Ziel dieser Arbeit soll es sein, Ansätze zur Senkung von Fehlzeiten in Unternehmen darzustellen, die von der Literatur vorgeschlagen werden. Eine Bewertung der vorgestellten Maßnahmen anhand geeigneter Kriterien macht es möglich, konkrete Handlungsempfehlungen für das Unternehmen abzuleiten.
Die Frage nach den Möglichkeiten der Reduzierung von Fehlzeiten setzt die Beantwortung der Frage nach deren Ursachen voraus. Im Hinblick auf die Zielsetzung der Arbeit, Erkenntnisse über geeignete Maßnahmen zur Reduzierung von Fehlzeiten zu gewinnen, werden zunächst mögliche Einflußfaktoren auf Fehlzeiten erörtert, wobei eine Differenzierung zwischen externen, betrieblichen und persönlichen Faktoren sinnvoll erscheint. Hier erfolgt parallel eine Betrachtung der betriebsspezifischen Fehlzeitensituation der X GmbH & Co. KG.
Aufbauend auf den vorrangegangenen Teil, wird anschließend auf einige der in der Literatur dargestellten Modelle zur Senkung von Fehlzeiten eingegangen. Dabei wird nach allgemeinen und speziellen Maßnahmen zur Fehlzeitenreduktion unterschieden.
Danach werden geeignete Bewertungskriterien entwickelt, die auf die vorgestellten Maßnahmen angewendet werden. Dadurch wird die Ableitung von konkreten Handlungsempfehlungen für die X GmbH & Co. KG ermöglicht.
Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefaßt und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einflußfaktoren auf Fehlzeiten
2.1 Externe Einflußfaktoren
2.1.1 Gesellschaftliche Einflüsse
2.1.2 Politische Einflußfaktoren
2.1.3 Wirtschaftliche Einflußfaktoren
2.1.4 Medizinische Einflüsse
2.1.5 Periodische Einflußfaktoren
2.2 Betriebliche Einflußfaktoren
2.2.1 Unternehmensmerkmale
2.2.2 Personalpolitik
2.2.3 Arbeitsbedingungen
2.2.4 Mitarbeiterführung und Betriebsklima
2.3 Persönliche Einflußfaktoren
2.3.1 Qualifikation und Stellung im Beruf
2.3.2 Alter und Nationalität
2.3.3 Geschlecht und Familienstand
2.3.4 Persönlichkeitsstruktur und private Situation
2.3.5 Risikoverhalten
3 Betriebliche Maßnahmen zur Fehlzeitensenkung
3.1 Allgemeine Maßnahmen
3.1.1 Verbesserung der Arbeitssituation
3.1.2 Betriebliche Gesundheitsförderung
3.1.3 Personalpolitische Maßnahmen
3.2 Spezielle Maßnahmen
3.2.1 Maßnahmen der subjektiven Einflußnahme
3.2.2 Kontrollierende Maßnahmen
4 Maßnahmenbewertung und Handlungsempfehlungen
4.1 Kriterienbildung
4.2 Bewertung der Maßnahmen
4.2.1 Allgemeine Maßnahmen
4.2.2 Spezielle Maßnahmen
4.2.3 Handlungsempfehlungen für die X GmbH & Co. KG
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Publikation
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Reduzierung von Fehlzeiten in Unternehmen, indem sie Ursachen analysiert und verschiedene Interventionsmaßnahmen anhand von Kriterien wie Akzeptanz, Kosten und Wirksamkeit bewertet, um praxisnahe Empfehlungen für die X GmbH & Co. KG abzuleiten.
- Analyse externer, betrieblicher und persönlicher Einflussfaktoren auf Fehlzeiten
- Differenzierung zwischen allgemeinen und speziellen Maßnahmen zur Fehlzeitenreduktion
- Entwicklung von Bewertungskriterien für betriebliche Interventionsansätze
- Bewertung von Maßnahmen wie Gesundheitsförderung, Führungsstil und Anwesenheitssteuerung
- Konkrete Handlungsempfehlungen für das Fallunternehmen X GmbH & Co. KG
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Gesellschaftliche Einflüsse
Die Entwicklung zu einer Freizeitgesellschaft und der damit einhergehende Wertewandel hat in den vergangen Jahren dazu beigetragen, die grundsätzliche Einstellung zur Arbeit deutlich zu ändern. Die Arbeit ist zwar für die überwiegende Mehrheit der zentrale Lebensbestandteil geblieben, die Ansprüche an die Arbeit haben sich aber grundlegend verändert. Der Wunsch, etwas Sinnvolles, Interessantes zu tun und aktiv im Unternehmen mitzuwirken, ist stärker geworden. Auch spielt der Wunsch nach Kommunikation und sozialen Kontakten eine wichtige Rolle. Arbeit ist für die meisten heutzutage eben mehr als nur Geldverdienen.
