwicklung von Düngemitteln - spricht man hierbei auch von der „Industrialisierung der Landwirtschaft“. [9] Diese steigerte allerdings nicht nur die Produktivität, sondern ermöglichte es landwirtschaftlichen Betrieben auch größere Flächen mit weniger Beschäftigten zu bewirtschaften und mit immer weniger Arbeitseinsatz deutlich mehr Ertrag zu produzieren. [10] Durch die voranschreitende Entwicklung von Maschinen zur Unterstützung manueller Tätigkeiten im Bereich der Landwirtschaft hat sich spätestens ab Mitte des 20. Jahrhunderts eine interessante und weitgehend profitable Branche begründet.

Da sich in der Literatur keine einheitliche Sprachregelung etabliert hat, wird dieser Industriezweig wahlweise als Landmaschinenindustrie, Landtechnikindustrie oder auch Agrartechnikindustrie bezeichnet. Zwecks einer einfacheren Lesart wird in der vorliegenden Arbeit der Begriff „Landmaschinenindustrie“ verwendet.

Klassische Maschinen, die der Landmaschinenindustrie zuzuordnen sind, sind beispielsweise Traktoren, Mähdrescher, Mähwerke, Wender, Schwader, Pressen, Pflüge, Sämaschinen oder Pflanzenschutzgeräte. [11] Weiterhin können Maschinen, die vorwiegend im Obst- und Weinanbau und der Forstwirtschaft genutzt werden, zu den Landmaschinen gezählt werden. [12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Produktionszahlen ausgewählter Landmaschinen in Deutschland, eigene Darstellung in Anlehnung an VDMA Wirtschaftsbericht 2013

2.2 Zukunfts- und Wachstumsprognosen

Die Landmaschinenindustrie ist naturgemäß stark von der Entwicklung in der Landwirtschaft abhängig, da sich der Bedarf des einen Marktes fast linear vom Output des anderen ableitet. [13] Die Zukunftsprognosen sehen insgesamt eine positive Wachstumsentwicklung für die angesprochenen Märkte vor. Allerdings beschreiben die in 2013 getätigten Prognosen für das aktuelle Produktionswachstum in der globalen Landwirtschaft eine Verlangsamung des Wachstums - 1,5% jährlich in den kommenden zehn Jahren, verglichen zu 2,1% jährlichen Wachstums, das in der vorherigen Planungsdekade vorherrschte. Gründe hierfür sind vor allem steigende Kosten, stärkere Umweltbelastungen und eine zunehmende Ressourcenknappheit.[14] Der amerikanische Landmaschinenhersteller AGCO veröffentlichte im Oktober 2013 eine Studie nach der sich die globale Lebensmittelproduktion bis 2050 verdoppeln wird.[15] Neben der wachsenden Weltbevölkerung - alle zwei Tage ein Zuwachs um die Einwohnerzahl einer Metropole wie Frankfurt[16] - und einem damit einhergehenden höheren Bedarf an Lebensmitteln (v.a. Getreide), spielen auch sich ändernde Ernährungsgewohnheiten, wie z.B. der größere Konsum von Eiweiß- und Fleischprodukten in China eine entscheidende Rolle.[17] Auch wird ein Ansteigen des Pro-Kopf-Verbrauchs - insbesondere in Osteuropa, Zentralasien, Lateinamerika und anderen asiatischen Regionen - erwartet.[18] Da die Erzeugerpreise zurzeit vergleichsweise hoch sind und große Höfe, Lohnunternehmer aber auch viele Bauern somit durch ein höheres Einkommen mehr Spielraum für Investitionen in Technik und somit in Produktivität haben[19], werden die positiven Wachstumserwartungen für die Landwirtschaft im Allgemeinen auch auf die Landmaschinenindustrie im Speziellen übertragen.[20] Nach einer Wachstumsphase von 12% zwischen 2005 und 2012, wird ein globales Produktionswachstum von 74% bis 2020 für die Landmaschinenindustrie erwartet. Der asiatisch-pazifische Markt (APAC) spielt hierbei eine wichtige Rolle, wird ein Anstieg des Produktionsanteils dieser Region am gesamten globalen Landmaschinenmarkt von 33% in 2012 auf 44% in 2020 prognostiziert.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Wachstumsprognosen für die internationale Landmaschinenindustrie, eigene Darstellung

Das Produktionsvolumen für Landmaschinen weltweit wird in 2013 auf 96 Mrd. EUR beziffert. [22] Deutschland alleine trägt hierzu 8,2 Mrd. EUR bei.[23] Dies führt insgesamt zu einer positiven Grundstimmung in der Landmaschinenindustrie die sich – lediglich von der Wirtschaftskrise 2009 kurzfristig beunruhigt – auch im Agri-Business-Barometer[24] stetig widerspiegelt.[25]

2.3 Akteure in der Landmaschinenindustrie

Grundsätzlich lassen sich drei Parteien von Akteuren in der Landmaschinenindustrie unterscheiden: die Produzenten, die Abnehmer und die Händler von Landmaschinen.

