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Werner Sombart und der Moderne Kapitalismus

Ein Sonderfall der Historischen Schule der Nationalökonomie

Titel: Werner Sombart und der Moderne Kapitalismus

Seminararbeit , 2014 , 42 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: DI MMag Fabian Prilasnig (Autor:in)

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den Jahren 1888 bis 1938 hat Werner Sombart als Nationalökonom und Soziologe publiziert, wobei seine Wandlung vom „Marxisten“ zum „Reaktionär“ keine Einzelerscheinung war; er stellt aber ein extremes Beispiel für den Wandel des deutschen Bürgertums vom politischen Liberalismus über dem Nationalkonservatismus zum Nationalsozialismus dar. Zwischen der Prophezeiung wohlgemeinter Fachkollegen, sein Werk werde Generationen überdauern, und des eigenen Pessimismus, sein Leben und Werk wären verfehlt, pendeln „Selbst- und Fremdeinschätzung eines Mannes, der über Jahrzehnte hin die sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Diskussion in Deutschland angeregt und mitgeprägt hat und der auch im Ausland Reputation und Resonanz gewinnen konnte, die lange Zeit die Anerkennung von Max Weber und anderen Sozialwissenschaftlern in den Schatten stellten“. Sombart folgte sowohl dem theoretischen als auch historischen Bemühen der Jüngeren Historischen Schule, indem er die Erscheinungsformen des modernen Kapitalismus und auch des Sozialismus historisch-systematisch auf ihre Entstehungs- und Entwicklungszusammenhänge hin als „Marxist“, später als „Idealist“ und als ein Fachwissenschaftler untersuchte, dem es mehr um Anregungen als um solide Antworten ging. Aufgrund der Mannigfaltigkeit seines Werkes entstand ein sehr differenzierter zeitgenössischer Diskurs in Fachkreisen über seine Thesen und diese Diskussion stellt eines der bedeutendsten Elemente seiner Wirkungsgeschichte dar. Vor dem Ersten Weltkrieg war Sombart auf wissenschaftlicher Ebene äußerst produktiv, da seinem Hauptwerk Der Moderne Kapitalismus seit dem Jahre 1902 mehrere andere Arbeiten folgten, welche die mentalen Aspekte bei der Genese dieses Werkes vertieften und eine sozialpsychologische Interpretation von der Entstehung des Kapitalismus lieferten. Die Vielfalt seiner Schriften trug nicht zur Verbesserung seiner wissenschaftlichen Reputation bei, dennoch blieben „diese Werke bis heute diskutierte und teilweise neu aufgelegte ernsthafte Analysen zur Entstehung des Kapitalismus, die allesamt schon unter dem Einfluß der von Max Weber in klassischer Gestalt formulierten idealtypischen Begriffsbildung standen“ . In der ab dem Jahre 1916 erschienen zweiten Auflage seines Hauptwerkes Der Moderne Kapitalismus behandelte Sombart in drei Doppelbänden die vorkapitalistischen (1916), frühkapitalistischen (1917) und hochkapitalistischen Wirtschaftsformen (1927).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Jüngere Historische Schule der Nationalökonomie

1.1 Werner Sombart (1863-1941) und Gustav Schmoller (1838–1917)

1.2 Max Weber (1864-1920) und der Werturteilsstreit

1.3 Sombarts Werk in Grundzügen

2. Der Moderne Kapitalismus von Sombart

2.1 Zur ersten Auflage

2.2 Zur zweiten Auflage

2.3 Zur Breitenwirkung

3. Exkurs: Soziologie vs. Nationalökonomie

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das wissenschaftliche Wirken von Werner Sombart, insbesondere sein Hauptwerk "Der Moderne Kapitalismus", und ordnet ihn als Sonderfall innerhalb der Jüngeren Historischen Schule der Nationalökonomie ein. Ziel ist es, seine methodologischen Ansätze, seine Kapitalismustheorie und seinen intellektuellen Wandel kritisch zu beleuchten, um zu verstehen, warum er trotz seiner internationalen Bedeutung zeitweise eine Außenseiterrolle einnahm.

  • Die methodologische Positionierung Sombarts innerhalb der Jüngeren Historischen Schule.
  • Die Entwicklung und Transformation seiner Kapitalismustheorie über mehrere Auflagen hinweg.
  • Die komplexe wissenschaftliche Beziehung und der Diskurs mit Max Weber.
  • Die Bedeutung von Begriffen wie "Kapitalistischer Geist", "System" und "Verstehen" für seine Arbeit.
  • Die wissenschaftsgeschichtliche Einordnung seines Werkes und der Grund für seine spätere akademische Isolierung.