Da diese Bedürfnisse in der Realität häufig unbefriedigt bleiben, kommt es zu einer zunehmenden Entfremdung von den betrieblichen Abläufen, die durch die allgemeine Unsicherheit über den Fortbestand des Arbeitsplatzes noch unterstützt wird. Dieser Verlust an Identifikation mit der eigenen Arbeit führt dazu, dass viele Arbeitnehmer Erfolge und Selbstbestätigung in ihren Freizeitaktivitäten suchen. Freizeit wird zunehmend weniger zur Erholung genutzt, da durch den selbst geschaffenen Zwang, etwas zu erleben, eine Art Leistungsdruck entsteht. Der dadurch entstehende Erholungsbedarf muss zwangsläufig dann durch Fehlzeiten wieder gedeckt werden. Erholung vom Freizeitstreß auf Kosten des Unternehmens sind das Resultat.
Das höhere Bildungsniveau sowie zahlreiche Gesundheitsprogramme und Aufklärungsmaßnahmen seitens der Ärzteschaft und der Krankenkassen führen zu einem stärkeren Körper- und Gesundheitsbewußtsein der Bevölkerung. Beeinträchtigungen, die früher Bagatellcharakter hatten, werden heutzutage oftmals im subjektiven Erleben des Einzelnen als schwerwiegender eingestuft, als sie tatsächlich sind. Dies mag begründen, dass häufig schon bei geringfügigen Gesundheitsstörungen ein Arzt konsultiert wird und dieser eher als vor einigen Jahrzehnten eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt. Der zunehmende Konsum von Genußmitteln wie Alkohol und Zigaretten steht in direktem Widerspruch zu dieser Entwicklung. Untersuchungen zufolge sind in Deutschland bis zu 2,5 Mio. Menschen alkoholkrank.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Ansätze zur Fehlzeitenreduktion zu identifizieren und für das Unternehmen X GmbH & Co. KG zu bewerten.
2 Einflußfaktoren auf Fehlzeiten: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Ursachen für Fehlzeiten, unterteilt in externe, betriebliche und persönliche Faktoren.
3 Betriebliche Maßnahmen zur Fehlzeitensenkung: Hier werden unterschiedliche betriebliche Ansätze vorgestellt, wobei zwischen allgemeinen Maßnahmen (Ursachenbekämpfung) und speziellen Maßnahmen (Verhaltensbeeinflussung) unterschieden wird.
4 Maßnahmenbewertung und Handlungsempfehlungen: Dieses Kapitel entwickelt Kriterien zur Bewertung der Maßnahmen und leitet daraus konkrete Empfehlungen für das untersuchte Unternehmen ab.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Handhabung der Fehlzeitenproblematik.
Schlüsselwörter
Fehlzeiten, Krankenstand, Fehlzeitenmanagement, betriebliche Gesundheitsförderung, Fehlzeitenreduktion, Mitarbeiterführung, Arbeitszufriedenheit, Fehlzeitenbriefe, Anwesenheitsprämie, Rückkehrgespräch, Ursachenanalyse, Arbeitsunfähigkeit, Fehlzeitenanalyse, betriebliches Gesundheitsmanagement, Personalpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse betrieblicher Fehlzeiten und der Identifikation geeigneter Strategien, um diese in einem Unternehmen effektiv zu senken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Ursachenforschung für Fehlzeiten (extern, betrieblich, persönlich) sowie die Bewertung verschiedener betrieblicher Maßnahmen zur Reduktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Ableitung konkreter, bewerteter Handlungsempfehlungen zur Fehlzeitenreduktion für die X GmbH & Co. KG.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu bestehenden Fehlzeitenmodellen mit einer datengestützten Analyse der Fehlzeitensituation eines konkreten Unternehmens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erörterung von Einflussfaktoren und eine strukturierte Bewertung von allgemeinen sowie speziellen Maßnahmen zur Senkung von Fehlzeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Fehlzeiten, Krankenstand, Fehlzeitenreduktion, Mitarbeiterführung, Arbeitszufriedenheit und Betriebliche Gesundheitsförderung sind zentrale Schlagworte.
Welche Bedeutung kommt der Mitarbeiterführung zu?
Dem Führungsstil wird eine äußerst hohe Bedeutung beigemessen, da er signifikanten Einfluss auf die Motivation und damit direkt auf die Fehlzeiten der Mitarbeiter hat.
Was ist der Anwesenheitsverbesserungsprozeß (AVP)?
Der AVP der Opel AG ist ein vierstufiges Modell von Rückkehrgesprächen, das darauf abzielt, durch Dialog und Transparenz die Anwesenheit der Mitarbeiter zu verbessern.
Warum ist die Anwesenheitsprämie umstritten?
Sie ist umstritten, da sie Anwesenheit belohnt, die eigentlich selbstverständlich sein sollte, und zudem dazu führen kann, dass erkrankte Mitarbeiter zur Arbeit kommen und damit andere gefährden.
- Quote paper
- Michael Schmohl (Author), 2003, Betriebliche Fehlzeiten: Faktoren, Gründe und Maßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281051