Im Hinblick auf den Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erscheint es lohnenswert, das Spiel als einen möglichen Baustein in der Sprachvermittlung, –aneignung und Unterrichtspraxis zu betrachten. Zunächst soll eine Abgrenzung der Begriffe „Spiel“, „Sprachspiel“ und „Sprachlernspiel“ erfolgen, wobei letzteres grundlegend für die weitere Auseinandersetzung sein soll. Anschließend soll eine Verknüpfung stattfinden: Welche Bedeutung haben Sprachlernspiele im DaZ-Unterricht? So sollen unter anderem Vorteile und mögliche Bedenken dargestellt werden. Es erfolgt dann eine Vorstellung des Sprachlernspiels „Der kleine Sprechdachs“, sowie die Vorstellung und Auswertung der durchgeführten Umfrage. Es soll herausgearbeitet werden, in wieweit die Bewertungen und Wahrnehmungen zu Spielen, speziell zu dem des „Der kleine Sprechdachs“ übereinstimmen und auseinandergehen.
Mögliche Kritik soll für eine Verbesserung und Optimierung des Spiels betrachtet werden. Am Ende dieser Arbeit sollte man sich als Leser jedoch über die Wichtigkeit des Einsatzes von Sprachlernspielen bewusst sein, um dann vielleicht auch andere davon zu überzeugen.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Spiel – Sprachspiel – Sprachlernspiel: Abgrenzung und Charakteristik
3) Wieso? Weshalb? Warum? Zur Bedeutung von Sprachlernspielen im DaZ-Unterricht
4) „Der kleine Sprechdachs“
4.1) Spielbeschreibung
4.2) „Der kleine Sprechdachs“ – Ein Sprachlernspiel?
4.3) Vorstellung und Auswertung der Umfrage
5) Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung und Bedeutung von Sprachlernspielen im Unterricht Deutsch als Zweitsprache (DaZ), wobei das Spiel „Der kleine Sprechdachs“ als Fallbeispiel dient. Ziel ist es, die theoretischen Potenziale spielerischen Lernens für die Sprachförderung kritisch zu beleuchten und durch eine empirische Erhebung bei Schülern und Lehrkräften zu validieren, um praxisnahe Erkenntnisse zur Optimierung des Spieleinsatzes zu gewinnen.
- Theoretische Abgrenzung von Spiel, Sprachspiel und Sprachlernspiel.
- Bedeutung von Emotionen und sozialem Kontext in der Sprachvermittlung.
- Detaillierte Analyse des Spiels „Der kleine Sprechdachs“.
- Empirische Auswertung einer Umfrage zum Einsatz von Sprachlernspielen in Grundschulen.
- Ableitung von Empfehlungen für eine effektive Spielpraxis im DaZ-Unterricht.
Auszug aus dem Buch
4.1) Spielbeschreibung
„Der kleine Sprechdachs macht sich auf die Reise, um Geschichten zu sammeln. Wer kann sich merken, wo sich seine Freunde versteckt haben bzw. wo die Dinge liegen und erinnert sich an viele aufregende Abenteuer?“23
Das Spiel „Der kleine Sprechdachs“ wird in der Spielanleitung als Memo-Erzählspiel beschrieben. Zu dem Spiel gehören fünf Geschichtentafeln mit je zwei Abbildungen auf jeder Seite, 40 Bildkarten, eine Spielfigur in Form eines Dachses, sowie ein Würfel. Zwei bis fünf Spieler ab vier Jahren können an dem Spiel teilnehmen. Vorbereitend auf das Spiel werden die fünf Geschichtentafeln nebeneinander gelegt. Zudem wird festgelegt, mit wie vielen Bildkärtchen gespielt wird. Möchte man ein kurzes Spiel durchführen, spielt man vielleicht nur mit 20 Karten. So bleibt die Spiellänge variabel. Die Bildkärtchen werden gut gemischt und verdeckt in der Mitte positioniert. Ebenso werden der Würfel und die Spielfigur „Sprechdachs“ bereitgelegt.