Die Landmaschinenindustrie wird auf Herstellerseite hauptsächlich von 6 Unternehmen dominiert.[26] Betrachtet man den generierten Umsatz im Jahr 2012 so lässt sich feststellen, dass Deere & Co. (Moline, USA / 20,648 Mrd. EUR), CNH Industrial (Amsterdam, Niederlande / 11,940 Mrd. EUR), AGCO (Duluth, USA / 7,597 Mrd. EUR), CLAAS (Harsewinkel, Deutschland / 3,440 Mrd. EUR), Kubota (Osaka, Japan / 2,033 Mrd. EUR), und SAME Deutz Fahr (Treviglio, Italien / 1,187 Mrd. EUR) den Markt beherrschen und einen Marktanteil von rund 40 % auf sich vereinen.[27] Mit deutlichem Umsatzabstand folgen Unternehmen, die entweder verstärkt lokale bzw. regionale Märkte bedienen (wie z.B. Mahindra in Indien, First Tractor Company in China oder Iseki-Noki in Japan) oder Spezialmaschinen[28] (wie z.B. Amazonen-Werke in Deutschland) produzieren.

Eine Unbekannte stellen Unternehmen aus den Ex-GUS-Staaten (wie z.B. Rostselmash aus Russland und MTZ – Minsky Traktorny Zavod aus Weißrussland) dar. Geschäftsberichte oder Statistiken werden in der Regel nicht publiziert, so dass sich keine genauen Aussagen über Produktionsvolumen und Umsätze tätigen lassen.

Betrachtet man die Abnehmerseite in der Landmaschinenindustrie, so kann diese vielfältige Formen annehmen. Angefangen vom „kleinen“ eigenständigen Landwirt, über den Zusammenschluss mehrerer Landwirte zu sog. „Maschinenringen“[29] bis hin zu großen landwirtschaftlichen Betrieben und Lohnunternehmen[30] finden sich verschiedene Modelle und finanzielle Investitionsspielräume wieder. In finanzschwächeren Ländern ist es zudem durchaus denkbar, dass auch Regierungen als Abnehmer von Landmaschinen auftreten und diese dann als Subvention oder unter besonders attraktiven Bedingungen an die lokalen Landwirte weitergeben.[31]

Eine Sonderrolle nehmen, ähnlich wie im Bereich Baumaschinen oder Privatkraft- und Nutzfahrzeuge, Händler ein, die als Mittler zwischen Produzenten und Abnehmern auftreten. Landmaschinenhändler können dabei als Vertragspartner eines oder mehrerer Landmaschinenproduzenten und daher als wichtiger Ansprechpartner für erntende Unternehmer in einer Stadt, Region oder in einem Land agieren.

3 Überblick über die Ersatzteillogistik

3.1 Begriffsbestimmung Ersatzteillogistik

3.1.1 Ersatzteile

Nach DIN 24420, Teil I/4-1, sind Ersatzteile „Teile (z.B. auch Einzelteile genannt), Gruppen (z.B. auch Baugruppen und Teilgruppen genannt) oder vollständige Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind, beschädigte, verschlissene oder fehlende Teile, Gruppen oder Erzeugnisse zu ersetzen.“

Eine weitere Differenzierung des Begriffes Ersatzteile kann nach DIN 31051 in die Kategorien Reserveteile, Verbrauchsteile und Kleinteile vorgenommen werden. Reserveteile sind in der Regel kostenintensive Teile, die nur in einem bzw. wenigen Instandhaltungsobjekten verwendet werden und daher eine niedrige Bestandsmenge, aber einen hohen Bestandswert aufweisen. Verbrauchsteile werden in mehreren Instandhaltungsobjekten genutzt, sind in der Regel genormt und zeichnen sich durch eine hohe Lagerbestandsmenge und einem niedrigen Lagerbestandwert aus. Typische Verbrauchsteile sind z.B. Wälzlager, Relais oder Kleinmotoren. Die Lebensdauer von Verbrauchsteilen lässt sich häufig durch Beobachtungen und Statistiken zum Abnutzungsverhalten klar einschätzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Differenzierung und Klassifikation von Ersatzteilen nach DIN, entnommen aus: Schuh/Stich/Wienholdt (Ersatzteillogistik 2013), S.167

