Wahlverhandlungen, Wahl und Krönung Rudolfs I.

König Rudolf von Habsburg


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte der Wahl und mögliche Kandidaten
2.1 Der Anspruch Alfons‘ von Kastilien und die Rolle von Papst Gregor X
2.2 Weitere Bewerber auf den Thron
2.2.1 Philipp III. von Frankreich
2.2.2 Ottokar von Böhmen
2.2.3 Friedrich und der Freidige und Ludwig der Strenge

3. Wahlverhandlungen

4. Wahl

5. Krönung

6. Schlussbetrachtung

Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen Kaiser durch die Kurfürsten war sicherlich für viele seiner Zeitgenossen überraschend. In der vorliegenden Arbeit soll behandelt werden, wie es dazu kam, dass Rudolf von Habsburg „einmütig“ zum neuen König gewählt wurde.

Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Vorgeschichte der Wahl Rudolfs von Habsburg. Es werden kurz die anderen Kandidaten vorgestellt, die sich um den römisch-deutschen Königsthron bewarben. Von Interesse ist hier, dass diese sich vor allem beim Papst und nicht bei den zuständigen Wahlfürsten um die römisch-deutsche Krone bewarben. Weiterhin wird auch die Rolle Gregors X. thematisiert.

Im zweiten Teil werden dann, die der Wahl vorausgegangen Wahlverhandlungen und die Wahlvorbereitungen besprochen.

Im dritten Teil folgt dann eine Darstellung über den Ablauf der Wahl des Habsburgers zum römisch-deutschen König. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei darauf wer seine Wähler waren und wie im Sinne einer einmütigen Wahl mit Gegenstimmen verfahren wurde.

Im vierten Teil wird kurz die Krönung Rudolfs von Habsburg und seiner Gattin Gertrud thematisiert.

2. Vorgeschichte der Wahl und mögliche Kandidaten

2.1 Der Anspruch Alfons‘ von Kastilien und die Rolle von Papst Gregor X.

Nach dem Tod des römisch-deutschen Königs Richards von Cornwall hielt Alfons von Kastilien an seinem Thronanspruch fest und sendete im Sommer desselben Jahres eine Gesandtschaft an die Kurie mit dem Auftrag, als römisch-deutscher König bestätigt zu werden. Außerdem verlangte er vom Papst den deutschen Kurfürsten die Neuwahl eines römisch-deutschen Königs zu verbieten.[1]

Die Antwort des Papstes aber war, wie bei den weiteren Kandidaten um die römisch-deutsche Königskrone auch, eine ablehnende.[2] Papst Gregors X. großes Vorhaben war es, „[…] seinen Pontifikat ganz in den Dienst der Kreuzzugsidee zu stellen und alles zu tun, um einen allgemeinen abendländischen Kreuzzug zu Rettung der schwer bedrängten Kreuzfahrerherrschaft im Heiligen Land in die Wege zu leiten.“[3] Für dieses Ziel benötigte er jedoch die Hilfe eines allgemein anerkannten und handlungsfähigen Oberhauptes des römisch-deutschen Reiches[4]. Alfons von Kastilien schien diese Anforderungen nicht im Geringsten erfüllen zu können. Gregor X. lehnte somit eine Entscheidung zugunsten des Kastiliers ab und ließ ihm durch dessen Gesandtschaft die salomonische Antwort übermitteln, dass durch den Tod Richards von Cornwall Alfons Rechte nicht besser und die der Kurfürsten nicht schlechter geworden wären.[5] Das geforderte Wahlverbot blieb somit aus.