Auszug aus dem Buch

1. Die Jüngere Historische Schule der Nationalökonomie

Werner Sombart war im Urteil seiner zeitgenössischen Kollegen zwar ein populäres, aber politisch und wissenschaftlich äußerst häretisches Mitglied der Jüngeren Historischen Schule, die sich in den 1870er Jahren um Gustav Schmoller herum „als eine moderne Version des schon seit der ersten Jahrhunderthälfte virulenten Historismus in der Nationalökonomie gebildet“ und ihren Fokus auf Sozialreform sowie historischer Analyse gerichtet hatte. Sombarts Hoffnungen, eine kleine Gruppe von Nationalökonomen innerhalb dieser Schule zu etablieren, die ausgehend vom Prinzip der Wertfreiheit wirtschaftliche Erscheinungen als einmalige „historische Individuen“ betrachten und mittels deduktiver Theoriebildung analysieren, d.h. auf eine nicht-empirische Theorie abzielen würde, gingen nicht in Erfüllung, da sowohl er selbst als auch die Brüder Max und Alfred Weber ihre eigenen Wege gingen und daher keiner einen bedeutenden politischen Einfluss gewann. Die Nationalökonomen der Jüngeren Historischen Schule lehnten die vermeintlich unhistorische Methode der klassischen Nationalökonomen ab, da sie meinten, dass die Nationalökonomie keine für mehr als nur eine bestimmte historische Wirtschaftsepoche gültige wissenschaftliche Gesetze aufstellen könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in Sombarts Leben und Werk ein, thematisiert seinen Wandel vom Marxisten zum Nationalkonservativen und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinem Hauptwerk.

1. Die Jüngere Historische Schule der Nationalökonomie: Das Kapitel beschreibt Sombarts Rolle innerhalb dieser Schule, seine methodischen Differenzen zu Schmoller und seine theoretische Annäherung an Max Weber.

2. Der Moderne Kapitalismus von Sombart: Hier wird Sombarts Hauptwerk analysiert, wobei die Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Auflage sowie die Bedeutung des "kapitalistischen Geistes" im Vordergrund stehen.

3. Exkurs: Soziologie vs. Nationalökonomie: Dieser Abschnitt erläutert Sombarts theoretische Abgrenzung und Verknüpfung der beiden Disziplinen anhand seiner Vorlesungen und methodologischen Schriften.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Sombart-Rezeption, seinen Bedeutungsverlust in der Nachkriegszeit und die bleibende Relevanz seiner Ansätze für die historische Soziologie.

Schlüsselwörter

Werner Sombart, Historische Schule der Nationalökonomie, Moderner Kapitalismus, Kapitalistischer Geist, Werturteilsstreit, Max Weber, Gustav Schmoller, Wirtschaftssystem, Methodologie, Idealtypus, Soziologie, Wirtschaftsgeschichte, Sozialismus, Kapitalismusgenese, Kulturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Leben, das Denken und das wissenschaftliche Hauptwerk von Werner Sombart, insbesondere dessen Auseinandersetzung mit dem modernen Kapitalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Kapitalismus, die Methodologie der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Sombarts theoretische Positionierung zwischen Soziologie, Nationalökonomie und Geschichte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Sombarts Werk innerhalb der "Jüngeren Historischen Schule" kritisch zu verorten und zu erklären, warum er zu Lebzeiten ein bedeutender, aber auch umstrittener und oft isolierter Denker war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftsgeschichtliche und interpretative Methode, um Sombarts Schriften und den zeitgenössischen Diskurs (Rezensionen, wissenschaftliche Debatten) historisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert "Der Moderne Kapitalismus", vergleicht verschiedene Auflagen und untersucht Sombarts Verständnis von Begriffen wie Kapital, Geist und Wirtschaftssystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Werner Sombart, Historische Schule, Moderner Kapitalismus, Idealtypus und Wertfreiheit.

Wie unterscheidet sich Sombarts Ansatz von dem von Gustav Schmoller?

Während Schmoller induktiv vorging und historische Einzelforschung bevorzugte, versuchte Sombart, theoretische Systeme durch deduktive Ansätze und Idealtypen zu konstruieren.

Welche Bedeutung hatte Max Weber für Sombarts Werk?

Max Weber beeinflusste Sombart methodisch, etwa durch das Konzept des Idealtypus und der Wertfreiheit, wobei beide zwar ähnliche Fragestellungen bearbeiteten, aber in der theoretischen Umsetzung und Interpretation voneinander abwichen.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Werner Sombart und der Moderne Kapitalismus
Untertitel
Ein Sonderfall der Historischen Schule der Nationalökonomie
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar
Note
1,0
Autor
DI MMag Fabian Prilasnig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
42
Katalognummer
V281012
ISBN (eBook)
9783656752165
ISBN (Buch)
9783656752158
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Werner Sombart Werturteilsstreit Historische Schule Nationalökonomie Moderner Kapitalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
DI MMag Fabian Prilasnig (Autor:in), 2014, Werner Sombart und der Moderne Kapitalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281012
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  42  Seiten
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