Auch Kleinteile weisen eine hohe Lagerbestandsmenge bei geringem Lagerbestandswert auf. Oftmals werden diese aufgrund ihres großen Durchlaufs nicht katalogisiert und ihre Lagerbewegungen nicht festgehalten. Klassische Kleinteile sind z.B. Schrauben, Muttern und Federn .[32]

3.1.2 Logistik

In der gängigen Literatur finden sich verschiedene Ausprägungen und Interpretationen des Begriffs Logistik. PFOHL charakterisiert Logistik wie folgt: „Die Logistik hat dafür zu sorgen, dass ein Empfangspunkt gemäß seines Bedarfs von einem Lieferpunkt mit dem richtigen Produkt (in Menge und Sorte), im richtigen Zustand, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort zu den dafür minimalen Kosten versorgt wird.“[33]

Die Definition der European Logistics Association (ELA) führt expliziter aus: „Logistik ist die Organisation, Planung, Kontrolle und Durchführung eines Güterflusses von der Entwicklung und vom Kauf durch die Produktion und die Distribution bis zum endgültigen Kunden mit dem Ziel der Befriedigung der Anforderung des Marktes bei minimalen Kosten und minimalem Kapitalaufwand.“

Eine modernere Definition findet sich bei GÖPFERT, wonach auch der Faktor Information von Bedeutung ist und die Betrachtung einer kompletten Supply Chain mehr Gewicht erhält: „Die Logistik ist eine moderne Führungskonzeption zur Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und Realisation effektiver und effizienter Flüsse von Objekten (Güter-, Informations,- Geld- und Finanzflüsse) in unternehmensweiten und unternehmensübergreifenden Wertschöpfungssystemen.“[34]

3.1.3 Ersatzteillogistik

Unter der Ersatzteillogistik versteht man ein Teilsystem des logistischen Gesamtsystems einer Unternehmung. Man unterscheidet zwischen der Ersatzteillogistik beim Hersteller und beim Abnehmer. [35] Für die hier vorliegende Arbeit ist insbesondere die Ersatzteillogistik beim Hersteller relevant.

Die Bereitstellung von Ersatzteilen und deren Zusammenführung mit dem Primärprodukt sind die Hauptbestandteile der Ersatzteillogistik. Sie besteht daher aus der Bedarfsprognose von Ersatzteilen sowie der Bestands- und Bedarfsplanung .[36]

3.2 Aufgaben und Ziele der Ersatzteillogistik

Nicht selten wird die Ersatzteillogistik auch „Königsdisziplin“ der Logistik genannt. [37]

Hauptaufgabe der Ersatzteillogistik ist es, sicherzustellen, dass ein gegebener Bedarf an Ersatzteilen in seiner mengenmäßigen, qualitativen, zeitlichen und räumlichen Dimension „richtig“, d.h. dem Anforderungsprofil der Instandhaltung und Produktion entsprechend befriedigt wird .[38] Wichtige Erfolgsfaktoren in diesem Zusammenhang sind der richtige Strategiemix aus anforderungsgerechtem Bestandsmanagement, optimierten Versorgungsprozessen und der Wahl einer geeigneten Systemunterstützung .[39]

Dabei gerät die Ersatzteillogistik bisweilen in ein Spannungsfeld zweier konträrer Zielparameter: zum einen der Sicherstellung der notwendigen Teileverfügbarkeit am Verkaufspunkt (Händler, Endabnehmer). Und zum anderen, der Ausrichtung der Bestandsführungsstrategie an niedrigen Finanzierungskosten .[40] Hieraus resultieren folgende Einzelziele der Ersatzteillogistik: Kostenoptimierung, Serviceoptimierung, Lagerbestandsoptimierung, Zuverlässigkeitsoptimierung, Verfügbarkeitsmaximierung .[41]

[...]


[1] Vgl. OECD-FAO (Agricultural Outlook 2013), S.9ff.

[2] Vgl. Leinhäuser/Tomasevic/Ileri/Rudzio (Extremlogistik 2007), S. 283.

[3] Vgl. Pawellek/Martens/Schönknecht (Ersatzteillogistik 2009), S. 100

[4] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon ( Landwirtschaft 2000).

[5] von der Goltz (Landwirtschaft 1902), zitiert nach Neu (Landwirtschaft 2013), S.506.

[6] Z.B. im 19. Jahrhundert in den USA und nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland bzw. Europa.

[7] Vgl. Mößmer (Traktoren 2012), S.8.

[8] Vgl. Mörstedt/Sauerborn (Agrarwirtschaft 2012), 21.05.2014.

[9] Vgl. Neu (Landwirtschaft 2013), S. 508.