Im Gegensatz zu vorhergegangenen Wahlen beschloss der Papst nicht in die Wahlverhandlungen einzugreifen. Auch vermied er es einen bestimmten Bewerber zu empfehlen, da er nicht zu Unstimmigkeiten führen wollte, die sein Kreuzugsvorhaben gefährden konnten. Im vorliegenden Fall verfolgte der Papst vielmehr eine Politik strikter Neutralität, die deutschen Wahlfürsten, bei der Wahl eines neuen römisch-deutschen Königs möglichst freie Hand lassen sollte.[6]

2.2 Weitere Bewerber auf den Thron

2.2.1 Philipp III. von Frankreich

Philipp III., der König von Frankreich, wird im Sommer 1273 von seinem Onkel Karl I. von Anjou dazu gebracht sich um den römisch-deutschen Königsthron bei der Kurie zu bewerben.[7] Für Karl I. von Anjou, päpstlicher Vasall und König von Sizilien, kam es nämlich nicht in Frage sich selbst um die Krone zu bewerben, da dies aussichtlos gewesen wäre, aber er erhoffte sich, sollte sein Neffe den römisch deutschen Thron besteigen, Einfluss auf dessen Politik nehmen zu können.

Aus Sicht der Kurie war Philipp III. ein schwieriger Kandidat. Zwar hatte der Papst in den vergangenen Jahren gute Beziehungen zu Frankreich unterhalten, und empfahl sich Philipp III. der Kurie auch als ein Thronfolger der willens und in der Lage sei, an die Spitze eines abendländischen Kreuzzugs zu treten[8], so waren es aber vor allem die Bestrebungen Karls von Anjou die der Kurie unheimlich waren, da dieser augenscheinlich sein Augenmerk auf Reichsitalien gerichtet hatte. Außerdem konnte die Übermacht, die Philipp III. mit der Erlangung des römisch-deutschen Thrones inne hätte, der Kurie nur schwerlich gefallen. Um den mächtigen französischen König nicht zu verärgern, man wollte ihn sich ja nicht zum Feind machen, verwies ihn der Papst auf die deutschen Wahlfürsten, die alleine das Recht zu Wahl eines neuen römisch-deutschen Königs hatten.

2.2.2 Ottokar von Böhmen

Auch der mächtige Böhmenkönig Ottokar II., aus dem Geschlecht der Premysliden, bewarb sich direkt bei der Kurie.[9] Der Böhme galt als der mächtigste und reichste Fürst im Reich. Während des Interregnums hatte er es geschafft seine böhmischen Stammlande durch eine erfolgreiche Militär- und Territorialpolitik zu vergrößern, so dass sein Territorium vom Erzgebirge bis hin zur Adria reichte. So war es ihm im Jahre 1251 gelungen sich, nach dem Aussterben der männlichen Linie der Babenberger des Herzogtums Österreich zu bemächtigen. Ebenso erlangte er das Herzogtum Steiermark, das Egerland, das Herzogtum Kärnten, Krain und die Windischen Mark.[10]

[...]


[1] Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter, Von Rudolf I. bis Friedrich III., Stuttgart 2004.16.

[2] Regesta Imperii, VI, 1.3.

[3] Krieger, Karl-Friedrich: Rudolf von Habsburg, Darmstadt 2003, 90.

[4] Hirn, J.: Rudolf von Habsburg, Zur Erinnerung, An die vor 600 Jahren stattgehabte Krönung des ersten Habsburgers, Wien 1874.13.

[5] Brabänder, Michael Richard: Die Einflussnahme auswärtiger Mächte auf die deutsche Königswahl vom Interregnum bis zur Erhebung Karls IV., Frankfurt am Main u.a. 1994, 65ff.; Krieger, 2004, 17.

[6] Ebd. 66f.

[7] Redlich, Oswald: Rudolf von Habsburg. Das Deutsche Reich nach dem Untergange des alten Kaisertums. (Neudruck des Ausgabe Innsbruck 1903) Aalen 1965. 151-153.

[8] Krieger, 2004. 17.

[9] RI, VI, 1.2.

[10] Krieger, 2003.20.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Wahlverhandlungen, Wahl und Krönung Rudolfs I.
Untertitel
König Rudolf von Habsburg
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V280982
ISBN (eBook)
9783656751373
ISBN (Buch)
9783656751243
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wahlverhandlungen, wahl, krönung, rudolfs, könig, rudolf, habsburg
Arbeit zitieren
Verena Schmidt (Autor), 2010, Wahlverhandlungen, Wahl und Krönung Rudolfs I., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280982

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