Der jüngste Spieler darf beginnen: Er nimmt sich ein Bildkärtchen, legt es dann offen zu einer Abbildung der Geschichtentafel seiner Wahl. Dann erzählt dieser Spieler eine Geschichte, in der die Abbildung des Bildkärtchens in die Abbildung auf der Geschichtenkarte integriert ist. Die anderen Spieler versuchen sich die Geschichte zu merken. Ist die kurze Geschichte erzählt, wird das Bildkärtchen vor der jeweiligen Geschichtenkarte umgedreht und der nächste Spieler ist an der Reihe. Das Verfahren wiederholt sich sooft, bis an jeder Geschichtentafelseite eine umgedrehte Bildkarte liegt. Jetzt wird die Sprechdachsfigur auf ein beliebiges Bild gestellt. Das jüngste Kind darf wieder beginnen. Es würfelt und zieht den Sprechdachs entsprechend im Uhrzeigersinn. Nun muss es sich versuchen zu erinnern, welche Bildkarte zu dem Feld gehört, auf dem es steht. Das Kind versucht die Geschichte nachzuerzählen.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Spiels als Lernmethode ein und definiert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2) Spiel – Sprachspiel – Sprachlernspiel: Abgrenzung und Charakteristik: Das Kapitel differenziert begrifflich zwischen verschiedenen Spielformen und erarbeitet strukturelle Kriterien für Sprachlernspiele.
3) Wieso? Weshalb? Warum? Zur Bedeutung von Sprachlernspielen im DaZ-Unterricht: Hier wird anhand von Lerntheorien begründet, warum Sprachlernspiele eine fachliche Bereicherung für den DaZ-Unterricht darstellen und welche didaktischen Ziele sie verfolgen.
4) „Der kleine Sprechdachs“: Dieses Kapitel beschreibt das spezifische Spielmaterial sowie den Spielablauf und unterzieht das Spiel einer theoretischen sowie praktischen (empirischen) Prüfung.
5) Fazit und Ausblick: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und betont, dass eine fundierte Vorbereitung der Schlüssel zur erfolgreichen Implementierung von Sprachlernspielen ist.
Schlüsselwörter
DaZ-Unterricht, Sprachlernspiel, Sprachspiel, spielerisches Lernen, Wortschatzerweiterung, Sprachförderung, Kommunikation, Memo-Erzählspiel, Spieltheorie, Grundschule, Lerntheorien, Fehlerkorrektur, soziale Interaktion, Motivation, Deutsch als Zweitsprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Sprachlernspielen im Unterricht Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und analysiert deren Mehrwert für den Spracherwerbsprozess.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die theoretische Abgrenzung von Spieltypen, die didaktische Bedeutung von Sprachlernspielen sowie die praktische Untersuchung und Evaluation eines konkreten Sprachlernspiels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprachlernspiele den Sprachunterricht bereichern können, und durch eine Umfrage zu prüfen, ob die theoretischen Vorteile in der Schulpraxis bestätigt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung wird eine empirische Umfrage unter Studierenden (Lehrkräften) und Grundschulkindern durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Sprachlernspielen, die detaillierte Vorstellung des Spiels „Der kleine Sprechdachs“ und die Auswertung der durchgeführten empirischen Umfrage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind DaZ-Unterricht, Sprachlernspiel, spielerisches Lernen, Wortschatzförderung und pädagogische Kommunikation.
Was zeichnet das Spiel „Der kleine Sprechdachs“ aus?
Es handelt sich um ein sogenanntes „Memo-Erzählspiel“, das durch die Kombination von Gedächtnistraining und kreativem Erzählen die Ausdrucksfähigkeit der Kinder fördert.
Warum sind laut Lehrkräften Sprachlernspiele im Unterricht manchmal problematisch?
Lehrkräfte äußern Bedenken hinsichtlich des Zeitdrucks und befürchten teilweise, dass der Lernertrag bei rein spielerischen Aktivitäten hinter dem von klassischen Unterrichtsmethoden zurückbleiben könnte.
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- Patricia Glowania (Author), 2014, Spiele(n) im DaZ-Unterricht: Eine Umfrage zu Schüler- und Lehrerwahrnehmungen des Sprachlernspiels „Der kleine Sprechdachs“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281088