[10] Vgl. Mörstedt/Sauerborn (Agrarwirtschaft 2012), 21.05.2014.

[11] Vgl. VDMA (Wirtschaftsbericht 2013), S. 8.

[12] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon ( Landwirtschaft 2000).

[13] Vgl. Situationsbericht DBV (Landwirtschaft und Gesamtwirtschaft 2013), S. 12.

[14] Vgl. OECD-FAO (Agricultural Outlook 2013), S.9ff.

[15] Vgl. Paul (Stimmung Bauern 2013), S. 236.

[16] Vgl. Leinhäuser/Tomasevic/Ileri/Rudzio (Extremlogistik 2007), S. 283.

[17] Vgl. Paul (Stimmung Bauern 2013), S. 236.

[18] Vgl. OECD-FAO (Agricultural Outlook 2013), S.9ff.

[19] Vgl. Wiesendorfer (Landmaschinenindustrie 2012), S.1.

[20] Vgl. Paul (Stimmung Bauern 2013), S. 236.

[21] Vgl. Datenerhebungen von Oxford Economics und Feri AG.

[22] Vgl. VDMA (Wirtschaftsbericht 2013), S. 8.

[23] Vgl. Paul (Stimmung Bauern 2013), S. 236.

[24] Der Agri-Business-Barometer ermittelt die Stimmung unter Landwirten in monatlichen Umfragen

[25] Vgl. produkt+ markt, (Konjunkturbarometer Agrar 2014), 31.05.2014.

[26] Vgl. Agrar Heute (Global Player 2013), 31.05.2014.

[27] Ermittelt anhand der Geschäftsberichte der genannten Unternehmen. Berücksichtigt wurden Umsätze, die sich direkt auf Geschäftsaktivitäten im Bereich Landmaschinen zurechnen ließen. Im Falle von Kubota, die auch Baumaschinen produzieren, wurde aufgrund der Tatsache, dass der Umsatz lediglich für beide Geschäftsbereiche (Farm & Industrial) ausgewiesen wurde, die Annahme getroffen, dass jeweils 50% des Umsatzes auf die beiden Bereiche entfallen.

[28] Hier seien exemplarisch Drillmaschinen, Düngerstreuer oder Rütteleggen genannt.

[29] Nach Gabler Wirtschaftslexikon (Maschinenringe 2010) sind Maschinenringe Zusammenschlüsse von Landwirten mit dem Ziel, Landmaschinen- und -geräte gemeinsam nutzen zu können. Der Maschinenring ermöglicht auf diese Weise einen geringeren Kapitaleinsatz beim einzelnen Betrieb und sorgt gleichzeitig für eine bessere Auslastung der vorhandenen Maschinen.

[30] Nach Franz/Schaper/Spiller/Theuvsen (Lohnunternehmen 2010) sind Lohnunternehmen gewerbliche Dienstleister, die mit einem eigenen Fuhrpark ausgestattet sind und entgeltlich in der Landwirtschaft Tätigkeiten, besonders Ernteleistungen für Landwirte erbringen, die kein eigenes Equipment besitzen.

[31] Vgl. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Länderbericht China), S.11 oder Vgl. VDMA (Konjunkturperspektiven 2014), S.2ff.

[32] Vgl. Schuh/Stich/Wienholdt (Ersatzteillogistik 2013), S. 166-167.

[33] Pfohl (Logistik 2000), S.2000.

[34] Göpfert (Logistikdefinition 2005), S. 23.

[35] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (Ersatzteillogistik 2000).

[36] Vgl. Schuh/Stich/Wienholdt (Ersatzteillogistik 2013), S.167.

[37] Vgl. Maienschein (Ersatzteillogistik), 31.05.2014 od. DHL (Ersatzteil-Logistik), 12.06.2014.

[38] Vgl. Biedermann (Ersatzteilmanagement 2008), S. 6-7.

[39] Vgl. Fraunhofer Institut (Ersatzteillogistik, o.J.), 31.05.2014.

[40] Vgl. Baune/Westphal (Ersatzteillogistik 2006), S.243; oder: vgl. Loukmidis/Luczak (Ersatzteilbedarf 2006), S. 252.

[41] Vgl. Biedermann (Ersatzteilmanagement 2008), S. 8.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Ersatzteillogistik in der Landmaschinenindustrie
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
31
Katalognummer
V280964
ISBN (eBook)
9783656754718
ISBN (Buch)
9783656856382
Dateigröße
1064 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rolle, ersatzteillogistik, landmaschinenindustrie
Arbeit zitieren
Christian Passon (Autor), 2014, Die Rolle der Ersatzteillogistik in der Landmaschinenindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280964

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